Grind & Glow

Smilla Kolbe und Annika Reuter

Smilla Kolbe, 800m Läuferin (1:59,02 PB//Deutsche Meisterin) spricht mit Annika Reuter, fast Kugelstoß-Profi, über ihr Leben als 800m Läuferin. Von Smillas Uni in Florida auf die Running-Tracks dieser Welt. Immer zwei Runden, immer mit ein bisschen Grind und viel Glow.

  1. 5d ago

    Erster Marathon am Sonntag, Smilla verlegt Parkett – und warum schwere Beine nichts bedeuten

    Race Week. Annika läuft am Sonntag den Frankfurt Marathon. Ihr erster. Zwölf Wochen Vorbereitung, die Form steht, der Plan steht – und jetzt kommt der Teil, auf den dich keiner vorbereitet: warten. Gestern ging die Nase zu. Annika schrieb Smilla: Panik. Smilla schrieb zurück: Chill. War nichts. Aber genau da fängt es an. Sobald das Training vorbei ist, horcht der Körper auf Signale, die er vorher ignoriert hat. Die Beine fühlen sich schwer an. Oder seltsam leicht. Smilla hat Bestzeiten mit schweren Beinen gelaufen und ist mit leichten eingeknickt. Heißt: Was du vorher fühlst, hat mit dem Ergebnis wenig zu tun. Annika hat sich Bluetooth-Kopfhörer gekauft. Für den Abschnitt ab Kilometer 25, raus nach Höchst, wenig Publikum, Gegenwind möglich, Regen wahrscheinlich. Wer vorher weiß, wo es öde wird, den trifft es weniger. Musik an, Kappe auf, Wasser an jeder Station. Und dann laufen, auch wenn bei Kilometer 28 der Kopf fragt, ob es noch 14 Kilometer sind. Zwölf Wochen Rückblick: Annika hat keinen einzigen Tiefpunkt gehabt. Der Trainingsplan hat gepasst – nie zu viel, nie zu wenig. Viel Volumen, wenig Tempo, Kilometer sammeln. Krafttraining parallel hat den Körper stabil gehalten. Eine Sache hat sie überrascht: In bestimmten Zyklusphasen war sie deutlich müder als sonst. Esther Pfeiffer hat ihren Marathon bewusst um den Zyklus geplant. Kaum eine Frau sagt deswegen ein Rennen ab. Alle beißen sich durch. Ein Thema, das zu wenig Platz bekommt. Smilla steckt derweil in einer anderen Welt. Sie hat mit ihrem Bruder eine Wohnung gebaut – Parkett, Teppichboden, Wände gestrichen. So viel körperliche Arbeit, dass Louis das Training anpassen musste. Die Wohnung hat eine Siebträgermaschine, eine Couch, circa 40 Paar Laufschuhe. Kühlschrank fehlt. Die neue Season läuft seit zwei Wochen: Umfang, schweres Krafttraining, kein Track. Smilla genießt das Grinden, auch wenn die erste Woche wehtat. Am Sonntag kann Smilla nicht dabei sein – Doppeleinheit und Tests in der Schweiz. Jette Kolbe läuft mit. Papa und Bruder kommen mit dem Fahrrad, fahren zu den Streckenabschnitten, wo wenig Leute stehen. Noch eine Korrektur: Powerbar statt Maurten beim Frankfurt Marathon. Letzter Woche falsch gesagt, diesmal geprüft.

  2. Oct 1

    Immer im Grind: Freddy Ruppert Europameister

    Freddy-Yeah! Annika fehlt, dafür sitzt Europameister Frederik Ruppert bei Smilla. Freddy ist in Rabat 7:57 über 3000 Meter Hindernis gelaufen und hat im August in Birmingham Gold geholt. Mit Smilla spricht er über seine Saison, sein Training und die Frage, ob er beim Joggen über Pfützen springt. Nach einer Krankheit im Juni hat Freddy trainiert wie sonst im Januar. Deshalb ist er bei der DM die 5000 Meter gelaufen und hat das Hindernis ausgelassen. Er erzählt von 160 bis 170 Wochenkilometern, zwölf Laufeinheiten ohne Alternativtraining und Hürden, die er nur in Tempoläufe einbaut. Den Wassergraben trainiert er gar nicht. Smilla läuft als 800-Meter-Läuferin höchstens ein Drittel davon und macht dafür Crosstraining. Die beiden merken schnell, wie wenig ihr Alltag gemeinsam hat, obwohl beide Läufer sind. Außerdem hörst du, warum Freddy am Renntag nur trockenes Brot isst und wie Coach Isabelle Baumann den Verlauf des EM-Finales vorhergesagt hat. Freddy erklärt, was er seinem 16-jährigen Ich sagen würde, das damals 60 Kilometer pro Woche lief und von den Fleißigeren überholt wurde. Dazu gibt es einen Freundebuch-Eintrag, eine Runde Top oder Flop und Freddys Plan für Smillas ersten ernsthaften 1500er. Kapitel:00:00 Freddys Freundebuch-Eintrag02:54 Grind & Glow der Saison05:56 Warum bei der DM 5000 statt Hindernis15:01 So sieht eine Trainingswoche mit 100 Meilen aus18:15 Top oder Flop21:43 Annikas Fragen: Pfützen und nasse Füße25:24 Coaching per WhatsApp37:18 Nervosität und Schlaf vor dem Rennen42:11 Pre-Race-Essen und Bicarb45:59 Springen oder aufsetzen am Wassergraben49:52 Die Taktik im EM-Finale01:02:09 Was Freddy seinem jüngeren Ich sagen würde01:09:48 Nach 7:57 einfach „next“01:12:09 Warum Freddy froh ist, dass ihn niemand erkennt

