NZZ Weekend

NZZ Weekend ist der wöchentliche Podcast der NZZ am Sonntag. Chefredaktor und Host Beat Balzli spricht mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur darüber, wie und warum sie wurden, wer sie heute sind. Es geht um ihre Herkunft, Weltbilder, Leidenschaften, Niederlagen, Erfolge und aktuelle Herausforderungen. Es geht um das Menschsein im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Mit dabei im Host-Team sind Autorin Nicole Althaus und Feuilletonchef Peer Teuwsen.

  1. 4d ago

    Porsche, Papa und Pannen: Ex-Finanzminister Christian Lindner über Merz, die AfD und seinen grössten Fehler

    Er fuhr schon als Gymnasiast Mercedes, trat mit 16 der FDP bei und zitierte als Teenager Dante. Nach dem Ampel-Aus und dem Absturz der FDP bei der Bundestagswahl 2025 hat Christian Lindner die Politik verlassen. Heute ist der ehemalige deutsche Finanzminister stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ostdeutschen Autohändlers Autoland. Host und «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Beat Balzli trifft ihn zum Gespräch über den Patienten Deutschland. Lindner erklärt, warum er zu viele «Delegationskünstler» im Land sieht, die Wohlstandsillusion für gefährlich hält und die Regierung Merz bei Schulden, Steuern und Bürokratie schlechter abschneiden lässt als die Ampel. Er sagt auch, weshalb Friedrich Merz eigentlich nichts mehr zu verlieren hätte. Es geht um die bröckelnde Brandmauer, die Idee einer Minderheitsregierung, Frankreichs Schuldenberg und das Risiko, dass die EZB unter fiskalische Dominanz gerät. Lindner analysiert, wie die AfD mit Sommerfesten und Nostalgie statt mit Wut Wähler gewinnt, und nennt seinen grössten Fehler als FDP-Chef. Persönlich wird es, wenn er über seine Vaterrolle und die 50:50-Abmachung mit seiner Frau spricht. Dazu kommen seine Leidenschaft für Autos, die Sylt-Hochzeit und der Verzicht auf Übergangsgeld. Er erzählt auch, warum das berühmte Jugend-Fernsehporträt mit Mercedes-Limousine inszeniert war und weshalb die Chance auf ein politisches Comeback «gegen null» geht. Zum Schluss verrät er seinen grössten Traum, der mit seiner Tochter zu tun hat. Gast: Christian Lindner, ehemaliger deutscher Finanzminister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Autoland AG Host: Beat Balzli Produktion: Henrike Blöser, Ellie Media Lust auf mehr? Jetzt NZZ am Sonntag abonnieren: go.nzz.ch/podcast

    Porsche, Papa und Pannen: Ex-Finanzminister Christian Lindner über Merz, die AfD und seinen grössten Fehler
  2. Oct 16

    Dr. Svenja Flaßpöhler: «Erst die Option zum Seitensprung befähigt mich, meinen Mann als einzigen Sexpartner zu wählen»

    Svenja Flaßpöhler ist Chefredaktorin des Philosophie Magazins. Host und NZZaS-Kulturredaktor Peer Teuwsen trifft sie zum Gespräch über ihr neues Buch «Zusammenbleiben. Von der Freiheit fester Bindungen». Flaßpöhler erzählt sehr offen, wie sie von einer sexuell freizügigen Phase in der Berliner Clubszene zur Monogamie fand, welche Rolle eine lange Psychoanalyse dabei spielte und wie ihre eigene Verlassenheitserfahrung als Kind ihre Beziehungsmuster prägte. Sie schildert, wie unterschiedlich sie und ihr Mann mit Konflikten umgehen. Sie aus einem streitfreudigen 68er-Elternhaus, er aus einer Familie, in der Aggressionen tabu waren. Und warum gerade dieser Unterschied für sie zur Übung in Beziehungskunst wurde. Im Zentrum steht auch die Frage nach Gleichheit und Ungleichheit in der Partnerschaft: Flaßpöhler kritisiert einen übertriebenen Gleichheitsgedanken in modernen Beziehungen und erklärt, warum echte Gerechtigkeit auch Raum für Ungleichheit braucht. Persönlich wird es, wenn sie über den Familiennamen ihrer Kinder und ihre Rolle als Hauptverdienerin spricht. Zum Schluss erzählt sie, warum die Treue für sie stets erotisch aufgeladen bleibt. Und wie sie mit 51 Jahren ihren ersten Marathon vorbereitet. Gast: Dr. Svenja Flaßpöhler, Philosophin, Journalistin und Buchautorin Host: Peer Teuwsen Produktion: Tonya Rupp Studio: Redbox Studios, Berlin Lust auf mehr? Jetzt NZZ am Sonntag abonnieren: go.nzz.ch

