Diskurs halten! Der Bootcast.

Claudia, Oliver und Martin

Drei Menschen treffen sich auf einem Hausboot, um sich eine Stunde lang über ein Thema zu unterhalten, das Eine*r von ihnen auf den Tisch bringt: spontan, offen, respektvoll, improvisiert, mit der Lust an einem guten Gespräch und dem Mut zu Fehlern und Lücken. Ein Experiment als Impuls zum Weiterdenken. Eine Produktion von Studio Brod https://www.studiobrod.com/

Episodes

  1. Sep 11

    #2 - Dummheit

    Wen jemand etwas nicht weiss, reden wir schnell von „Dummheit“. „Dumm“ ist aber etwas anderes als „unwissend“. Und womöglich viel schädlicher. „Dummheit ist sehr gefährlich, vor allem, wenn sie massenhaft auftritt.“ Heidi KASTNER: „Dummheit“, erschienen bei Kremayr und Scherlau, Wien "Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sichbloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden...“ Dietrich BONHOEFFER Für Ivo ANDRIĆ waren Krieg und Gewalt die schlimmsten Übel der Menschheit, an zweiter Stelle sah er da die Dummheit: „Es ist nicht jeder dumme Mensch gefährlich, am gefährlichsten ist derjenige, der ein hohes Amt einnimmt und der gefragt wird … Sie, diese Dummheit, verzögert in dem Masse die geistige und materielle Entwicklung de Welt, dass man mit ihr nur noch den Krieg vergleichen könnte. Aber ohne Dummheit, wiedrum, gibt es auch keinen Krieg, sie bedingen sich gegenseitig.“ (in: Ljubo JANDRIĆ „Sa Ivom Andrićem“, Sarajevo 1982) www.konterbunt.de zeigt spielerisch, wie wir den Äusserungen von Dummheit - dem rassistischen Spruch oder der abfälligen Bemerkung über Geflüchtete - begegnen können.

  2. Sep 1

    #1 - Empathie

    Welche Rolle spielen Mitgefühl und die Fähigkeit, sich in andere hinein versetzen zu können, für einen zivilisierten Umgang miteinander oder auch gesellschaftlichen Fortschritt? In der dieser Folge von "Diskurs Halten!" diskutieren Martin Baer, Oliver Brod und Claudia Lohmann den Begriff „Empathie“. "The fundamental weakness of Western civilization is empathy.“ // „Die fundamentale Schwäche der westlichen Zivilisation ist Empathie.“ (Elon Musk)  "The death of human empathy is one of the earliest and most tellingsigns of a culture about to fall into barbarism.“ //  „Der Tod [Niedergang] des menschlichen Mitgefühls ist eines der frühesten und klarsten Zeichen dafür, dass eine Kultur der Barbarei verfällt.“ (Hannah Arendt)  Hannah Arendt (1906-1975), deutsch-amerikanische Geschichtswissenschaftlerin und Philosophin, beobachtete 1961 in Jerusalem den Prozess gegen den „SS-Obersturmbannführer“ und Kriegsverbrecher Adolf Eichmann, der für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Juden verantwortlich war. Sie prägte unter anderem den in der Folge kontrovers diskutierten Begriff „die Banalität des Bösen“. Arendt erhielt 1959 den Lessing-Preis der Stadt Hamburg und verweist in ihrer Dankesrede „Von der Menschlichkeit in finsteren Zeiten“ auf die Bedeutung der Freundschaft.  Elon Musk (*1971 in Südafrika), amerikanischer Tech-Oligarchund Multimilliardär, Tesla- und Space-X-Geschäftsführer, kaufte 2022 die Plattform Twitter, heute X. ⁠Yuval Noah Harari⁠, Professor für Geschichte, ⁠"Sapiens -Eine kurze Geschichte der Menschheit"⁠ ⁠Christian Stöcker,⁠ Psychologe und Journalist: ⁠"Männer, die die Welt verbrennen"⁠ ⁠Dmitri Alexejewitsch Gluchowski⁠, Autor: "Wir. Tagebuch des Untergangs." PjotrAlexejewitsch Kropotkin (1842-1921), russischer Anarchist, politischer Philosoph, Schriftsteller und Geograph,,vertrat in seinem Werk „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ (engl.: „Mutual Aid – A Factor of Evolution) von 1904 die These, dass gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung, beziehungsweise „Fortschritte“, nicht allein auf Konkurrenz beruhen (wie Darwins „survival of the fittest“ - missverstanden - oft ausgelegt wird), sondern vor allem auf der natürlichen Fähigkeit zur gegenseitiger Hilfe, Kollaboration und Empathie. Dr. Jakob Simmank: „Die Genialität des Homo sapiens, [...] liegt im Kollektiv.“ „Man kann es auch so sagen: Wäre der Mensch, der Homo sapiens, tatsächlich so, wie Donald Trump, Elon Muskund viele andere es propagieren, wäre er durch und durch egoistisch, rücksichtslos und ohne Empathie – dann würde er noch heute, allein und auf sichgestellt, durch die Savanne trampeln. Oder er wäre längst vom Neandertaler verdrängt worden.“ Aus: Der Mensch ist ein Gutmensch ⁠ZEIT Nr. 15/2026⁠. Aktualisiert am 6. April 2026, 9:09 Uhr ⁠https://www.zeit.de/2026/15/empathie-mitgefuehl-menschlichkeit-evolution-mensch⁠ Ruth Kinna, britische Politologin, Professorin an der Loughborough University, Sitz einer wissenschaftlichen Forschungsgruppe zumThema Anarchie. Zu Gast in „A drink with the Idler“ ⁠https://www.youtube.com/watch?v=4Gh4uwKVS6A⁠ Ihr 6-teiliger Kurs „How to be an Anarchist“ (auf Englisch) ist verfügbar über eine „Idler“-Mitgliedschaft. ⁠https://www.idler.co.uk/course/how-to-be-an-anarchist-with-ruth-kinna/⁠ David Graeber (1951-2020), amerikanischer Anthropologe und Anarchist, einer der Initiatoren der Occupy-Bewegung in New York, prägte u. a. den Begriff „B******t Jobs“  https://davidgraeber.org/articles/are-you-an-anarchist-the-answer-maysurprise-you/.

    #1 - Empathie

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Drei Menschen treffen sich auf einem Hausboot, um sich eine Stunde lang über ein Thema zu unterhalten, das Eine*r von ihnen auf den Tisch bringt: spontan, offen, respektvoll, improvisiert, mit der Lust an einem guten Gespräch und dem Mut zu Fehlern und Lücken. Ein Experiment als Impuls zum Weiterdenken. Eine Produktion von Studio Brod https://www.studiobrod.com/

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