Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

Bei "Zeitgeschichte erleben" featuren wir unsere besten Veranstaltungen, exklusive Interviews und Gesprächsreihen rund um Politik, Gesellschaft und Geschichte. Wir erinnern an das Leben und politische Wirken Willy Brandts – und schlagen Brücken von damals in die Gegenwart.

  1. 6. Okt.

    Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns

    Kann Weltbürgertum mehr sein als eine Utopie? Dem Staatsrechtler Carl Schmitt zufolge nicht: Kosmopolitismus löse sich in Luft auf, sobald man versuche, ihn in die Praxis umzusetzen; es handele sich um eine Weltsicht, die entpolitisiere. Doch in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren von 1919 bis 1939, gab es Projekte, in denen Kosmopolitismus ernst genommen und anzuwenden versucht wurde. Ein Vorhaben, das viele Fragen aufwarf: Wie führt man eine gemeinsame Sprache ein, die es der Menschheit ermöglicht, zu einer Einheit zusammenzufinden? Lassen sich Kinder und Jugendliche zu Weltbürgern erziehen? Wie soll eine künftige Weltregierung die Loyalität ihrer Beamten gewinnen, wenn diese gleichzeitig ihren Herkunftsländern verpflichtet sind? Der Historiker Malte König untersucht in „Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns 1919–1939“ (Campus 2025) die Handlungswirksamkeit kosmopolitischen Gedankenguts in der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit. Nicht die Utopien stehen im Zentrum, sondern die konkrete Umsetzung des Kosmopolitismus in den Feldern Kommunikation, Erziehung, gelebte Weltgemeinschaft, Menschenrechte und Völkerbund. Auf die Vorstellung des Buches durch Malte König folgt ein Kommentar von Isabella Löhr (Freie Universität Berlin). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert. Veranstaltung In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin.

    Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns
  2. 11. Aug.

    Wer schweigt, wird schuldig! Hörstück zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer

    „Wer schweigt, wird schuldig!“, mahnen Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre kurz nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 und nennen die Manifestierung der Teilung „das Unrecht vom 13. August“. Stephan Hermlin antwortet umgehend und erteilt „den Maßnahmen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik [s]eine uneingeschränkte ernste Zustimmung“. Annemarie, eine junge Ost-Berliner Bürgerin, fragt ihren Bruder Rulle in einem Brief: „Was haben wir nur verbrochen??“. Und Willy Brandt? Der prangert die „brutale Teilung“ und „rechtswidrigen Maßnahmen des Ulbricht-Regimes“ an und kann den Absperrungen mitten durch die Stadt zunächst doch nur ohnmächtig zusehen. Diese und weitere zeitgenössische Reaktionen auf die dramatischen Ereignisse vor 65 Jahren ergeben eine Collage aus politischen, literarischen und persönlichen Impressionen aus Ost und West. Gelesen von der Schauspielerin Sigrid Dettlof und dem Schauspieler Ludwig- Christian Glockzin erinnern die Texte an die tiefen Einschnitte in das Leben der Deutschen auf beiden Seiten der Mauer. Arrangement: Julius Bartholdt, Günter Grass-Haus & Anne Küpperbusch, Willy-Brandt-Haus Lübeck, Aufnahme und Schnitt: Hendrik Große-Homann Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung online: Webseite: www.willy-brandt.de/ Newsletter: www.willy-brandt.de/newsletter/ Instagram: www.instagram.com/bwbstiftung/ Facebook: www.facebook.com/BundeskanzlerWillyBrandtStiftung/ YouTube: www.youtube.com/@BWBStiftung Bildnachweis: Bundesbildstelle

    Wer schweigt, wird schuldig! Hörstück zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer
  3. 30. Juni

    Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945

    Buchpräsentation und Diskussion Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945 23. Juni 2026 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors Im Januar 1942 schlug der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS Alarm: Die Bevölkerung baue sich „ihr Bild“ zusammen und übernehme „die unsinnigsten Gerüchte“ kritiklos. Was der SD als ein Problem wahrnahm, bildet den Ansatzpunkt für das Buch „Hören und Sprechen im Krieg“ (2025) von Felix Berge. Auf breiter Quellenbasis untersucht er die Alltagskommunikation in der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg als Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Wie tauschten sich Menschen unter den Herrschaftsbedingungen des Nationalsozialismus aus? Wie veränderte sich Kommunikation im Krieg, als das Vertrauen in die Medien zerfiel und die Wahrheit von allen Seiten unter Beschuss geriet? Informelle Kommunikation konnte die Gesellschaft in der Krise strukturieren, verlieh Individuen Souveränität und war ein Überlebensmittel. Wer mehr wusste, besaß Vorteile. Doch die Deutschen artikulierten auch Ängste und Gewalt, sie sprachen über Verbrechen und Holocaust. Das NS-Regime bekämpfte diese „Gerüchtemacherei“ nicht nur, es nutzte informelle Kommunikation in der „Mundpropaganda“ auch selbst. Auf die Vorstellung des Buches durch Felix Berge folgt ein Kommentar von Andrea Riedle (Topographie des Terrors). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert. Eine Kooperationsveranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors . . . Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung online: Webseite: www.willy-brandt.de/ Newsletter: www.willy-brandt.de/newsletter/ Instagram: www.instagram.com/bwbstiftung/ Facebook: www.facebook.com/BundeskanzlerWillyBrandtStiftung/ YouTube: www.youtube.com/@BWBStiftung

    Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945
  4. 27. Apr.

    Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945

    Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945 Buchsalon am 23.4.2026 im Forum Willy Brandt Berlin Die Frage nach der historischen Verantwortung, die aus der NS-Vergangenheit erwachsen ist, prägt die Debatten in Politik, Gesellschaft, Medien und Wissenschaft bis heute. Bereits unmittelbar nach 1945 begannen die Deutungskämpfe über den Umgang mit dieser Vergangenheit: Wie konnte es dazu kommen? An welche Opfer wird wie erinnert? Wen versteht man als Täter, wen als Mitläufer und wie sollte man mit ihnen umgehen? Und worauf genau bezieht sich eigentlich das „Nie wieder“? Seit mehr als acht Jahrzehnten werden diese Fragen unter sich wandelnden Vorzeichen immer wieder neu und kontrovers diskutiert. Zwei eindrucksvolle neue Veröffentlichungen beleuchten diese Debatten aus unterschiedlichen Blickwinkeln: In „Never Again: Germans and Genocide After the Holocaust“ untersucht der US-amerikanische Historiker Andrew I. Port, wie die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im geteilten und im geeinten Deutschland den Umgang mit anderen Genoziden geformt und beeinflusst hat. Die Historikerin und Kulturwissenschaftlerin Marie Müller-Zetzsche analysiert in ihrem im Mai erscheinenden Buch „Erneuerung der alten Rechten“ deren gezielte Versuche, den Erinnerungsdiskurs im Sinne ihrer Politik und Ideologie zu lenken. Moderiert von Frank Wolff stellen beide Gäste in der zweiten Ausgabe unseres Buchsalons ihre Bücher vor. Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung online: Webseite: www.willy-brandt.de/ Newsletter: www.willy-brandt.de/newsletter/ Instagram: www.instagram.com/bwbstiftung/ Facebook: www.facebook.com/BundeskanzlerWillyBrandtStiftung/ YouTube: www.youtube.com/@BWBStiftung

    Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945

Bewertungen und Rezensionen

5
von 5
3 Bewertungen

Info

Bei "Zeitgeschichte erleben" featuren wir unsere besten Veranstaltungen, exklusive Interviews und Gesprächsreihen rund um Politik, Gesellschaft und Geschichte. Wir erinnern an das Leben und politische Wirken Willy Brandts – und schlagen Brücken von damals in die Gegenwart.

Das gefällt dir vielleicht auch