Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. vor 10 Std.

    Mit Mut und Gottvertrauen handeln

    Herzlich willkommen zum Gebet am Dienstag.Am letzten Wochenende ist ganz viel ausgefallen: unser Kommunionkinderfest, die Ministrantenwallfahrt in Münster, Konzerte und Sportveranstaltungen, Kinderschützenfeste und, und, und. Und der Grund? Die Hitzewelle, die unglaublichen Temperaturen über mehrere Tage und täglich neue Rekorde.Dann gibt es die einen, die jetzt sagen: "Ja, früher war es auch heiß, und es ist halt Sommer. Bla, bla, bla. Stellt euch nicht so an." Und es gibt die Fakten. Und die sagen sehr eindeutig, dass die Gesamttemperaturen in den letzten Jahren immer mehr gestiegen sind, die Zahl der Tage über 30 Grad immer stärker steigt. Und dass es immer schneller geht, weil wir Menschen den Klimawandel beschleunigen.Und es gibt die Leugner, und es gibt die, die sagen: "Was kann ich als Einzelne und Einzelner schon tun?" Aber genau das ist, glaube ich, genau der Punkt. Wenn aber viele der 8 Milliarden Menschen sagen: "Was ich tun kann, das will ich auch tun", dann geschieht tatsächlich etwas.Dass wir hier in Europa viel tun können, muss ich nicht mehr erklären. Wir sind seit Jahren dafür sensibilisiert. So ist es ja in vielen Bereichen unseres Lebens: in Gemeinde und Stadt, in Land und Republik, in Organisationen und Vereinen und in der Kirche.Einer unserer Laudes-Mitbeter hat mir erzählt, dass er zu einem 75-jährigen Kirchbaujubiläum ins Nachbarstädtchen fahren wird. Vor Jahren sollte die Kirche geschlossen werden, aber da haben einige Gemeindemitglieder gesagt: „Nein, das ist unsere Kirche, und die wird nicht geschlossen.“ Und sie haben einen Förderverein gegründet und alles in die Hand genommen. Und es hat funktioniert.Es werden weiterhin Gottesdienste gefeiert, und es gibt immer neue Ideen, was man als kleine Gemeinde tun kann und welche Möglichkeiten es gibt, als Christen in der Gesellschaft vor Ort Angebote zu machen. Es gibt genügend Spenden, und die Leute merken, dass sie mit ihrem Engagement etwas bewirken können. Und manchmal ist es auch Widerstand gegen vorgegebene Änderungen, die unsensibel über die Köpfe der Gemeinden hinweg gefasst worden sind.Mut ist gefragt und Gemeinsinn und die Hoffnung auf einen Gott, der unsere Wege mitgeht.

    4 Min.
  2. vor 1 Tag

    Feiern wir die Phantasie Gottes

    Heute ist das Fest der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. Ich habe immer noch im Ohr, wie eine aus Schlesien stammende Mitschwester immer sehr energisch gesagt hat: "Petrus und sein Kamerad" und ich das schon echt witzig fand. Wenn man nach der Wortbedeutung "Kamerad" schaut steht da im Duden: "Eine Person, mit der jemand durch gemeinsame Tätigkeiten oder Interessen eng verbunden ist".Das kann man bei Petrus und Paulus ja schon sagen, obwohl es kaum verschiedenere Typen als diese beiden finden kann. Petrus stammte aus Bethsaida am See Genezareth. Ursprünglich hieß er Simon, erhielt aber durch Jesus den Beinamen Petrus (zu Deutsch: der Fels). Petrus war der Bruder des Apostels Andreas. Durch ihn lernte er Jesus kennen. Beide Brüder waren Fischer. Petrus war verheiratet und wohnte mit seiner Familie in Kafarnaum.Aus den Briefen des Paulus kann man weder sein Geburtsjahr noch seine familiäre Herkunft sicher ermitteln. Aber wenn die Apostelgeschichte recht hat, hatte Paulus zumindest eine Schwester, die in Jerusalem lebte. Dort wird auch berichtet, dass Paulus aus der Stadt Tarsus in Kilikien stammte und das römische Bürgerrecht besaß. Paulus war gebildet, war bei Gamaliel in die Schule gegangen und gehörte den Pharisäern an. Beide hatten sehr unterschiedliche Lebens- und Berufungsgeschichten: der eine kommt durch seinen Bruder zu Jesus, der andere muss vom Pferd gestoßen werden und drei Tage richtig blind sein, bis er Jesus erkennt und ihm dann um so eifriger nachfolgt.Wenn so etwas schon zum Anfang der jungen Kirche so war, so ist es ja 2000 Jahre später nicht anders: viele Menschen, die auf den unterschiedlichsten Wegen zum Glauben gekommen sind und auch auf den unterschiedlichsten Wegen ihren Glauben leben und die Kirche mitgestalten: die einen, die quasi von Geburt, Familie, Tradition und Taufe dazu gehören, die anderen, die durch Ereignisse oder Menschen dazu geholt wurden, und die dritten, die von Jesus, vom Geist so quasi vom Pferd geschubst worden sind und deren Blindheit gelöst werden muss. Ein Wort des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. gefällt mir da sehr gut und ich halte es für eine entspannte Weise, mit den vielfältigen Wegen in der Kirche umzugehen. In einem Interview wurde er gefragt, wie viele Wege es zu Gott gibt. Und seine wunderbare Antwort darauf war: "So viele, wie es Menschen gibt!" Heute am Fest von Petrus und Paulus können wir die Phantasie Gottes feiern, der die Menschen so vielfältig geschaffen und seine Freude an ihnen hat.

