Komplementärtherapie im Fokus

Tamara Odermatt

Was ist Komplementätherapie? Diese Frage ist mal der erste Schritt auf einer Reise. Und wir brechen dabei zu einer Reise auf, welche in ihrem Ziel offen ist, ihre Etappen von einer zur nächsten führt. Erforschen, entdecken, reflektieren Themen aus diesem Feld gemeinsam mit unterschiedlichen Gästen, welche ihre Erfahrung und Expertise zur Verfügung stellen.

  1. 4d ago

    Zwischen Sicherheit und Wachstum: die Prozessbegleitung in der Komplementärtherapie

    Was braucht es, damit Veränderung wirklich möglich wird? In diesem Gespräch folgen wir dem Prozess beinahe so, wie er sich auch in einer Therapie entfaltet: Ausgehend von der Bedeutung der therapeutischen Beziehung gelangen wir zur Begleitung von unterschiedlichen Formen von Prozessen und schliesslich zu der Frage, unter welchen Bedingungen nachhaltiges Lernen überhaupt stattfinden kann. Ein zentrales Thema ist dabei die Co-Regulation. Sie ermöglicht es, Menschen so zu begleiten, dass sie sich an die Grenzen ihres Toleranzfensters heranwagen können, ohne von ihrem Nervensystem überwältigt zu werden. Denn genau dort, zwischen Sicherheit und Herausforderung, entstehen neue Erfahrungen. Erfahrungen, die dem Nervensystem zeigen: Ich bin sicher. Ich kann dieses Erleben halten. Es gehört zu einer früher erlernten Schutzstrategie – und ich finde wieder zurück in mein inneres Gleichgewicht. Wir sprechen darüber, weshalb die therapeutische Beziehung weit mehr ist als eine vertrauensvolle Atmosphäre. Sie ist der Raum, in dem Entwicklung überhaupt erst möglich wird. Ein Raum, der genügend Sicherheit bietet, um Neues zu wagen, und gleichzeitig genügend Halt gibt, damit Überforderung nicht in Kampf, Flucht oder Erstarrung mündet. Auch die heutige Traumaforschung findet ihren Platz in diesem Gespräch. Sie zeigt, weshalb das frühere Verständnis von Katharsis – dem intensiven Ausagieren von Emotionen – heute differenzierter betrachtet wird. Nachhaltige Veränderung entsteht nicht dadurch, dass wir über unsere Grenzen hinausgehen, sondern dadurch, dass unser Nervensystem lernt, Aktivierung zu halten, zu integrieren und sich wieder selbst zu regulieren. Ein Gespräch über die feine Balance zwischen Sicherheit und Wachstum – und darüber, weshalb Entwicklung letztlich immer in Beziehung geschieht. Das Gespräch kannst Du auch über den Youtube-Kanal von René mitverfolgen https://youtu.be/qO3559zRhjA

  2. Jun 10

    Wie wächst innere Stärke? Resilienz aus der Perspektive von fünf verschiedenen Methoden der Komplementärtherapie, Teil 1

    Ressourcen und Resilienz - zwei zentrale Begriffe in der Komplementärtherapie. Wir haben alle eine Idee, was sie darstellen, vermutlich auch, wie sie zusammenhängen. Ressourcen helfen uns, Herausforderungen zu bewältigen –etwa Meditation, ein gutes Gespräch, Bewegung oder Ruhe. Resilienz geht jedoch darüber hinaus, sie ist mehr als die Summe unserer Ressourcen. Sie beschreibt zusammengefasst die grundsätzliche Fähigkeit, Belastungen auszuhalten und wieder in ein Gleichgewicht zu finden. Soweit alles klar. Aber wie erleben wir Resilienz konkret in unseren Methoden? Können wir in der Körperarbeit Resilienz stärken? Und wenn ja, wie erweitern wir das sprichwörtliche Gefäss, damit Herausforderungen weniger schnell überfordern? Darüber spreche ich mit erfahrenen Therapeut:innen aus fünfunterschiedlichen Methoden. Sie zeigen anhand eines Beispiels aus ihrer Praxis, wie sie mit ihrer Methode die Menschen unterstützen, zu mehr Handlungsfähigkeit und damit zu mehr Resilienz zu finden. Im ersten Teil sind Katharina Canziani, Kinesiologin, Manuela Mayer, Yogatherapeutin, und Joachim Schultz aus der Strukturellen Integration zu Gast. Im zweiten Teil folgen Manuela Reimann mit Shiatsu und Bruno Kapfer mit Craniosakraltherapie. Mehr zu meinen Gästen: Katharina Canziani: https://kc-kinesiologie.ch Manuela Mayer: https://yogazuerichsee.ch Joachim Schultz: https://www.real-ease.ch Manuela Reimann: https://www.shiatsupraxis-reimann.ch Bruno Kapfer: https://www.brunokapfer.com

