Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. HÁ 4 H

    Zeit der Hoffnung

    Heute ist der meteorologische Beginn des Frühlings. Was für ein schöner Tag hoffentlich! Frühling, das ist eine Zeit, in der das Leben erwacht. Etwas theologisch gesprochen könnte man sagen, der Frühling ist die Zeit der Hoffnung. Ostern ist ja auch nicht mehr ganz so weit weg, das große Fest der Hoffnung.Aber manchmal fragt man sich: Warum hat Gott eigentlich seine Hoffnung auf uns Menschen gesetzt? Und dann verlieren wir vielleicht sogar selbst irgendwie die Hoffnung, gerade in Zeiten des Krieges, des Unfriedens, der Gewalt. Es ist leicht, verzweifelt zu sein, unzufrieden, hoffnungslos. Zum Glück sind wir damit nicht ganz allein.Die Heilige Schrift ist voller Geschichten, in denen die Menschen die Hoffnungen verlieren, aber vor allem sie auch wiederfinden. Der Prophet Ezechiel etwa erlebt das Exil. Israel ist nach Babylon verschleppt, in Sklavenarbeit gezwungen. Er sagt: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren. Furcht lähmt. Hoffnung ist mehr als ein Gefühl in einer einzelnen Situation. Hoffnung ist eine Haltung, eine innere Ausrichtung auf Gott. Sie bringt uns in Bewegung, sie lässt uns auftauchen, sie lässt uns uns selber finden und vor allem eins, etwas Neues wagen.Hoffnung kommt vom mittelhochdeutschen Wort „hopen“, unruhig sein, zappeln. Hoffnung bewegt uns, Hoffnung ist eine positive Erwartungshaltung, eine handlungsleitende Ausrichtung für die Zukunft. Das wünsche ich uns allen für diesen heutigen Tag, zu entdecken, was unsere Hoffnung wachsen lässt.Der meteorologische Frühling erinnert uns daran: Es wird wieder mehr Licht werden. Und Jesus selbst sagt: Ich bin das Licht der Welt. Licht am Ende des Tunnels, Licht, das alles Wachstum des Frühlings ermöglicht. Neues Leben kann entstehen. Und das wissen wir: Alles Wachtstum lässt uns hoffen.

    4min
  2. HÁ 1 DIA

    Team des Lebens

    Die Olympischen Spiele sind jetzt gerade frisch vorbei. Die Winter-Olympiade hat viele Menschen begeistert. Manch einer hat sich vielleicht gefragt: Wie kommt man eigentlich ins Eishockey-Team? Wie wird man Teil einer Mannschaft? Und wir alle, fürchte ich, kennen die Situation, wie das so ist in der Schule. Da wird einer vom Lehrer, von der Lehrerin ausgewählt und muss dann ein Team zusammenstellen. Wer bringt eigentlich Stärke, Können oder Ehrgeiz mit? Solche Fragen kennen wir alle. Und nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf, im Alltag. Oft neigen wir dann dazu, Perfektion zu erwarten und Schwächen zu vermeiden.Wie hat eigentlich Jesus sein Team zusammengestellt? Er wählte zwölf Menschen aus, keine Helden ohne Fehler, sondern ganz normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Einer wird ihn verraten, einer verleugnen, zwei waren ehrgeizig, andere eher still. Thomas war der große Zweifler, unzulängliche Menschen, genau wie du und wie ich, wie wir. Und doch waren sie Jünger, weil sie Zusammenhalt, Vertrauen und Bereitschaft machten, und das war wichtiger als Perfektion.Der Kabarettist Hans-Dieter Hüsch hat es einmal so auf den Punkt gebracht: Zur menschlichen Würde gehört das Unvollkommene. Ich bitte die Menschen, sich dies zu erhalten. Diese weltliche Perspektive trifft ins Herz jeder Gemeinschaft und sollte auch in das Herz von uns Christen treffen. Paulus erinnert uns daran: Einer trage des Anderen Last.Verantwortung teilen, einander stützen, Fehler eingestehen, neu beginnen, das macht Gemeinschaft lebendig. Und das ist unser Team. Am Ende zählt nicht unsere Perfektion, sondern unser Zusammenhalt. Unzulängliche Menschen können gemeinsam unglaublich stark sein. Das ist die Kraft der Gemeinschaft, die wir in unseren Gemeinden, in unseren Kirchen und überall erleben können, getragen von Vertrauen, Respekt und der Bereitschaft, füreinander da zu sein.Dass auch ihr diese Erfahrung heute macht, wenn ihr im großen Team des Lebens mitspielt, das wünscht euch euer Stefan Wißkirchen, Hochschulpfarrer in Düsseldorf.

