HMZE

Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer

Beyond Vibe Coding - der Podcast über die Zukunft der Softwareentwicklung

  1. VOR 2 TAGEN

    #063 FinTech und AI-Vorreiter - mit Florian Thiel (Upvest)

    Florian Thiel, Director of Engineering bei Upvest, gibt einen sehr konkreten Einblick in Agentic Engineering in einem regulierten FinTech. Upvest baut Investment-Infrastruktur per API und muss mit Bank-/Finanzmarktanforderungen, Kundendaten, Auditierbarkeit und komplexen End-to-End-Flows umgehen. Gerade deshalb ist die Episode spannend: Viele Strukturen, die klassisch als Bremse gelten - Human Review, Pull-Request-Gates, Datenklassifikation, SSO und kontrollierte Zugriffe - werden bei Upvest zur Voraussetzung für sicheren AI-Einsatz. Im Gespräch geht es um Claude Code, Gemini, ein internes AI Toolkit mit Skills, Rules, Workflows und Agents, MCP-Gateways mit Nutzerrechten, Datadog- und Linear-Anbindungen, Developer-Experience-Messung mit DX sowie die Frage, wie viel Produkt-, Domain- und Architekturwissen Agenten brauchen. Florian bleibt dabei sehr pragmatisch: AI erhöht Durchsatz, aber die Code-Qualität ist tlw. durchwachsen, Review-Bottlenecks, unvollständige Test-Harnesses, Agent Sprawl und Kontextmanagement sind noch ungelöst. Die wichtigste Lehre: Agentic Engineering ist keine reine Toolfrage. Organisationen, die heute profitieren wollen, brauchen eine saubere Engineering-Basis: kleine und konsistente Stacks, automatisierte SDLC-Gates, gute Dokumentation, versionierten Kontext und klare Governance. Dann kann Regulierung sogar zum Vorteil werden, weil die nötigen Sicherheits- und Kontrollmechanismen bereits existieren. -- Links und Referenzen Upvest: https://upvest.co/Cloudflare Model Context Protocol / MCP Portal: https://developers.cloudflare.com/cloudflare-one/access-controls/ai-controls/mcp-portals/ Datadog MCP Server: https://docs.datadoghq.com/bits_ai/mcp_server/Linear MCP: https://linear.app/docs/mcpDX Developer Intelligence Platform: https://getdx.com/ Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an ⁠⁠ schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.

    1 Std. 7 Min.
  2. 13. MAI

    #062 Ein Deep-Dive in Dark Factories (audio fix)

    Dark Factories beschreiben ursprünglich vollautomatisierte Fabriken ohne Menschen auf dem Shopfloor. In Software wird der Begriff inzwischen für Level-5-Entwicklung verwendet: Ziel oder Spezifikation rein, Software raus. Sebastian und André diskutieren, warum dieses Bild hilfreich ist – und wo es in die Irre führt, weil Softwareentwicklung häufig neue, schlecht definierte Probleme löst statt stabile Produktionsprozesse zu wiederholen. Im Zentrum steht der Unterschied zwischen echter L5-Architektur und unreviewter Codegenerierung mit Marketinglabel. StrongDM dient als wichtiges Referenzbeispiel: Specs, Harnesses, Digital-Twin-Umgebungen und unabhängige Szenarien machen „no human review“ überhaupt erst diskutierbar. Ohne diese Struktur bleibt der Schritt riskant, besonders für Organisationen, die heute eher auf L2 oder L3 arbeiten. Für Tech Leader wird Spec Writing zur Schlüsselfähigkeit. Der Bottleneck wandert von Code zu Verhalten, Akzeptanzkriterien, Validierung und Produkturteil. Gleichzeitig bleiben menschliche Guardrails wichtig: datengetriebene Produktloops können Innovation beschleunigen, aber auch Nutzer überfordern und Enshittification beschleunigen. -- Links und Referenzen StrongDM Software Factory: https://factory.strongdm.aiSimon Willison über StrongDMs Software Factory: https://simonwillison.net/2026/Feb/7/software-factory/Dan Shapiro: The Five Levels from Spicy Autocomplete to the Dark Factory: https://www.danshapiro.com/blog/2026/01/the-five-levels-from-spicy-autocomplete-to-the-software-factory/Stanford CodeX: Built by Agents, Tested by Agents, Trusted by Whom?: https://law.stanford.edu/2026/02/08/built-by-agents-tested-by-agents-trusted-by-whom/strongdm/attractor auf GitHub: https://github.com/strongdm/attractorstrongdm/attractorbench auf GitHub: https://github.com/strongdm/attractorbench

    1 Std. 4 Min.
  3. 7. MAI

    #061 Das Eichhorst Prinzip - mit Ingo Eichhort (IONOS)

    Ingo Eichhorst bringt in dieser Episode einen nützlichen theoretischen Rahmen für AI Coding auf den Punkt. Er beschreibt LLMs als verrauschte Kanäle, in denen Unschärfe schon vor dem Modell entsteht, nämlich in Sprache, Anforderungen, Kontext und impliziten Annahmen. Das Eichhorst-Prinzip ist deshalb vor allem eine Denkstütze dafür, an welchen Stellen Teams tatsächlich Qualität beeinflussen können. Spannend wird die Folge vor dort, wo Ingo die Theorie auf reale Engineering-Arbeit zurückführt. Er spricht über Go als agentenfreundliche Sprache, über kleine iterative Arbeitspakete statt überladene Spec-Rituale, über Datenschutz und Datenklassifizierung als organisatorische Leitplanken und über die Bedeutung von Tests, Linter, Compiler und Architektur-Checks. Die Kernaussage ist klar: Wenn AI mehr Code erzeugt, muss das System drumherum mehr Qualität absichern. -- Links und Referenzen Irrlicht: https://github.com/ingo-eichhorst/IrrlichtTaskmaster: https://tryhamster.com/product/taskmasterClaude Shannon: https://en.wikipedia.org/wiki/Claude_ShannonInformation entropy: https://en.wikipedia.org/wiki/Entropy_(information_theory)Precision and recall: https://developers.google.com/machine-learning/crash-course/classification/accuracy-precision-recall Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an ⁠⁠ schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.

    1 Std. 19 Min.
  4. 30. APR.

    #060 AI für den Wald - mit Alexander Thiele (ocell)

    Alexander Thiele beschreibt in dieser Episode eine begeisternde Form von AI-Transformation. Bei ocell geht es um Waldflächen, Luftbilder, GeoJSON, Offline-first-Anwendungen und Prozesse, die mit unstrukturierten Daten, operativen Übergaben und realen Produktivitätsgrenzen zu tun haben.  Besonders interessant ist Alexanders Blick auf die Organisation. Er beschreibt, wie Claude nicht nur Engineers hilft, sondern auch Product, Customer Success, HR und Marketing. Plugins, Skills und Sub-Agents werden dabei nicht als magische Lösung verkauft, sondern als praktische Mittel, um Zugangshürden zu senken, Arbeit anschlussfähiger zu machen und Teams neue Formen von Ownership zu ermöglichen. Damit wird die Folge vor allem für Tech- und Produktverantwortliche relevant, die gerade nicht mehr nur über Tools, sondern über echte Betriebsmodelle für AI-unterstützte Wissensarbeit nachdenken. Gleichzeitig bleibt die Episode angenehm ehrlich über Grenzen und Reibung. Das Innovationstempo ist hoch, nicht jedes Tool hält, was es verspricht, und der Wunsch nach einem wirklich integrierten Personal Assistant ist noch nicht eingelöst. Gerade diese Mischung aus Begeisterung, Pragmatismus und offener Unsicherheit macht das Gespräch stark. -- Links und Referenzen ocell: https://www.ocell.io/Flutter: https://flutter.dev/Graphiti: https://github.com/getzep/graphitiFlutterCon Talk zu Offline First: https://www.youtube.com/watch?v=QCwwKWm9UDQ Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an ⁠⁠ schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.

    1 Std. 2 Min.
  5. 18. APR.

    #058 Semantic Anchors - mit Ralf D. Müller

    Ralf D. Müller erläutert uns in dieser Folge sein Konzept der Semantic Anchors in LLMs, also Begriffe oder Wortgruppen, die im Modell mit wenig sprachlichem Aufwand ganze Methodenräume aktivieren. Ralf beschreibt das nicht als bloßes Prompt-Tuning, sondern als sehr praktische Methode, bekannte Wissensinseln im Modell gezielt anzusprechen, etwa über Begriffe wie arc42, ADRs nach Nygard oder TDD London School. Dadurch wird auch verständlich, warum Modell und Harness oft wichtiger sind als der restliche Tool Stack und weshalb Themen wie Kontext, Parallelität und Fokus im agentischen Arbeiten so stark ins Gewicht fallen. Spannend wird es dort, wo das Konzept weitergedacht wird: Mit Semantic Contracts beschreibt Ralf eine Möglichkeit, auch Begriffe für Wissen außerhalb der Trainingsdaten definitorisch zu fixieren. Daraus entsteht ein Workflow, der von Requirements über Spezifikation und Architekturdokumentation bis in eine Dark-Factory-artige Umsetzung reicht. Zum Schluss öffnet die Episode noch den Raum für eine größere Frage: Wie kann Vertrauen in KI-Systeme wachsen, wenn klassische Reviews nicht mehr skalieren und stattdessen Fehlerkorrektur, Compilerläufe und andere Rückkopplungen den verlässlicheren Kanal bilden sollen? --  Links und Referenzen arc42: https://arc42.org/Semantic Anchors: https://rdmueller.github.io/pages/blog/semantic-anchors.htmlSemantic Contracts: https://llm-coding.github.io/Semantic-Anchors/contracts Eichhorst Prinzip: https://rdmueller.github.io/pages/blog/eichhorsts-principle.html Ralf D. Müller: https://rdmueller.github.io/index.html  Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an ⁠⁠ schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.

    52 Min.
  6. 11. APR.

    #057 beeindruckende AI-Transformation bei der GetAway Group - Bastian Buch

    Bastian Buch, CPTO der GetAway Group, beschreibt in dieser Folge eine AI-Transformation, die bereits jetzt deutlich tiefer geht als Agentic Engineering oder der Einsatz einzelner Tools. Ausgehend von seiner persönlichen Tool-Evolution erklärt er, wie sich seine Arbeitsweise als Tech Leader verändert hat und warum AI für ihn heute sowohl Coding, Wissensarbeit als auch Management beschleunigt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Tech-Organisation aussieht, wenn AI nicht als Add-on, sondern als struktureller Faktor verstanden wird. Bastian spricht über die Auflösung klassischer Scrum-Rituale, über kleinere vertikale und temporäre Mikro-Teams, Skill-Marketplaces, agentische QA-Ansätze, Datenzugriffe mit Rechtekonzepten und das Rollenbild des „Product Engineer“. Gerade im Kontext einer Legacy-geprägten Travel-Tech-Gruppe zeigt die Folge sehr konkret, was AI-native Organisationsentwicklung praktisch bedeutet. --  Links und Referenzen GetAway Group: https://www.getaway.group/ueber-unsagentic-second-brain-guide von Bastian Buch: https://github.com/bbuch82/agentic-second-brain-guide Der HMZE Podcast ist ein Projekt von Sebastian Heide-Meyer zu Erpen und André Neubauer. Die Inhalte stammen von uns und unseren Gästen. Weiterdiskutieren kannst du bei LinkedIn oder besuche uns auf unserer HMZE Seite, wo wir alle Folgen veröffentlichen. Fragen und Anfragen kannst du uns gerne per Mail an ⁠⁠ schicken. Vielen Dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge.

    1 Std. 8 Min.

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