Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. -3 H

    "Für Gott ist mein und dein Leben keine Wiederholung"

    Jedes Jahr stöhnen die Lehrkräfte – natürlich nie alle – über die Abschlüsse und vor allem aber über die Abi-Gags, die Abi-Streiche. Dann kommt doch immer die Frage auf: Denen wollen wir die Reifeprüfung abnehmen?  Ich habe auch schon sehr oft die gleichen dämlichen Spielchen spielen dürfen zum Abschluss und die Mottos der Motto-Wochen waren auch in diesem Jahr nicht so anders als in den Jahren davor. Aber ich weiß bei mir sind dies Wiederholungen. Schon immer das Gleiche.   Aber kannst du dich noch an deinen Schulabschluss erinnern?  Kita, Grundschule, der erste richtige Schulabschluss. Und dann gibt es noch ganz andere Abschlüsse und Abschiede, die unser Leben prägen.  Wenn die Kollegen und Kolleginnen genervt sind und es waren, wenn wir wieder Singstar spielen mussten oder einen Tanzwettbewerb bestreiten, dann schmunzle ich immer und sage: "Ja, für uns ist das immer dasselbe, aber unsere Lernenden erleben das hier nur einmal in ihrem Leben."  So denke ich muss das auch ein bisschen in unserem Lebenslauf sein. Es gibt schon Meilensteine, die wir alle gleichermaßen anstreben und erreichen wollen. Schule – Familie – Freunde – Erfolge. Für Gott muss das fast schon langweilig sein, vor allem wenn er wirklich weiß, was alles war, ist und kommt.  Aber ich will auch das Gott dann schmunzelt und auch denkt: "Na gut, du machst das ja alles hier zum ersten Mal." Und dann ist das doch wunderbar, wenn Gott weder genervt noch angeödet oder gar gelangweilt ist. Dann ist Gott so nah, obwohl er in all seiner Weisheit und Allmacht mir auch ganz schön weit weg vorkommen mag. Für Gott ist mein und dein Leben keine Wiederholung.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.

    4 min
  2. -1 J

    "Gott trägt"

    In der ersten Woche nach den Osterferien wurde es auf unseren Schulfluren schon etwas leerer. Die Abiturienten sind bereits weg, und wie ich glaube, mit Lernen beschäftigt. Das ist bestimmt jetzt auch an anderen Schulen so. Plötzlich bleiben Klassenräume leer. Vielleicht bist du selbst auch gerade in einer Prüfungsphase? Oder deine Kinder oder Enkel sind gerade in der Lernphase für den Abschluss? Aber sicherlich erinnerst du dich selbst an Abschlüsse und Enden in deinem Leben.  Dabei empfinde ich immer erst kurz etwas Erleichterung. Da fallen mir ja Stunden für mich aus. Da bin ich erst einmal dankbar für die Zeit, die ich jetzt gebrauchen kann, um auch mich auf die anstehenden Prüfungen vorzubereiten. Und ich gebe zu, einfach auch mal etwas mehr Freizeit nehme ich auch gerne mit, bevor wir Lehrkräfte dann das Abitur korrigieren, letzte Noten geben und auch einfach mitbangen mit unseren Schützlingen.  Ein früherer Kollege verglich sich dabei einmal mit einem Fußballtrainer. Da hat man auch Angst, dass das auf einen zurückfällt, wenn die Mannschaft nicht in Topform ist oder sogar verliert.  Aber ich schwanke da auch zwischen Loslassen sowie Vertrauen und Bangen oder Mitfiebern.  Ich schwanke in der Zeit bis zu den Prüfungen zwischen Freiraum lassen und mich sorgen.  Gott schwankt da nicht. Gott muss diese Perspektive nicht einnehmen, dass da etwas auf ihn zurückfallen könnte, wenn wir versagen. Er weiß, was wir können und was eben nicht und trotzdem ist er da.  Gott trägt.  Gott lässt aber auch los. Im richtigen Moment.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.

