Der Wolfspodcast

Sabine Sebald

Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.

  1. VOR 5 TAGEN

    94: Weidetierhaltung im Wolfsgebiet

    Sabine ist zurück in Klein Köris – bei einem alten Bekannten. Schäfer Matthias Rackwitz bewirtschaftet hier seit über 30 Jahren mit seinem Kollegen Schafe und Ziegen in der Landschaftspflege. Als Sabine ihn vor einem Jahr zuletzt besucht hat, schien die Welt noch eine andere zu sein. Der Wolf im Jagdrecht? Für Rackwitz damals kaum vorstellbar. Heute ist genau das Realität. Und mit der erleichterten Jagd wächst für ihn nicht die Sicherheit, sondern die Sorge. Umgeben von gleich fünf Wolfterritorien – und bislang ohne einen einzigen Riss – könnte sich die Lage für seine Herden jederzeit drehen. Für Rackwitz steht fest: Die Jagdverbände überspannen den Bogen. Doch der Brandenburger Jagdverband zeigt sich selbstbewusst. Geschäftsführer Kai Hamann ist überzeugt, dass seine Jäger ausreichend Erfahrung und Fachwissen für die Jagd auf Wölfe mitbringen. Rackwitz will es genau wissen – und fordert ihn heraus: ein Quiz, eine Challenge, zehn Jäger. Der Einsatz ist hoch. Wird Hamann sich darauf einlassen? Währenddessen zeigt sich der Alltag auf der Weide ungefiltert: Die Herdenschutzhunde schlagen an, als Spaziergänger mit Hund vorbeiziehen. Routine für die Tiere – sie sichern die Herde und begleiten die Besucher kontrolliert am Zaun entlang. Wenig später stehen mehrere Ziegen plötzlich außerhalb der Weide. Jetzt zählt jede Minute. Tiere zurück treiben und die Zaunlücke finden. Ein Tag mit Matthias Rackwitz – zwischen politischer Debatte, praktischer Erfahrung und der Frage, wie viel Risiko die Weidetierhaltung künftig noch tragen kann. Edit: Sabine hat im Gespräch fälschlicherweise gesagt, dass Kai Hamann der Vorsitzende vom Landesjagdverband Brandenburg ist. Kai Hamann ist der Geschäftsführer vom LJVB.

    58 Min.
  2. 23. APR.

    93: Alltag einer Schäferin in Deutschland

    Nach einer kurzen kreativen Pause meldet sich Sabine zurück – mit einer Folge direkt aus dem Leben einer Schäferin aus Nordhessen. Zu Gast ist Thea Welland: Schäferin aus Leidenschaft, Agraringenieurin und Ökobäuerin in Witzenhausen. Eine Frau, die nicht nur von Landwirtschaft spricht, sondern sie lebt – mit allem, was dazugehört. Was mit einem einzelnen Schaf namens Pipilotta begann, entwickelte sich zu einem vielseitigen Betrieb mit rund 30 Milchschafen, eigener Naturseifen-Manufaktur und einer klaren Haltung zu Tierwohl und Verantwortung. Sabine spricht mit Thea über ihren ungewöhnlichen Weg: von der Rettungsassistentin zur Schäferin, über den Mut, Neues zu wagen, und die Realität hinter der oft romantisierten Vorstellung vom Landleben. Es geht um Herausforderungen im Alltag, echte Sorgen in der Schäferei – und um Konflikte, die nichts mit dem Wolf zu tun haben, sondern mit Menschen, Hunden oder gesellschaftlichen Erwartungen. Schon früh setzte sich Thea wissenschaftlich in ihrer Diplomarbeit mit der Koexistenz von Schafen und Wölfen auseinander – lange bevor das Thema breite Aufmerksamkeit bekam. Und lange, bevor die Wölfe wirklich zurückgekehrt waren. Heute verbindet sie Theorie und Praxis auf eindrückliche Weise und teilt offen ihre Erfahrungen, Strategien und auch Sorgen. Außerdem erzählt sie, wie aus ihrer Geschichte plötzlich ein Buch wurde – und wie sie über die Kommunikation mit ihren Tieren lernte, mit Verlusten und dem Tod klarzukommen. Eine ehrliche, vielschichtige Folge über Leidenschaft, Verantwortung und das Leben zwischen Weide, Wolf und Wirklichkeit.

