Kreisky Forum Talks

Kreiskyforum

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/

  1. VOR 15 STD.

    Helmut Lethen: STOISCHE GANGARTEN

    Robert Misik und Helmut Lethen STOISCHE GANGARTEN Was ist vom wirkmächtigen, bis in die Antike zurückreichenden Ideal einer stoischen Lebensführung heute noch geblieben? Ist in Zeiten zunehmender Extreme und Katastrophen ein ausgewogenes, auf Vermittlung bedachtes Leben überhaupt möglich, oder bleibt uns nur, den Verlust der Gelassenheit zu verzeichnen, den Absturz in die Unversöhnlichkeit, in gleichgültige, lähmende Vereinzelung? In einer faszinierenden Tour de Force beschreibt Helmut Lethen die Suche nach Möglichkeiten der Gelassenheit, von der Kältewelt des Barock bis zu den Kriegen der Gegenwart, zeigt dabei aber auch, wie stoische Prinzipien Schiffbruch erlitten haben und die Parole «Du musst dein Leben führen!» heute kaum mehr eine Chance hat. Die Forderung nach «Wehrtüchtigkeit» trifft auf Körper, die dazu nicht taugen. Die Spannung von Empathie und sachlicher Distanzierung überfordert die Menschen schon vor dem Fernseher. Wie ist eine Lebenspraxis des Ausgleichs heute möglich?Immer wieder kehrt Helmut Lethen dabei zu eigenen Erfahrungen und Beobachtungen unserer Gegenwart zurück – was diesen eindringlichen, gedankenfunkelnden Essay nicht zuletzt zu einem sehr persönlichen Lebensbuch macht.   Helmut Lethen, geboren 1939, lehrte von 1977 bis 1996 an der Universität Utrecht, anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock. Von 2007 bis 2016 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Sein Buch «Verhaltenslehren der Kälte» (1994) gilt als Standardwerk, «Der Schatten des Fotografen» (2014) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die vielbeachtete Autobiographie «Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug» (2020) und «Der Sommer des Großinquisitors. Über die Faszination des Bösen» (2022).   Moderation:Robert Misik, Autor und Journalist

    1 Std. 8 Min.
  2. VOR 4 TAGEN

    BRUNO KREISKY AND THE MIDDLE EAST: BUILDING DIPLOMACY AND RECONSTRUCTING PEACE

    Zum 115. Geburtstag von Bruno Kreisky/ Honoring the 115th Birthday of Bruno KreiskyDer Mut zum Unvollendeten/ The Courage to Embrace the Unfinished Corinna Milborn in conversation with Mohammad Anwar Esmat Sadat, Mkhaimar Abusada, Wolfgang Petritsch and Tobias Lang BRUNO KREISKY AND THE MIDDLE EASTBUILDING DIPLOMACY AND RECONSTRUCTING PEACE Peace and security in the Middle East, that was Bruno Kreisky’s conviction in the light of the challenges of the 1960s and 1970s, could not be reached without a Two-State-Solution, the negotiation between and coexistence of the State of Israel and Palestine. After decades of efforts to build relations, many chances and opportunities for such a solution have been missed or sabotaged on various sides.  We take the opportunity to look into the past as well as into the future! In a first part, we look at Kreisky’s relations with Egypt, a crucialplayer when it comes to the Middle East’s peace and security arrangements. Due to Kreisky’s close relationship and friendship with Mohammad Anwar SADAT (1918-1981), he supported him on his path to the Camp David Agreement. Here, we explore “Sadat’s Austrian road to Jerusalem” and what strategic interests Austria and Egypt do also share today in the Middle East. In a second part, the panel will look into Gaza and the Middle East after October 7. Despite a “Trump Deal Peace Plan”, perspectives for peace seem unclear. The challenges for overcoming trauma and re-building trust, a two-state solution and reconstruction are enormous. What role could Austria play in this multilevel re-construction process? Opening:Andreas Babler, Head of the Social Democratic Party of Austria Panelists:Mohammad Anwar Esmat Sadat: Leader of the Reform and Development Party in Egypt and a founding member of the Arab Council for Regional Integration, nephew of former Egyptian President M. Anwar Sadat Mkhaimar Abusada, Associate Professor for Political Science, Al-Azhar University Gaza, expert on Palestinian political development, Palestinian Youth, peace-education Wolfgang Petritsch, Ambassador, former political advisor to Bruno Kreisky, President of the Austrian Institute for International Politics, President of the Austrian Marshall Plan Foundation; board member of the Bruno Kreisky Forum. Tobias Lang, Director of the Austrian Centre for Peace, expert on Bruno Kreisky’s relations to the Middle East Moderator:Corinna Milborn, journalist and author, Head of News at ProSieben, Sat1, PULS 4. Hosts political TV debates