  3. Apr 17

    Schuld und Scham - oder wie wir Menschen mit Gewalterfahrung begleiten können

    Übermässige Schuld- und Schamgefühle sind oft Folgen von Gewalterfahrung. Jede Gewalt stellt eine Grenzverletzung, eine Verletzung der Integrität dar. Sind wir dem früh in unserem Leben, überdauernd oder besonders heftig ausgesetzt, entwickeln sich daraus einerseits Strategien, wie wir damit überleben können. Strategien wie: " Wenn ich mich genug anstrenge, ganz brav bin, andere beschäme, meiner Wut freien Lauf lasse oder unterdrücke.... dann, bekomme ich die notwendige Aufmerksamkeit, die ich so dringend benötige". Je früher oder je überdauernder wir dem ausgesetzt sind, desto eher bildet sich aber auch die eigene Identität um diese Erfahrung. Diese zeigt sich oft in Form von Selbstabwertung, Schuld und Scham. "Es steht mir nicht zu, ich kann es sowieso nicht, ich bin nicht liebenswert, ich bin schuld..." können als tiefe Überzeugungen daraus resultieren. Diese internalisierte Sicht auf uns selbst prägen unser Verhalten und damit unsere Erfahrungen. Sie prägen uns so lange, bis wir ihnen auf die Schliche kommen, realisieren, dass sie nicht stimmen und dass wir heute keiner existentiellen Bedrohung mehr ausgeliefert sind, wenn wir mehr so sind, wie wir eigentlich auf diese Welt gekommen sind: nämlich richtig, so wie wir sind. In diesem Gespräch vertiefen wir die Entstehung von Schuld und Scham und erkunden, wie wir diese Prägungen als Therapeut*innen hin zu mehr Freiheit begleiten können.

  4. Mar 7

    Nicht Tun in der Komplementärtherapie

    Was ist dem Menschen wirklich hilfreich, wenn er zu uns in die Praxis kommt? Die Erwartungen sind nicht selten, und auch legitimerweise, dass etwas weg gemacht werden soll, dass der Zustand wieder so werden soll, wie zur Zeit, bevor z.B. ein Symptom aufgetreten ist. Aber ist das unsere Kernkompetenz? Ist das wirklich Prozessarbeit? Natürlich stellt sich die Frage, was wir überhaupt unter Prozesssarbeit verstehen. An dieser Stelle teile ich gerne einen Text von René Fix, meinem Gesprächspartner in dieser Folge. “Prozessarbeit” bedeutet, dem natürlichen Prozess zufolgen. Und dieser Prozess liegt im Leben des anderen und nicht in dir als Begleiterin. Da gibts eine Skala mit einem Kontinuum zwischen "ich mache alles für Dich" und " ich mache nichts für Dich"  Ganz links auf der Skala finden wir die Chirurgie, die Pharmazeutika, die Mobilisierung. Weiter in Richtung Mitte finden wir die Physiotherapie, die Verhaltenstherapie, Dietpläne, aber auchKompensationsunterstützung wie Wellnessbehandlungen und vieles mehr.  Und das geht bis ganz, ganz, ganz kurz vor Anschlagrechts. Erst da beginnt die Prozessarbeit. Wenn du als Begleiterin der Klientin nichts mehrabnimmst, ihr nichtmal mehr Raum gibst, ihr keine Ermächtigung bietest, ihr keine Wege aufzeigst, ihr keine Energie gibst und sie ihr auch nicht nimmst oder verteilst.  Und was machst du stattdessen? Ist das dieses berühmt-berüchtigte NICHT-TUN?  Du bist ihr ein Gegenüberein Co-Regulatorein Resonanzkörperein Reibungspartnerein Verstärkerein Zuhörerein WegbegleiterNur wenn sich die Klientin den Raum selbst nimmt, kommt sie in den Wandel. Nur wenn sie sich selbst ihre Macht nimmt, ermächtigt sie sich. Nur wenn sie nicht mehr im Außen auf Antworten wartet, kann sie sich selbst zuhören. Nur wenn sie echte Begleitung spürt, kann sie sich hineinlehnen in den Prozess mit dir.  Und das ist alles andere als einfach, denn wir wollen doch so sehr helfen, am liebsten aktiv. Und wir wollen Lob undAnerkennung. Und wir wollen doch so sehr, dass sich das Geld, welches wir bezahlt bekommen, dem Wert entspricht, den wir geben.  Und ja, der Wert wird unmessbar, wenn wir echte tiefe Prozessbegleitung anbieten. Weitere Inspirationen und Angebote findest Du unter www.embody-prozessarbeit.de

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Was ist Komplementätherapie? Diese Frage ist mal der erste Schritt auf einer Reise. Und wir brechen dabei zu einer Reise auf, welche in ihrem Ziel offen ist, ihre Etappen von einer zur nächsten führt. Erforschen, entdecken, reflektieren Themen aus diesem Feld gemeinsam mit unterschiedlichen Gästen, welche ihre Erfahrung und Expertise zur Verfügung stellen.

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