BZ am Ohr

Badische Zeitung

Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

  1. vor 22 Std.

    Live-Podcast: Macht KI unser Leben wirklich besser?

    Christian Steiger, Aya Jaff, Julia Bösch, Dominic von Proeck und Timo Mayer diskutieren im Historischen Kaufhaus in Freiburg über Künstliche Intelligenz: Mehr als 2 Billionen Euro – eine Zahl mit 12 Nullen. So viel Geld wird wohl allein dieses Jahr in die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz gesteckt. KI verändert gerade alles: die Dimensionen unseres Wirtschaftssystems, die Arbeit in jedem Unternehmen, den Alltag von uns Menschen. Aber wozu das Ganze? Was soll die KI bewirken – und was bewirkt sie tatsächlich? Macht sie unser Leben wirklich besser? Um diese Fragen ging es im Live-Podcast am vergangenen Dienstag bei der dritten Ausgabe der „Evolve“, einer Fachkonferenz für KI und Marketing. Organisiert wird die Veranstaltung von Macs, der Marketing Community Freiburg/Südbaden, die Badische Zeitung ist Medienpartnerin. Moderiert wurde der Live-Podcast von BZ-Redakteurin Dora Schöls. Bei der KI-Revolution stehen wir noch ganz am Anfang – darüber waren sich die fünf Gäste einig. Und: Wir sprechen zwar über Technologie, letztlich soll es aber um den Menschen gehen. Nur: Was genau ist der Mehrwert von KI? Da gingen die Meinungen auseinander. Sie soll „das Leben einfacher und besser machen“, sagte Timo Mayer, Vorstand der Freiburger Digitalagentur Virtual Identity. „KI ist ein Werkzeug. Ein Hammer macht das Leben auch nicht besser, sondern das, was wir daraus machen.“ So sah das auch Julia Bösch, Gründerin des Online-Styling-Services Outfittery. Ihr Produkt verbessere das Leben der Kunden – weil diese sich mit der neuen Kleidung „wohl fühlen und anders auftreten“. Dabei ersetze die KI keine Menschen, sondern gebe mehr Zeit etwa für menschliche Kundenbeziehungen. Entschieden widersprach Autorin Aya Jaff: KI gebe es nur auf Basis von menschlichem Wissen. Die Arbeit etwa von kreativen Menschen werde zum KI-Training verwendet – ohne dass diese Menschen um Erlaubnis gefragt würden. Wie verändert es das menschliche Miteinander, wenn ein Unternehmen KI-Agenten als eigenständige Mitarbeitende mit Personalakte und Feedbackgesprächen einsetzt, so wie das Schulungs-Startup Leaders of AI? „Wir versuchen, den menschlichen Austausch mehr wertzuschätzen“, betonte Gründer Dominic von Proeck. Regelmäßig treffe sich das Team auf Mallorca – ohne die KI-Kollegen. Allerdings: Wenn die KI immer mehr Aufgaben übernehmen kann, müsse man schon aufpassen, dass man selbst kritisch bleibt, ergänzte Lexware-Chef Christian Steiger: „Wir sind alle Convenience-Schweine, wir lieben es, nicht nachzudenken.“ Dabei brauche es genau das im Umgang mit der KI. Was bedeutet es, wenn Menschen die KI nicht mehr kontrollieren können? Welche menschlichen Fähigkeiten werden jetzt wieder wichtig? Und lösen wir mit der KI überhaupt die richtigen Probleme? Um diese und weitere Fragen geht es in dieser Live-Folge von BZ am Ohr.

    53 Min.
  2. vor 4 Tagen

    Warum Kinder die Schule verweigern – und wer dann hilft

    Schulabsentismus – wenn Kinder und Jugendliche wochenlang, monatelang oder sogar jahrelang nicht zur Schule gehen – ist ein wachsendes Problem, das seit der Pandemie deutlich zugenommen hat. In dieser Folge diskutiert BZ-Redakteurin Katharina Meier mit drei Gästen über Ursachen, Hilfsangebote und die Grenzen des Systems. Zu Gast sind die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin an der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) Freiburg Frau Kaiser, der Lehrer und ASKO-Mitarbeiter Alexander Schwieren sowie Frau Müller – eine Mutter, deren Tochter fast zwei Jahre nicht zur Schule gehen konnte. Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte von Frau Müllers Tochter: Mit zwölf Jahren hörte sie nach Mobbing-Erfahrungen auf, zur Schule zu gehen. Was folgte, war ein langer Weg durch Beratungsstellen, lange Wartezeiten und schließlich die Kinder- und Jugendpsychiatrie – wo die Diagnosen soziale Phobie und Autismus-Spektrum-Störung gestellt wurden. Welche Rolle spielte die Tagesklinik als „Game Changer"? Und wie hat eine berufstätige Mutter im Schichtdienst diese 20 Monate gemeistert? Die Expertinnen und Experten beleuchten, welche psychischen Erkrankungen hinter Schulabsentismus stecken können – von Depression über Angststörungen bis hin zu unerkannten Lese-Rechtschreib-Störungen – und warum Druck allein selten hilft. Welche Frühwarnzeichen sollten Eltern und Lehrkräfte kennen? Was können Schulen tun, und wo stoßen alle Beteiligten an ihre Grenzen? Und was braucht es politisch, damit betroffene Familien nicht so lange allein kämpfen müssen?

    1 Std. 19 Min.
  3. 11. Juni

    Mehr CO2 als Fliegen: Wie Alma Spribille mit Mobilfunk die Welt retten will

    Geht Wirtschaften auch nachhaltig? Ja, sagt Alma Spribille. Sie hat in Freiburg den klimaneutralen Mobilfunkanbieter Wetell gegründet. Die ehemalige Solarzellenforscherin am Fraunhofer ISE war zudem Mitglied im Mittelstandsbeirat von Robert Habeck und setzt sich im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft für wertebasiertes Unternehmertum ein. In dieser Folge von „BZ am Ohr" erzählt sie BZ-Redakteurin Dora Schöls, wie sie aus der sicheren Forschungsstelle ins Gründerabenteuer wechselte. Warum ausgerechnet Mobilfunk, wenn es doch offensichtlichere Baustellen beim Klimaschutz gibt? Alma Spribille erklärt, dass Telekommunikation weltweit mehr CO2-Äquivalente verursacht als der Flugverkehr – und dass es in dieser Branche lange keine nachhaltige Alternative gab. Sie spricht über Greenwashing bei großen Anbietern, über Pflanzenkohle-Kompensation und darüber, wie Wetell mit Investitionen in Windräder auf dem Rosskopf Ökostrom produziert. Und sie verrät, mit welcher „dreisten Mutigkeit" sie sich eine Netzanbindung erkämpfte. Doch Alma Spribille blickt auch kritisch auf die aktuelle Wirtschafts- und Energiepolitik, auf die Herausforderungen für Gründerinnen in Deutschland und auf die Frage, wie viel Verantwortung Politik, Wirtschaft und Einzelne für eine nachhaltige Zukunft tragen. Warum gründen so wenig Frauen ein Start-up? Wie geht sie persönlich mit Rückschlägen um – etwa beim gescheiterten Crowdfunding für den Wetell Hub? Und was rät sie anderen Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen?