    1 Std. 30 Min.
  3. 8. FEB.

    Franz Cede & Ralph Janik: AUSLAUFMODELL NEUTRALITÄT?

    Helfried Carl im Gespräch mit Franz Cede und Ralph Janik AUSLAUFMODELL NEUTRALITÄT?Geschichte und Gegenwart eines österreichischen Mythos    Die Neutralität: auch ein Stück österreichische Identität. Aber ist sie noch zeitgemäß?Ein österreichisches Modell, neu beleuchtet Die Neutralität Österreichs: Sie ist eng verknüpft mit dem Staatsvertrag 1955 sowie dem EU-Beitritt 1995 und wird bis heute emotional aufgeladen und diskutiert. Damit ist sie ein Thema, das uns alle angeht. Immerhin regelt dieses Konzept durchaus heiße außenpolitische Eisen: Von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete bis hin zur Frage, ob Österreich ein anderes EU-Land im Falle eines Angriffs verteidigen würde. Sie definiert Österreichs Position in der internationalen Staatengemeinschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Die Entwicklung dieses österreichischen Modells wird sichtbar, wenn der Diplomat und Rechtswissenschaftler Franz Cede und der Politik- und Rechtswissenschaftler Ralph Janik durch die Schlüsselmomente in der Geschichte der Neutralität, beginnend bei den Verhandlungen zum österreichischen Staatsvertrag, führen.Ob in Form eines persönlichen Briefes oder als Dialog zwischen den Autoren: Die Entwicklung und Gegenwart dieser Institution wird in diesem Buch von verschiedenen Seiten beleuchtet. Franz Cede und Ralph Janik erklären einen wichtigen Teil der politischen Geschichte Österreichs zugänglich und lebendig; gegenwärtige Debatten zu diesem Thema fassen die Autoren verständlich zusammen. Dabei stehen die handelnden Personen im Fokus: Wer waren die Menschen, die die Neutralität gestalteten und diskutierten? Was bedeutet sie für uns alle?Franz Cede und Ralph Janik liefern in diesem Buch neue Ansatzpunkte für die Diskussion, ob die Neutralität als politisches Modell noch zeitgemäß ist. Franz Cede, Botschafter i.R., ehemals Leiter des Völkerrechtsbüros im Außenministerium (1993 – 1999), Botschafter in Russland (1999 – 2003), Botschafter in Belgien und bei der NATO (2003 – 2007). Dr. Cede ist Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen mit den Schwerpunktbereichen – österreichische Außenpolitik, Völkerrecht, österreichisch – russische Beziehungen. Dr. Cede blickt auf eine rege Lehrtätigkeit an in- und ausländischen Universitäten zurück. Ralph Janik, Assistenzprofessor an der Sigmund Freud Privatuniversität, Forschungsschwerpunkte internationales Recht, Menschenrechte, bewaffnete Konflikte und internationale Beziehungen. Moderation:Helfried Carl, ehemaliger Büroleiter der Nationalratspräsidentin und ehemaliger österreichischer Botschafter in der Slowakei, seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien und Gründer der Initiative European Capital of Democracy

    1 Std. 3 Min.
  4. 5. FEB.

    Judith Kohlenberger & Michael Soder: HITZIGE DEBATTEN - Migrationspanik und Klimakrise

