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«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

International Schweizer Radio und Fernsehen

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    • 4.6 • 322 Bewertungen

«International» befasst sich wöchentlich mit internationaler Politik und Gesellschaft. Seit 1978 am Radio und von Anbeginn auch online.

Reportagen, Analysen und Geschichten zur internationalen Aktualität, meist erzählt von Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen von Radio SRF.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    Mehr Schatz als Last: Japan deutet das Alter um

    Mehr Schatz als Last: Japan deutet das Alter um

    Japan hat die älteste Bevölkerung der Welt. Aber in Japan bleiben die Menschen länger gesund und fit als anderswo. Sie werden ermuntert, weit über die Pensionierung hinaus zu arbeiten. Das ist Teil der Strategie des Landes, Senioren und Seniorinnen nicht als Last, sondern als Bereicherung zu sehen.

    Ein Drittel der Bevölkerung Japans ist im Pensionsalter, und der demografische Wandel wird sich noch beschleunigen. Ein ganzes Land wird zum Altersheim, Gesundheitsversorgung und Pflege erfordern so viel Geld und Personal, dass Staat und Gesellschaft an ihre Grenzen stossen werden.

    Doch beim näheren Hinschauen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Denn aussergewöhnlich viele alte Menschen in Japan sind noch fit und gesund. So beginnen auch Hochbetagte in Parks oder zu Hause im Wohnzimmer mit der so genannten «Radio-Übung» ihren Tag – eine zehnminütige Anleitung zur Gymnastik, die der der öffentlich-rechtliche Sender NHK jeden Morgen ausstrahlt. Und viele ältere Menschen möchten weiterarbeiten, was Staat und auch Wirtschaft unterstützen. Mit speziellen Programmen werden ausserdem Bevölkerung und Gesellschaft geschult, damit sie auf die Bedürfnisse von Dementen eingehen können. Hochmoderne Technologie schliesslich soll den Alten helfen, so lange wie möglich selbständig zu bleiben und kommt auch bei der Pflege zum Einsatz. Ein Zukunftsmodell für unsere Gesellschaften?

    • 28 Min.
    Türkei: Erdogan und die Aprikosenstadt

    Türkei: Erdogan und die Aprikosenstadt

    Präsident Erdogan hat die Türkei erst reformiert, dann gespalten. Der Westen des Landes, Europa zugewandt, steht ihm mehrheitlich ablehnend gegenüber. Wie aber sieht es im anatolischen Hinterland aus, wo er seine grössten Wahlerfolge feierte? Die Reportage aus der Stadt der Aprikosen, Malatya.

    Zwei Drittel der getrockneten Aprikosen im internationalen Handel kommen aus der anatolischen Hochebene um die Stadt Malatya. Dass die konservative Gegend in der Vergangenheit stets zu Präsident Erdogan hielt, steht ausser Frage: Selbst bei den Lokalwahlen vor zwei Jahren, als Erdogans Partei, die AKP, die grössten Städte des Landes an die kemalistische Oppositionspartei CHP verlor, machte sie hier noch zwei Drittel der Stimmen. Keine Überraschung für Aprikosenhändler Mustafa, er verweist auf die Infrastruktur. Erdogan baute nicht nur Moscheen, sondern auch Schnellstrassen, ein neues Teilstück bei Malatya wurde erst vor wenigen Monaten dem Verkehr übergeben - eine elegante Autobahnbrücke über den Euphrat. Auch der Aprikosenmarkt soll demnächst umfassend modernisiert werden. Dennoch, die Teuerung macht auch den Menschen in Malatya zu schaffen, die Arbeitslosigkeit bleibt hoch, die Jugend klagt über fehlende Perspektiven. Und selbst Ai?e ist enttäuscht. Als Studentin hatte sie gegen die Arroganz des kemalistischen Staatsapparats demonstriert für ihr Recht, an der Universität das Kopftuch zu tragen. Sie war begeistert, als Erdogan die Macht erlangte und die säkulare Elite des Landes das Fürchten lehrte. 18 Jahre später ist sie überzeugt, es geht dem Präsidenten nicht um Religion oder politische Erneuerung, sondern nur noch um den Machterhalt.

    • 28 Min.
    Ostjerusalem: Jeder Quadratmeter ein Konfliktgebiet

    Ostjerusalem: Jeder Quadratmeter ein Konfliktgebiet

    Jerusalem – heilige Stadt vieler Religionen - erlebt kaum einen Tag ohne Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Nirgends verdichten sich die Schwierigkeiten des Zusammenlebens so, wie in der Altstadt von Ostjerusalem. Eine Reise durch die engen Gassen, deren Bewohner viel zu erzählen haben.

