Morgenimpuls

DOMRADIO.DE

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. HÁ 18 H

    Damit unser Leben ein Segen wird

    Ich habe einen Segenstext gefunden, der mir gefallen hat und gleichzeitig Fragen aufwirft. Darin heißt es nach der Bitte an Gott in acht Punkten:Mut erfülle uns – für den täglichen Kleinkram brauche ich vielleicht nicht unbedingt Mut, aber für viele Menschen eben doch, weil sie jeden Tag zu kämpfen haben mit allem, was sie schaffen müssen. Und damit sie nicht mutlos werden, ist diese Bitte sehr real.Freude belebe uns – ich kann nicht immer hocherfreut und mit strahlendem Lächeln durch den Tag wuseln, aber manchen von uns tut es gut, mit Freude und Freundlichkeit durch dich belebt und mit einem kostenlosen Lächeln lebendiger zu werden.Hoffnung beseele uns – das, was uns wirklich antreibt ist die Hoffnung. Egal in welcher Lebenslage ob Krankheit, Katastrophe, Missgeschick, totalem Kummer. Hoffnung auf Zukunft, auf Besserung, auf neue Chance macht unsere Seele lebendig.Beharrlichkeit dränge uns – manchmal geht es einem auf den Geist, wenn jemand echt immer beharrlich dranbleibt an seiner Kritik an seinen Vorschlägen, an seinem Besserwissen. Aber wenn ich mich dann drängen lassen, geht es voran und bekommt Hand und Fuß.Ungeduld mahne uns – die Ungeduld eines anderen mir gegenüber oder meine eigene Ungeduld machen Dinge möglich, die ich und wir in lustloser Lethargie einfach nicht geregelt bekommen. Ungeduld ist keine Tugend, aber oft so notwendig.Vertrauen stärke uns – das gegenseitige Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein Zusammenleben in Partnerschaft, Familie, Gemeinschaften und Gesellschaften. Vertrauen in mich selbst, Vertrauen in meine Mitmenschen und Vertrauen in Gott.Licht leite uns – nicht erst seit der Forschung mit Sterbenden und Nahtoderfahrenen wissen wir, dass unser Leben einem wunderbaren Licht entgegengeht. Dieses Licht zu suchen und zu finden und in seine Richtung zu gehen, macht das Leben heller.Friede segne uns – bei all den verrückten Kriegen, die durch ein paar Machtbesessene ausgelöst werden, spüren wir, dass wir oft selbst so wenig dagegen tun können, aber eigener innerer Frieden macht mich und meine Umgebung friedlicher und gesegneter.Und all diese Überlegungen legen wir Gott vor mit der Bitte, uns damit zu segnen, damit auch unser Leben für andere zum Segen werden kann.

    5 min
  2. HÁ 1 DIA

    Damit dein Feind nicht dein Feind bleibt!

    Konkurrenz belebt das Geschäft. Das sagen wir Menschen ja recht häufig. Wer ist besser, wer ist größer, wer is schöner, wer hat vielleicht mehr zu verlieren und wer muss sich beweisen? Viele von uns kennen diese Konkurrenzgedanken. Wir versuchen uns abzusichern, was wir haben. Manchmal leider auch mit Gewalt. Die Bibel hat auch schon davon erzählt, dass es Konkurrenten gab. König Saul und David. Saul hasst den jungen, erfolgreichen David, der viel schöner ist als er, und er versucht ihn zu töten. David flieht und er erhält später die Gelegenheit zur Rache. Er könnte Saul umbringen, zweimal! Und er tut es nicht. Beim ersten Mal schneidet er nur den Zipfel von Sauls Gewand ab, beim zweiten Mal raubt er Krug und Speer, direkt neben dem schlafenden König Saul. David zeigt, es wäre ihm leichtgefallen, Saul zu töten, aber er lässt es. Denn er weiß, der Mensch, Saul, steht unter Gottes Schutz. Was bedeutet das eigentlich für uns heute? Auch wir erleben Konkurrenz, Konflikte, ein verletztes Ego. Jesus gab im Evangelium die klare Antwort: Liebe deine Feinde. Was du von anderen erwartest, das tue auch an anderen. Das ist herausfordernd, für manche auch überfordernd. Aber geht es nicht um den Staat, nicht um Strafen oder Gesetze? Es geht um unser eigenes Handeln, um unsere Entscheidung. Versuche alles, damit dein Feind nicht dein Feind bleibt! Lass anderen die Chance zur Umkehr. Hier zeigt sich das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes. Sie schenkt Raum für Veränderung, Hoffnung für die, die gegen uns stehen, und zeigt: Wahre Stärke liegt nicht im Töten, in der Macht, sondern im Verschonen, im Ermöglichen. König David und Jesus, sie lehren uns: Mut, Geduld und Liebe sind größer als unser Hass. Und so kann Konkurrenz nichts zerstören, sondern uns zum Besseren führen. Und es bleibt doch die Weisheit: Konkurrenz belebt das Geschäft. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.

