Schwerpunkt Theater

Die Deutsche Bühne

„Schwerpunkt Theater” Der Podcast von Die Deutsche Bühne. Das Theatermagazin für alle Sparten.

  1. Folge 15: Junges Theater jetzt!

    5. Juni

    Folge 15: Junges Theater jetzt!

    „Junges Theater jetzt!“, fordert unser aktueller Heft-Schwerpunkt als Plädoyer für eine verkannte Sparte. Dazu diskutieren in unserem Podcast „Schwerpunkt Theater“ Protagonisten der Szene im Kölner Kinder- und Jugendtheater Comedia. Beim Heft-Release am 29. Mai 2026 sprach der künstlerische Leiter Manuel Moser mit Autor und Regisseur Sergej Gößner und der DEUTSCHE-BÜHNE-Redaktion zum Stand des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland. Ist das Kinderkram oder sogar das spannendere Theater? Mit dieser Frage eröffnet Host Thilo Sauer unsere neue Podcast-Folge. Wo früher das Puppentheater im Hinterzimmer und das Weihnachtsmärchen auf der Großen Bühne standen, gibt es heute Konzerte für Babys, Klassenzimmerstücke zu ernsten Stoffen und mutige Abende über digitale Welten. Anerkannt ist die Sparte längst. Trotzdem gerät sie bei Kürzungen zuerst unter Druck, obwohl sie ästhetisch wie inhaltlich Trendsetter ist. Nach Release-Veranstaltungen in Leipzig und Berlin stellt die Redaktion der DEUTSCHEN BÜHNE nun erneut das aktuelle Heft an einem Theater vor, an dem der oder die Titelkünstler:in arbeitet. Nach Intendantin Miriam Tscholl am TdjW in Leipzig und Schriftstellerin Jenny Erpenbeck am Deutschen Theater in Berlin bestand das Podium diesmal aus Autor und Regisseur Sergej Gößner sowie dem künstlerischen Leiter der Kölner COMEDIA, Manuel Moser. Im Gespräch mit Redakteurin Martina Jacobi und Co-Chefredakteur Detlev Baur ging es um die aktuelle gesellschaftliche Verantwortung und ästhetische Vorbildfunktion des jungen Theaters. Zum Auftakt erklärt Detlev Baur, warum der Schwerpunkt mehr sein sollte als eine Bestandsaufnahme und klar Partei ergreift. Das Kinder- und Jugendtheater sei grundsätzlich angekommen, müsse sich vor Politik und mancher Theaterleitung aber weiter erklären. Baur sieht es als Wegbereiter, weil spartenübergreifendes Arbeiten, Inklusion und Partizipation hier früher begonnen haben als anderswo. Zugleich warnt er davor, das Feld zu überfordern, solange die Mittel für Vermittlung nicht mitwachsen. Für Manuel Moser, künstlerischer Leiter der COMEDIA in Köln, ist diese Arbeit zutiefst politisch. In seinem Haus sitze „wirklich die gesamte Gesellschaft“, weil das Publikum oft mit der Schule kommt und eben nicht aus freien Stücken. Daraus folgten zugleich die Verantwortung, für alle zu spielen, und der Mut, neue Wege zu gehen. Moser erzählt, wie aus dem Eingang der COMEDIA ein konsumfreier dritter Ort wurde. Im Gespräch mit Martina Jacobi wird Sergej Gößner deutlicher. Für ihn entscheidet sich am Kinder- und Jugendtheater, wie relevant zeitgenössisches Theater überhaupt ist. Die Sparte müsse fast alles leisten und bekomme dafür am wenigsten Ressourcen. Das Budget einer einzigen großen Opernproduktion, rechnet er vor, würde etwa reichen, um für andere Bereiche eine ganze Spielzeit auszustatten. Zum Abschluss spricht Host Thilo Sauer mit der 20-jährigen Marta, die ihren Bundesfreiwilligendienst am Theater der Jungen Welt in Leipzig absolviert, darüber, wie sie die Reaktionen des jungen Publikums heute einschätzt.