    1 Std. 4 Min.
  3. 24. MÄRZ

    91: Wolfsmanagement in Deutschland

    Wolfsmanagement – nicht nur ein Verwaltungsvorgang sondern die Grundlage für die Koexistenz von Mensch und Wolf. In dieser Episode vom Wolfspodcast geht es um die Frage, was „Wölfe managen“ in Deutschland ganz konkret bedeutet. Wie geht man mit Wölfen um, wenn sie Menschen zu nah kommen oder aber regelmäßig wolfabweisenden Herdenschutz überwinden? Von Besenderung über Vergrämung bis hin zur "letalen Entnahme", wie die letzte aller Möglichkeiten im Amtsdeutsch heißt. Sabine spricht in dieser Folge wieder mit Naturfilmer und Biologe Sebastian Koerner, der seit vielen Jahren mit wildlebenden Wölfen arbeitet und zahlreiche Fälle aus eigener Erfahrung kennt. Anhand aktueller Beispiele wie dem Wolf von der Hornisgrinde, den Abschussgenehmigungen in Cuxhaven und der Uckermark geht es darum, wann aus einem Wolf ein Problemwolf" wird – und ob vorher alle milderen Mittel und Herdenschutzmaßnahmen ausgeschöpft wurden. Im Fokus stehen natürlich auch wieder die aktuelle Wolfspolitik der Bundesregierung und das geplante Bundesjagdgesetz, das die Bejagung von Wölfen erleichtern soll und seit Monaten von Naturschutzverbänden, Wissenschaftlern und engagierten Juristen diskutiert wird. Sebastian warnt: Allein die Debatte um den Abschuss von Wölfen kann die illegale Jagd befeuern – während Politik und Justiz oft wegschauen, statt konsequent zu ermitteln. Ein Gespräch über die Biologie unserer Wölfe, Respekt vor der Wissenschaft – und die Frage, warum die Jagdfunktionäre und Regierungspolitiker sich den Fakten so rigoros verweigern. Für die Zukunft des Honrisgrinde-Wolfs bringt Sebastian eine zündende Idee mit. Jetzt müssen nur noch die Behörden mitspielen....

    1 Std. 13 Min.
  4. 13. MÄRZ

    90: GW2672m: Der Wolf, der kam, um zu bleiben

    Nach Wochen des Bangens kam am vergangenen Dienstag (10.3.26) die erlösende Nachricht: Der Wolf von der Hornisgrinde lebt – der Abschusszeitraum ist abgelaufen. Das baden-württembergische Umweltministerium ließ mitteilen, dass die Abschussverfügung für GW2672m nicht verlängert wird. Doch was bleibt nach diesen bewegten Tagen und Wochen im Schwarzwald? In dieser Episode des Wolfspodcasts sprechen Alex aus Bühlertal und Max von der Taskforce: Artenschutz mit Sabine über die intensiven Wochen vor Ort: über Hoffen, Handeln, – und über den bemerkenswerten Zusammenhalt, der weit über die Region hinaus gewirkt und international für Schlagzeilen gesorgt hat. Beleuchtet wird die Rolle der Taskforce: Artenschutz, die im Hintergrund sensibel vermittelnd, aber auch aktiv vor Ort im Einsatz war. Es geht um „zivilen Widerstand“, den Umgang der Behörden mit dem Wolf, die Kritik von außen und die bewegenden Momente hinter den Schlagzeilen. Alex war von Anfang bis Ende mittendrin, Max zweimal auf der Hornisgrinde – beide erzählen offen, was sie erlebt haben und was sie sich für die Zukunft wünschen. Und natürlich geht der Blick nach vorn: Was haben diese Ereignisse verändert – im Nordschwarzwald, in den Köpfen der Menschen und in der Wahrnehmung des Wolfs? Welche Lehren für die Zukunft wurden gezogen? Welche Chancen eröffnen sich jetzt, welche Risiken bleiben? Und wie soll es weitergehen – von Vergrämung bis Besenderung? Eine Folge über Emotionen, Erkenntnisse und ganz viel Verantwortung – und über einen Wolf, der zu einem Symbol wurde. Ein besonderer Dank geht an die Naturschutzinitiative e.V. (NI), insbesondere Harry und Gabriele Neumann, die Leitung sowie das Team des Nationalparks Schwarzwald, und an Thomas Reister, Franziska Bernardi, Edyta, Amelie, Jutta, Christine und Hendrik, Anja, Simone und Andi. Ihr Einsatz, ihre Sachkenntnis und ihr Engagement leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag.

