Qigong und eine Tasse Tee

Andreas Manfred Lehmann

„Qigong und eine Tasse Tee“ Ein ruhiger Podcast für Menschen, die genug haben von Lärm, Tempo und fertigen Antworten. In diesem Podcast lade ich dich ein, die Tür zu öffnen und einzutreten: In Geschichten, die atmen. In Gedanken, die sich setzen dürfen. In eine Tradition, die nicht erklärt, sondern wirkt. – still, ehrlich, traditionsverbunden. Mit Musik, die atmet, und Worten, die Raum lassen. Kein Ratgeber. Kein „Mach’s so wie alle“. Nur Tee, Stille und das, was sich zeigt.

  1. 3d ago

    Der Kaiser und sein Richter – Herz und Dünndarm

    In dieser Folge reisen wir weiter durch die unsichtbaren Flüsse des Körpers und kommen zum zweiten Flusspaar unserer Meridian-Reihe: zum Herz und zum Dünndarm – zum Element Feuer. In der chinesischen Medizin ist das Herz mehr als ein Organ. Es ist der **Kaiser des inneren Reiches**. Doch dieser Kaiser regiert nicht durch Befehle. Er muss nicht ständig eingreifen, planen oder handeln. Er sitzt auf seinem Thron – und durch seine Klarheit finden die anderen Kräfte ihre Richtung. Daneben steht der Dünndarm als sein Richter. Seine Aufgabe ist es, zwischen dem Reinen und dem Unreinen zu unterscheiden. Und vielleicht ist genau das auch für unser heutiges Leben ein erstaunlich treffendes Bild: Welche Gedanken, Eindrücke und Erfahrungen nähren mich wirklich – und was darf einfach weiterfließen? Wir sprechen über den leeren Thron, über Überforderung und darüber, was geschieht, wenn wir ständig funktionieren, handeln und entscheiden – aber den ruhigen Mittelpunkt in uns verlieren. Wir sprechen über Freude. Nicht über die laute, aufgeregte Freude, die immer nach dem nächsten Höhepunkt sucht, sondern über jene stille Freude, die nichts mehr braucht, weil sie einfach da ist. Und schließlich landen wir bei einer Frage, die viele von uns kennen: **„Mein Kopf weiß, was richtig wäre – aber mein Herz will etwas anderes.“** Vielleicht liegt darin gar kein wirklicher Kampf zwischen Herz und Verstand. Vielleicht fehlt uns manchmal einfach der Ort in uns, an dem beides wieder zusammenfinden kann. Vielleicht sitzt dein Kaiser längst auf seinem Thron. Du hast nur vergessen, still genug zu werden, um es zu bemerken. **Nicht glauben. Spüren.**

    Der Kaiser und sein Richter – Herz und Dünndarm
  2. Sep 27

    Der Architekt der Entscheidung – Leber und Gallenblase

    In dieser Folge führt uns unsere Reise durch die unsichtbaren Flüsse des Körpers zum Element Holz – und damit zu Leber und Gallenblase. In der chinesischen Medizin wird die Leber als „General“ beschrieben: Sie gibt Richtung, plant und bringt Dinge in Bewegung. Die Gallenblase steht ihr als wachsamer Berater zur Seite. Sie beobachtet, prüft und wartet auf den richtigen Moment für eine Entscheidung. Doch was geschieht, wenn diese beiden inneren Kräfte nicht dieselbe Richtung haben? Dann kennen wir vielleicht dieses Gefühl: Eigentlich wissen wir längst, was wir wollen – und kommen trotzdem nicht ins Handeln. Oder wir haben eine Entscheidung bereits getroffen, doch irgendetwas in uns sagt noch: Warte. Wir sprechen über Entscheidungen, über aufgestaute Wut und darüber, was geschieht, wenn etwas, das lange keinen Ausdruck gefunden hat, schließlich einen Weg nach außen sucht. Und wir schauen auf eine Frage, die mich selbst lange begleitet hat: **Wann ist der richtige Moment, eine Richtung nicht nur zu erkennen, sondern ihr auch zu folgen?** Leber und Gallenblase erzählen dabei eine Geschichte von Entschlossenheit und Vorsicht, von Ausdehnung und Struktur – und vielleicht auch davon, dass eine gereifte Entscheidung ganz anders klingt als ein impulsiver Entschluss. Eine Folge über innere Richtung, Mut und die Kunst, den eigenen Weg nicht zu erzwingen – sondern den Moment zu erkennen, in dem die beiden inneren Straßen plötzlich in dieselbe Richtung zeigen. **Nicht glauben. Spüren.** Und vielleicht bemerkst du in den nächsten Tagen einmal ganz nebenbei: **Welche deiner inneren Straßen spricht gerade lauter?**