    47 Min.
  2. BONUS: Hausbesuch am St. Pauli Theater Hamburg

    27. Mai ·  Bonus

    BONUS: Hausbesuch am St. Pauli Theater Hamburg

    In der neuen Folge des Theaterpodcasts „Schwerpunkt Theater“ besucht Michael Laages das St. Pauli Theater auf der Reeperbahn in Hamburg, das 1841 gegründet wurde und als ältestes Privattheater der Stadt gilt. Das Haus steht keine zehn Schritte von der Davidwache entfernt mitten im Kieztrubel und wird heute von Ulrich Waller und Christiane Schindler geleitet. Hier behauptet sich ein Haus ohne großes Stadttheater-Budget, das sich mit Hartnäckigkeit, Loyalität und Kiezbindung immer wieder selbst neu erfindet. Auf dem Spielplan stehen eigenproduzierte Arbeiten zwischen politischem Musiktheater („Die Dreigroschenoper“, „Die Carmen von St. Pauli“) und pointierten Gegenwartsstoffen nach dem Vorbild des „Well-made Play“ also dialogstarken, publikumsnahen Stücken von Autor:innen wie Yasmina Reza, Florian Zeller oder Daniel Kehlmann. Laages begegnet einem Ensemble, das eher Familie als fester Staatsbühnen-Apparat ist. Schauspieler:innen kehren immer wieder zurück, genauso wie Anneke Schwabe, die als Sally Bowles in „Cabaret“ wie als Polly Peachum in der „Dreigroschenoper“ prägt. Hinter der Bühne halten Fachleute wie Bühnenmeister Frank Eckardt und die Schneiderei von Marlies Gerken den Laden am Laufen – technisch einfallsreich, mit knarzenden Böden, wenig Platz, aber großem Ehrgeiz. Dass dieses Theater wirklich im Stadtteil verankert ist, zeigt sich auch jenseits des Abendprogramms: Seit 2009 arbeitet Regisseurin Dania Hohmann jedes Jahr mit Schüler:innen der Stadtteilschule am Hafen an einer großen Eigenproduktion; von „Romeo und Julia“ bis „Frankenstein“ oder „Fight Club“. Die Jugendlichen stehen dabei auf der echten St.-Pauli-Bühne. Parallel pflegt das Haus mit dem Hansa-Theater am Steindamm, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, eine zweite Spielstätte. Dort läuft „Cabaret“ in einer dichten, musikalisch glänzenden Inszenierung, die den Glamour des Kit-Kat-Club direkt mit dem politischen Kippen der 1930er Jahre verschaltet. Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE.

    55 Min.
  3. BONUS: Hausbesuch am Theater Konstanz

    20. Mai ·  Bonus

    BONUS: Hausbesuch am Theater Konstanz

    Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Konstanz gefahren, der ältesten kontinuierlich bespielten Bühne Deutschlands. Schon 1607 sind dort erste theaterartige Aufführungen in einem Jesuitenkonvent belegt. Im kommenden Jahr feiert das Haus am Bodensee sein 420-jähriges Bestehen. Was diesen Ort heute ausmacht, erzählen das Ensemble, ehemalige Leitungen und die Gespräche über das, was Theater hier leisten kann – in Sichtweite vom Münster und vom Schweizerischen Kreuzlingen. Kulturjournalist Michael Laages trifft Mitglieder aus Schauspiel, Inspizienz, Technik, frühere Intendant:innen sowie das aktuelle Team. Schauspielerin Kristina Lotta Kahlert erzählt von ihrem Einstieg mitten in der Pandemie, von langen Spaziergängen am See als ungewöhnliche Form des Kennenlernens und davon, wie das Konstanzer Stück über eine jüdische Familie der Stadt eine Brücke zwischen Erinnerung und Gegenwart geschlagen hat. Sie spielt die Lena in der Open-Air-Produktion von „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz, einer Inszenierung von Ekat Cordes nach dem Lustspiel von Georg Büchner. Inspizient Bernd Oßwald, ein Urgestein des Hauses, beschreibt seinen Beruf als „Taktgeber, Zeichengeber“ und erzählt von einem Zickzack-Weg, der ihn vom Raumausstatter über Straßentheater zur festen Stelle führte. Und der ehemalige Technische Direktor Andreas Beilschmidt erklärt vom Schweizer Ufer aus die baulichen Eigenheiten dieses ungewöhnlichen Hauses. Ein Lastenaufzug mit 80 Zentimetern Breite hat über Jahrzehnte das Maß aller Dinge vorgegeben. Beilschmidt erinnert auch an die Entstehung der Spiegelhalle, die nach der Konstanzer Kohlenhandelsfamilie Spiegel benannt ist. Ein zweiter Strang führt durch die Hausgeschichte. Ulrich Khuon, in Konstanz aufgewachsen und dort von 1988 bis 1993 Intendant, erzählt von Heinz Hilpert nach dem Krieg, von Kraft-Alexander und Horváth-Wiederentdeckungen, vom prägenden Erneuerer ab 1980 und davon, wie die Universität die Stadt geöffnet hat. Seine Nachfolgerin Dagmar Schlingmann, gerade aus Braunschweig verabschiedet, erinnert sich, wie Khuon an seinem Abschiedsabend als Hausmeister über die Bühne schlich. Den Blick nach vorn richtet Intendantin Karin Becker, deren Vertrag bis 2033 verlängert wurde. Vielfalt soll bei ihr Normalität gewinnen; so spielen im aktuellen „Kirschgarten“ von Anton Tschechow zwei Darstellende mit Beeinträchtigung. Schauspieler Thomas Fritz Jung, seit 2008 dabei und damit Veteran zweier Intendanzen, sowie Jana Alexia Rödiger, seit 2006 die Konstante im fluktuierenden Ensemble, beschreiben einen Wandel im Umgangston, weg von Autoritäten, hin zu Zuständigkeiten. Regisseur Patrick O. Beck, neu im Team, erzählt vom Wechsel auf die andere Seite der Probebühne. Am Ende steht das Porträt eines kleinen Hauses, das seine Geschichte kennt, sich aber nicht auf ihr ausruht. Ein Theater am See, in dem Provinz nur im Kopf stattfindet, wie Schlingmann es einmal formuliert hat. Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE.