    5 min
  3. HÁ 2 DIAS

    Wollen wir Gottes Einladung annehmen?

    In den letzten Wochen sind manche Hochzeitseinladungen in meinem Briefkasten gelandet. Die Hochzeit-Saison startet langsam; im Mai geht's dann richtig los. Wie ist das eigentlich mit diesen Einladungen? Da machen sich Menschen ja unglaublich viel Arbeit, um andere dazu zu bekommen, bei ihrer Hochzeit dabei zu sein. Eine Hochzeitseinladung begegnet uns indirekt auch in der Heiligen Schrift. Und dabei ist es nur eine ganz kurze Wanderung, von Nazareth nach Kana, gerade mal 13 Kilometer. Doch die Hochzeit im Kontext von Jesus dauerte eine ganze Woche. Gäste kommen und gehen, es gibt viel zu organisieren. Wer würde eine solche Einladung ablehnen oder ausschlagen? Und dann sind alle bei der Hochzeit, und das Problem geht weiter, der Wein geht aus. Wer sorgt für Nachschub? Wer bringt die Fülle in die Feier? Genau da kommt Maria ins Spiel. Sie sieht, dass etwas fehlt und wendet sich an Jesus. “Meine Zeit ist noch nicht gekommen”, sagt er, und trotzdem passiert etwas. Durch ihr Handeln, durch ihre Bereitschaft, durch ihr Mittun kann Jesus wirken. Das Wunder: Wasser wird zu Wein, ein Alltag wird verwandelt, etwas Gewöhnliches wird außergewöhnlich, Gott bringt Fülle, Freude und Leben mitten in das Leben. Und das gilt auch für uns heute. Wir erleben Momente, in denen unser Alltag leer wirkt. Prüfungen, Stress, Beziehungsroutine. Wir fühlen uns manchmal wie die Diener in dieser Geschichte: Was kann ich schon tun? Und doch, wenn wir bereit sind, das zu tun, was möglich ist: Aufmerksam sein, helfen, zuhören, einen Schritt gehen; dann kann etwas Neues entstehen. Das Wunder von Kana zeigt, kleine Handlungen, Offenheit und Vertrauen können Großes bewirken. Aus Wasser wird Wein, aus Gewöhnlichem wird Fülle. Gottes Verwandlung beginnt nicht irgendwo weit weg. Sie beginnt dort, wo wir stehen, in unserem Alltag, in unseren Möglichkeiten, in unserer Bereitschaft das Leben zu gestalten. Letztlich ist es diese Frage: Wollen wir die große Einladung, die Gott uns in unserem Leben macht, annehmen? Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.

