52 Folgen

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Die sogenannte Gegenwart ZEIT ONLINE

    • Gesellschaft und Kultur
    • 4,2 • 493 Bewertungen

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist woke das neue narzisstisch? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots? Wir sprechen über Phänomene, die unsere Gegenwart ausmachen – die ZEIT-Feuilleton-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod und Apples Sprachassistentin Siri begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Jetztzeit.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

    Arielle ist jetzt Schwarz – "gender" und "race" bei Disney

    Arielle ist jetzt Schwarz – "gender" und "race" bei Disney

    Eigentlich hatte man sie in bester Erinnerung: Arielle, die Meerjungfrau, wie sie fröhlich unter dem Meer herumschwimmt, zusammen mit ihren singenden Freunden, dem lustigen Clownfisch Fabius und der Krabbe Sebastian.

    Schaut man sich den Disney-Film von 1989 allerdings heute noch mal einmal an, muss man doch ziemlich schlucken. Die Darstellung von Arielle, im Film erst 16, ist stark sexualisiert, ihr alleiniger Job ist es, hübsch auszusehen und sich vom Prinzen küssen zu lassen, und die einzig Böse in der Geschichte ist eine hässliche, übergewichtige, hinterlistige alte Frau, die das Glück der Jüngeren zerstören will.

    Man versteht also durchaus, dass Disney nun eine neue Verfilmung des Klassikers ankündigte, mit einer echten Schauspielerin, der Afroamerikanerin Halle Bailey, die diesmal Arielle spielt. Ein erster Trailer sorgt nun im Netz bereits für Aufregung. Hier kommen die großen Aufregerthemen der Gegenwart zusammen: Welche Rolle spielen "race" und "gender" generell in Disney-Filmen, von "Dornröschen" bis zur "Eiskönigin"? Und welche Utopien werden entworfen, wenn auch in anderen Fantasy-Produktionen immer diversere Figuren auftreten? Warum ist Arielle jetzt zwar keine weiße Frau mehr, aber immer noch eine sehr dünne Frau?

    Diesen Fragen widmen sich Lars Weisbrod und Nina Pauer in einer neuen Episode des Feuilletonpodcasts – der dieses Mal auch zum Elternpodcast wird. Denn wenn es um Disney-Filme geht, dann stellt sich auch die Frage: Wie bloß soll man all das nur den eigenen Kindern erklären?

    In dieser Folge sprechen Nina und Lars über:

    Der Film "Arielle, die Meerjungfrau" von 1989 ist zu sehen auf Disney+ und der Trailer des neuen Films hier.
    (https://www.youtube.com/watch?v=UH2knSbIQj0)

    Kinderreaktion auf den neuen Trailer.
    (https://www.youtube.com/watch?v=-x4-K-OOWcM)

    Der erwähnte Podcast mit Malcolm Gladwell: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.
    (https://www.pushkin.fm/podcasts/revisionist-history/little-mermaid-part-1-the-golden-contract)
    (https://www.pushkin.fm/podcasts/revisionist-history/little-mermaid-part-2-the-fairytale-twist)
    (https://www.pushkin.fm/podcasts/revisionist-history/little-mermaid-part-3-honestly-ever-after)

    Der erwähnte Aufsatz der Philosophin Sally Haslanger findet sich hier.
    (https://www.mit.edu/~shaslang/papers/WIGRnous.pdf)

    Und hier der Artikel von Sophie Passmann: Das nehmen wir euch nicht ab. Die Modebranche tat so, als hätte sie den Magerwahn überwunden. War aber gelogen. Jetzt sollen sich Frauen wieder für ihren Körper schämen.
    (https://www.zeit.de/2022/40/body-positivity-frauen-schoenheitsideale-koerperbilder)

    • 1 Std. 4 Min.
    Was soll der Maskenstolz?

    Was soll der Maskenstolz?

    Ganz weg war sie nie und bald müssen wir sie (wohl) wieder öfter tragen: Warum fällt es uns so schwer, vernünftig über die Maske zu diskutieren?

    Kaum ein anderes Objekt wurde in den letzten zwei Jahren so sehr zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung wie die Maske. Die einen tragen sie als stolzes Zeichen ihrer Solidarität, die anderen fragen sich: Was für eine Gesellschaft ist das, in der wir uns maskieren müssen?

    In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts sprechen Ijoma Mangold und Lars Weisbrod über Maske und Maskenpflicht und darüber, wie sich an diesem Thema die großen Fragen unserer Gegenwart entzünden: Wenn Menschen ihre Liebe zur Maske erklären, ist das dann bloß "virtue signaling"? Wie lässt sich über die Nachteile der Maske sprechen, ohne dass man Verschwörungsideologien verbreitet? Warum ist es überhaupt so schwer geworden, über die Lager hinweg sich auszutauschen, nicht nur in Corona-Fragen? Und können die Deutschen vielleicht einfach keinen Liberalismus?