    3 min
  3. -2 J

    Von Gottes Gärten und dem Wachsen im Glauben

    Wir hier im Konvent in Olpe haben zwei kleine Gärtchen. Eins hinterm Haus, das wir immer als Einsiedelei bezeichnet haben. Und eins gegenüber der Haustür auf der anderen Straßenseite. Und jetzt im Frühling, wo auch die Nachtfröste seltener werden, haben wir begonnen, den Garten aus dem Winterschlaf zu holen. Also, altes Laub vom Rasen entfernen, trockene Zweige und Blüten abschneiden und Unkraut jäten. Und dann fiel mir noch rechtzeitig ein, den Rhododendron und die Hortensiensträucher zu düngen. Also Spezialdünger kaufen, ein bisschen frische Erde dazu, ein bisschen einarbeiten und wässern. Dann kann dem Wachsen und Blühen nichts mehr entgegenstehen.Wie ist das eigentlich mit unserem Glauben und Leben als Christen? Lebst Du noch aus den Erkenntnissen Deines Kommunion– oder Firmunterrichts oder aus dem Reliunterricht in der Schule? Auch unser Glaube braucht neue Nahrung, um nicht in den Kinderschuhen stecken zu bleiben, zu verholzen, zu verkümmern oder abzusterben. Es gibt viele Möglichkeiten und die meisten sind gut erreichbar. Es ist gut mal andere Formen von Gottesdiensten mitzufeiern oder neue Gebetsformen auszuprobieren. Taizeabende oder Lichterfeiern sind daher sehr populär. Oder einen Exerzitienkurs oder Glaubensabende mitzumachen, damit man mal andere Themen des Glaubens hört und sich damit beschäftigt. Viele Bücher und auch Podcasts gibt es zu biblischen und Glaubensthemen und da sind AHA-Erkenntnisse vorprogrammiert. Heute kommt eine Studentin zu uns in den Konvent für ein geistliches Wochenende. Wir werden zusammen beten, in der Bibel lesen, Gottesdienste zusammen mitfeiern und uns, wie man so schön sagt, über Gott und die Welt austauschen. Und es wird viel stille Zeit dazwischen geben. Denn auch in Ruhe und Stille mit sich selbst und vor Gott kann sich der innere Mensch sortieren und neu ausrichten und hat wieder Kraft zum Wachsen und Blühen.  Ich mag ein kleines Gebet von Pierre Olivaint sehr gern und gebe es Dir mit in den Tag. Es lautet:"Wachse, Jesus, wachse in mir: in meinem Geist, in meinem Herzen, in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.Wachse in mir mit deiner Milde, mit deiner Reinheit, mit deiner Demut, wachse in mir mit deinem Eifer und deiner Liebe.Wachse in mir mit deiner Gnade, mit deinem Licht und mit deinem Frieden.Wachse in mir zur Verherrlichung deines Vaters, zur größeren Ehre Gottes! Amen."

    5 min
  4. -3 J

    Jesus heilt die Kranken

    Es kommt nicht oft vor, dass eine große Krankenhausabteilung von einem Ort in eine andere Stadt in ein anderes Krankenhaus umzieht. Das ist hier in Olpe im November geschehen und eine gesamte Psychiatrische Fachklinik mit 4 Stationen, Tagesklinik, Krisencafe, neuen Therapieräumen und vielfältigen andere Angebote sind nach Lennestadt umgezogen. Mit einem Festakt in der Krankenhauskapelle wurde das Ganze nun offiziell eröffnet und unter Gottes Segen gestellt. Für mich das Spannende an diesem Nachmittag war, dass eine Fachärztin in einem Vortrag die Entwicklung der Behandlung von psychischen Erkrankungen im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt hat. Von der Gleichbehandlung und weitgehenden Forschung zu diesen Krankheiten in der Antike über das Mittelalter bis heute gab es immer wieder wellenartige Entwicklungen. Während sehr offensichtliche körperliche Erkrankungen sehr viel Aufmerksamkeit bekamen, war die intuitive Angst vor dem Anderssein der psychisch Kranken zum Teil so groß, dass sie weggesperrt und wie Verbrecher behandelt wurden. Das ging von sogenannten Narrentürmen über die städtischen Irrenanstalten bis zu den Euthanasieprogrammen der Nazis im dritten Reich. Und ehrlicherweise sind wir selbst im Urteil oft auch heute nicht frei davon. Der Ortsbürgermeister hat erzählt, dass bei seinen Mitarbeiterinnen im Rathaus Unfallverletzungen, Krebserkrankungen oder anderer körperliche Erkrankungen von Kollegen alles Mitleid und liebevolle Fürsorge bekommen. Wenn aber ein Mitarbeiter wegen Depressionen erkrankt ist, nimmt man Abstand, flüstert hinterm Rücken und weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Der Ortspfarrer hat zum Schluss den geistlichen Impuls gegeben und aus den Evangelien zitiert, wo es immer wieder darum geht, wie sich Jesus den Kranken, den Verwirrten und Verstoßenen zugewandt hat und betont, was Jesus immer deutlich gesagt hat: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Alle Kranken!