    Dr. Svenja Flaßpöhler: «Erst die Option zum Seitensprung befähigt mich, meinen Mann als einzigen Sexpartner zu wählen»
  3. Oct 9

    Kraftsteine, Konkurrenten und sparsame Konsumenten: Coop-Chef Philipp Wyss über den härtesten Preiskampf aller Zeiten

    Im Schweizer Detailhandel tobt der härteste Preiskampf aller Zeiten: Aldi und Lidl, Migros und Coop ringen mit Brot- und Fleischaktionen um jede Kundin und jeden Kunden. Während Aldi Filialen schliesst und die Migros mitten im Umbau steckt, scheint Coop seit Jahren fast alles richtig zu machen. Doch auch bei der Basler Genossenschaft ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Host und NZZaS-Chefredaktor Beat Balzli trifft Philipp Wyss, seit 2021 CEO der Coop Gruppe. Wyss wuchs in einer Sportlerfamilie auf, fand die Schnupperlehre auf der Bank langweilig, macht um fünf Uhr morgens Yoga, kocht im Kochclub und importiert auch mal Trauben aus Indien, wenn es sein muss. Wyss erzählt, warum er sich trotz Kraftsteinen nicht als Esoteriker sieht, was er in der Turnhalle über Disziplin und Verlieren gelernt hat und weshalb sein Versuch scheiterte, 1992 einen Supermarkt in Moskau zu eröffnen. Es geht um zehn Jahre Wartezeit auf den CEO-Posten, den fragwürdigen Wechsel des Vorgängers ins Verwaltungsratspräsidium, und die Kritik an Coops Non-Food-Strategie im Onlinehandel. Dazu: Prix Garantie und die Frage, ob der Unterbietungswettbewerb je aufhört, Marktmacht, Preisüberwacher und Bio-Margen, Regal-Rauswürfe bei Markenherstellern, das Verhältnis zur Schweizer Landwirtschaft, die Mietforderungen der SBB, die Arbeitsbedingungen in den Pronto-Shops und wie weit unsinnige Bauvorschriften gehen können - Spoiler: bis zur umgedrehten Kasse. Zum Schluss verrät Philipp Wyss seinen grössten Traum, der etwas mit Sprachen und Sport zu tun hat. Gast: Philipp Wyss, CEO Coop Gruppe Host: Beat Balzli Produktion: Tonya Rupp Lust auf mehr? Jetzt NZZ am Sonntag abonnieren: go.nzz.ch/podcast

    Kraftsteine, Konkurrenten und sparsame Konsumenten: Coop-Chef Philipp Wyss über den härtesten Preiskampf aller Zeiten
  4. Sep 18

    Oligarchen, Ostdeutschland und Adenauer: Roger de Weck über den Aufstieg der Rechtspopulisten und Europas letzte Chance