    53 Min.
  4. Folge 14: Neue Literatur fürs Theater

    23. Apr.

    Folge 14: Neue Literatur fürs Theater

    Die aktuelle Folge des Podcasts „Schwerpunkt Theater“ führt ins Deutsche Theater Berlin. Im Rangfoyer wurde am 19. April der Release unserer Heftausgabe 2/2026 zum Thema „Neue Literatur fürs Theater“ gefeiert. Schriftstellerin Jenny Erpenbeck diskutierte mit der Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur sowie dem DT-Dramaturgen Johann Otten über Romane auf der Bühne. Im Zentrum stand Erpenbecks Roman „Heimsuchung“, der inzwischen deutschlandweit Abiturstoff ist und in der aktuellen Spielzeit 2026/27 an zahlreichen Theatern Premiere feiert. Im Anschluss an die Veranstaltung war Alexander Eisenachs DT-Inszenierung von „Heimsuchung“ zu sehen. Begrüßt wurde die Runde von Intendantin Iris Laufenberg. Podcast-Host Thilo Sauer verbindet die Mitschnitte der sehr gut besuchten Diskussionsrunde mit weiteren Gesprächen zum Heftschwerpunkt. Jenny Erpenbeck spricht darüber, wie sie Bearbeitungen ihrer Romane begleitet, warum sie bei Dramatisierungen Kürzungen oft für notwendig hält und weshalb es für sie interessant ist, wenn ein Text auch auf der Bühne in der dritten Person als Buch erkennbar bleibt. „Bei Dramatisierungen finde ich immer gut, viel Text wegzulassen“, sagt sie, und beschreibt damit eine Form der Verdichtung, die Literatur auf der Bühne nicht einfach illustrieren, sondern in eine eigene theatralische Sprache übersetzen will. Gerade dass ein dramatisierter Roman seine Herkunft nicht verleugnet, sondern als Buch noch spürbar bleibt, versteht sie dabei als künstlerischen Reiz. Zugleich beschreibt sie die Eigenständigkeit des Mediums: „Theater macht so seine eigenen Sachen.“ Johann Otten erläutert die Arbeit an der DT-Fassung von „Heimsuchung“ und beschreibt, warum die Berliner Inszenierung die sprachliche Distanz des Romans bewahrt, mit Überlagerungen arbeitet und Musik als zentrales Mittel nutzt, um Zeit und Gleichzeitigkeit erfahrbar zu machen. Zudem spricht Thilo Sauer mit Redakteurin Martina Jacobi. Sie vergleicht mehrere Inszenierungen von „Heimsuchung“ und macht deutlich, wie unterschiedlich Theater mit den zahlreichen Figuren, Zeitebenen und Perspektivwechseln des Romans umgehen. Komponisten Bernd Franke vertieft die musikalische Ebene und berichtet von seiner Oper „Coming Up for Air“ nach dem Roman von Sarah Leipciger an der Leipziger Oper – und über die Frage, was einen literarischen Stoff für das Musiktheater interessant macht.