    • 1 Std. 2 Min.
    Erzähl mir nix!

    Erzähl mir nix!

    Warum bloß braucht heute alles eine Geschichte? Stimmt das überhaupt? Und gibt es nicht vielleicht doch etwas, das frei ist von dem, was wir alle so gern ein „Narrativ“ nennen?

    Dem Olivenöl liegt ein Beipackzettel bei, der in epischer Breite herleitet, welche Geschmacksaromen es abdeckt oder das Duschgel, welches vom Toten Meer erzählt. Risikokapitalgeber investieren nur in Produkte mit überzeugendem Storytelling und die Selbsthilfeindustrie wiederholt manisch: Es ist wichtig, was für Geschichten wir uns über uns selbst erzählen! Ist es das wirklich?

    Es ist das Markenzeichen der „Sogenannten Gegenwart“, dem Feuilleton-Podcast der ZEIT, von null auf hundert die Meta-Ebene zu erreichen. Und so fragen sich Nina Pauer und Ijoma Mangold in der ersten Podcast-Folge nach der Sommerpause: Wenn alles – vom Social Media Account bis zur Klimakrise – vor allem ein Narrativ ist, brauchen wir diesen Begriff dann überhaupt noch? Und was könnte überhaupt jenseits des Erzählbaren liegen?

    • 59 Min.
    Best of 2022: Urlaub in den Neunzigern

    Best of 2022: Urlaub in den Neunzigern

    Noch zwei Wochen, bis "Die sogenannte Gegenwart" aus der Sommerpause zurück kehrt. Die Zeit bis dahin verkürzen wir mit der bisherigen Lieblingsfolge von Lars, Ijoma und Nina aus diesem Jahr:

    "Wenn ich zwei Wochen lang Urlaub machen könnte in meiner eigenen Vergangenheit, dann würde ich zurückreisen in den April 1994", sagt der amerikanische Popkritiker Chuck Klosterman. In seinem neuen Buch "The Nineties" beschreibt er ein vergangenes Jahrzehnt, in das sich heute viele von uns zurücksehnen. Bloß weiß der Autor auch: Unser Gedächtnis spielt uns einen Streich. Die Neunziger waren ganz anders, als wir sie in Erinnerung haben.

    In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts sprechen Nina Pauer und Lars Weisbrod über Klostermans Buch, über Trashkultur und Eurodance zwischen dem Fall der Mauer und 9/11, das Leben vor Social Media und die Streits bei Bärbel Schäfer. Haben die Nachmittagstalkshows der Neunziger unsere heutige Debattenkultur vorweggenommen? Ist die Fernsehserie "Akte X" Schuld daran, dass heute alle Verschwörungstheorien nachhängen? Und warum wurde das Jahrzehnt schon verkultet, als es gerade erst vorüber war?

    In dieser Folge sprechen Nina und Lars über:

    - das neue Buch "The Nineties – A Book" von Chuck Klosterman

    - sein Essay von 2016 über den einen Rockmusiker, an den man sich auch noch in Zukunft erinnern wird, aus der "New York Times" (https://www.nytimes.com/2016/05/29/magazine/which-rock-star-will-historians-of-the-future-remember.html)

    - die Serie "Yellowjackets", die in Deutschland bei Sky zu sehen ist

    - die Zeitreiseserie "Loki", die man bei Disney+ findet

    - das Lied "Die 90er" von Rainald Grebe (https://www.youtube.com/watch?v=-abczfYw_c4)

    - den Song "Eine Hymne auf die 90er" von Jan Böhmermann (https://www.youtube.com/watch?v=3aSt1J4s_Lk)

    - den Song "Mogli" von KC Rebel (https://www.youtube.com/watch?v=oLss8LiXRR8)

    - und den Clip aus der ersten "Viva Interaktiv"-Sendung nach dem 11. September 2001 (https://www.youtube.com/watch?v=0Bu7fF9jXVY).

    • 1 Std. 6 Min.
    Vom Obstler-Revival bis zum Techno-Feudalismus

    Vom Obstler-Revival bis zum Techno-Feudalismus

    Verzichten Menschen jetzt öfter auf ihr Smartphone und kaufen sich wieder gute alte Nokia-Knochen? Leben wir schon nicht mehr im Kapitalismus, sondern längst im Techno-Feudalismus? Wenn ein einfacher Regenbogen nicht mehr reicht, wie sieht dann eine gute Progress-Pride-Flag aus? Und trinken junge Leute in Berliner Szenekneipen tatsächlich wieder guten, alten deutschen Obstler?