    Er stammt aus einer Freiburger Familie, hat jahrelang als Chefredaktor mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt diskutiert, war Generaldirektor beim SRF – und bezeichnet sich selbst als «linken liberalen Konservativen» im Sinne von Ex-Bundespräsident Joachim Gauck. Roger de Weck, Autor, Sohn eines Bankiers, Journalist und einer der profiliertesten Intellektuellen der Schweiz, ist zu Gast bei Host und «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Beat Balzli. De Weck erklärt, warum er die CDU nicht für das Grundproblem des AfD-Aufstiegs hält – und warum eine härtere Migrationspolitik die Rechtspopulisten nicht schwächt, sondern stärkt. Er seziert, weshalb der Wirtschaftsliberalismus «dringend über die Bücher müsste»: von Wohneigentum, das für junge Menschen unerschwinglich wird, über KI-Konzerne als «Plagiatsmaschinen», bis zur UBS-Rettungsgarantie auf Kosten der Bevölkerung. Zum Thema Europa zeichnet der Gast ein düsteres Bild: drei autoritäre Grossmächte, ein Chaosbogen rund um den Kontinent – und eine Schweiz, die sich als «Trittbrettfahrer der Trittbrettfahrer» aufführe. Persönlich wird es, wenn de Weck von seinem Vorbild Konrad Adenauer schwärmt, die Linken für den Verlust der kleinen Leute kritisiert – und verrät, warum er mit bald dreiundsiebzig Jahren bereits seinen grössten Traum lebt. Gast: Roger de Weck, Autor und Journalist Host: Beat Balzli Produktion: Danielle Basler, Ellie Media Lust auf mehr? Jetzt NZZ am Sonntag abonnieren: go.nzz.ch/podcast

    Oligarchen, Ostdeutschland und Adenauer: Roger de Weck über den Aufstieg der Rechtspopulisten und Europas letzte Chance
  5. Sep 11

    Mobbing, Militär und Megawatt: Grünen-Chefin Lisa Mazzone über Bundesrat Rösti, Wettrüsten, Drohbriefe und FDP-Wurzeln

    Sie verbringt ihre Ferien am liebsten am Walensee, hat einen italienischen Pass, wuchs als Tochter von Naturwissenschaftlern auf, studierte trotzdem Literatur und findet, dass die Reichen stärker zur Kasse gebeten und Waffenexporte gestoppt werden sollten. Die ehemalige Genfer Ständerätin Lisa Mazzone ist seit 2024 Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz und zu Gast bei Host und «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Beat Balzli. Mazzone erzählt, wie sie mit Hasskommentaren und stinkenden Botschaften in ihrem Briefkasten umgeht und weshalb sie überzeugt ist, dass Frauen in der Politik härter angegriffen werden als Männer. Mazzone wirft Bundesrat Albert Rösti Lobbypolitik vor, verteidigt ihre Forderung nach einem Ausstieg aus fossilen und nuklearen Energien und erklärt, warum sie trotz aller Widerstände am Ziel von hundert Prozent erneuerbarer Energie festhält. Balzli hält ihr entgegen, dass ihre Forderungen nach einem gratis Halbtax-Abo oder einem Staatssekretariat für Klimapolitik selbst im linken Lager auf Ablehnung stossen. Zum Thema Sicherheitspolitik erklärt Mazzone, warum sie die Aufrüstung der Schweizer Armee kritisch sieht, gleichzeitig aber die Ukraine unterstützt wissen will, und wieso sie in Rohstoffhandel und Diplomatie unterschätzte Hebel sieht. Persönlich wird es, wenn Mazzone vom frühen Tod ihrer Mutter erzählt, von ihrem verstorbenen Bruder und wie diese Erlebnisse sie nach eigener Aussage « stärker» gemacht haben. Zum Schluss verrät sie ihren grössten privaten Traum: möglichst viele Sprachen zu sprechen. Gast: Lisa Mazzone, Präsidentin Grüne Partei Schweiz Host: Beat Balzli Produktion: Tonya Rupp Lust auf mehr? Jetzt NZZ am Sonntag abonnieren: go.nzz.ch/podcast

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