Von Assur nach Babylon

Altorientalisches Institut der Universität Leipzig

"Von Assur nach Babylon" ist ein Podcast des Altorientalischen Instituts der Universität Leipzig. Assur und Babylon, die beiden Hauptstädte Assyriens und Babyloniens, stehen stellvertretend für die antiken Kulturen Vorderasiens in den drei vorchristlichen Jahrtausenden: im Zentrum Mesopotamien, das Zweistromland an Euphrat und Tigris auf dem Gebiet der heutigen Staaten Irak und Syrien, das Hethiterreich in der heutigen Türkei, das Reich Elam in Südwestiran, das Reich Urartu in Ostkleinasien, sowie verschiedene Reiche Syriens, Israels und der palästinensischen Autonomiegebiete. Die Geschichte und Kultur dieser Reiche lässt sich aus den archäologischen Ausgrabungen und vor allem den unzähligen, meist in Keilschrift verfassten Schriftzeugnissen detailliert rekonstruieren. In diesem Podcast stellen wir den Alten Orient und die wissenschaftliche Arbeit der Altorientalistik in allgemeinverständlicher Weise vor.

  1. Assyrische "Akademiker": Gelehrte am Königshof

    17. Apr.

    Assyrische "Akademiker": Gelehrte am Königshof

    Wir widmen uns in dieser Folge den vielen Gelehrten, die die assyrischen Könige an ihrem Hof unterhielten. Es waren Ärzte, Sterndeuter, Magier und Beschwörer, die dem König in den verschiedensten Belangen beratend zur Seite standen. Bekannt sind sie uns v.a. durch Briefe, die sie mit ihren Herren austauschten, aber auch Texte – Rituale, Vorzeichensammlungen, Symptom- und Therapiebeschreibungen oder astrologische Werke –, die sie im Laufe ihrer Berufsausbildungen memorieren und deren Inhalte sie beherrschen mussten, sind uns überliefert. Literatur: -       Simo Parpola: Letters from Assyrian and Babylonian Scholars (= State Archives of Assyria 10, 1993). -       Simo Parpola: Letters from Assyrian Scholars to the Kings Esarhaddon and Assurbanipal. Part II: Commentary and Appendices (= Alter Orient und Altes Testament 5/2, 1983). -       C. B. F. Walker, “Wissenschaft und Technik” in: B. Hrouda, Der Alte Orient (München  1991), 247-269. Soundediting: Taichuan Tang Soundeffekte (von Pixabay): Desert Sun – Sound Effect by drmseq Middle East – Music by AlexiAction Desert Voices – Music by ArtSlop_Flodur Arabic Sadness – Music by SergeQuadrado Nomad Places. Desert Middle Eastern – Music by FreeGroove Abbildung: "The Famous Library of King Ashur-bani-pal at Nineveh" (heute British Library, London), Künstler: Fernand Le Quesne. S. https://www.nationalgeographic.fr/photographe/album.