    42 Min.
  4. 4. Juni

    Der Klimapfarrer von St. Blasien: Wie ein Jesuit zur Letzten Generation kam

    Klimagerechtigkeit, ziviler Ungehorsam und ein ungewöhnlicher Lebensweg: Pater Jörg Alt ist Jesuit – und war zwischen 2021 und 2023 bei Klimaprotesten der Letzten Generation dabei. Für den Podcast „BZ am Ohr" hat ihn BZ-Redakteurin Gina Kutkat im Jesuitenhaus in St. Blasien besucht und mit ihm über seinen Weg vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst über Straßenblockaden bis hin zu seiner neuen Rolle als Dompfarrer im Schwarzwald gesprochen. Seit Ende 2025 lebt und arbeitet Alt in St. Blasien – einer Stadt, die er schon aus früheren Jahren kennt und die er einst als Urlaubsort schätzte. Im Podcast erzählt Alt, wie ihn der Kontakt mit Fridays for Future und den Hungerstreikenden vor der Bundestagswahl 2021 verändert hat – und warum er nach vielen Jahren klassischer Kampagnenarbeit schließlich den Schritt in den Zivilen Ungehorsam wagte. Er nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in eine Straßenblockade auf dem Nürnberger Altstadtring, schildert, wie er sich selbst bei der Polizei anzeigte – und was er dabei erlebte. Wie reagierten die Autofahrer wirklich? Und was sagten seine Mitbrüder über die Klimaaktionen? Außerdem berichtet Alt von seiner 25-tägigen Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Nürnberg im April 2025 – und warum er die Geldstrafe bewusst nicht zahlte. Was erlebte er hinter Gittern, und welches Echo hatte sein Bericht über die bayerischen Haftbedingungen? Der Klimapfarrer hat sein aktivistisches Engagement vorerst beendet – und denkt im Podcast laut darüber nach, wie es weitergehen kann.

    27 Min.
  5. 14. Mai

    Gewalt bei der Geburt erleben bis zu 30 Prozent der Frauen - wie ändern wir das?

    Sie werden angeschrien, unter Druck gesetzt – oder erleben gar Eingriffe, die sie gar nicht wollen. 10 bis 30 Prozent der Frauen erleben bei der Geburt ihres Kindes Gewalt. Woher kommt diese Gewalt? Die Freiburger Historikerin Helena Barop sagt: Aus dem Patriarchat. Darüber hat sie ein Buch geschrieben: „Mythen, Macht und Muttermund - eine feministische Geschichte der Geburt" ist gerade im Siedler-Verlag erschienen. Helena Barop zeigt darin, wie patriarchale Strukturen bis heute die Geburtshilfe prägen. Sie zeichnet nach, wie die die Geburtshilfe von einer reinen Frauensache zu einer männlich dominierten Medizin wurde – mit Folgen, die bis in die heutigen Kreißsäle reichen. Im Podcast „BZ am Ohr" spricht Helena Barop über die erschreckende Geschichte der Gebärhäuser ab 1750, in denen mittellose Frauen als Übungsobjekte für Medizinstudenten missbraucht wurden. Sie erklärt, warum Frauen überhaupt auf dem Rücken gebären – eine Erfindung der Aufklärung, die nichts mit medizinischer Notwendigkeit zu tun hat. Und sie beschreibt, wie die mechanische Vorstellung von Geburt, die damals entstand, noch immer zu unnötigen Eingriffen führt. Warum liegt die Kaiserschnittrate in Deutschland bei über einem Drittel? Wie hängen Zeitdruck im Kreißsaal und Gewalt unter der Geburt zusammen? Und was bedeutet es, wenn 10 bis 30 Prozent der Gebärenden traumatisierende Erfahrungen machen? Helena Barop macht aber auch Mut: Noch nie waren Geburten so sicher wie heute, noch nie hatten Frauen und Kinder so viele Rechte. Die Geschichte der gewaltfreien Geburtshilfe ist noch nicht zu Ende erzählt – aber sie muss aktiv weitergeschrieben werden. Was sich im System ändern muss, welche Rolle Hebammen spielen sollten und warum die Ärzteschaft historische Verantwortung übernehmen muss, erklärt die Historikerin in dieser Folge von „BZ am Ohr".

    1 Std. 9 Min.
4,7
von 5
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Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

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