    Jede Podcastfolge von "Die sogenannte Gegenwart" beginnt mit einem Aufwärmspiel: dem Gegenwartscheck. Weil der so viel Spaß macht, spielen wir diesmal in Überlänge, und das mit Livepublikum im Saal, beim Podcast-Festival von ZEIT ONLINE. Die Zuschauerinnen und Zuschauer unterstützen die drei Hosts mit Vorschlägen. Und sie dürfen auch entscheiden, wer den XXL-Gegenwartscheck am Ende gewinnt: Nina, Ijoma oder Lars? Wer ist am nächsten dran an der Jetztzeit? Und wer fällt beim Publikum mit seinen Beobachtungen durch?

    Anschließend verabschiedet sich "Die sogenannte Gegenwart" in die Sommerpause – und kehrt am 5. September mit einer neuen Folge zurück.

    • 50 Min.
    Warum der Oktopus kein Zentrum hat

    Warum der Oktopus kein Zentrum hat

    "Things fall apart; the centre cannot hold", so klagte der irische Dichter William Butler Yeats vor 100 Jahren. Heute hingegen warten viele gebannt darauf, dass das Zentrum endlich fällt – denn möglichst dezentral soll die Welt in Zukunft aufgebaut sein, so viel scheint klar. Vor allem natürlich dort, wo es um technischen Fortschritt geht: Da hofft man auf ein neues, dezentrales Internet, das Web3, das auf der Blockchain-Technologie aufbauen soll. Aber auch in der Natur sehnen wir uns heute nach dezentralen Vorbildern, wenn uns Fischschwärme und Oktopusse faszinieren, weil sie ohne Mittelpunkt und zentrale Steuerung auskommen – genauso wie die Pilze, von denen man sich inzwischen nichts weniger erwartet als gleich die Rettung der ganzen Welt. Ihr unterirdisches Mycelnetz gilt als Wunderwerk der dezentralen Architektur; sogar in der Neuauflage der Science-Fiction-Serie Star Trek fliegt man jetzt nicht mehr mit Antimaterie-Reaktor durchs All, sondern mit Mycel-Antrieb durchs Pilznetzwerk.

    Alle wollen "dezentrale Systeme", alle wollen "dezentrale Lösungen". Aber warum ist Dezentralität zu einem Leitbegriff der Gegenwart geworden? Welche gesellschaftlichen Utopien verbinden die Menschen mit dieser Idee? Geht es in Wirklichkeit um ein Bekenntnis zur dezentralen Marktwirtschaft, die der zentralen Planwirtschaft überlegen ist? Um die Überwindung nicht nur des Euro-, sondern auch gleich des ganzen Anthropozentrismus, der die Rolle des Menschen übertreibt? Und was war an der alten Zentralität eigentlich so verkehrt? Über diese Fragen diskutieren Ijoma Mangold und Lars Weisbrod in der neuen Folge des Feuilletonpodcasts "Die sogenannte Gegenwart".

    In dieser Folge sprechen Lars und Ijoma über folgende Artikel:

    Shroom Boom: Wie Pilze die Welt retten sollen (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-shroom-boom-wie-pilze-die-welt-retten-sollen-18078848.html)

    Evgeny Morozov: Digital Socialism? (https://newleftreview.org/issues/ii116/articles/evgeny-morozov-digital-socialism)

    Biennale in Venedig: Im Zauberwald der Kunst (https://www.zeit.de/2022/17/biennale-venedig-zeitgenoessische-kunst-ausstellung)

    William Butler Yeats: The second coming (https://www.poetryfoundation.org/poems/43290/the-second-coming)

    • 1 Std. 13 Min.

Kundenrezensionen

4,2 von 5
493 Bewertungen

493 Bewertungen

Nibrasso ,

Vorgeplänkel kürzer fassen

Der Gegenwartscheck am Anfang dauert zu lange. Man möchte das Thema der Folge hören und kein ewiges Vorgeplänkel. Ein Punkt pro Person, 10 min max. wäre ideal!

AddedLaura ,

Scheinkritisch und unreflektiert

Aus meiner Sicht tappt der Podcast in eine Falle und reproduziert allzu oft problematische Denkmuster in einem abgehobenen Ton, obwohl dies sicher nicht angestrebt ist. Die Idee des Formats ist interessant, scheitert aber an der Arroganz der Umsetzenden. Dadurch ist der Humor auch nicht lustig, sondern klassistisch. Es fällt schwer, dem zuzuhören.

KlaraPod ,

Fragwürdig

Sicher sind die Themen durchaus spannend, jedoch verlieren sich die Diskussionen immer wieder in einem ewigen, von hochtragenden Metaphern nur so triefenden Nonsens. Sicher sind alle Moderatoren sehr gebildet, ob aber ein Odysseus-Vergleich an jeder möglichen und unmöglichen Stelle wirklich nötig ist, bleibt fraglich. Es geht auch mal eine Nummer kleiner.

Top‑Podcasts in Gesellschaft und Kultur

ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE, ARD
Mit Vergnügen
Atze Schröder & Leon Windscheid
Westdeutscher Rundfunk
radioeins (rbb) & rbb media

Das gefällt dir vielleicht auch

ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
DIE ZEIT
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE

Mehr von ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE