Wann hast du dich zuletzt bewusst um deine Darmgesundheit gekümmert? Die meisten Menschen beschäftigen sich erst dann mit ihrem Darm, wenn Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder eine Reizdarmsymptomatik auftreten. Dabei beginnt eine gesunde Darmflora lange vorher. Dr. Andrea Morawe erklärt in der neuen Folge von „LandMEDchen“, dass drei Säulen dabei besonders wichtig sind: fermentierte Lebensmittel, Ballaststoffe und Vielfalt. Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem, die Energiebereitstellung, Entzündungsprozesse und zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Spätestens durch die Diskussion rund um die Abnehmspritze wurde vielen bewusst, wie eng der Darm mit hormonellen Regelkreisen verbunden ist. In unserem Darm leben Billionen von Mikroorganismen – darunter Bakterien, Pilze und Viren. Das ist keineswegs etwas Schlechtes, sondern ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheit. Diese Mikroorganismen unterstützen zahlreiche Stoffwechsel- und Verdauungsprozesse und stehen über die Darm-Hirn-Achse sogar mit unserem Gehirn in Verbindung. Deshalb essen wir nicht nur für uns selbst, sondern versorgen gleichzeitig ein komplexes Ökosystem. Wichtig ist dabei: Vielfalt. Andrea hat in den vergangenen Jahren beobachtet, dass Ernährung häufig mit Verzicht verbunden wird. Genau das hat ihr Interesse an der Ernährungsmedizin geweckt. Heute orientiert sie sich am Prinzip „30 Pflanzen pro Woche“. Dieses Konzept stammt aus dem American Gut Project, bei dem die Ernährungsgewohnheiten zahlreicher Menschen untersucht wurden. Das Ergebnis: Wer etwa 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche verzehrte, weist eine größere Vielfalt des Darm-Mikrobioms auf. Für Andrea beginnt gesunde Ernährung deshalb nicht mit dem Weglassen, sondern mit dem Hinzufügen. Den Darm vergleicht sie mit einem Garten: Wird dort immer nur eine einzige Pflanzenart ausgesät, entsteht eine anfällige Monokultur. Je vielfältiger die Bepflanzung, desto robuster und widerstandsfähiger wird das gesamte Ökosystem. Die zweite wichtige Säule sind Ballaststoffe. Obwohl sie häufig unterschätzt werden, dienen sie den Darmbakterien als wertvolle Nahrungsquelle. Aus ihnen entstehen kurzkettige Fettsäuren, die wiederum eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit spielen. Gute Ballaststofflieferanten sind unter anderem Haferflocken, Vollkornprodukte, Bohnen, Linsen, Kichererbsen sowie Nüsse und Samen. Allerdings erreichen die meisten Menschen die empfohlene tägliche Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen nicht. Als dritte Säule nennt Andrea fermentierte Lebensmittel. Schon lange bevor Fermentation zum Social-Media-Trend wurde, machten sich unsere Vorfahren diese Methode zunutze. Auch wissenschaftlich gibt es hierzu interessante Daten, beispielsweise von der Stanford University. Dort zeigte sich, dass Menschen mit regelmäßigem Verzehr fermentierter Lebensmittel niedrigere Entzündungsmarker (Inflammation) und eine größere mikrobielle Vielfalt aufwiesen. Zu fermentierten Lebensmitteln zählen Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut, Sauerteig, Kimchi und weiteres fermentiertes Gemüse. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die Regelmäßigkeit. Zum Schluss greift Andrea noch einmal ihre Garten-Metapher auf: Die verschiedenen Pflanzen decken den Tisch für die Darmbakterien, die Ballaststoffe sorgen dafür, dass alle satt werden, und die fermentierten Lebensmittel bringen noch ein paar neue Gäste mit. So entsteht ein vielfältiges und stabiles Darm-Mikrobiom. Folg Andrea auf Instagram: https://www.instagram.com/andrea.morawe/ Zum Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen Zum Podcast auf Spotify: https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu Zum Podcast bei Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s