In dieser Folge sprechen Emanuel Stadler und Ferdinand Schwarzer mit Alexander Graf, Area Sales Manager von Davidoff in Österreich, Aficionado und Blindverkoster, über Zigarren. Mit fast zwei Stunden ist es die längste Folge, die wir je aufgenommen haben, und das liegt ausschließlich an der Zigarre, die Alexander mitgebracht hat. Unsere Empfehlung: Zündet euch selbst eine an und hört einfach mit. Statt Whisky oder Rum bringt Alexander eine Trockenbeerenauslese zum Pairing mit, deren Süße die Aromatik der Zigarre verstärkt, ohne sie zu übertönen. Geraucht wird eine AVO Expressivo, seit Ende Juli auf dem Markt und die erste AVO ohne dominikanischen Tabak: Sun-Grown-Deckblatt aus Ecuador, Umblatt aus dem Jamastran-Tal in Honduras, Einlage aus Honduras und Nicaragua. Alexander erklärt, warum man überhaupt mischt, was der Master Blender eigentlich tut und warum die hohe Kunst darin besteht, eine Zigarre mit vollem Aroma, aber moderatem Nikotin zu bauen. Nebenbei lernt man, warum ausgerechnet der begehrte Ligero-Tabak am schlechtesten abbrennt. Dann wird die Zigarre Schritt für Schritt in Echtzeit geraucht. Alexander begutachtet sie zuerst wie bei einer Blindverkostung, prüft Risse, Haptik, Rippung und die Rauchkanäle, und erklärt, warum bei Davidoff ein Roller zehn Jahre Erfahrung braucht, bevor er überhaupt eine Davidoff rollen darf. Beim Anschneiden lautet die wichtigste Regel: Wir köpfen die Zigarre nicht, wir nehmen ihr nur den Deckel ab. Es geht um Schere, Guillotine, V-Cut und Punch, darum, wie man eine Zigarre notfalls mit den Zähnen öffnet, und was passiert, wenn man zu tief ansetzt. Beim Anzünden räumt Alexander mit einigem auf: kein Benzinfeuerzeug, keine Wachskerze, keine geschwefelten Streichhölzer. Softflamme drinnen, Jetflamme draußen, Zedernholzspan als Nonplusultra. Man bringt die Zigarre auch nicht zum Brennen, sondern toastet sie an, weil zu große Hitze die ätherischen Öle in Bitterstoffe verwandelt, ganz wie zu heißes Olivenöl in der Pfanne. Dazu das Zitat von Zino Davidoff, das eigentlich alles sagt: Wer keine Zeit hat, die Zigarre mit dem Streichholz anzuzünden, hat wahrscheinlich auch keine Zeit, sie zu genießen. Das eigentliche Aha-Erlebnis der Folge ist das retronasale Rauchen, das Emanuel hier zum ersten Mal probiert und das für ihn die Zigarre regelrecht freischaltet. Außerdem geht es um den Kaltzug, warum die ersten fünf Züge nicht zählen, warum das letzte Drittel meist das beste ist und warum eine ölige Zigarre öfter ausgeht, ohne dass man etwas falsch macht. Im letzten Teil wird es teuer: die 600-Euro-Zigarre, die Alexander verkosten durfte, die Davidoff Oro Blanco 111 mit 111 Jahre altem Tabak, der Sekundärmarkt in London und der Schweiz, wo Kisten aus der kubanischen Davidoff-Ära vor 1992 mit 25.000 bis 30.000 Pfund aufgerufen werden, und das österreichische Tabakmonopol, das genau das hier verhindert. Dazu die praktische Frage, was eine gute Zigarre heute kosten muss, und Alexanders Empfehlung für Einsteiger: eine milde Griffin's. Eine Folge über Handwerk, Geduld und Genuss, und darüber, wie viel man beim Rauchen falsch machen kann, ohne es zu merken. Gast Alexander Graf, Davidoff Österreich Instagram: https://www.instagram.com/iron_cigar/ Davidoff: https://www.davidoff.com Podcast Instagram: https://www.instagram.com/grandebellezzapodcast/ Website: https://lagrandebellezza.at/ Spotify: https://open.spotify.com/show/5MoXSUHCWtlL9JoQyiXjrM Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/at/podcast/la-grande-bellezza/id1752847237 Hosts Emanuel Stadler Instagram: https://www.instagram.com/emanuelstadleriv/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/estadler/ Ferdinand Schwarzer Instagram: https://www.instagram.com/moreblack_jewelry/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ferdinand-schwarzer-austria/ Werbung in eigener Sache Schwarzer Juwelen: https://schwarzer.jewelry/ Instagram: https://www.instagram.com/schwarzerjuwelen/ Optima Solutions: https://optima-solutions.at/