    Mariam Afifi hat das Lächeln nie verloren. Auch nicht, als die israelische Polizei die Musikstudentin an den Haaren über den Boden schleifte und sie in Handschellen legte. Das Video ging in den sozialen Medien viral und hat die junge Frau bekannt gemacht. Es ist dies eine neue Art der jungen palästinensischen Generation, ihre belastende Geschichte zu erzählen – mit dokumentarischen Videos.
    Vizebürgermeister Arieh King hat ganz andere Sorgen. In seinem Büro im Rathaus arbeitet er beharrlich an seinem Ziel, Ostjerusalem jüdischer zu machen, Siedlungen zu vergrössern und Araber zu vertreiben. Dabei gehe es ihm einzig ums Überleben der jüdischen Bevölkerung. Über den Konflikt, der sich hier scheinbar ausschliesslich zwischen Juden und Muslimen entzündet, mögen die meisten Christen gar nicht erst sprechen. Doch Erzbischof Theodosios Atallah Hanna bricht das Schweigen und erzählt von den Angriffen extremer jüdischer Siedler, die auch er selber erlebt.
    Und wenn schliesslich etwa im Quartier Sheikh Jarrah Palästinenser im hohen Alter gezwungen werden, ihre Häuser zu räumen, weil jüdische Siedler sie beanspruchen, dann treibt das Miki Katz regelmässig auf die Strasse, um zu protestieren. Der hochkomplexe Konflikt in Jerusalem treibt auch einen Keil zwischen Jüdinnen und Juden.

    • 29 Min.
    Belgiens deutschsprachige Minderheit: am Rand und doch mittendrin

    Belgiens deutschsprachige Minderheit: am Rand und doch mittendrin

    Die deutschsprachige Bevölkerungsgruppe ist nur sehr klein und lebt ganz im Osten Belgiens in einem schmalen Landstreifen. Politisch ist sie aber mittendrin, wenn Flamen und Wallonen über mehr Föderalismus in Belgien streiten. Geschickt hat sie für sich das Beste aus dieser Lage herausgeholt.

    Nur rund 80'000 Personen zählt die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. Das ist weniger als 1% der Gesamtbevölkerung. Nach dem ersten Weltkrieg kam das kleine Gebiet im Osten des Landes gegen den Willen seiner Bevölkerung zu Belgien und lange begegnete die Mehrheit der Belgier der deutschen Minderheit mit Misstrauen. Heute aber hat die deutschsprachige Gemeinschaft ihren Platz in Belgien gefunden, ist zum Stabilitätsfaktor und zum Pionier geworden.

    Anna Stuers ist die weltweit einzige Sekretärin einer ständigen Bürgerversammlung. Einmalig ist dies, weil das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft das bisher erste und einzige Parlament der Welt ist, das sich per Gesetz eine beratenden Bürgerversammlung an die Seite gestellt hat. Maximal 50 Bürgerinnen und Bürger, per Los ausgewählt, bilden diese. Ihre Aufgabe ist es, das Parlament in bestimmten Sachfragen zu beraten. Die Empfehlungen muss das Parlament in seiner Arbeit berücksichtigen.

    Über die schwierige Geschichte der deutschsprachigen Belgier vom ersten Weltkrieg bis heute weiss Oswald Schröder Bescheid. Er ist Chefredaktor der Zeitung «Grenzecho», der heute einzigen deutschsprachigen Tageszeitung Belgiens. Als das deutschsprachige Gebiet nach dem Ersten Weltkrieg zu Belgien stiess, wünschte sich eine Mehrheit der Bevölkerung die rasche «Heimkehr ins Reich». Nicht wenige Menschen schwenkten Hakenkreuz-Fahnen als Hitlers Truppen 1940 Belgien eroberten. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war entsprechend kompliziert. Weite Teile der Bevölkerung standen unter General-Verdacht, Kollaborateure gewesen zu sein. Sie waren Gefangene der eigenen Geschichte.

    Wegen des Sprachenstreits zwischen dem nördlichen Flandern und dem frankophonen Wallonien in Süden fand die deutschsprachige Bevölkerung dann aber einen Weg, sich mit Belgien zu versöhnen. Das Land wurde Schritt für Schritt von einem Zentralstaat in einen föderalen Bundesstaat umgebaut. Jedes Mal profitierte die deutschsprachige Gemeinschaft, erhielt mehr politische Kompetenzen.

    Jetzt reist Oliver Paasch, der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft wöchentlich nach Brüssel und sitzt mit den Regierungschefs der anderen Landesteile am Tisch. Anders als in Flandern hegt in Ostbelgien niemand separatistische Gefühle und bei der nächsten Verfassungsrevision hofft der Landesteil vollauf gleichgestellt zu werden mit Flandern, Wallonien und der Hauptstadtregion Brüssel.

    • 28 Min.
    Von Gorbatschow bis Putin: Eine russische Familie erzählt

    Von Gorbatschow bis Putin: Eine russische Familie erzählt

    30 Jahre ist es her, seit die Sowjetunion zerbrach. Das Leben von Millionen wurde plötzlich auf den Kopf gestellt. Ein Abenteuer brach an, mit grossen Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, auf politische und kulturelle Freiheit. Aber die Enttäuschung folgte bald.

    «In Russland gibt es heute viel Sehnsucht nach der verlorenen Zukunft. Wir vermissen das Russland, das wir hätten haben können, das aber nie Realität wurde.» Das sagt Asja Ashman. Sie und ihre Familie erzählen, wie sie das Ende der Sowjetunion erlebt haben und die Zeit danach. Da ist zum Beispiel Grossmutter Olga. Sie ist 80 Jahre alt, hat die leeren Supermärkte in den 80er-Jahren erlebt und das Chaos der Neunziger. Heute ist sie froh um die Stabilität in Putins Russland.

    Vater Dmitri hat in den Zeiten des Umbruchs fröhlichen russischen RocknRoll gespielt. Heute macht der Musiker unterkühlte elektronische Musik. Für Mutter Julia waren die Neunziger wild und aufregend – aber auch hart. Heute ist sie ernüchtert.

    In der Geschichte der Familie spiegeln sich die geplatzten Träume und die überwundenen Schwierigkeiten. Es ist eine Sendung über das Leben, das weitergeht, trotz allem.

    • 25 Min.
    Best of: Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Best of: Die Niederlande ringen mit ihrer Sklaverei-Vergangenheit

    Die Niederlande sind im 17. und 18. Jahrhundert reich geworden mit ihren Kolonien. Dass ein Teil dieses Vermögens mit Sklaverei erwirtschaftet wurde, war bisher kaum Thema im Land. Doch die karibische Gemeinschaft verschafft sich zunehmend Gehör und stösst damit langsam, aber sicher ein Umdenken an.

    Sensationelle 160 Millionen Euro haben die beiden lebensgrossen Portraits eines Brautpaars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gekostet. Der Louvre und das Rijksmuseum haben sie gemeinsam gekauft. Schwarz gekleidet mit riesigen gestickten Kragen präsentieren sich die beiden Adeligen - Gold, Perlen und Seide zeugen von riesigem Reichtum.
    Die zwei Kunstwerke Rembrandts sind in den Niederlanden sehr bekannt, als Darstellung von Ehrenleuten aus blühenden Zeiten, selbst als Playmobilfiguren gibt es die zwei reichen Brautleute zu kaufen. Aber nur wenige dürften beim Betrachten der Werke an Sklaverei denken. Valika Smeulders aber kann sie nicht anschauen, ohne das menschenverachtende System der Unterdrückung mitzudenken, das den Niederländern in der Kolonialzeit einst dank Zuckerrohr- und Tabakplantagen diesen Reichtum einbrachte.

    «Wenn du ein solches Gemälde siehst, dann bist du dir immer dessen bewusst, dass dies jene Menschen waren, die ins karibische Gebiet kamen, um es zu erobern», sagt die Niederländerin mit karibischen Wurzeln. Und so kamen die beiden Portraits in eine Ausstellung im Rijksmuseum mit dem Titel «Sklaverei». Das allein ist schon ein grosser Schritt für die Niederlande und er zeigt, dass sich in Sachen Aufarbeitung der Kolonialzeit gerade einiges tut.

    Aber das reiche nicht, sagt Haydie. Sie ist die Ur-Ur-Enkelin einer Leibeigenen aus Surinam. Jedes Jahr nimmt Haydie am 1. Juli an «Keti Koti» teil, dem Gedenktag, der an die Abschaffung der Sklaverei erinnert. Es wäre an der Zeit, dass sich die Niederlande entschuldigten: Für das grosse Unrecht und Leid, das sie in den fernen Kolonien, aber auch zu Hause in Amsterdam an Leibeigenen begangen haben.

    (Erstausstrahlung: 10. April 2021)

    • 28 Min.

Kundenrezensionen

4.6 von 5
322 Bewertungen

322 Bewertungen

Nina75A ,

weiter so!

spannend, hervorragend recherchiert! messerschaft, ausgewogen u immer wieder zu tränen rührend! danke!

Regialan ,

Super Podcast

Schlimm, dass das SRF genau bei dieser Sendung Geld einsparen will, da sie in ihrer Art einzigartig gut ist!

paff6000 ,

Super

Bin seit der ersten Sendung dabei und freue mich immer auf die neue Folge. Mein absoluter Favorit unter den Podcasts!

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