Da sind wir wieder. Nach einer Pause, für die ausschließlich– ihr wisst schon wer – die volle Verantwortung trägt, gehen wir wieder auf Sendung. Wir strahlen wieder etwas ab, wir strahlen etwas aus, wir strahlen Euch an! Das Warten hat ein Ende, ab jetzt sitzt ihr nicht mehr verrotzt und verheult an den Hörgeräten. Denn wir sind troy. Die aktuelle Nachrichtenlage lässt vermuten, dass hierzulande bald alle Lampen ausgehen. Und da wir nicht zum Prepper neigen und Bunkerbau eine anstrengende Sache ist, machen wir Podcast solange es noch geht. Das wird man wohl doch noch sagen dürfen. Ein altes Sprichwort besagt, dass, wenn die Sonne der Kultur tief steht, auch Zwerge lange Schatten werfen. Also sind wir Giganten! „Wir werden wie Riesen sein, uns wird die Welt zu klein“, trällerte Heinz Rudolf Kunze in seinem Smash-Hit „Dein ist mein ganzes Herz“. Da hat er Recht. Auch wenn wir dem schnauzbärtigen Espelkamper One-Hit-Wonder sonst eher ungern zustimmen. Musik verbindet. Das weiß auch der französische Präsident Macron. Beim jüngsten G7-Gipfel, dessen Resident-DJ er war, begrüßte er jeden Gast mit einem eigenen Song. Sus, aber auch irwie sheesh. Für Giorgia Meloni gab es „Felicità“, für Donald Trump „Love Is a Long Road“. Hintersinnig, also vollkommen ungefährlich. Und der Kanzler mit Herz, Merz, bekam „Hallo Lieblingsmensch“. Diplomatie als Wunschkonzert. Politik als ZDF-Fernsehgarten. Es ist zum Knuddeln. Und wir? Wir haben uns natürlich gefragt, welches Lied wir euch, liebe Liebende, widmen dürfen. Es müsste Tiefgang haben, Wärme, Verstand und Verständnis. Niveau und Nähe. Es müsste unsere starke, aber fragile Beziehung widerspiegeln. Wie eine Fernbeziehung mit wackeligem WLAN. „1000 Mal Du“ wäre schön, denn die Münchner Freiheit ist die tollste Band der Welt. Das ist keine Meinung. Das ist Halbwissen. Was hingegen gar nicht geht: „Ich bin wieder hier“. Westernhagen. Nein. Sorry. Auf keinsten. „Only You“ von den Flying Pickets wäre schon cool. Aber wir neigen zum Mitsingen. Und wenn die Stimme oben im Falsett brüchig wird und abknickt … Das will man nicht hören. „Du da im Radio“ von Rolf Zuckowski klingt auf den ersten Blick passend. Viele hören uns ja auf dem Weg zur Arbeit. Was wäre also stimmiger, als den Erfinder der Schulweghitparade zu Wort kommen zu lassen? Aber es sind ja wir, die im Radio sitzen, nicht ihr. Und der Gen Z, einer unserer wichtigsten Zielgruppen, müssten wir zudem erst die Funktionsweise eines Kurzwellenempfangsgeräts erklären. Dazu fehlt angesichts der oben angesprochenen Krisensituation die Zeit. Und uns, als Vertreter der Silent Generation auch die Lust. Um es kurz zu machen: Unser Song für Europa, unsere Hymne für euch: „Hör gut zu, Du bist mein Glück“. Das ist Pur, das geht durch Mark und Bein. Denn zum Glück hört ihr ja zu! Da wurde deutsche Lyrik uns quasi komplett auf den sündigen Körper geschrieben. Hartmut Engler, Du alter Schlagergott! „Hör gut zu, du bist mein Glück, nicht immer, aber immer wieder. Bin ich total durch dich verzückt, du bist mein echtes pures Glück“ Boah, geil. Und jetzt mit tränenverschleiertem Blick den Play-Button anklicken. Ungefährliches Halbwissen ist wieder da! Kommt zurück, bleibt dabei. Das Zuhören kostet den Verstand. Dies – und vieles mehr – in der 51. Folge von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.