    4 min
  4. HÁ 3 DIAS

    Gott ehren und den Menschen dienen

    Am Mittwoch gab es einen Termin, der schon lange ausgemacht war. Eine Mutterhausbesichtigung mit Kaffeeklatsch für Mitglieder der hiesigen Frauengemeinschaft. Geplant für circa 25 Frauen. Alles klar und ordnungsgemäß an der Pforte angemeldet. Dann vor zwei Wochen der Rückruf: Oh, wir sind zu 60 Frauen, geht das? Ja, klar geht das. Also noch eine zweite Schwester organisiert, die eine zweite Führung macht und alles klar. Und dann fünf Tage vorher wieder ein Anruf: Oh, sorry, wir sind 80 Frauen, die gern kommen möchten. Geht das auch noch? Wir haben herzlich gelacht und noch eine dritte Schwester gefragt, ob sie eine Führung durchs Haus übernehmen kann. Und ich kann ehrlich sagen, dass es ein wunderbarer Nachmittag war. In der Mutterhauskirche versammelt, ging es in einem kurzen Impuls um die Frauen, die dort explizit dargestellt sind und die uns ein Lebensbeispiel geben: Maria, die Muttergottes, die mit ihrem Ja zu den Zumutungen Gottes auf ihre eigenen Lebenspläne verzichtet hat. Klara von Assisi, die ein hochherrschaftliches Leben in Reichtum und Ehren ausgeschlagen hat, um in Armut und schwesterlicher Gemeinschaft Gott zu ehren und mit ihrem Gottvertrauen sogar ein großes sarazenisches Heer zu vertreiben. Und Theresia Bonzel, die sich um Waisenkinder kümmern wollte, aber keine Hilfsorganisation gegründet hat, sondern eine geistliche Gemeinschaft mit beidem: Gott zu ehren und den Menschen zu dienen. Und dann die Frage an jede einzelne Frau: was ist es, was spätere Generationen über Dich sagen werden? Was wäre dein Attribut, mit dem man Dich und Dein Wirken darstellen würde? Das ist echt bedenkenswert und hat bei einigen doch Fragezeichen bei sich selbst deutlich werden lassen. Der wirklich schöne Kaffeeklatsch und die drei Führungen durchs Haus haben den Frauen Einblicke gegeben in die Arbeits- und Lebensweise der Schwestern und der dort ansässigen Verwaltung unserer Werke und mancher Frau ein Aha-Erlebnis verschafft. Dieser Nachmittag hatte also die verschiedenen Aspekte von Kirche ganz einfach zusammengebracht: Interesse am Neuen zeigen, gemeinsam Hören, Nachdenken, Beten und gesegnet werden, Mahl halten und in der Gemeinschaft von Glaubenden unterwegs sein.

    4 min
  5. HÁ 4 DIAS

    Gotteskindschaft kennt kein Alter

    Eine unserer sehr alten Mitschwestern im Altenheim ist zwischendurch immer mal etwas desorientiert, verwirrt, ein bisschen "neben der Spur", wie man so sagt. Dieser Tage war das auch so. Sie kam ins Nachbarzimmer, hat sich vorgestellt und der dortigen Mitschwester freundlich gesagt, dass sie jetzt hier im Haus eine Weile bleiben wird und das Nachbarzimmer bewohnt. Wir beide haben uns bedankt und ich habe ihr versprochen, sie gleich auch zu besuchen. Im Gespräch dann in ihrem Zimmer haben wir über Gott und die Welt, über den Krieg in der Ukraine und über den wechselhaften April geplaudert, über ihr schlechtes Befinden und darüber, dass man mit 99 nun auch tatsächlich alt ist und dass das Leben noch nie so schwierig war. Dann sind wir so die Etappen ihres langen Lebens entlanggegangen. 1927 geboren, hat sie die Hitlerzeit, den zweiten Weltkrieg, die harte Nachkriegszeit sehr bewusst erlebt und dann im Orden an vielen Stationen sehr segensreich für viele Menschen gearbeitet. Da kommt plötzlich ein Erinnern und sie sagt: "Oh, das ist ja wahr: Es war nie nur leicht und manches echt hart, aber wenn das so jetzt sehe, habe ich ein sehr schönes Leben."Und ihr freundliches Lächeln war wieder da und die Einordnung in Zeit und Raum wieder gegeben. Das Radio, dass sie sonst immer genutzt hat, habe ich ihr wieder angeschaltet, den richtigen Sender gesucht und habe mich von ihr, die jetzt zufrieden in ihrem Sessel saß, wieder verabschiedet. Viele Menschen kennen das: Die alten und sehr alten Mitmenschen kommen mit der scheinbar immer schneller gehenden Gegenwart nicht mehr klar, leiden unter den Kriegsberichten, den Bildern von Angriffen auf Städte und deren Opfer, von Flüchtenden und verletzten Kindern. In der Verquickung mit dem eigenen Erinnern, verheddert sich alles und wird immer unsortierter. Oft tut es dann gut, wenn sich jemand Zeit nimmt, den Geschichten lauscht und bei der Einsortierung hilft. Und wenn man es schafft, Nähe und Vertrauen zu vermitteln, dieses: "Ich bin bei Dir, ich halte Dir die Hand, ich höre Dir zu, ich mag Dich gern." Dass Gott uns zusagt, dass wir bis zum Ende die Würde der Gotteskindschaft besitzen, ist eine wunderbare Gewissheit. Aber dass wir unseren Mitmenschen dabei helfen, sie auch zu spüren und zu haben, ist manchmal ganz leicht und hilft ungemein.