    42 Min.
  5. BONUS: Hausbesuch am Theater Magdeburg

    18. Feb. ·  Bonus

    BONUS: Hausbesuch am Theater Magdeburg

    Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Magdeburg gefahren, das gerade auffällig viel Rückenwind hat. Auszeichnungen, wie die Gesamtleistung eines großen Hauses in unserer Saisonbilanz 2024/25, sind das eine. Spannender ist, wie dieses Haus klingt, wenn man zuhört. Im Schauspielhaus, in den Werkstätten, in den Erinnerungen und in den Gesprächen darüber, was Theater heute leisten kann, wenn draußen alles lauter, schneller, aggressiver wird.   Michael Laages trifft Schauspieler:innen, Regisseure, Ehemalige, Menschen aus den Werkstätten und das aktuelle Leitungsteam. Zunächst spricht Iris Albrecht über die Kostbarkeit des Analogen. Du gehst hin, es passiert nur jetzt und ist dann weg. Schauspieler Rainer Frank erzählt von seinen familiären Fäden nach Magdeburg zurück und davon, wie sehr ihn ausgerechnet dort das kollektive Arbeiten und die Suche nach ungewohnten Strategien fürs Theater reizen. Er beschreibt die Stadt als disparat, aber als einen Ort, an dem spürbar „um die Sache“ gerungen wird. Im Malsaal zeigt Nicole Küllmei, wie Perspektive, Geduld und Handarbeit aus flachen Tüchern Räume machen. Andreas Bernsdorf nennt das Theater eine „politische Insel“, früher in der DDR beobachtet und doch Schutzraum. Heute sei es wieder ein Ort, an dem Stadt und Wirklichkeit anders verhandelbar werden. Ein Thema ist auch das Magdeburger Großprojekt „Krieg und Frieden“, Tolstoi in der Nachdichtung von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Charly Hübner. Es geht um Proben als Suchbewegung und um den Versuch, Scham, Fremdscham und Überforderung nicht elegant zu umspielen, sondern auszuhalten. Dazu kommen Rückblicke auf Magdeburger Theatergeschichte und Biografien. Andreas Kriegenburg spricht über Weggehen und Wiederkommen, Jan Friedrich über Kommunikation in Probenprozessen, und Wolf Bunge, Regisseur und ehemaliger Intendant der Freien Kammerspiele, erinnert an die Jahre nach der Wende und an Open-Air-Arbeiten, mit denen das Theater in den Stadtraum hinausging. Diese Folge fängt auch einen Moment des Übergangs ein. Das dreiköpfige Leitungsteam des Schauspiels wird Magdeburg Richtung Leipzig verlassen. Julien Chavaz, Generalintendant des Theater Magdeburg, blickt auf die verbleibende gemeinsame Zeit und die Idee von Teamleitung. Was bleibt, ist nicht nur eine Bilanz, sondern eine Arbeitsweise, die sich im Alltag zeigt. Wie entsteht Gemeinschaft als Produktionsform, als Umgang miteinander, als Schutzraum? Und was macht das aus dem Haus, wenn man versucht, daraus mehr zu machen als einen angenehmen Ort für künstlerische Arbeit, nämlich ein modellhaftes Stadttheater?   Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE. Foto: „Krieg und Frieden“ am Theater Magdeburg / Kerstin Schomburg

    55 Min.
  6. Folge 13: Zum Stand der künstlerischen Ausbildung

    26. Jan.

    Folge 13: Zum Stand der künstlerischen Ausbildung

    Zum ersten Mal entstand der Podcast „Schwerpunkt Theater“ live: Zu Gast im Leipziger Theater der Jungen Welt diskutierte die Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur mit Intendantin Miriam Tscholl über ihren Neustart am ältesten professionellen Kinder- und Jugendtheater Deutschlands. Außerdem ging es um den Heftschwerpunkt „Fit für die Bühne? – Zum Stand der künstlerischen Ausbildung fürs Theater“. Vor Publikum macht Podcasten deutlich mehr Spaß als am heimischen Rechner, befand Host Thilo Sauer und führte im gut gefüllten Theater-Café am Leipziger Theater der Jungen Welt durch den Abend. Erstmals wurde der Release einer neuen Ausgabe von DIE DEUTSCHE BÜHNE live gefeiert – Intendantin Miriam Tscholl, die auch auf dem aktuellen Cover zu sehen ist, war Gastgeberin. Ausgehend von ihrem (auch im Heft verhandelten) Neustart zog sie mit der Runde erste Bilanz ihrer Arbeit in Leipzig und reflektierte die Bedeutung des Theaters für junges Publikum als Ort für demokratische Diskurse und Ort der Begegnung. „Theater soll Spaß machen!“ und „Wir wollen, dass das TdJW ein warmer, schöner und herzlicher Ort ist. Wir wollen Räume für junge Menschen schaffen, an denen sie gerne sind, an denen sie sich mit der Welt und sich auseinandersetzen.“ Weitere Themen im Gespräch waren u.a. der mangelnde Austausch zwischen Ausbildungsinstituten und Theatern, eine Umfrage unter Studierenden sowie die Rolle von Vorsprechen und Vermittlungsagenturen. Der Themenschwerpunkt „Fit für die Bühne?“ in Heft 1/2026 der DEUTSCHEN BÜHNE verhandelt den Stand der Ausbildungssituation künstlerischer Bühnenberufe sowie den Übergang in die Praxis.