    30 Min.
  2. Folge 15: Verfeindete Brüder: Assyrien und Babylonien

    7. Feb.

    Folge 15: Verfeindete Brüder: Assyrien und Babylonien

    Das Verhältnis Assyriens zu seinem südlichen Nachbarn Babylonien im 1. Jtsd. war geprägt von der Achtung vor den kulturellen Leistungen Südmesopotamiens einerseits sowie der faktischen militärischen Überlegenheit Assyriens andererseits – ein Verhältnis, dass zur Analogie vom "Athen am Euphrat" und "Rom am Tigris" (E. Frahm) geführt hat. Die Zerstörung Babylons durch den Assyrerkönig Sanherib (Sin-ache-eriba) war nicht nur Folge und Ausdruck dieser Spannungen, sondern wurde auch in Assyrian selbst als Tabubruch empfunden. In der 15. Folge unseres Podcasts wollen wir uns der dramatischen Geschichte dieser assyrisch-babylonischen Hassliebe annehmen. Namen: Die in dieser Folge erwähnten mesopotamischen Könige sind durch die biblische und griechische Überlieferung teilweise besser unter alternativen Namen bekannt: Salmānu-ašarēd: Salmanassar Tukultī-apil-ešarra: Tiglatpileser Marduk-aplu-iddina: Merodach-baladan Šarru-kīn: Sargon Sin-aḫḫē-erība: Sanherib Aššur-aḫu-iddina: Asarhaddon Aššur-bāni-apli: Assurbanipal Literatur: E. Frahm, Assyria: The Rise and Fall of the World's First Empire (London 2024) K. Radner, Mesopotamien Die frühen Hochkulturen an Euphrat und Tigris (C. H. Beck, München 2017) M. Jursa, Die Babylonier. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (C. H. Beck, München 2023) Cancik-Kirschbaum, Die Assyrer. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (C. H. Beck, München 2023) Artikel "Sanherib" im Reallexikon der Assyriologie (s. https://publikationen.badw.de/de/rla/index#10367) E. Frahm (Hrsg.): A Companion To Assyria (J. Wiley & Sons, Hoboken 2017) S. Ponchia, G. B. Lafranchi, The Neo-Assyrian Empire. A Handbook (De Gruyter, Berlin 2024) M. P. Streck, Der Wiederaufbau Babylons unter Asarhaddon und Assurbanipal in Briefen aus Ninive, Altorientalische Forschungen 29 (2002) 205-233 (s. https://www.academia.edu/34474734/DerWiederaufbauBabylonsunterAsarhaddonundAssurbanipalinBriefenausNiniveAltorientalischeForschungen292002205233) Soundediting: Taichuan Tang Soundeffekte (von Pixabay): Desert Sun – Sound Effect by drmseq Middle East – Music by AlexiAction Arabic Sadness – Music by SergeQuadrado Nomad Places. Desert Middle Eastern – Music by FreeGroove Desert Voices – Music by ArtSlop_Flodur Abbildung: Szene einer Stadtbelagerung durch Assyrer auf einem Relief aus der assyrischen Hauptstadt Kalchu/Nimrud (BM 298477001, © The Trustees of the British Museum. Shared under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0) licence.)

    29 Min.
  3. Bauchweh in Babylon: Krankheit und Heilung im Alten Orient

    06.12.2025

    Bauchweh in Babylon: Krankheit und Heilung im Alten Orient

    Sind wir heute krank, nehmen eine Tablette, lassen uns vom Arzt eine Spritze geben oder gehen direkt ins Krankenhaus – wir haben alle Möglichkeiten einer wissenschaftsbasierten Medizin. Doch welche Möglichkeiten hatte man im alten Orient, wenn man krank war? Wir folgen heute der Krankengeschichte eines fiktiven Babyloniers namens Amel-Marduk und sehen, wie er genest. Auch wenn die Rahmenhandlung erfunden ist, sind sämtliche darin genannten Heilmethoden in allen Details durch altorientalische Textquellen belegt. Literatur: Artikel "Krankheiten" im Reallexikon der Assyriologie: (s. https://publikationen.badw.de/de/rla/index#6646) Texte zur Umwelt des Alten Testaments Bd. 5: Texte zur Heilkunde (Einleitungen & Originaltexte) S. Maul, "Die Heilkunst des Alten Orients", in Karenberg/Leitz (Hrsg.): Heilkunde und Hochkultur II: ‚Magie und Medizin‘ und ‚Der alte Mensch‘ in den antiken Zivilisationen des Mittelmeerraumes (Link zum Artikel: https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/965/1/MaulDieHeilkunstdesOrients_2002.pdf) E. Schmidtchen: Mesopotamische Diagnostik. Untersuchungen zu Rekonstruktion, Terminologie und Systematik des babylonisch-assyrischen Diagnosehandbuches und eine Neubearbeitung der Tafeln 3–14, Berlin/Boston DeGruyter 2021. D. Goltz: Studien zur altorientalischen und griechischen Heilkunde, Wiesbaden Steiner 1974 A. Karenberg / C.Leitz (Hrsg.): Heilkunde und Hochkultur I. Geburt, Seuche und Traumdeutung in den antiken Zivilisationen des Mittelmeerraumes, Münster LIT Verlag 2020 S. Maul: Bannlösung (nam-érim-búr-ru-da). Die Thearapie eines auf eidliche Falschaussage zurückgeführten Leidens, Wiesbaden Harrassowitz 2019 (= Wissenschaftliche Veröffentlichungen der Deutschen Orient-Gesellschaft 155) Soundediting: Taichuan Tang Soundeffekte (von Pixabay): Desert Sun – Sound Effect by drmseq Middle East – Music by AlexiAction Singing bowl gong – Sound Effect by zambolino (Freesound) Muslim Sorrow – Music by SergeQuadrado Ambient horror 0.5 – Music by Roby-Mazz Atmospheric mysterious ambiance music – Music by TheoJT Ancient Ambient – Music by SamuelFJohanns Medieval Ambient– Music by DeusLower Abbildung: Robert A. Thom (1951): "Pharmacy in Babylonia, 2600 B.C."

    33 Min.
  4. Anfänge des Schreibens

    20.12.2024

    Anfänge des Schreibens

    Die Keilschrift ist eine der ersten Schriften der Menschheit, vielleicht sogar die erste. Erfunden in Sumer, im Süden Mesopotamiens, war sie 3000 Jahre lang im Gebrauch. Bis zu ihrem Aussterben kurz nach der Zeitenwende bedienten sich zahlreiche Kulturen der Keilschrift, um ihre Sprachen auf Ton und Stein zu verewigen. Erst anderthalb Jahrtausende nach ihrem Verschwinden wurde dieses komplexe Schriftsystem wiederentdeckt und nach und nach entziffert. Heute bilden Keilschriftquellen den Grundstein der wissenschaftlichen Disziplin Altorientalistik. In dieser Folge erklären wir, wie die Keilschrift aussieht, wie sie funktioniert, wie man sie im Altertum gelernt hat und wie wir heute mit ihr umgehen. (00:00) Intro (00:48) Einleitung (01:56) Was ist Schrift? (03:33) Die Erfindung der Schrift im Mythos (04:38) Alles begann in Uruk (06:34) Vorläufer der Schrift (08:46) Anatomie einer Keilschrifttafel (10:19) Schreib- und Leserichtung (12:57) Vom Bild zum Keil (13:48) Wie viele Keilschriftzeichen gibt es? So funktioniert die Keilschrift: (14:52) Logogramme (15:44) Phonogramme (17:05) Determinative (18:08) Polyphonie (19:17) Schule in Mesopotamien (21:29) Das Leiden eines jungen Schreiberschülers (23:22) Der Ausbildungsweg (26:47) Hochgelehrte Könige: Schulgi und Aschur-bani-apli (30:25) Die moderne Wiedergabe von Keilschrift (31:44) Outro Literatur (in Auswahl): Manfred Krebernik, Hans J. Nissen, Die sumerisch-akkadische Keilschrift, in: Günther & Ludwig (Hrsg.), Schrift und Schriftlichkeit – Writing and its Use (Berlin/New York 1996), S. 274–288. Michael P. Streck, Altorientalistik. Einführung (Baden-Baden 2023), Kap. 7. Die Übersetzung von „Edubba A“ ist entnommen aus: Konrad Volk, Erzählungen aus dem Lande Sumer (Wiesbaden 2015). Aktuelle Forschung: K. Kelley, M. Cartolano, S. Ferrara, Seals and signs: tracing the origins of writing in ancient South-west Asia. Antiquity (2024), S. 1-19. doi:10.15184/aqy.2024.165 . Soundeffekte: Desert Sun Sound Effect by drmseq from Pixabay Middle East Music by AlexiAction from Pixabay Arabian Music by SergeQuadrado from Pixabay Desert Voices Music by ArtSlop_Flodur from Pixabay Nomad Places - Desert Middle Eastern Music by FreeGroove from Pixabay Soundediting: Taichuan Tang Abbildung: Glasierter Ziegel mit Inschrift Tukulti-Ninurta des II. (BM 115705), nach W. Andrae, „Farbige Keramik aus Assur und ihre Vorstufen in altassyrischen Wandmalereien“ (Berlin 1923), Tafel 7.

    32 Min.

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"Von Assur nach Babylon" ist ein Podcast des Altorientalischen Instituts der Universität Leipzig. Assur und Babylon, die beiden Hauptstädte Assyriens und Babyloniens, stehen stellvertretend für die antiken Kulturen Vorderasiens in den drei vorchristlichen Jahrtausenden: im Zentrum Mesopotamien, das Zweistromland an Euphrat und Tigris auf dem Gebiet der heutigen Staaten Irak und Syrien, das Hethiterreich in der heutigen Türkei, das Reich Elam in Südwestiran, das Reich Urartu in Ostkleinasien, sowie verschiedene Reiche Syriens, Israels und der palästinensischen Autonomiegebiete. Die Geschichte und Kultur dieser Reiche lässt sich aus den archäologischen Ausgrabungen und vor allem den unzähligen, meist in Keilschrift verfassten Schriftzeugnissen detailliert rekonstruieren. In diesem Podcast stellen wir den Alten Orient und die wissenschaftliche Arbeit der Altorientalistik in allgemeinverständlicher Weise vor.

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