    47 Min.
  5. 16. FEB.

    88: Die Causa Wolf im Deutschen Bundestag

    In dieser Episode gibt es einen spannenden Perspektivwechsel im Wolfspodcast: Während bisher intensiv über die politischen Prozesse rund um das Jagd- und Bundesnaturschutzgesetz gesprochen wurde, liefert nun ein Politiker Insights aus der ersten Reihe: Sascha H. Wagner, Bundestagsabgeordneter für Die Linke, ist direkt in die Gesetzesnovelle involviert und gibt Einblicke, die die politische Landschaft und die Herausforderungen näher bringen. Dabei geht es um folgende Themen: • Die Position der Linken: Warum fordert die Partei als einzige den Wolf zu schützen, während die Bundesregierung Pläne zur Regulierung und Bejagung vorantreibt? • Gesetzgebungsprozess: Wie entstehen die Positionen im Parlament? Was geschieht hinter den Kulissen? • Herdenschutz und Artenschutz: Welche sachlichen Fakten wurden in der Debatte präsentiert, und wie stehen die anderen Parteien im deutschen Bundestag dazu? • Mythen im Parlament: Warum halten sich in den Reihen der Parlamentarier so viele Falschinformationen rund um den Wolf und Artenschutz? Ist es Desinteresse oder Kalkül? • Einfluss von Lobby-Gruppen: Wie stark sind die Jägerschaft und andere Lobbyisten im Bundestag vertreten? Wie beeinflussen sie die Gesetzgebung? • Auf Kollisionskurs mit dem Gesetz?: Welche rechtlichen Grenzen werden möglicherweise überschritten, und welche Konsequenzen könnte das haben? Fakt ist, die Bundesregierung will das Gesetz noch im März beschließen. Next Step: Die Abgeordneten wollen am Montag, 23. Februar 2026, ab 16:30 Uhr mit Sachverständigen über die Änderung des Bundesjagdgesetzes und über die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes beraten. Die geplante Gesetzesänderung sieht vor, dass der Wolf als grundsätzlich jagdbare Tierart ins Jagdgesetz aufgenommen wird. Können an dem Tag die Weichen nochmal neu gestellt werden? Ihr könnt auf jeden Fall aber Zeichen für den Wolf und den Artenschutz setzen bei der Mahnwache von Umweltaktivistin Annemarie Botzki. Sie findet am Montag um 16 Uhr auf der Wiese vor dem Bundestag statt. Sabine ist auch dabei.

    29 Min.
  6. 10. FEB.

    87: Der Hornisgrinde-Wolf, Teil 2

    Seit unserer letzten Folge ist klar: Der Hornisgrinde-Wolf bewegt mehr als nur die Schlagzeilen im Nordschwarzwald. Er sorgt für politischen und juristischen Streit, und er wirft viele Fragen auf, die weit über ihn selbst hinausgehen. Vor allem aber macht er sichtbar, wie eng Mensch und Wildnis inzwischen wieder aufeinandertreffen, ohne wirklich darauf vorbereitet worden zu sein. Max von der Taskforce: Artenschutz ist in den Schwarzwald gereist, um den Menschen vor Ort zu begegnen. Bewusst eher unter dem Radar, denn das Thema Wolf ist sensibel, emotional und aufgeheizt. Soviel steht aber schonmal fest: Dieser Einsatz war alles andere als oberflächlich. Max hat mit Menschen gesprochen, die mit ihren Hunden täglich in dem Gebiet vom Hornisgrinde-Wolf unterwegs sind. Mit Menschen, die diesem Wolf immer wieder begegnen, und mit solchen, die ihn noch nie gesehen haben, aber trotzdem eine klare Meinung haben. Und er hat Menschen kennengelernt, die ihn tief beeindrucken. Eine von ihnen ist Alex. Sie lebt am Rande des Territoriums und ist fest entschlossen, den Wolf nicht aufzugeben. In einem selbst recherchierten und zusammengestellten Strategiepapier hat sie konkrete Lösungsvorschläge gebündelt und an das Umweltministerium weitergeleitet. "Dieser Wolf hat eine Chance verdient und könnte Signalwirkung für das ganze Land haben", glaubt Alex und richtet einen leidenschaftlichen Appell an die verantwortlichen Politiker. Denn noch bleibt etwas Zeit: Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat einen so genannten Hängebeschluss erlassen. Demnach darf der Hornisgrinde-Wolf vorläufig bis zur Entscheidung des Gerichts, längstens bis zum 16.2.26 nicht abgeschossen werden. Eine Wolfspodcast-Folge voller unbequemer Fragen, bewegender Eindrücke und ganz viel Hoffnung.

    54 Min.
4,5
von 5
76 Bewertungen

Info

Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.

Das gefällt dir vielleicht auch