Paläotalk

Luan Thomas

Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . . . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar Schillings

  1. 37. Tapejaridae – Enorme Schädelkämme und irisierende Farben

    1d ago

    37. Tapejaridae – Enorme Schädelkämme und irisierende Farben

    Untersuchungen fossiler Haut- und Haarstrukturen von Sinopterus dongi aus der frühen Kreidezeit zeigen, dass diese Tiere möglicherweise schillernde Farben besaßen – ähnlich wie heutige Kolibris. Verantwortlich dafür waren komplexe Nanostrukturen in pigmenthaltigen Zellorganellen, den sogenannten Melanosomen, die Licht auf besondere Weise reflektierten. Besonders bemerkenswert ist der Nachweis einer sogenannten photonic structure, einer regelmäßig angeordneten Schicht aus stabförmigen Melanosomen. Computermodelle legen nahe, dass dadurch je nach Blickwinkel irisierende Grün-, Blau- und Magentatöne entstanden. Die Studie liefert damit den ersten direkten Nachweis strukturell erzeugter Irisierung bei Flugsauriern. Gemeinsam mit dem Paläontologen Denis Theda sprechen wir über diese außergewöhnliche Entdeckung, die Farbgebung von Flugsauriern und die Frage, ob Pterosaurier möglicherweise eine Art feines „Federkleid“ besaßen. Erstes Paper über Sinopterus und seine Ernährungsweise: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2095927325006759 Hier das zweite Paper rund um das "Federkleid" und die Farben bei Sinopterus: https://www.biorxiv.org/content/10.64898/2026.05.06.723168v1 Bevor ich es vergesse, gibt es hier noch das Paper zu den leuchtenden Schädelkämmen bei Helmkasuaren: https://www.nature.com/articles/s41598-026-40230-1 Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Petite Paleoartist | Sauriazoicillus

    1h 5m
  2. 36. Muttaburrasaurus – Australiens bekanntester Dinosaurier war ein Picky Eater

    Jun 19

    36. Muttaburrasaurus – Australiens bekanntester Dinosaurier war ein Picky Eater

    Muttaburrasaurus gehört zu den bekanntesten Dinosauriern Australiens – und dennoch gibt seine Anatomie bis heute Rätsel auf. Eine neue Studie hat den nahezu vollständig erhaltenen Schädel des Pflanzenfressers mithilfe moderner CT-Scans und neu entdeckter Fossilfragmente erneut untersucht. Im Mittelpunkt steht die markant aufgeblähte Schnauzenregion von Muttaburrasaurus. Während frühere Forschungen diese Struktur vor allem den Nasenbeinen zuschrieben, zeichnet die neue Analyse ein deutlich komplexeres Bild. Mehrere Knochen, darunter bislang unbekannte Elemente, die als „Prenasalia“ bezeichnet werden, bildeten ein System von Luftkammern innerhalb der Schnauze. Zusammen mit den ungewöhnlich großen Riechkolben des Gehirns deutet dies darauf hin, dass Muttaburrasaurus über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügte. Darüber hinaus wirft seine ungewöhnliche Bezahnung neue Fragen auf: Im Gegensatz zu vielen seiner Verwandten besaß er im vorderen Schnabelbereich noch spitze Zähne. Dies könnte wichtige Hinweise auf die Ernährung und ökologische Rolle dieses australischen Dinosauriers liefern – Themen, die wir heute bei Paläotalk gemeinsam mit dem Paläontologen Nicolas Stagg näher besprechen wollen. Schädelanatomie, Paläoneurologie und Paläobiologie rund um Muttaburrasaurus langdoni: https://peerj.com/articles/20794/ Erster Nachweis eines hohlen Schädelkamms bei einem früh abzweigenden Entenschnabeldinosaurier: https://www.mdpi.com/2079-7737/15/8/615 Der frühe Ursprung der Iguanodontia: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/pala.70057?fbclid=IwY2xjawRVqLVleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeuwKnXtxHU2QjvhPTZWE0HuzgY9FzWoxjQHGmojLodTnSNjWQRGqmKDJiOjU_aem_OBak-lWA4Qw3EIdXCVV-1A Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe

    1h 2m
  3. 32. Coleoidea – Die sonderbare Welt der Riesenkraken, Kalmare und Sepien