    Der Architekt der Entscheidung – Leber und Gallenblase
  3. Sep 20

    Die unsichtbaren Flüsse - unser Meridiansystem

    In den vergangenen Folgen haben wir die Welt der Trigramme und Hexagramme erkundet. Heute schlagen wir ein neues Kapitel auf – und wenden den Blick nach innen: auf unseren eigenen Körper. Nicht als Maschine. Nicht als Sammlung einzelner Organe. Sondern als Landschaft, die von unsichtbaren Flüssen durchzogen ist. In der Tradition der chinesischen Medizin werden diese Wege als **Jingluo**, die Meridiane, beschrieben. Zwölf Hauptmeridiane verbinden die verschiedenen Bereiche des Körpers miteinander und bilden ein System, in dem nichts wirklich für sich allein steht. Wie bei einem Fluss kann eine Störung an einer Stelle Auswirkungen haben, die sich ganz woanders bemerkbar machen. Dabei geht es in dieser Folge ausdrücklich **nicht um eine Anleitung oder darum, sich selbst zu diagnostizieren**. Es geht um einen anderen Blick auf den eigenen Körper: um die Frage, was wir wahrnehmen können, wenn wir aufhören, nur dort nach einem Problem zu suchen, wo es sich gerade zeigt. Wir schauen auf das Zusammenspiel von **Yin und Yang**, auf die sechs Meridianpaare und auf den ständigen Übergang zwischen Innen und Außen. Denn vielleicht liegt die entscheidende Frage nicht darin, wie viel wir tun oder wie viel wir ruhen – sondern ob wir den Übergang zwischen beidem noch wahrnehmen. Und schließlich geht es um etwas, das mir für dieses neue Kapitel besonders wichtig ist: **Nicht glauben. Spüren.** Vielleicht bemerkst du irgendwann eine Spannung, ein Ziehen oder eine Wärme in deinem Körper. Du musst daraus nicht sofort ein Problem machen. Du kannst einfach einmal still werden und dich fragen: **„Wohin will dieser Fluss eigentlich?“** Denn vielleicht ist dein Körper nicht etwas, das ständig repariert werden muss. Vielleicht ist er eine Landschaft, die du erst noch lernen darfst zu lesen. Eine Einladung, den eigenen Körper nicht nur zu betrachten, sondern ihm zuzuhören. Nicht um seine Flüsse zu beherrschen – sondern um sie wieder wahrzunehmen.

    Die unsichtbaren Flüsse - unser Meridiansystem
  4. Sep 13

    Das Hexagramm – Der Tanz zwischen Himmel und Erde

    Ein Trigramm erzählt von einer einzelnen Kraft. Ein Hexagramm erzählt von ihrer Begegnung mit der Welt. In dieser Folge von **„Qigong und eine Tasse Tee“** gehen wir einen Schritt tiefer in die Welt des I Ging. Aus drei Linien werden sechs – und damit entsteht nicht einfach ein größeres Symbol, sondern ein lebendiger Dialog zwischen unserem Inneren und dem, was uns im Außen begegnet. Wir betrachten die sechs Linien wie einen Weg: von der **Wurzel des Urvertrauens**, über Denken und Gefühl, hinaus in die Welt – bis hin zu sozialer Begegnung, Verantwortung und schließlich zum Loslassen. Dabei geht es nicht darum, ein Hexagramm als festes Schicksalsbild zu betrachten. Vielmehr stellt sich die Frage: **Auf welcher Ebene befinde ich mich gerade?** Und dann schauen wir noch tiefer. Denn unter der sichtbaren Struktur eines Hexagramms liegt ein verborgener Prozess: das **Kernzeichen**. Es kann zeigen, was unter der Oberfläche bereits in Bewegung ist – selbst dann, wenn eine Situation nach außen ganz anders erscheint. Das I Ging wird damit zu etwas anderem als einem Orakel, das uns einfach eine Zukunft vorhersagt. Es wird zu einem Spiegel für die Beziehung zwischen Innen und Außen. Denn wir sind niemals nur das, was in uns geschieht. Und wir sind auch niemals nur das, was uns begegnet. **Wir sind der Tanz dazwischen.** Eine Folge über sechs Linien, verborgene Prozesse, Resonanz und die Frage, wie wir auf das Leben antworten können, ohne ständig gegen es kämpfen zu müssen. Und vielleicht ist genau das die Einladung des Hexagramms: **Nicht fragen: „Was wird passieren?“ Sondern spüren: „Wo stehe ich gerade – und was bewegt sich in mir und um mich herum?“**

    Das Hexagramm – Der Tanz zwischen Himmel und Erde

About

„Qigong und eine Tasse Tee“ Ein ruhiger Podcast für Menschen, die genug haben von Lärm, Tempo und fertigen Antworten. In diesem Podcast lade ich dich ein, die Tür zu öffnen und einzutreten: In Geschichten, die atmen. In Gedanken, die sich setzen dürfen. In eine Tradition, die nicht erklärt, sondern wirkt. – still, ehrlich, traditionsverbunden. Mit Musik, die atmet, und Worten, die Raum lassen. Kein Ratgeber. Kein „Mach’s so wie alle“. Nur Tee, Stille und das, was sich zeigt.

You Might Also Like