    5 min
  6. HÁ 5 DIAS

    "Lasst uns auf das Gute hören!"

    Wir sind ja, ob wir wollen oder nicht, immer irgendwie von Werbung umgeben. Ob im Fernseher oder Radio, ob in den anderen Medien oder beim Weg durchs Städtchen beim Einkaufen. Eine Werbung ist mir dieser Tage tatsächlich buchstäblich ins Gesicht gesprungen. Ein Hörgeräteakustiker, an dessen Geschäft ich vorbeigelaufen bin, hat ein riesiges Plakat im Schaufenster mit zwei älteren, sehr fitten Menschen beim Joggen. Es hätte Werbung für Sportkleidung sein können, so stylisch war sie. Und die Überschrift wirkt zunächst auch so. Da heißt es: Fit für den Frühling? Aber die zweite Überschrift hieß: Gutes Hören hält gesund. Die Werbung hat mich beschäftigt und das ist immer ein gutes Zeichen für gute Werbung. Da ist natürlich sehr gut zu kombinieren, dass ich, wenn ich gut höre, sehr viel besser mit anderen aktiv sein kann und auch leiseren Plaudereien unterwegs gut folgen kann.Ein zweiter Aspekt ist auch, wenn ich gut höre, bin ich im Straßenverkehr sicherer, weil ich besser zuordnen kann, was ringsum passiert und ob jemand hupt, oder ein Warnsignal kommt, ob die Ampel klickt oder ein Fahrzeug schnell auf mich zukommt. Und dann fiel mir noch etwas anderes ein. Wenn ich die Betonung anders setze, heißt es GUTES Hören hält gesund. Wenn ich also mehr die guten Nachrichten heraushöre und nicht an den schlechten hängenbleibe. Wenn ich im Alltag und meiner Umgebung die kleinen oder großen frohen Botschaften vernehme und registriere, dann bleibt mein Geist und meine Seele gesünder. Wir wissen heute, dass Kinder und Jugendliche, die viele Stunden in den sozialen Medien scrollen, unglaublich viel Negatives und Schlimmes sehen und hören, sehr viel mehr psychische Erkrankungen bekommen und Schwierigkeiten mit der Interaktion im normalen Leben haben. Also ist die Idee nicht schlecht, eher auf das GUTE zu hören. Und die gute und beste Botschaft im heutigen Abschnitt des Johannesevangeliums heißt: "Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag." Was brauche ich mehr, um diesen Tag "Fit für den Frühling" zu sein. Für heute und für den letzten Tag. Der vielleicht heute ist.

