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Interviews, Tipps und akustische Eindrücke aus der Welt der Bücher und Hörbücher.

  1. vor 15 Std.

    Bachmannpreis-Podcast 2026: Blick auf den 2. Lesetag mit Daniela Strigl

    Wieder live vor Publikum am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer besprechen mit der Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl, den zweiten Lesetag der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur. Fünf weitere Texte wurden gelesen und von der Jury diskutiert. Am Samstag werden dann die letzten vier folgen. Daniela Strigl lehrt an der Universität Wien und war von 2003 bis 2008 sowie von 2011 bis 2014 selbst Mitglied der Bachmann-Jury. 2014 wurde sie zudem zur ersten Preisträgerin der Abstimmung zur beliebtesten Bachmann-Jurorin gewählt. Vor und zwischen der Besprechung des Lesetages gibt sie Einblicke in die Arbeit der Jury: Wie hat sich die Diskussionen über die Jahre verändert? Wie kommt die Jury-Mitglieder zu den Texten und Lesenden, die sie einladen? Und welche generellen Trends sind in der aktuellen Literatur auszumachen? Besprochen werden die Lesungen vom 26. Juni 2026: Lena Schätte, D Ozan Zakariya Keskinkılıç, D Seraina Kobler, CH Magdalena Schrefel, A Caroline Rosales, D Alle Texte stehen auf der Website des ORF zum Download und Nachlesen bereit. Text von Slata Roschal bleibt im Wettbewerb Zu Beginn des zweiten Lesetages trat aber zunächst der Justitiar Magister Andreas Sourij auf die Bühne. Eine Stimmung, als ob der Schulleiter das Klassenzimmer betritt. Offenbar gab es das Gerücht, dass Teile des Textes von Autorin Slata Roschal, die gestern gelesen hat, bereits auf der Website ihres Verlages zu lesen waren. Ein Text darf, so regeln es die Statuten, vorab nicht veröffentlicht sein. Laut Sourij wurden dafür jedoch keine Belege gefunden, sodass der Text (»in dubio pro reo«) im Wettbewerb verbleibt. Außerdem rumorte es etwas in der Jury und einige Mitglieder griffen sich persönlich an. Teil der Show? Auch darüber wird im Podcast gesprochen. Vielen Dank an das großartige Publikum am Lendhafen und den Verein Lendhauer, der auch in diesem Jahr die Live-Aufnahme auf der Bühne ermöglicht hat.

    1 Std. 3 Min.
  2. vor 1 Tag

    Bachmannpreis-Podcast 2026: Verweigerung am ersten Lesetag und ein Gespräch mit Helga Schubert

    Live vor Publikum am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer besprechen mit ihrem Gast, der Literaturagentin Astrid Poppenhusen, den ersten Lesetag der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur. Fünf Texte wurden gelesen, fünf Texte wurden von der Jury diskutiert – und ein kleiner Eklat sorgte für Gesprächsstoff. Vor der Besprechung des ersten Lesetages gibt Astrid Poppenhusen Einblicke in den Beruf der Literaturagentin: Wie kommt ein Text zum Verlag, warum lohnt sich eine Agentur und worauf sollten Autorinnen und Autoren bei Verträgen achten? Außerdem berichtet sie vom neu gestarteten Klagenfurter Literaturkurs 2.0. Besprochen werden die Lesungen vom 25. Juni 2026: Fiona Sironic, D/A Kurt Prödel, D Jovana Reisinger, D Kinga Tóth, H Slata Roschal, D Alle Texte stehen auf der Website des ORF zum Download und Nachlesen bereit. Warum verließ Slata Roschal nach ihrer Lesung das Studio – und wie reagierte die Jury? Welcher Text nimmt nach Einschätzung der Runde aller Voraussicht nach einen Preis mit nach Hause? Zu hören sind in der Folge außerdem zwei Original-Töne: Kinga Tóth direkt nach ihrer Lesung und Jurymitglied Mithu Sanyal, die den Studio-Eklat überraschend gut findet. All das und noch viel mehr wird im Podcast besprochen. Am Ende der Folge gibt es exklusiv im Podcast ein Gespräch mit Helga Schubert, die am Vortag die Klagenfurter Rede zur Literatur gehalten hat. Sie war von 1987 bis 1990 selbst Jurorin und gewann 2020 mit 80 Jahren den Bachmannpreis. Im Gespräch erzählt sie, wie sich die Jury-Arbeit seither verändert hat und wie aus persönlicher Erfahrung Literatur wird. Vielen Dank an das großartige Publikum am Lendhafen und den Verein Lendhauer, der auch in diesem Jahr die Live-Aufnahme auf der Bühne ermöglicht hat.

