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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

International Schweizer Radio und Fernsehen

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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

    Best of: Irlands Verwandlung – wie die Insel zu sich selbst fand

    Best of: Irlands Verwandlung – wie die Insel zu sich selbst fand

    Das heutige Irland ist weit entfernt von der Trostlosigkeit und der Enge des letzten Jahrhunderts. Innerhalb von einer Generation haben sich die Wirtschaft, die Bevölkerungsstruktur und das Selbstverständnis des Landes grundlegend verändert. Vor 35 Jahren war Irland ein rückständiges Land, im Bann der katholischen Kirche und argwöhnisch-empfindlich im Umgang mit der britischen Nachbarin. Diese Altlasten wurden seither abgetragen, die irische Bevölkerung hat sich radikal verändert: Ehemalige Auswanderer sind mit neuen Ideen heimgekehrt, Einwanderer aus Mitteleuropa haben Farbe in eine vormals sehr geschlossene Gesellschaft gebracht und ein regelrechtes Wirtschaftswunder ermöglicht. Auch dass sich mehr Frauen an der Arbeitswelt beteiligten, war ein wichtiger Faktor beim Aufschwung, dem Erfolg des «keltischen Tigers». Als Scharnier zwischen USA und EU hat sich die Insel neu erfunden.

    Eine Hommage von Martin Alioth an seine Wahlheimat – zum Abschluss seiner Korrespondentenzeit.

    (Erstausstrahlung: 4. April 2020)

    • 28 Min.
    Best of: Griechenland – vom Aus- zum Einwanderungsland

    Best of: Griechenland – vom Aus- zum Einwanderungsland

    Griechenland ist überfordert. Die vielen Flüchtlinge bringen das Land an seine Grenzen und in letzter Zeit nimmt ihre Zahl wieder merkbar zu. In den Lagern auf den Inseln herrschen Missstände. Doch für die Flüchtlinge, die aufs Festland verlegt wurden, hat sich einiges verbessert. Vor fünf Jahren kamen plötzlich beinahe eine Million Frauen, Kinder und Männer nach Griechenland. Aus Syrien, Irak, Afghanistan und vielen anderen Ländern. Meist setzten sie in kleinen Booten von der Türkei auf griechische Inseln über und zogen später weiter nach Mittel- und Nord-Europa. Noch immer befinden sich aber rund 110'000 registrierte Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten in Griechenland. Die Lager auf den Inseln sind nach wie vor komplett überfüllt und die Flüchtlinge dort leiden.

    Die Flüchtlinge aber, die aufs Festland verlegt wurden und sich in einem Asylverfahren befinden, leben inzwischen deutlich besser. Es sind rund 90'000. Mit Geldern der EU wird ihnen geholfen. Einzelpersonen erhalten bis zu 150 Euro im Monat, Familien rund 400. Mehrere Tausend Wohnungen wurden für Flüchtlinge angemietet. Viele Kinder können zur Schule gehen und viele Kranke erhalten Pflege.

    Die Reportage aus Athen zeigt, was inzwischen funktioniert und woran es immer noch hapert.

    (Erstausstrahlung: 7. März 2020)

    • 28 Min.
    Best of: Osttimor: Unabhängigkeit ist noch nicht Freiheit

    Best of: Osttimor: Unabhängigkeit ist noch nicht Freiheit

    Osttimor ist ein junger Staat: Erst 2002 wurde er in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen: nach mehreren 100 Jahren Kolonialzeit Portugals und 24 weiteren Jahren indonesischer Besatzung. Der Weg in die Eigenständigkeit war schwierig. Und noch schwieriger ist der Weg aus der Armut. Seit der Unabhängigkeit Osttimors sind fast 20 Jahre vergangen. Das Land kennt nun Frieden, aber noch immer keinen Wohlstand. Das Bildungs-, und das Gesundheitssystem funktionieren nicht. Es fehlt an Geld und an Wissen. Mit den indonesischen Soldaten verliessen auch Tausende Fachkräfte das Land. Die Hauptstadt Dili hatte damals noch 19 Ärzte für fast eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Das Geld in den Staatskassen kommt zu einem grossen Teil von den Einnahmen eines grossen Gasfeldes. Aber dessen Reserven sind bald erschöpft. Nun setzt die Regierung alle ihre Hoffnungen auf ein neues Gasfeld, das aber noch nicht erschlossen ist und entwirft grosse Zukunftsutopien. Die Bevölkerung jedoch ist desillusioniert. Die Unabhängigkeits-Dividenden sind bisher weitgehend ausgeblieben.

    (Erstausstrahlung: 25. Januar 2020)