  3. Aug 6

    Roommates, Rivals, Friends: Valentina Rosamilia

    Valentina Rosamilia sitzt am Tisch, Smilla neben ihr, beide in Biel nach einer Trainingswoche. Die beiden sind Roommates, Trainingspartnerinnen, Konkurrentinnen über 800 Meter – und seit Januar enge Freundinnen. Valentina läuft für die Schweiz, hat U20-WM-Silber geholt, war Olympia-Halbfinalistin in Paris und hält den Schweizer 600m-Rekord. Aber die Geschichte, die sie hier erzählt, geht über Ergebnislisten hinaus. 2024, Schweizer Meisterschaften. Valentina braucht die Norm UND mindestens Platz drei für Paris. Sie steht auf Rang vier der nationalen Rangliste. Noch nie unter zwei Minuten gelaufen. Louis sagt: Geh nach vorne, du machst die Pace. Sie läuft die erste Runde in 57 Sekunden, allein. Die letzten 100 Meter: Alles rein. Dritte, 1:58.69, Olympia-Ticket. "Als Underdog kann man riskieren. Man hat nichts zu verlieren." In der Episode reden die drei über das, was man von außen nicht sieht: Wie es sich anfühlt, in einer Trainingsgruppe zu landen, in der jede Session jemand besser ist als du – egal ob Sprint, Kraft oder Ausdauer. Wie Valentina nach zwei schwierigen Jahren (Formtief 2022, Verletzung 2023) lernen musste, sich nicht über Medaillen zu definieren. Wie die Schweizer 800m-Szene durch Audrey Vero (1:53, drittschnellste Zeit aller Zeiten) vier Läuferinnen auf internationalem Niveau produziert – und warum Valentina das als Antrieb nimmt statt als Druck. Und dann: Bidgoszcz. Das Rennen, das eine Million Menschen auf Social Media gesehen haben. Valentina läuft im Feld, bei 300 Meter to go fallen mehrere Athletinnen vor ihr, sie macht einen Vollstopp, weicht nach innen aus statt über die Gestürzten zu fallen, läuft das Rennen von hinten wieder auf – und gewinnt. "Ich seh mich nicht als Siegerin in dem Rennen." Smilla widerspricht. Die Entscheidung, rauszugehen statt sich zu verletzen, hat Valentina in Sekundenbruchteilen getroffen. Das Video hat eine Diskussion über Feldgrößen im Mittelstreckenbereich ausgelöst. Drumherum: Smilla und Valentina erzählen von einer Trainingssession, in der Valentina sieben Sekunden hinter Smilla ins Ziel kam und kaum noch zur Startlinie laufen konnte ("Ich bin am Boden gekrochen"). Annika beichtete Fake News aus der letzten Folge (DM in Halle – stimmt nicht, sorry). Das Glow der Woche: Grillieren am See in der Schweiz, spontan, mit einer Freundin aus Florida, die zehn Stunden Layover in Zürich hatte. Valentinas Affirmation: Jeder hat seine eigene Pace. Sich Zeit geben. An den eigenen Grenzen arbeiten – das ist der Fortschritt, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Birmingham steht an. Valentina und Smilla sind dabei.

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Smilla Kolbe, 800m Läuferin (1:59,02 PB//Deutsche Meisterin) spricht mit Annika Reuter, fast Kugelstoß-Profi, über ihr Leben als 800m Läuferin. Von Smillas Uni in Florida auf die Running-Tracks dieser Welt. Immer zwei Runden, immer mit ein bisschen Grind und viel Glow.

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