    Helfried Carl im Gespräch mit Judith Kohlenberger und Michael Soder HITZIGE DEBATTENMigrationspanik und Klimakrise Bei den Themen Migration und Klima dauert es nie lange, bis die nächste Debatte losbricht. Aus Ideen werden Vorwürfe, aus Diskussionen endlose Grabenkämpfe. Am Ende bleibt oft nur eine Unübersichtlichkeit, wie gesellschaftliche Ziele erreicht werden könnten. Die renommierte Migrationsforscherin Judith Kohlenberger und der Sozioökonom Michael Soder analysieren in ihren aktuellen Büchern „Migrationspanik“ und „Hitzige Debatten“ die aktuellen Entwicklungen eines Diskurses, der in eine beginnende und in Teilen schon vollzogene autoritäre Wende, die auch das bürgerliche Milieu ergriffen hat, zu münden scheint. Und beide zeichnen nach, wie der Blick von Gesellschaft und Politik wieder auf das Wesentliche gerichtet werden kann. Judith Kohlenberger leitet das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der WU Wien, ist Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) und in Berlin am Jacques Delors Centre sowie am Einstein Center Digital Future assoziiert. Ihre Arbeit wurde mit dem Kurt-Rothschild-Preis und dem Anas-Schakfeh-Preis für Verdienste im Bereich der Menschenrechte, der Demokratie und der Förderung der Rechtsstaatlichkeit ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des Integrationsrats der Stadt Wien und Mitherausgeberin der Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung. Ihr Buch Das Fluchtparadox (2022) war österreichisches Wissenschaftsbuch des Jahres 2023 und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Michael Soder studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Sozioökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien und promovierte zur politischen Ökonomie der sozial-ökologischen Transformation. Aktuell arbeitet er in der Abteilung Wirtschaftspolitik der Arbeiterkammer Wien zu den Themen des grünen Strukturwandels, der grünen Industriepolitik, der Gestaltung eines gerechten Übergangs (Just Transition) sowie zu Forschung, Innovation und Technologie. Außerdem lehrt er an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Hochschule Campus Wien sowie der FH des BFI Wien. Moderation:Helfried Carl, österreichischer Diplomat; 2014 bis 2019 österreichischer Botschafter in der Slowakei und ehemaliger Büroleiter der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer; seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien und Gründer der Initiative European Capital of Democracy. Carl ist Vorstandsmitglied im Bruno Kreisky Forum und in der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik ÖGFE.

    1 Std. 2 Min.
  5. 1. FEB.

    Alena Jabarine & Tomer Dotan-Dreyfus: DOPPELTE HEIMAT, DOPPELTES EXIL

    DOPPELTE HEIMAT, DOPPELTES EXIL Sie stammen aus dem gleichen Land, ja, demselben Staat: Israel. Doch die eine ist israelische Palästinenserin, der andere jüdischer Israeli. Alena Jabarine ist in Hamburg geboren, Tomer Dotan-Dreyfus in Haifa. Beide leben heute in Deutschland. Ist die zweite Heimat wichtiger als die erste? Wieso hat der eine im Nahen Osten einen Staat, mit dem er sich kritisch auseinandersetzen kann. Und die andere nicht? Wo fühlt man sich seit dem 7. Oktober 2023 und dem Krieg in Gaza einheimisch? Alena Jabarine und Tomer Dotan-Dreyfus erörtern im Gespräch mit Tessa Szyszkowitz, wie es ist, heute in Deutschland als Palästinenserin oder als Israeli wahrgenommen zu werden. Und wie schwierig es, in zwei Heimaten (nicht) richtig zu Hause zu sein.   Alena Jabarine, geb 1985 in Hamburg, ist Deutsche und Palästinenserin mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft. Sie arbeitete als Journalistin in Deutschland bevor sie 2020 nach Ramallah zog und dort zwei Jahre lang für eine Stiftung arbeitete. Ihr Buch Der letzte Himmel erschien im Mai 2025 bei Ullstein. Tomer Dotan-Dreyfus, geb 1987, ist in Haifa in Israel aufgewachsen. Seit 2011 lebt er als Autor und Übersetzer in Berlin. Seine Artikel erscheinen in Sueddeutscher Zeitung und taz. Sein erster Roman Birobidschan stand auf der Longlist zum deutschen Buchpreis 2023. Sein neuer Roman Keinheimisch erschien im September 2025 bei Ullstein. Tessa Szyszkowitz, geb 1967, in Stuttgart, ist eine österreichische Autorin und Journalistin, die in London lebt. Sie arbeitet für den Falter, ihre Artikel erscheinen auch im Tagesspiegel und der NZZamSonntag. Ihr jüngstes Buch: “Echte Engländer – Britain and Brexit” (2018). Sie erhielt im November 2025 den britischen FPA Media Award for Best Story of the Year.