    4min
  3. HÁ 2 DIAS

    Brücken bauen

    Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Emsland, nach dem Abitur Eintritt in den Orden der Herz-Jesu-Priester, Studium der Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris, 1987 Priesterweihe, weiteres Studium der Französischen Philosophie in Rom, Promotion mit einer Arbeit zur Mystik. Dann Lehramtsstudium für Geschichte und anschließend Staatsexamen, einige Monate Seelsorger in einer Einrichtung für behinderte Menschen in Toronto, zwei Jahre Schulseelsorger und Lehrer an einem Gymnasium, dann ein Jahr lang in den USA Lehrer an einer Highschol in der Bronx in New York und dann Schulleiter am ordenseigenen Gymnasium in Landrup im Emsland, 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz seiner Gemeinschaft und 2015 zum Generaloberen der weltweiten Gemeinschaft gewählt, seit 2018 Bischof von Hildesheim, seit 24. Februar neugewählter Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er spricht mehrere Sprachen fließend und ist als Ordensmann weltweit vernetzt.Wenn ich das so kurz erzähle, dann merke ich, wieviel Leben in diesem Leben ist und wie viele unterschiedliche Lebens- und Erfahrungsräume dieser neue Vorsitzende Dr. Heiner Wilmer gelebt und durchschritten hat. Und dann sagt er in einem ersten kurzen Statement, die Katholiken in Deutschland wollten ihre Kirche selbstbewusst und demütig in eine neue Zeit führen. Es gebe dabei unterschiedliche Wege, um aus dem Evangelium zu leben, aber man folge Jesus Christus gemeinsam nach.Die Katholiken im Land bezeichnete er als "das lebendige Gesicht der Kirche". Gemeinden, Verbände, Caritas, Schulen und Familien trügen den Glauben. Dieser sei eine Quelle von Kraft und Weite, verbinde Generationen und öffne Räume der Hoffnung, so Heiner Wilmer. Er wird in diesen neuen Räumen moderieren und Brücken bauen, Themen bearbeiten und Konferenzen leiten, Kompromisse suchen und auch anecken. Und am Ende wird er daran gemessen, ob er verbindend war und klar und dabei katholisch – also alles umfassend. Und da steht er nicht allein, das ist Aufgabe und Auftrag für jeden von uns.