    4 min
  5. -4 J

    Achten wir auf unsere Worte

    "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde" - so beginnt bei uns im Konvent, wie in allen Klöstern weltweit, das erste Gebet am Morgen. Und wir machen dabei mit dem Daumen der rechten Hand ein Kreuz auf den Lippen. Zu Beginn meines Ordenslebens habe ich diese Geste also gelernt und vollzogen. Je länger ich aber im Kloster lebe, und das sind schon fast 45 Jahre, desto mehr mache ich mir Gedanken über diesen Anfang jeden Tages. Ich bitte Gott, mir die Lippen zu öffnen, damit ich überhaupt in der Lage bin, SEIN Lob zu verkünden. Es ist also nicht nur mein guter Wille, das jetzt zu tun, obwohl ich vielleicht müde oder erkältet, oder wie ich im Moment allergisch auf Pollen bin, oder ob ich vielleicht heute einfach keine Lust habe. Ich bitte Gott um seine Hilfe, dass aus meinem Mund sein Lob verkündet werden kann. Und ich denke immer mehr, dass es nicht nur für die 20 Minuten des Morgenlobes gilt, sondern den ganzen Tag.Das heißt aber, dass ich den ganzen Tag über das Lob Gottes verkünden kann. Nein, nicht den ganzen Tag laut Gebete sprechen, sondern eher: den ganzen Tag lang, alles was ich sage, zum Lob Gottes machen. Bei der Plauderei beim Essen, am Telefon, beim Mailen und bei Haustürgesprächen, beim Einkaufen und bei allem, was ich übern Tag tue.Wenn alles was ich sage, singe und tue, dazu dienen kann, das Lob Gottes zu verkünden, dann geht manches Dumme, Leichtfertige, Gehässige, Sinnlose vielleicht doch nicht mehr so leicht über meine Lippen. Und wenn ich daran denken kann, dass ich Gott gebeten habe, meine Lippen zum Lob zu öffnen, dann schließen ich meine Lippen vielleicht auch öfter mal, wenn das, was da raus will, nicht gerade seinem Lob dient. Bei Politikern und anderen Menschen öffentlichen Lebens merken wir ziemlich schnell, was für krudes Zeug sie von sich geben und wie böse und gemein und unklug vieles davon ist. Bei mir selbst merken ich es meist auch erst, wenn es raus ist und ich selbst erschrocken bin über Wortwahl und Inhalt.Es ist also ein guter Gedanke, für mich und Dich, dieses morgendliche: "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund DEIN Lob verkünde."

    5 min
  6. -5 J

    Kinder lernen durch Nachahmung

    Papst Leo XIV. hat sich auf den Weg gemacht nach Afrika und wird mehrere Länder besuchen, an einer Friedenskonferenz teilnehmen. Los geht es in Algerien. Dort gibt es nur einige tausend katholische Christen und der Islam ist Staatsreligion. Aber dort in Algerien begann das Leben und Wirken des Heiligen Augustinus, einer der großen Kirchenlehrer. In Algerien gründete Augustinus die erste christliche Mönchsgemeinschaft und verwandelte das Haus seines Vaters in einen Ort des Gemeinschaftslebens und der spirituellen Forschung. Man könne also sagen, dass das erste Kloster der Geschichte, das Haus des Vaters des Heiligen Augustinus gewesen ist. Und Papst Leo ist Augustinermönch und hat einige Jahre diesen weltweiten Orden geleitet. Mir war echt neu, dass Augustinus in seinem Elternhaus seine Gemeinschaft zusammengerufen, ein geistliches Leben und theologische und spirituelle Forschung angefangen hat. In den letzten Tagen hatte ich ein Video gesehen, dass eine Familie mit sieben Kindern über den Tag begleitet hat und die Kinder auf einem Touchpad immer ankreuzen konnten, was sie erledigt hatten. Das ging vom "Guten Morgen", über das Waschen, Kämmen und Zähneputzen, Frühstücken, einzelne Tätigkeiten im Haushalt, Schule, Kindergarten und so weiter. Und dann war ein Punkt: zusammen beten. Alle haben zusammen im Wohnzimmer gebetet und Gott für den Tag gedankt und für Mitmenschen Fürbitte gehalten. "Hauskirche" nannte man das früher und es ist und bleibt die Aufgabe von uns Christen, zusammen zuhause zu beten und Kinder und Enkel in diese Praxis zu begleiten. Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn sie sehen und erleben, dass Eltern und Verwandte beten, dann wollen sie es auch lernen. In diesen Wochen sind Erstkommunionfeiern überall im Land und manchmal spürt man dabei, dass Kinder gewohnt sind, zu beten, Gebete vorzulesen und in Ruhe mitzufeiern. Vom Heiligen Augustinus stammt auch ein Wort, dass ich Dir gern in den Tag mitgeben will. Er sagt: "Bete, als hinge alles von Gott ab. Arbeite, als ob alles von dir abhinge."

    4 min
  7. -6 J

    Ich bin da!

    Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Ich habe manchmal ein Lied, einen Text, eine Melodie, die mir morgens nach dem Aufwachen aufploppt und mir den ganzen Tag in Kopf und Ohr und Herz herumsingt oder spricht. Es ist dann so, wie es im Deutschen heißt, ein Ohrwurm. Aber es ist eben mehr. Heute ist es ein Lied, dessen Text ich schon lange kenne, aber selten hatte ich das Gefühl, dass er besser passt als zur Zeit. Er gibt uns eine Zusage, die jede und jeder von uns immer wieder braucht und die uns hilft zum Leben, zum Glauben, zum Hoffen und zum Lieben. Er ist im Original von Paul Weißmantel. Und lautet:Ich bin daIn das Dunkel Deiner Vergangenheit und in das Ungewisse Deiner Zukunft,in den Segen Deines Helfens und in das Elend Deiner Ohnmachtlege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Lichtblicke Deiner Hoffnung und in die Schatten Deiner Angst,in die Enttäuschung Deines Lebens und in das Geschenk Deines Zutrauenslege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Spiel Deiner Gefühle und in den Ernst Deiner Gedanken,in den Reichtum Deines Schweigens und in die Armut Deiner Sprache lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!In die Fülle Deiner Aufgaben und in Deine leere Geschäftigkeit, in die Vielzahl Deiner Fähigkeiten und in die Grenzen Deiner Begabung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Gelingen Deiner Gespräche und in die Langeweile Deines Betens, in die Freude Deines Erfolgs und in den Schmerz Deines Versagens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Glück Deiner Begegnungen und in die Wunden Deiner Sehnsucht, in das Wunder Deiner Zuneigung und in das Leid Deiner Ablehnung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Enge Deines Alltags und in die Weite Deiner Träumeund in die Kräfte Deines Herzens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Danke Gott für diese Zusage, die ich heute von Dir bekomme.

    4 min
  8. 12 AVR.

    Heute beginnt der Ernst des Lebens

    "Heute beginnt der Ernst des Lebens." Das hat mir vor ein paar Jahren einmal eine Großmutter erzählt, als ihr Enkel den ersten Tag in den Kindergarten ging. Vielleicht ein bisschen übertrieben, dachte ich damals. Schließlich geht es doch zunächst nur darum, spielerisch Neues zu entdecken, Freundschaften zu schließen und den Alltag ein bisschen selbstständiger zu gestalten. Vielleicht hat sich manch eine Großmutter auch heute Morgen am Weißen Sonntag dazu entschieden, ihrem Enkelkind genau das mitzugeben auf dem Weg zur Feier der Erstkommunion.Heute beginnt der Ernst des Lebens. Darin steckt vielleicht schon der Ernst des Lebens, immer wieder und in allen Lebensphasen, überall dort, wo wir etwas Neues beginnen, Verantwortung übernehmen und nicht genau wissen, wohin der Weg führt. Das gilt auch für die Erstkommunionkinder, die heute Morgen zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten. Studentinnen und Studenten stehen auch oft an einem solchen Punkt. Sie ziehen in eine neue Stadt und organisieren ihr Leben selbst, treffen Entscheidungen über Haushalt, Zeitplanung und die eigenen Ziele. Plötzlich merken sie, Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand.Schritte ins Ungewisse kennen nicht nur Studierende. Wer einen neuen Job beginnt, in eine andere Stadt zieht, eine Familie gründet, der erlebt den Ernst des Lebens. Gerade an diesem Punkt ist Austausch wichtig, Begegnung und Gespräch, das Teilen von diesen Erfahrungen. All das hilft, die Herausforderungen des Lebens leichter zu tragen. Die Kinder, die heute Morgen zum Tisch des Herrn, zur Eucharistie treten, haben hoffentlich genau diese innere Freiheit, Ja zu sagen zu diesem Leben, das Gott ihnen heute verspricht. Ein Leben, in dem er mittendrin sein will. Das ist Freude, das ist aber natürlich auch Ernst des Lebens.Der heilige Thomas von Aquin, einer der großen Gelehrten des Mittelalters, fasste es einmal so zusammen: Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten. Das ist der Ernst des Lebens. Verantwortung und Einsatz gehören zum Leben, getragen von der Hoffnung, Freude und der Bereitschaft, das Leben ernst zu nehmen, ohne es zu vergrämen, ohne daran zu verzweifeln. Dann wird aus der Verantwortung, die wir für unser Leben, für unseren Glauben übernehmen, eine Freiheit und ein Ernst des Lebens, der sich leicht tragen lässt, der uns herausfordert, aber eben auch erfüllt. So hoffentlich heute die Kinder, wenn sie zum Tisch des Herrn treten und Ja sagen und Amen sagen zu dem Gott, der in ihr Leben mit allem Ernst aber eben auch aller Freude hineintreten will. Heute beginnt der Ernst des Lebens.

    5 min

À propos

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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