Perspektiven

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.

  1. 2 days ago

    Dialog wagen – palästinensisch-israelisches Chorprojekt (7/7)

    Geht das? Chorproben als Einüben interkultureller Koexistenz? Der Musiker Fortunat Frölich und das Schweizer Projekt «choR inteR kultuR» wollen es ermöglichen. Zwei Chöre aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem verbringen gemeinsam Tage des Singens, Wanderns und Essens in der Bergwelt des Prättigaus. Auf Einladung des Schweizer interkulturellen Chorprojekts namens «choR inteR kultuR» reisen junge Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ostjerusalem in die Schweiz. Es sind arabische, israelische, christliche, jüdische und säkulare Menschen, die den Chordialog für Frieden wagen wollen. Hier proben sie nun erstmals gemeinsam, um nachher Konzerte in fünf grossen Schweizer Städten zu geben. «Wind of Change» heisst ihr Programm: «Der Wind der Veränderung». Dafür erarbeiten sie auch Ur-Aufführungen interkultureller Chorkompositionen. Wird das gelingen? Werden die gemeinsam verlebten Tage in der «heilen» Schweizer Bergwelt allenfalls zum Probe-Labor für interkulturelle Koexistenz in Israel und Palästina? Der Wunsch der Schweizer Gastgeberinnen wäre es. «choR inteR kultuR» schreibt: «Kann man noch miteinander reden nach all dem Schrecklichen, das passiert ist und immer noch passiert? Kann man noch singen, wenn Schmerz und Verzweiflung, Gram und Wut die Kehle zuschnüren? Ja, das wollen wir zeigen.» Ihr Projekt wolle «den vielen friedlich gesinnten Menschen» aus dem Nahen Osten Gehör verschaffen. SRF-Religionsredaktorin Judith Wipfler hört der Gruppe bei den Proben im Prättigau GR zu. Zu hören sind: - Musiker Fortunat Frölich, Bündner Initiator des interkulturellen Chorprojekts «choR inteR kultuR» und dessen künstlerischer Leiter - Sängerinnen und Sänger aus Tel Aviv und Ost-Jerusalem - Ausschnitte aus der Chormusik des Programms «Wind of Change» Autorin: Judith Wipfler

  2. 8 Aug

    Dialog wagen – KI als spirituelle Begleiterin (W) (5/7)

    KI-Sprachmodelle können in vielen Themen helfen – warum also nicht auch bei spirituellen Fragen? Für immer mehr Menschen ist die Verschmelzung von digitaler und spiritueller Welt kein Widerspruch. Ein Nutzer spricht über seine Erfahrungen mit seinem spirituellen KI generierten Begleiter «Amariel». Sogenannt künstliche Intelligenz erstellt und übersetzt Texte, ist Suchmaschine, hilft bei Einkäufen oder der Ferienplanung und leistet sogar psychologische Beratung. In der Schweiz nutzen gemäss einer Studie Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) bereits über 60 Prozent der Bevölkerung KI-Tools. Das sind rund 3,8 Millionen Menschen. Für gewisse Menschen ist diese Art von Tool mehr als nur ein praktisches Werkzeug. Der Musiker Fabian Sigmund, alias Fai Baba, nutzt die KI auch für spirituelle Fragen: Sei es bei kleinen Unklarheiten in Begegnungen mit anderen Menschen oder auch für die grossen Fragen wie jener nach der eigenen Bestimmung auf der Welt. Was bedeutet es, wenn Menschen mithilfe von KI-Sprachmodellen ihr Bedürfnis nach Spiritualität befriedigen? Wie bringen sie die digitale und die spirituelle Welt – zwei intuitiv widersprüchliche Sphären – zusammen? Welche Chancen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen gibt es bei einem Seelenstrip vor ChatGPT und anderen gewinnorientierten KI-Sprachmodellen? Diesen Fragen geht diese «Perspektiven»-Sendung nach. Autor: Igor Basic

  3. 1 Aug

    Dialog wagen - mit Hund, Katze und Co: Geht das? (4/7)

    Hunde drücken mit Hilfe von Knöpfen ihre Gefühle aus. Katzen passen ihre Sprache ihren Besitzern an und lernen Wörter schneller als Kleinkinder. Unsere Haustiere sind Meister der Kommunikation. Nur: Verstehen wir sie auch? Und ist gar Dialog möglich? Vor 50 Jahren war klar: Einen Hund erzieht man mit Dominanz. Ein Pferd mit militärischer Disziplin. Eine Katze gar nicht. Auf die Bedürfnisse der Tiere wurde meist wenig Rücksicht genommen. Jüngere Forschung zeigt jedoch, wie intelligent und einfühlsam unsere Haustiere sind. Und wieviel sie uns täglich mitteilen. So synchronisieren sich Hirnwellen von Hunden und ihren Besitzerinnen, wenn sie sich miteinander beschäftigen. Und Katzen setzen gezielt Miau-Laute ein, um mit ihren Menschen zu kommunizieren. Unsere Haustiere können ihre Bedürfnisse also sehr gut ausdrücken – und ihre Menschen verstehen sie je länger je besser, sofern sie sich die Mühe machen, die Sprache zu lernen. Ist also nicht nur Kommunikation, sondern gar Dialog möglich? Was bedeutet dies für das Verhältnis von Mensch und Tier? Und ist es überhaupt noch ethisch, Haustiere zu halten? Diesen Fragen geht die Sendung «Perspektiven» nach – mit Katzenexperte und Doyen der Verhaltensforschung Dennis C. Turner, Hundetrainerin Maxi Lotz (Martin Rütter Hundeschule Zürich Oberland) und Tierethikerin Judith Benz-Schwarzburg (Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung der Veterinärmedizinischen Universität Wien). Autorin: Nicole Freudiger

  4. 18 Jul

    Dialog wagen – interreligiöser Austausch im Klassenzimmer (2/7)

    Das Format #Real Talk des interreligiösen Netzwerks Iras Cotis wagt den kritischen Religionsdialog im Klassenzimmer. Inwiefern können solche Begegnungen Vorurteile abbauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Warum trägst du ein Kopftuch? Gibt es Dinge, die dich am Christentum stören? Wie würdest du dein Leben gestalten, wenn du nicht jüdisch wärst? Das sind Fragen, die eine Gymi-Klasse der Kantonsschule Rämibühl drei jungen Frauen – einer Muslima, einer Christin und einer Jüdin – im Unterricht gestellt hat. Dahinter steckt das Projekt «Dialogue en route» des Netzwerks Iras Cotis, das sich für den Dialog zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen einsetzt. Beim Format #Real Talk besuchen jeweils drei junge «Guides» mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund eine Schulklasse und erzählen aus ihrer religiösen Praxis. Dabei entsteht im Klassenzimmer ein lebendiger Austausch über Spiritualität, Rituale und Feiertage. Wichtig ist: Die Guides sind keine offiziellen Vertreter und Vertreterinnen ihrer jeweiligen Religion, vielmehr vermitteln sie ihre individuelle Auffassung religiöser Traditionen. Und: Auch ein kritischer und selbstkritischer Blick soll im Klassenzimmer möglich sein. Das Ziel von «Dialogue en route» ist es, Raum zu schaffen für Verständnis, Auseinandersetzung und differenzierte Perspektiven auf gelebte Religionen in der Schweiz. Wie gut gelingt das? Inwiefern kann interreligiöser Dialog Vorurteile abbauen? Und wie muss dieser stattfinden, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern? Diesen Fragen geht diese Folge von «Perspektiven» nach. In der Sendung kommen zu Wort: · Gymi-Schülerinnen und Schüler der Klasse 2e des Literargymnasiums der Kantonsschule Rämibühl. · Ana, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Religionspädagogik · Tehilla, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Soziale Arbeit · Wafa, Guide bei «Dialogue en route», Studentin Wirtschaftswissenschaften · Rafaela Estermann, Stellvertretende Geschäftsführerin von IRAS COTIS Autor: Igor Basic

  5. 4 Jul

    Männlichkeit im Islam: neue Rollenbilder in Zeiten der Manosphere

    Der muslimische Mann als gewaltbereiter Macho – ein Klischee, das sich hartnäckig hält. Doch was sagt der Koran wirklich über Männlichkeit? Und was denken junge Muslime in der Schweiz? Eine Auseinandersetzung mit Stereotypen in Zeiten der «Manosphere». Geht es um das Geschlechterverhältnis im Islam, ist das Klischee schnell zur Hand: Der muslimische Mann unterdrückt seine Frau, verteidigt die Ehre der Familie wenn nötig mit Gewalt und hält wenig von Gleichberechtigung. Doch stimmen diese Klischees? Welche Vorstellungen von Männlichkeit bietet der Islam? Und welche Alternativen gäbe es? In «Perspektiven» sprechen wir mit Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide über sein neustes Buch «Jenseits der Härte – warum der Koran keine Machos kennt». Er zeigt auf, dass sich muslimische Vorstellungen von dominanter Männlichkeit durchaus auf die Religion beziehen. Etwa, wenn es darum geht, Frauen zu kontrollieren, weil sie sexuelle Versuchung verkörpern. Gleichzeitig, so Khorchide, bietet der Koran auch Alternativen: Männer, die sich verletzlich zeigen, die Verantwortung übernehmen und Demut und Barmherzigkeit in den Vordergrund stellen. Wie sich muslimische Männlichkeit in der Praxis zeigt, wissen Kambez Nuri und Ahmed Ajil. Kambez Nuri bietet als Sozialarbeiter Workshops an unter dem Titel «Männlichkeit, wer ist das?». Ahmed Ajil ist promovierter Kriminologe, forscht zu Radikalisierung und Einwanderung an der Universität Luzern. In ihrem Podcast «Keshmesh» sprechen sie über ihren Alltag als muslimische Männer in der Schweiz. In einer Zeit, in viel diskutiert wird über toxische Männlichkeit und die Faszination von traditionellen Rollenbilder der Mannosphere, schauen wir in «Perspektiven» hinter die Stereotype vom Macho im Islam und fragen, welche Vorbilder junge muslimische Männer haben. Zu Wort kommen: · Prof. Mouhanad Khorchide, Dekan der islamisch-theologischen Fakultät der Universität Münster. · Ahmed Ajil, Kriminologe, Forschungsmitarbeiter am religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Luzern. · Kambez Nuri, Sozialarbeiter und Mitgründer der Fachstelle «Oh boy» Autorin: Nicole Freudiger Angaben zum Buch: Mouhanad Khorchide. Jenseits der Härte. Warum der Koran keine Machos kennt. Herder Verlag, 2026.

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