    4min
  4. HÁ 3 DIAS

    Begegnungen verändern

    Zurzeit gibt es bei uns in Olpe im Mutterhaus einen Exerzitienkurs mit Ordensfrauen und anderen Frauen. Im sehr spannenden Thema geht es um Begegnungen, durch die Neues beginnt. Zum einen geht es um viele Geschichten und Überlieferungen rund um Franziskus von Assisi. Dieser Heilige ist auch heute noch so populär, dass selbst Hunderttausende in diesen Wochen nach Assisi pilgern, um sich selbst klar zu machen, dass es nicht um alte Knochen geht, sondern um ein unglaubliches Leben, dass Jahrhunderte geprägt hat.In seinem Testament hat Franziskus von seinen vielen Begegnungen nur eine erwähnt und zwar die mit einem Aussätzigen. Früher hat er einen großen Bogen um diese Kranken gemacht und sich vor Ekel die Augen und die Nase zugehalten. Und dann einmal haut er nicht ab, sondern hält an, steigt runter von seinem hohen Ross, schaut dem Mann in die Augen und umarmt ihn. Und alles, was mir bis dahin bitter war, wurde mir plötzlich in Süßigkeit verwandelt, wird er später erklären. Wie das denn? Er hat plötzlich gespürt, dass dieser kranke, eklig aussehende und stinkende Mensch, ein Geschöpf Gottes ist, genauso wie er und noch mehr. Er hat plötzlich verstanden, dass das eine Begegnung mit Gott war. Anders als jemals gedacht.Er ist nicht in seine sicheren Bubble, nicht in seinem verschlossenen Weltbild und nicht in seiner sicheren heilen und reinen Umgebung geblieben. Das Ganze geschah nicht in einem frommen Rahmen, nicht beim Gebet oder in einer Kirche, nicht bei einem selbst ausgesuchten Fastenopfer, nicht beim Lesen eines frommen Buches, bei einem Besinnungswochenende oder beim Studium der Heiligen Schriften. Nein, diese Begegnung war mitten am Tag, mitten auf der Straße, mitten in einem verruchten Viertel voller Krankheit und Not. "Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt", wird Franziskus später schreiben und wird sein ganzes neues Leben mit den Armen, den Kranken, den Ausgestoßenen und am Rande lebenden verbringen und sich um sie kümmern. Begegnungen verändern manchmal kolossal und für ein ganzes neues Leben. Du und ich haben so etwas auch schon erlebt. Wahrscheinlich nicht so krass, wie bei Franziskus. Vielleicht erinnerst Du Dich heute an solche eigenen Begegnungsgeschichten, oder sie passieren genau heute.

    4min
  5. HÁ 4 DIAS

    Umkehr zu mir selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott

    In diesen Tagen der ersten Fastenwoche, gibt es ganz viele Ideen, worauf man fasten könnte. Da geht es, wie früher, schon mal ums Autofasten und mit den Öffis zu fahren, um der Umwelt Gutes zu tun. Da geht es ums Medienfasten, um die Seele und das Hirn wieder frei zu kriegen vom überbordenden Medienkonsum. Da geht es ums Jammerfasten, ein Ausdruck, der mir sehr gut gefällt und bedeutet, die ganzen sieben Wochen mal nicht zu jammern, worüber auch immer.Sieben Wochen ohne oder sieben Wochen mit waren auch schon mal dran, um einfach mal anders zu leben und den inneren Focus auf etwas neues zu legen. Vom verstorbenen Papst Franziskus gibt es ein paar Vorschläge, worauf ich fasten könnte und dann auch gleich jeweils einen Tipp, was ich stattdessen tun könnte. Er schrieb:„Faste auf verletzende Worte und gebe gute Worte weiter.Faste auf Wut und fülle dich an mit Sanftmut und Geduld.Faste auf den Egoismus und fülle dich stattdessen mit Mitleid für den anderen.Faste auf den Mangel an Vergebung und fülle dich stattdessen mit Versöhnung.Faste auf Unzufriedenheit und werde voller Dankbarkeit.Faste auf Pessimismus und fülle dich mit Hoffnung.Faste auf Jammern und fülle dich mit den einfachen Dingen des Lebens.Faste auf Traurigkeit und Bitterkeit. Fülle dich stattdessen mit HerzensfreudeFaste auf Sorgen und fülle dich mit Gottvertrauen.Faste auf Stress und fülle dich mit Gebet.Faste auf Worte und fülle dich mit Stille und Hören auf Gott.“Soweit Papst Franziskus. Denn am Ende geht es in unseren Versuchen, etwas in der Fastenzeit zu tun, immer um die Umkehr: zu mir selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott.