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  3. vor 4 Tagen

    Genießen wir die Sommertage trotz der Hitze

    Es ist Sommer. Es ist richtig heiß. Zu heiß für uns eher kältegewohnte Sauerländerinnen. Schon eine Woche sonnig und Hitze- statt Gewitterwarnung und kein Sturzregen und herrlich warm und laue Abende im Garten. Es gibt so Gewissheiten, die einfach erinnern, dass es wettermäßig im Sommer so sein sollte. Aber, und das ist immer so verwunderlich, im Ablauf des Jahres sind wir schon wieder auf dem absteigenden Ast. Der 21. Juni war die Mitte, der Mittsommer, der längste Tag und die kürzeste Nacht. Im Gotteslob haben wir dazu ein wunderschönes Lied, dessen Melodie sehr eingängig und dessen Text sehr deutlich zeigt, wie der Zeiten- und der Lebenslauf geht. Da heißt es in der ersten Strophe:Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut. Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin. Im normalen Trubel des Alltags und in den großen Städten merkt man oft gar nicht, dass die Blütezeit der Bäume, Früchte und Felder vorüber ist und wir schon ernten können, die Beeren und Früchte und das frühe Gemüse. Aber da genau ist der Punkt in unserem Leben: mittendrin und doch schon auf dem Weg des Reifens zum Ende hin. Lass uns Dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin ist die Ermutigung und auch Ermahnung unseres Lebens: mit seinem Wort auf Gott hin zu leben und zu reifen. Die Erkenntnis der zweiten Strophe macht den Gedanken noch deutlicher:Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht.Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichseinnimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein. Das Blühen und Reifen und die langen Sommertage sind die eine Seite des Lebens; und es ist wunderbar sie zu genießen und uns zu erinnern. Die Dunkelheiten und Ängste die andere Seite. Und in diesem Lied gibt es die kraftvolle Zusage, dass all das in der machtvollen Liebe Gottes geborgen ist.

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  4. vor 5 Tagen

    Wenn eine Rose Gott lobt

    Wir haben gegenüber unserem Haus einen kleinen Garten, der an der Stadtmauer entlang geht, klein, aber fein ist, etwas Wiese hat, um sich auch mit 10 Leuten am Tisch zum Essen zu treffen, an der Mauer entlang viele schöne Hortensienbüsche und andere Blumen, die jetzt langsam anfangen zu blühen, ein paar Johannisbeer- und Stachelbeersträucher, um mit den Früchten Marmelade zu kochen, und eine ziemlich große Ecke mit Bodendecker Rosen. Die sind für mich das absolut Faszinierende in unserem Garten. Vor einigen Jahren musste ein gebrochenes Kabel in drei Meter Tiefe gesucht und ausgetauscht werden. Also wurde quasi die Fläche von 3 Quadratmetern 3 Meter tief ausgehoben, eine riesige Holzkabeltrommel schon mal geholt und genau auf den Rosen abgelegt. Tja, das war es wohl. Nach mehr als zwei Wochen wurde die Trommel wieder entfernt und abtransportiert. Von den Rosen war nichts mehr zu sehen. Ein Jahr später lugten ein paar kleine rote Blüten aus dem Rest des Busches, im vergangenen Jahr noch ein paar mehr und in diesem Jahr ist es, als sei niemals eine tonnenschwere Kabeltrommel auf ihnen gelastet, die alles Leben abgedrückt hat. Der Busch blüht in einer Fülle, wie nie zuvor und oft bleiben Spaziergänger stehen und genießen diese Pracht. Manchmal geht es vielen von uns im realen Leben auch nicht anders. Da lasten Arbeit, Krankheit, Nöte und Schwierigkeiten auf uns und es herrscht das Gefühl vor, alles wird erdrückt und es bleibt keine Luft mehr zum Atmen, keinen Raum mehr für Entwicklung, keine Energie mehr für mehr als nur zu existieren. Aber wir Menschen haben von Gott eine unsterbliche Seele bekommen und manchmal braucht es nur ein Gebet, nur einen freundlichen Blick, nur eine Zusage des Beistands, nur eine kleine Hilfe im Alltag, und Leib und Seele können wieder aufleben, aufschauen, aufblühen. Eine Frau im kriegszerstörten Butscha hat neben ihrem zerbombten Haus einen Garten angelegt, Gemüse gepflanzt und einen Rosenstock. Zur Verblüffung des Reporters sagt sie: „Gott hat uns das Leben gegeben und uns überleben lassen. Jetzt werden wir ernten, was wir zum Leben brauchen und die Rose wird IHN, unseren Gott, loben“ Ich bin beeindruckt und fasziniert von der Kraft dieser Frau und ihrem Mut und ihrem Glauben.