    4 min
  7. HÁ 6 DIAS

    Wenn der Tod sich mit dem Leben prügelt

    Vor unserer Haustür haben wir meistens eine Schale mit Blumen oder Grünpflanzen, die so der Jahreszeit entsprechend schön sind. Im Moment blühen noch ein paar Primeln und einige zarte Narzissen. Und mittendrin steckt ein Ast mit schönen bemalten bunten Ostereiern. Manchmal fragen dann Passanten: Ach, Sie haben ja noch Osterdeko hier. Ostern ist doch schon lange vorbei.Und dann kommen wir, wenn Zeit ist, in die schönste Plauderei über Ostern und seine Zeit, über die Neigung vieler Leute, zwar vieles schon lange vorher zu schmücken, und es dann spätestens am zweiten Tag wegzuwerfen und auch darüber, was es denn heißt, wenn wir 7 Wochen Ostern feiern. Meist ist dann komplette Verwirrung angesagt und die Frage nach dem Sinn des Osterfestes und des Glaubens an die Auferstehung. In einem unserer Osterlieder im Gotteslob steht eine witzige Zeile, über die ich immer lachen muss, weil es so drastisch ist: Da heißt es zunächst: Der Glaube ist nun fest verbürgt, die Hölle ist bezwungen. Aber dann heißt die zweite Zeile: Das Leben hat den Tod erwürgt, das Lamm den Sieg errungen. Oh je, denke ich dann beim Singen, weil ich mir das dann immer bildlich vorstelle und völlig aus dem gesungenen Takt gerate. Oh, je, wenn schon wir, die wir in den Dingen des Glaubens altmodische Texte gewohnt und der Kirchensprache mächtig sind, ziemlich verwundert sind. Wie klingt das für heutige Menschen? Die Gegenüberstellung des Lebens und des Todes als zwei miteinander kämpfende Personen stammt aus alter Zeit, damit den Menschen deutlich wird, dass Leben und Tod real und wirklich sind und gegeneinander um das je einzelne Leben kämpfen. Mir ist bei aller komischen Formulierung und Wortbildung der Gedanke schon sehr sympathisch, dass Leben und Tod immer im Kampf sind und dass es aber, durch Jesus Tod und Auferstehung gelungen ist, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen und ihn auf keinen Fall mehr gewinnen zu lassen. Franz von Assisi würde sagen: Wer an den Auferstandenen glaubt, dem wird der ewige, der zweite Tod nichts anhaben. Und für solche Überlegungen und Gespräche lasse ich die Ostereier noch eine Weile am Strauß vor der Haustür hängen.

    4 min
  8. 20 DE ABR.

    Der Glaube muss raus in die Welt!

    Vielleicht kennst Du das: in den Tagen vor und nach Ostern hat man ringsum in der Wohnung wunderschöne Blumentöpfe mit Narzissen, Osterglocken, Traubenhyazinthen, Tulpen und noch viel mehr. Man freut sich am Grünen und Blühen und alles ist bunt und schön. Und jetzt, so nach zwei bis drei Wochen, sind die Blüten verwelkt, das Grün schon leicht labberig und die Schönheit ist weg. Viele, die dann keinen Garten haben, werfen alles in die Tonne und kaufen zum nächsten Ostern neue wunderschöne Töpfe mit Blüten. Wir haben das Glück, einen kleinen Garten zu haben und so haben wir, wie jedes Jahr, alle abgeblühten Osterschönheiten in den Garten gepflanzt und freuen uns seit Jahren daran, dass immer im Frühjahr alles grünt und blüht und immer voller und bunter wird.Für mich ist das ein schönes Bild für unseren Oster – und Auferstehungsglauben. Jahr für Jahr erinnern und freuen wir uns daran, dass wir eine Zukunft haben, weil Jesus Christus uns durch seinen Tod und seine Auferstehung neue Perspektiven eröffnet hat. Aber dann, damit dieser Glaube nicht verwelkt und vertrocknet und die Blüten verblassen, muss dieser Osterglaube raus aus der Bubbel, aus der schönen österlichen Sonntagskirchenblase. Der Osterglaube muss raus in die Welt, in den Humus des realen Lebens und Wurzeln schlagen und sich in Wind und Wetter bewähren. Im heutigen Abschnitt aus dem Johannesevangelium fragen die Jünger Jesus: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Mein Glaube an die Auferstehung zeigt sich in dem, wie ich mit Menschen umgehen möchte, wie ich mit den alltäglichen Problemen umgehe, wie ich Schwierigkeiten und Sorgen angehe und bearbeite, wie ich immer neu das Evangelium in den realen Tag umzusetzen versuche. Wenn der Auferstehungsglaube so wachsen und gedeihen darf, und mit Gebet und Stille quasi gedüngt wird, kann er wachsen und sich ausbreiten und farbenfroh und kräftig werden. Jahr für Jahr neu und weit über Ostern hinaus!

    4 min

Sobre

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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