    May 22

    32. Coleoidea – Die sonderbare Welt der Riesenkraken, Kalmare und Sepien

    Kalmare, Kraken und Sepien gehören zu den faszinierendsten Bewohnern der heutigen Ozeane. Als Vertreter der Coleoidea entwickelten sie hochkomplexe Sinnesorgane, ausgefeilte Tarnstrategien und eine bemerkenswerte Intelligenz. Charakteristisch für diese Gruppe der Kopffüßer sind ihr reduziertes oder vollständig verlorenes Gehäuse sowie der namensgebende Tintenbeutel, mit dem sie sich bei Gefahr verteidigen können. Heute leben rund 800 bekannte Arten in den Weltmeeren, doch der Fossilbericht zeigt, dass ihre Evolutionsgeschichte weit tiefer reicht. Die ältesten eindeutig nachgewiesenen Tintenfische stammen bereits aus dem Unterkarbon Nordamerikas. Fossilien aus außergewöhnlichen Konservatlagerstätten erlauben dabei seltene Einblicke in Weichteile, embryonale Strukturen und sogar frühe Entwicklungsstadien dieser Tiere. In dieser Folge werfen wir gemeinsam mit dem Paläontologen Dirk Fuchs einen Blick auf die Morphologie, Evolution und Fossilüberlieferung der Tintenfische. Dabei geht es um die Entstehung innerer Schalenstrukturen, um Räuber-Beute-Beziehungen im Mesozoikum und darum, was es mit dem sagenumwobenen Riesenkraken mit einer Körperlänge von über 15 Metern auf sich hat, der angeblich in den Meeren der Oberkreide sein Unwesen trieb. Das Paper zum kreidezeitlichen Riesenkraken gibt es hier: ⁠https://www.science.org/doi/10.1126/science.aea6285 Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe

    48 min
  4. 31. Bavariscyllium – Ein rätselhafter Hai stellt die Evolution auf dem Kopf

    May 15

    31. Bavariscyllium – Ein rätselhafter Hai stellt die Evolution auf dem Kopf

    Vor rund 150 Millionen Jahren schwamm in den tropischen Lagunen des heutigen Bayerns ein Hai, der heute das Bild der frühen Haievolution verändert. Bavariscyllium, nur etwa 25 Zentimeter lang und gefunden im berühmten Solnhofener Plattenkalken, vereint Merkmale verschiedener moderner Haigruppen – ohne sich eindeutig einer heute lebenden Ordnung zuordnen zu lassen. Besonders auffällig ist ein bartelartiges Sinnesorgan im Kehlenbereich, das möglicherweise mechanische Reize wahrnehmen konnte. Vergleichbare Strukturen finden sich heute nur bei wenigen Ammenhaiartigen. Gleichzeitig besitzt Bavariscyllium anatomische Merkmale, die an Katzenhaie erinnern. Die Zahnform deutet auf einen unspezialisierten Generalisten hin, der vermutlich kleinen Beutetieren nachstellte. Gerade diese Mischung verschiedener Eigenschaften macht den Hai wissenschaftlich so spannend – und zeigt, dass die frühen Vertreter moderner Haie deutlich variantenreicher waren als bislang angenommen. Gemeinsam mit dem Paläontologen Sebastian Stumpf vom Naturhistorisches Museum Wien sprechen wir über diese neuen Untersuchungen und warum Bavariscyllium die bisherige Vorstellung zur Evolution und Datierung moderner Haigruppen ins Wanken gebracht hat. Sebastians Studie zu Bavariscyllium findet ihr hier: https://www.nature.com/articles/s42003-025-09272-5 Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: NHM Wien

    42 min
  5. 30. überLeben in der Eiszeit – Als zottelige Wollhaarmammuts durch Essen wanderten

    May 8

    30. überLeben in der Eiszeit – Als zottelige Wollhaarmammuts durch Essen wanderten

    Mit der Sonderausstellung „ÜberLeben in der Eiszeit“ wird das Ruhr Museum zum Schauplatz einer faszinierenden Reise in die jüngere Erdgeschichte. Vom 20. April 2026 bis zum 10. Januar 2027 erzählen auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein rund 350 Exponate – darunter spektakuläre Originalfunde wie der Mammutschädel von Haltern, lebensgroße Rekonstruktionen und seltene Pflanzenfossilien – vom Leben in einer Zeit extremer Klimaschwankungen. Gewaltige Eismassen formten die Landschaften Nordrhein-Westfalens, während sich in wärmeren Phasen artenreiche Lebensräume entlang von Rhein, Lippe und Ems entwickelten. Im Zentrum steht die beeindruckende Tierwelt der Eiszeit: Wollnashörner und Mammuts treffen auf Flusspferde und Waldnashörner, Riesenhirsche auf Höhlenhyänen. Die Ausstellung zeigt, wie unterschiedlich Tiere auf Kälte und Wärme reagierten – und welche Strategien über Erfolg oder Aussterben entschieden. Gemeinsam mit dem Paläontologen Achim Reisdorf werfen wir in dieser Folge Paläotalk einen Blick auf dieses wechselhafte Ökosystem und darauf, was uns die Eiszeit über Anpassung, Klimawandel und das Überleben in extremen Lebensräumen lehrt. Mehr Information zur Sonderausstellung „ÜberLeben in der Eiszeit“ gibt es hier: https://ruhrmuseum.de/ausstellungen/aktuell/ueberleben-in-der-eiszeit Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/palaeotalk⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ . . ©Bildcopyright: Ruhr Museum / Christoph Sebastian

    1h 8m

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Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente. . . . . ©Bildcopyright: Joschua Knüppe ©Musikcopyright: Oskar Schillings

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