    5 Min.
  5. vor 6 Tagen

    Manchmal ist man einfach sprachlos

    Es gibt in der gesamten Liturgie der Kirche nur drei Menschen, von denen wir den Geburtstag feiern: Jesus - den Sohn Gottes, die Gottesmutter Maria, und seinen Vorläufer Johannes, dessen Geburtstag heute ist.Dessen Ankündigungsgeschichte ist echt bemerkenswert. Im Lukasevangelium heißt es: „Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars.Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn.Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“Beim Tempeldienst wird seinem Vater angekündigt, dass er diesen Sohn bekommen wird, und. weil er das wegen seines Alters und dem fortgeschrittenen Alter seiner Frau wirklich nicht glauben kann, wird er stumm. Als dann der Sohn geboren ist, und er aufschreibt, dass dieses Kind Johannes heißen soll, wird seine Zunge wieder gelöst und er kann wieder sprechen und „er redete und pries Gott“. Das es einem, von dem was auf mich zu kommt, schon mal die Sprache verschlägt, kommt Dir wahrscheinlich auch bekannt vor. Man ist sprach- und ratlos und weiß nicht weiter. Und dann hilft es schon mal, wenn man einfach tut, was dran ist, den normalen Alltag bewältigt und trotzdem versucht, Herz und Hirn zusammenzubringen und auf das zu hören, was mir da aufgetragen ist oder von dem ich spüre, dass jetzt etwas geschehen muss. Und manchmal ist es auch erst die nächste Generation, hier also der Sohn Johannes, der die richtigen Worte findet, und einen liebenden und erbarmenden Messias ankündigt.

    4 Min.
  6. 23. Juni

    Was tut Dir heute gut?

    Im Nachbardorf meines Heimatortes ist eine Eisdiele. Sie ist schon über 60 Jahre alt und ist noch immer im Familienbesitz. Der Sohn macht das jetzt schon über 40 Jahre. Sie hat einen legendären Ruf wegen der tollen Qualität des Eises und ist im Preis immer noch niedriger als die anderen ringsum. Ich habe ein kleines Video gesehen und war entzückt: Wenn man hineingeht, ist es drin so herrlich altmodisch, mit Plastikblumen und roten Kunstlederstühlen, dass man sich echt wundert. Aber der Besitzer möchte es so und die Leute lieben es.  Sie hat aber schon immer mehr vom Straßenverkauf gelebt als von den wenigen Sitzplätzen innen. Das Eis wird noch handgemacht und meist gibt es nur 4 - 5 wechselnde Sorten. Und immer, wenn ich vorbeifahre, denke ich, oh, hier wollte ich schon immer mal halten und das Eis probieren. Und dann sehe ich die langen Schlangen der Eisliebhaber, die da vorfreudig anstehen und fahre dann doch vorbei, ohne zu halten. „Das ist da immer so“ sagen meine Brüder, denen ich davon erzähle. Und auch sie haben deshalb dort noch nie gehalten. Man muss einen Parkplatz suchen, ein Ticket ziehen und sich an der Schlange anstellen. Ach, dann lieber nicht. Wofür lohnt es sich für Dich, heute mal anzuhalten, auszusteigen, sich in einer langen Schlange anzustellen und geduldig zu warten? Ein neu auf den Markt geworfenes Produkt, das sehr angesagt ist und alle haben wollen? Ein endlich wiedereröffnetes Museum mit einer brandneuen Ausstellung? Wenn nicht das Geld, der Preis, die Frage ist, sondern die dafür aufgewendete Zeit oder das Vergnügen des Heute?Zurzeit bei der Fußball WM sind in den USA die Preise für alles so hoch, dass sich das nur scheinbar reiche Leute leisten können oder jemand, der dieser Tage erzählt hat, dass er zwei Jahre energisch gespart hat, um sich diese Reise und die Tickets und das Hotel und die Wurst und das Bier leisten zu können und man sah ihm an, dass das eine der besten Entscheidungen seines Lebens war. Und er vergnügt in einer langen Schlange stand, um genau heute ins Stadion zu können.Und über dieses „Heute“, kann man auch wunderbar nachsinnen, während man in der langen Schlange vor der Eisdiele steht und sich sehr vorfreut, weil das köstliche Eis auch eine der wunderbaren Gaben Gottes ist, die die Menschen für seine Menschen erfunden haben, uns zur Freude und zum Genuss für Leib und Seele.

    4 Min.

Info

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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