Kreisky Forum Talks

Kreiskyforum

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/

  1. VOR 3 TAGEN

    Oliver Rathkolb: ÖKONOMIE DER ANGST

    Barbara Tóth im Gespräch mit Oliver Rathkolb ÖKONOMIE DER ANGST. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters „Rathkolb sieht große Ähnlichkeiten mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und hat sich an einen Epochenvergleich gewagt.“ Kurier Radikalisierung, Autoritarismus, Kriegstreiberei, Xenophobie und Kontrollverlust: Wir alle spüren das nervöse Fieber, und es erinnert uns an längst vergangen geglaubte Zeiten.Oliver Rathkolb macht die Ursache an der »ersten und zweiten Turboglobalisierung« fest. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen überfordern im Vorfeld des Ersten Weltkriegs wie auch heute die nationalen Gesellschaften und ihre politischen Eliten – und rufen die Raubritter der Wirtschaft auf den Plan. Irrationale Fehlentscheidungen in der Politik, eine Polarisierung der Bevölkerung und das Gefühl der Marginalisierung des Einzelnen wecken eine Sehnsucht nach dem »starken Mann« und einfachen, oft gewaltvollen Lösungen für komplexe Probleme.Steht uns ein neues autoritäres Zeitalter bevor? Oliver Rathkolb, geboren 1955, war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur österreichischen und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte sowie Herausgeber der Zeitschrift »zeitgeschichte« und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel. Rathkolb ist Vorsitzender des Wiener Instituts für Kultur und Zeitgeschichte (VICCA) und des wissenschaftlichen Beirats des Kreisky Forums. Moderation:  Barbara Tóth, Journalistin, Autorin und Historikerin, leitende Redakteurin in der Stadtzeitung FALTER

    1 Std. 19 Min.
  2. VOR 5 TAGEN

    HELLMUT BUTTERWECKS "MÖGLICHKEITEN"

    HELLMUT BUTTERWECKS „MÖGLICHKEITEN“ Was wäre gewesen, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte? Der heute 98 jährige Journalist und Zeitzeuge Hellmut Butterweck hat sich in seinem publizistischen Werk intensiv mit dem nationalsozialistischen Ungeist und seinem Weiterwirken in der Zweiten Republik beschäftigt. Aus der Schule hinausgeworfen, 1944 zur Arbeit in der deutschen Kriegsindustrie zwangsrekrutiert und der Sabotage verdächtigt, entzog sich Butterweck dem Dienst in der deutschen Wehrmacht. Ab 1948 schreibt er für zahlreiche Medien Kritiken, Glossen, Satiren, Reportagen und Essays zu unterschiedlichen Themen sowie zeitgeschichtliche Beiträge und Stellungnahmen gegen antidemokratische, antisemitische und neonazistische Tendenzen. Viele Jahre war Butterweck in der Wochenzeitung „Die Furche“ für Zeitgeschichte, Literatur und Theaterkritik verantwortlich und verfasste darüber hinaus Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Für seine Arbeit erhielt er den Wiener Kunstfonds-Preis, den Theodor-Körner-Preis, den Preis der Stadt Wien für Publizistik und 2025 den Theodor-Kramer-Preis. Um das NS-Erbe geht es auch in Hellmut Butterwecks soeben erschienen Buch “Möglichkeiten”. Das Szenario des Romans: Hitler hat dank der „Wunderwaffe“ den Krieg gewonnen, doch nach den Feiern zu seinem 100. Geburtstag bricht das Nazireich zusammen. Es verabschiedet sich auf ähnliche Weise wie wenige Monate später in der realen Geschichte die DDR: Die Menschen haben die Nase voll, gehen auf die Straße und bringen auf unblutige Weise den Staat zu Fall. Dass Hitler längst tot ist, ist ein Staatsgeheimnis, er wird laufend durch Doppelgänger ersetzt: alte Narren, die sich für ihn halten und die der „große Klein“ im Wiener Narrenturm vorrätig hält. Nun fliegt alles auf und Reichsmarschall Kraut kann nur noch die Demokratie ausrufen. Diese hinreißend erzählte, burleske Handlung findet ihren zarten Gegenpol in der Liebesgeschichte des SS-Mannes Horst mit der Jüdin Esther. Sie lässt sein eingelerntes NS-Geschichtsbild krachend in sich zusammenbrechen.Hellmut Butterwecks Roman ist ein wildes Spiel mit „MÖGLICHKEITEN“, die der Welt erspart geblieben sind. Über den Autor Hellmut Butterweck:Rudolf Scholten, Präsident des Bruno Kreisky Forums Einführung:Richard Pils, Verlag Bibliothek der Provinz Lesung:Cornelius Obonya, Kammerschauspieler Musikalische Umrahmung:Gernot Winischhofer, ViolineEndre Guran, Viola

    1 Std. 6 Min.
  3. 9. MAI

    Roland Friedrich, Marcus Bachmann, Christoph Sternat & Mona Ali Khalil: HUMANITARIAN AID 2026 - HOW CAN IT GET TO THOSE WHO NEED IT?

    Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Roland Friedrich, Marcus Bachmann, Christoph Sternat, Mona Ali Khalil HUMANITARIAN AID 2026: HOW CAN IT GET TO THOSE WHO NEED IT? Humanitarian aid for the Palestinian civilian population is currently facing major political and practical challenges. The UN Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA), which has played a crucial role in providing aid, healthcare, and education for decades, is increasingly restricted in its ability to operate. The activities of UNRWA and those of NGOs like doctors Without Borders in Israel and the Palestinian territories have been severely curtailed or even banned. Nevertheless, the United Nations and these NGOs continues to strive to maintain basic aid services. In cooperation with international organizations and local partners, the UN is working to provide humanitarian assistance, medical care, and educational opportunities for the Palestinian population, particularly in the Gaza Strip and the West Bank. Given the tense political situation and the difficult security conditions, the question arises as to how humanitarian aid can be organized under these circumstances – and what prospects exist for the future of international support in Gaza and the West Bank. Roland Friedrich, Director of UNRWA affairs, Westbank Marcus Bachmann, Advocacy and Humanitarian Affairs Advisor, Doctors without Borders/MSF Austria, Head of Mission for the Occupied Palestinian Territory until end of march Christoph Sternat, Head of Unit, Department for Humanitarian Aid in the framework of EU, aid in crisis regions and fragile states, Austrian ministry for European and Foreign affairs BMEIA Mona Ali Khalil, Director of MAK Law International, Non-Resident Faculty of the Vienna Diplomatic Academy, Affiliate of Harvard Law School and former Senior Legal Officer in the UN and IAEA. Moderation: Tessa Szyszkowitz, author and journalist. Distinguished Fellow at Royal United Services Institute in London (RUSI)

    1 Std. 13 Min.
  4. 3. MAI

    Marlies Eder, Frédéric Krumbein & Nele Noesselt

    Raimund Löw im Gespräch mit Marlies Eder, Frédéric Krumbein, Nele Noesselt GEFAHRENHERD TAIWAN Die Spannungen rund um Taiwan sind eine anhaltende geopolitische Konfliktlinie. Chinas Präsident Xi Jinping verlangt, dass  die Insel unter Kontrolle der Volksrepublik kommt. Unterstützt von den USA pocht die Regierung in Taipeh auf die Autonomie Taiwans. Das Verhältnis zwischen China, Taiwan und den USA hat sich in den vergangenen Jahren deutlich zugespitzt, während zugleich wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen immer stärker ineinandergreifen. Taiwan spielt eine zentrale Rolle in globalen Lieferketten und ist damit von enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft. Eine militärische Eskalation hätte weitreichende Folgen, auch für Europa. Von zentralem Interesse sind daher die Hintergründe der aktuellen Entwicklungen, die strategischen Interessen der beteiligten Akteure sowie mögliche Szenarien für die kommenden Jahre und ihre Auswirkungen auf die internationale Ordnung um Orientierung in einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage zu bekommen. Marlies Eder, Redakteurin bei "Die Presse" und Sinologin Frédéric Krumbein, Politikwissenschaftler und Associate Research Fellow Universität Duisburg-Essen Nele Noesselt, Politikwissenschaftlerin und Sinologin, Professorin für Politikwissenschaft und Politik Ostasiens/Chinas am Institut für Politikwissenschaft und am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen Moderation:Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker

    1 Std. 2 Min.
  5. 28. APR.

    Emran Feroz: WIR WOLLEN LEBEN!

    Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Emran Feroz WIR WOLLEN LEBEN! Seit über hundert Jahren, spätestens seit den ersten Öl-Funden in der 1910-er Jahren, kommt der sogenannte „Nahe Osten“ nicht mehr zur Ruhe. Der jüngste unprovozierte Angriffskrieg Israels und der USA gegen Iran ist ein bitterer Beleg dafür. Bereits 2017 beschrieb der 1991 in Innsbruck geborene Politologe, Journalist und Autor Emran Feroz den ersten Dronen-Krieg der Welt, der in Afghanistan stattfand. Feroz, dessen Eltern zur Zeit der russischen Intervention in Afghanistan nach Österreich geflüchtet waren, war mehrfach im Heimatland seiner Eltern und hat 2021 seine Erlebnisse und Kenntnisse in dem Bestseller „Der längste Krieg. 20 Jahre War in Terror“ festgehalten. Nun ist sein jüngstes Buch erschienen: Wir wollen leben! Von Afghanistan bis Gaza - ein Aufschrei gegen Entmenschlichung und Krieg.  Feroz entlarvt darin die Doppelmoral des Westens und entwirft die Vision eines haltbaren Friedens, der die Menschen des „Orients“ an eine Zukunft glauben lassen könnte. Feroz ist einer der interessantesten jungen Journalisten, der sich mit der Region beschäftigt und mit seiner aufrichtigen Berichterstattung vielen anderen Journalisten Mut macht. Sein neues Buch hat er den getöteten Journalistinnen und Journalisten aus Gaza gewidmet.  Emran Feroz, Autor und Journalist mit Fokus auf Nahost und Zentralasien. Er berichtet regelmäßig aus Afghanistan und ist für zahlreiche deutsch- und englischsprachige Medien. Feroz ist Gründer von "Drone Memorial" einer virtuellen Gedenkstätte für zivile Drohnenopfer. 2021 wurde Feroz für seine Arbeit mit dem österreichischen Concordia-Preis in der Kategorie Menschenrechte ausgezeichnet. Renata Schmidtkunz, Journalistin, Moderatorin und Dokumentarfilmerin und arbeitete viele Jahre beim ORF, u. a. für den Radiosender Ö1 und die Sendung „Im Gespräch“. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: 2012 Publizistikpreis der Stadt Wien, 2014 Axel-Corti-Preis, 2020 und 2026 Radiopreis der Erwachsenenbildung, 2025 Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich.

    1 Std. 20 Min.

Bewertungen und Rezensionen

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von 5
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Info

Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/

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