    57 Min.
  7. Folge 11: Saisonvorschau 2025/26

    22.09.2025

    Folge 11: Saisonvorschau 2025/26

    In Folge 11 von „Schwerpunkt Theater“ schauen wir auf die Spielzeit 2025/26: Welche Themen prägen die neuen Spielpläne in Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kinder- und Jugendtheater sowie Figurentheater? Wo setzen neue Leitungen Akzente – und welche Debatten markieren den Start in die Saison? In der aktuellen Folge spricht Thilo Sauer mit Detlev Baur über Spielplanmuster im Schauspiel: Zentralabitur als Motor für Kleist und Erpenbeck, Chancen und Grenzen von Romanadaptionen, dazu Gegenbeispiele mit Bühnenenergie wie „Das große Heft“. Thema ist auch ein pragmatischer Blick auf Krisenzeiten: erfolgreiche Uraufführungen, die weiterwandern, Publikum als Mitdenkkategorie, zwei neue Hannah-Arendt-Abende im Oktober. Im Fokus außerdem: Sebastian Hartmann mit einem Programm zwischen „Hauptmann von Köpenick“, „Gefährliche Liebschaften“, „Serotonin“ und einem neuen Text von Wolfram Lotz. Autor und Dramaturg John von Düffel berichtet von seinem Start am ETA Hoffmann Theater Bamberg: „Inhalt first“ als Leitlinie, Führung mit Klarheit statt Lautstärke, er will die Nähe zu Proben und Ensembles suchen. Wie Begeisterung im Publikum kulturpolitische Spielräume öffnen kann und welche Entscheidungen ein kleineres Haus verlangt. Ulrike Kolter ordnet das Musiktheater ein: Mozart bleibt Spitzenreiter, es gibt neue Wagner-Zugänge an mehreren Häusern, Experimente in Form und Technik, etwa ein VR-„Rheingold“ am Theater Koblenz. Uraufführungen und titelgebende Frauenfiguren von „Malina“ bis „Kassandra“, dazu ein gelungener Generationswechsel in Bielefeld. Im Tanz setzt Miguel Schneider Aufbruch als kuratierte Reibung. Kanon neben aktuellen Handschriften, Residenzen als Motor für Probenkultur und Bildsprache, mehr erzählende Abende von „Carmen“ bis „Romeo und Julia“. Als Saisonkopf: Marcos Morau: präzise, surreal, diskursfreudig. Mit Martina Jacobi geht es um Kinder- und Jugendtheater: Neue Leitungen in Dresden, Leipzig, Berlin, Themen wie Einsamkeit, Leistungsdruck, Rechtsruck, zugleich viel Zutrauen. Neben Adaptionen entstehen zahlreiche Uraufführungen; „The Drop“ verhandelt die Folgen der Pandemie. Eine preisgekrönte Autor:innenstimme zeigt, wie zarte Sprache große Gegenwart erreichbar macht. Andreas Falentin blickt aufs Figurentheater, das in der neuen Saison mit großer Literatur im Maßstab der Puppe auffährt. Zudem trifft Ost-Tradition auf neue West-Impulse. Beispiele reichen von „Wallenstein“ als spartenübergreifendem Projekt bis zu einem wortlosen Kinderstück nach Carson Ellis. Christoph Werner steht für Sichtbarkeit und Bandbreite, zwischen Caspar-David-Friedrich-Imaginationen und einem Chemnitzer Dokudrama über Kindertransporte. Foto: Tom Schulze. Die mit dem Mülheimer KinderStückePreis 2025 ausgezeichnete Uraufführung von „T-Rex, bist du traurig? (Steht dein T für Tränen?)“ am Theater der Jungen Welt in Leipzig.

    51 Min.

Bewertungen und Rezensionen

3,7
von 5
3 Bewertungen

Info

„Schwerpunkt Theater” Der Podcast von Die Deutsche Bühne. Das Theatermagazin für alle Sparten.

Das gefällt dir vielleicht auch