    • 31 Min.
    Best: Es geht nicht um 30 Pesos. Es geht um die letzten 30 Jahre

    Best: Es geht nicht um 30 Pesos. Es geht um die letzten 30 Jahre

    Chile präsentierte sich gern als Hort der Stabilität. Im Oktober aber führte eine scheinbar moderate Preiserhöhung der Metro in Santiago zu ungeahnten Protesten, die sich während Wochen auf das ganze Land ausweiteten. Die Wurzeln des Sozialkonflikts gehen in die Jahre der Pinochet-Diktatur zurück. Protestiert wurde in den letzten Wochen auch, wo es gar keine Metro gibt. Also auch keine Preiserhöhung. Die Wut geht tiefer, die Forderungen an den Kundgebungen lassen das erkennen: bessere Löhne, bessere Pensionen, eine effiziente Gesundheitsversorgung für alle.
    Die Regierung ist überrumpelt. Es hat frühe Warner gegeben, die auf die wachsenden Ängste vor dem sozialen Absturz hinwiesen. Woher diese kamen wäre klar gewesen.
    Mit dem Pinochet-Putsch 1973 veränderte sich das Land radikal. Schrittweise und rücksichtslos wurde ein strikt neoliberales Wirtschaftsmodell durchgesetzt. Der Widerstand dagegen wurde in Folterkellern erstickt.
    Auch in den Jahren der Demokratie wurde das Wirtschaftsmodell nie angetastet. Der Diktator hatte vor seinem Abtritt die Weichen gestellt. Der Markt behielt Vortritt vor der Politik. Die hohen Wachstumsraten brachten wenigen viel und vielen wenig. Ein Ausweg aus dem Sozialkonflikt wird nicht leicht zu finden sein.

    Erstausstrahlung: 7. Dezember 2019

    • 27 Min.
    Best of: Afghanistan und die Taliban

    Best of: Afghanistan und die Taliban

    Die Schreckensherrschaft der Taliban in Afghanistan ist vorbei. Die USA und deren Verbündeten haben sie nach den Anschlägen von 9/11 von der Macht in Kabul vertrieben. Militärisch besiegt sind sie aber nicht. Und heute weist einiges darauf hin, dass sich Afghanistan mit den Taliban arrangieren muss. Das Leben in Afghanistan ist hart und gefährlich. Zahllose Menschen verlassen das Land, auf der Flucht vor Gewalt, vor den Anschlägen der Taliban oder der IS-Terroristen, aber auch vor den Luftangriffen der Nato-Truppen, die bereits mehr zivile Opfer fordern als Terroranschläge.

    Die ausländischen Truppen werden früher oder später abziehen. Die Taliban aber bleiben in Afghanistan. Und viele fürchten, die alte Gewaltherrschaft kehre damit zurück. Frauen würden wieder ausgeschlossen vom öffentlichen Leben, Gegner der Taliban rückhaltlos verfolgt.

    Dem widersprechen die Taliban und reden von einem modernen Afghanistan. Auch Frauen sollten in dieser Gesellschaft eine Rolle spielen, sie sollten Universitäten besuchen, berufstätig sein. Die Taliban wollen Infrastruktur bauen, die dem Land fehlt und keine Schulen mehr ausbomben. Sie geben sich aufgeklärt und gemässigt.
    Aber viele trauen diesem Wandel nicht. Die Taliban wollen einen Gottes-Staat, Demokratie interessiert sie nicht. Es ist darum noch unklar, welchen Platz sie in der Gesellschaft haben werden. Aber dass Afghanistan noch längere Zeit mit ihnen rechnen muss, scheint festzustehen.

    Erstausstrahlung: 23. November 2019

    • 28 Min.
    Best of: Chinas Balanceakt an Nordkoreas Grenze

    Best of: Chinas Balanceakt an Nordkoreas Grenze

    Dandong ist eine vibrierende Stadt im Nordosten Chinas, am Fluss Yalu, der Grenze zu Nordkorea. Und just von diesem Nachbarn hängt der Wohlstand der Stadt ab – das in Zeiten verschärfter Sanktionen gegen Nordkorea. In Dandong wird das ambivalente Verhältnis der beiden Staaten besonders deutlich. Handel mit Nordkorea ist weitgehend verboten. Die Stadt Dandong aber lebt davon - oder versucht davon zu leben. Der Warenstrom über die «Freundschaftsbrücke» ist schwächer geworden. Letztes Jahr soll der Handel auf die Hälfte des Vorjahres abgesackt sein. Denn wenn Nordkorea etwa keine Kohle oder keine Meeresfrüchte mehr nach China liefern kann, fehlen dem Land die Mittel, den Chinesen Gebrauchsgüter und Lebensmittel abzukaufen. So treffen die Sanktionen auch China.
    China trägt die verschärften Sanktionen gegen Nordkorea zwar offiziell mit. Aber im wirtschaftlichen Mikroklima der Grenzstadt Dandong schauen die Behörden oft auch weg und dulden Schmuggel und Umgehungsgeschäfte stillschweigend, damit der Handel in der Zweieinhalb-Millionen-Stadt nicht ganz zum Stillstand kommt. Aber auch um einen wirtschaftlichen Kollaps Nordkoreas zu verhindern.
    Im Koreakrieg in den 50er Jahren unterstützten die Chinesen Nordkorea und stoppten so den Vormarsch der US-Truppen. Nach dem Krieg begannen die Nordkoreaner aber ihren eigenen Weg zu gehen und versuchen dabei, auch China auf Distanz zu halten.
    Das zwingt Peking zu einem schwierigen Balanceakt im Umgang mit seinem widerspenstigen Nachbarn Nordkorea.

    (Erstausstrahlung: 26. Oktober 2019)

    • 26 Min.

Kundenrezensionen

4.6 von 5
253 Bewertungen

253 Bewertungen

paff6000 ,

Super

Bin seit der ersten Sendung dabei und freue mich immer auf die neue Folge. Mein absoluter Favorit unter den Podcasts!

Vincent von Bergen ,

Sehr gur

Spannender Podcast für Leute mit Interesse an der Welt. Immer ein Einblick in eine andere Welt.

Tajra☘️ ,

Toll

Echt tolle Sendungen

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