    4min
  6. HÁ 5 DIAS

    Hand aufs Herz - Umkehren geht

    Gestern, am Montag, hatte ich Dir einen Text von Jörg Nottebaum vorgelesen, der mich sehr inspiriert hat und wir haben die ersten drei Klartextworte angeschaut. Heute möchte ich mit euch die anderen drei Worte anschauen. Sie lauten:"Jetzt mal Asche aufs Haupt und Veränderung wagen: Der alten Zöpfe sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Segen leben: Der göttlichen Kräfte sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Hand aufs Herz: Umkehren geht."Veränderung wagen heißt die vierte Anmerkung. Jede und jeder von uns kennt die Sorge, wenn man etwas Neues in die Spur bringen möchte. Diejenigen, die lieber beim Alten bleiben möchten, scheinen immer die Überhand zu haben mit ihren Bedenken und mit dem "Das haben wir doch immer schon so gemacht". Das ist in innovativen Unternehmen fatal und auch in unserer Kirche. Wir spüren das im Moment sehr stark mit all denen, die wieder gegen die neuen Wege des Synodalen Weges wettern. Dann trotzdem neue Wege zu wagen ist Arbeit.Segen leben ist eine göttliche Zusage. "Ich will euch segnen und auch ihr sollt ein Segen sein" ist immer wieder in den heiligen Schriften zu lesen. Der göttlichen Kräfte sind genug, ist eine starke Aufforderung, nicht zu sparen damit, Segen zu spenden, segensreich zu denken und segensreich zu arbeiten.Hand aufs Herz – Umkehren geht. Hand aufs Herz, kennen viele aus dem Sport. Viele Nationalmannschaften legen bei der Hymne zu Beginn des Spiels ihre Hand aufs Herz. Das soll heißen: Wir werden unser ganzes Herz, unsere ganze Leidenschaft in diese Aufgabe hineingeben. Hand aufs Herz, um mit ganzer Leidenschaft und Hingabe an der eigenen Umkehr zu arbeiten und daran zu glauben, dass es wirklich möglich ist.Also heute: Veränderung wagen, Segen leben und mit der Hand auf dem Herzen umkehren.

    4min
  7. HÁ 6 DIAS

    Klartext braucht Mut

    Am vergangenen Mittwoch war der Aschermittwoch und viele von uns haben sich das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche auf den Kopf streuen lassen. Es ist erst fünf Tage her. Wie geht es Dir damit? Hast Du den Start in die Fastenzeit gut hinbekommen? Gibt es ein paar Ideen, zu denen Du dich entschlossen hast? Von Jörg Nottebaum von Misereor gibt es im Pfarrbriefservice einen sehr wortstarken Text, der mich sehr inspiriert hat und weshalb ich Dir diesen Text gern in den heutigen Tag mitgeben möchte. Er lautet: „Jetzt mal Asche aufs Haupt und Klartext reden: Der leeren Worte sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Ruhe finden: Der lauten Tage sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Friede sein: Der Kriege weltweit sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Veränderung wagen: Der alten Zöpfe sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Segen leben: Der göttlichen Kräfte sind genug.Jetzt mal Asche aufs Haupt und Hand aufs Herz: Umkehren geht.“Klartext reden ist der erste Vorschlag. Viel drum herumreden, ärgert in jeglicher Situation. Man kennt zu viele Leute die unglaublich viel und eloquent reden können, ohne etwas zu sagen. Ob in Politik, Kirche oder Gesellschaft ist das ärgerlich. Dann ist für uns heute dran, wenn wir reden, auch etwas zu sagen. Klartext reden in dem Bereich, in dem wir tätig sind, in Familie, Berufsalltag, Gemeinde, Kirche und so weiter. Auch der zweite Tipp: Ruhe finden, ist eine wichtige Idee. Zu spüren, wann es Zeit ist, die Laustärke des Alltags runterzudrehen, eine Pause einzulegen, um innen und außen zur Ruhe zu kommen, ist eine Notwendigkeit, wenn ich vom Karussell des Alltags abspringen will, ehe es mich abwirft. Friede sein, als dritter Hinweis, klingt in unseren Tagen der weltweiten Kriege fast banal. Aber über die Jahrtausende steht in den Texten der Bibel und vieler anderer Kulturen: nur wenn alle Menschen Frieden im Herzen tragen, kann es Frieden untereinander geben. „Ach Schwester, jetzt träumen Sie aber“ ich höre es schon.Das mag sein, aber Klartext reden, Ruhe finden und Friede sein, ist kein Traum, sondern harte Arbeit für heute.

    5min

Sobre

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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