    1 Std. 19 Min.
  6. 29. JAN.

    Philipp Ther: DER KLANG DER MONARCHIE - WIE MUSIK ZU POLITIK GERINNT

    Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Philipp Ther DER KLANG DER MONARCHIE WIE MUSIK ZU POLITIK GERINNT Das etwas andere Neujahrskonzert Der renommierte Historiker und mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnete Autor Philipp Ther, der an der Universität Wien das Institut für Osteuropäische Geschichte leitet, hat ein neues, ungewöhnliches Buch vorgelegt: In der Monografie „Der Klang der Monarchie – eine musikalische Geschichte des Habsburgerreiches“ verbindet er auf so unterhaltsame wie kundige Weise die Musikgeschichte des Kaiserreichs und ihrer berühmtesten Protagonisten mit der politischen Entwicklung des Vielvölkerstaates. Er zeigt, wie sich Nationalismus, Krieg, Revolutionspathos und Populismus in der Musik ihrer Zeit wiederfinden oder die historische Entwicklung sogar mit antreiben. Er zeigt auch, wie die Zweite Republik den Nachklang des „Habsburg-Pop“ als Gründungsmythos einer neuen Zeit und Österreichs als Kulturnation stilisierte. Das Gespräch mitP hilipp Ther über Musik als identitätsstiftendes Moment weit über das Kaiserreich hinaus wird begleitet  von den Musikern Alexander Cachée und Steffi Huber vom Duo HuberCachée.   Philipp Ther, Historiker, Universitätsprofessor an der Universität Wien, Träger des Wittgenstein-Preises (2019) und Gründer des Research Center for the History of Transformations (RECET) Cathrin Kahlweit, langjährige SZ-Korrespondentin, Publizistin und Moderatorin

    1 Std. 14 Min.
  7. 24. JAN.

    Volker Türk & Ulrike Lunacek: DIE ZUKUNFT INTERNATIONALER MENSCHENRECHTSINSTITUTIONEN IN ZEITEN GLOBALER UMBRÜCHE

    Podiumsdiskussion vom 18.12.2025 DIE ZUKUNFT INTERNATIONALER MENSCHENRECHTSINSTITUTIONEN IN ZEITEN GLOBALER UMBRÜCHE   Die globale Menschenrechtsordnung befindet sich im Wandel. Kriege, Massenflucht, Desinformation und demokratische Rückschritte haben das Vertrauen in die internationale Ordnung erschüttert. Institutionen, die zum Schutz der Menschenrechte und Menschenwürde geschaffen wurden, stehen unter nie dagewesenem politischem und strukturellem Druck. Eine fragmentierte Welt mit verschobenen Machtverhältnissen stellt internationale Menschenrechtsorganisationen und deren Handlungsfähigkeit vor große Herausforderungen. Die Schwächung des humanitären und internationalen Rechts kann bedeutende Auswirkungen auf globale Verantwortung und Gerechtigkeit haben. Mit jahrzehntelanger diplomatischer und politischer Erfahrung wird Volker Türk mit Ulrike Lunacek über die Herausforderungen und Chancen sprechen, das Vertrauen in das internationale Menschenrechtssystem wieder zu stärken, von der lokalen bis zur globalen Ebene. Volker Türk, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Der österreichische Jurist und langjährige UN-Beamte widmet sein berufliches Leben dem Schutz der Menschenrechte, von Flüchtlingen und der Rechtsstaatlichkeit weltweit. Moderation: Ulrike Lunacek, Sonderemissärin für die Kampagne Österreichs für einen nicht-permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat, stv. Obfrau der Frauen*solidarität, Vizepräsidentin des Europaparlaments a.D.

    30 Min.

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Info

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/

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