    1 Std. 27 Min.
  3. vor 4 Tagen

    Bachmannpreis-Podcast 2026: 3 Buchtipps vor dem Doppeljubiläum: Kavouras, Piekar und Sebauer

    Darunter ein Roman, der erst begeistert und dann ratlos zurücklässt. Als Besonderheit gibt es die Folge auch als Video bei YouTube. Ab 24. Juni 2026: Bachmannpreis-Podcast direkt aus Klagenfurt – Live vor Publikum Der Bachmannpreis-Podcast 2026 meldet sich an den kommenden Tagen wieder täglich direkt vom Wörthersee. Die erste Folge aus Klagenfurt erscheint voraussichtlich am 24. Juni 2026. Aufgenommen werden die Folgen vom Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 18 Uhr live vor Publikum am Lendhafen – mit Co-Host Bozena Badura und jeweils einem Überraschungsgast. Alle Infos zum Public Viewing am Lendhafen. Zur Einstimmung stellt Wolfgang Tischer in dieser Podcast-Folge drei aktuelle Bücher vor von Autorinnen und Autoren, die in den letzten Jahren beim Bachmann-Preis gelesen haben. Erstmals gibt es die Folge auch als Video. Die drei Bücher Nefeli Kavouras: »Gelb, auch ein schöner Gedanke« Ein Vater kommt zum Sterben nach Hause, erzählt aus der Sicht von Mutter und fünfzehnjähriger Tochter. Ein meisterhafter erster Teil – und eine Wendung, die den Rezensenten etwas ratlos zurücklässt. Ausführliche Besprechung hier im literaturcafe.de. Nefeli Kavouras las 2025 beim Bachmannpreis und ging leider ohne Preis nach Hause. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2025 Martin Piekar: »Vom Fällen eines Stammbaums« Autofiktional und beeindruckend: eine Kindheit mit der alkoholkranken Mutter, Polen, Herkunft und die Musik auf fast jeder Seite. Für Wolfgang Tischer der bislang ergreifendste Roman des Jahres. Ausführliche Besprechung hier im literaturcafe.de. Martin Piekar las 2023 beim Bachmannpreis und gewann den KELAG-Preis und den BKS-Publikumspreis. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2023 Johanna Sebauer: »Das Gurkerl« Eine bissige Satire darüber, wie aus einer Nichtigkeit eine Empörungswelle wird – der Bachmann-Text nahezu eins zu eins, illustriert von Nikolaus Heidelbach. 2024 mit dem 3sat- und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2024

  4. 3. Juni

    Christine Westermann über das Lesen, das Bücherempfehlen und das Literarische Quartett

    Und würde sie jetzt, wo es im Literarischen Quartett einen runden Tisch gibt, noch einmal dorthin zurückkehren wollen? Lesen in der ehemaligen Waffenfabrik Oberndorf, eine kleine Stadt im Neckartal nahe Rottweil und überregional eher dadurch bekannt, dass hier Rüstungsunternehmen wie Heckler & Koch und Mauser (jetzt Rheinmetall) ihren Sitz haben. Mauser fertigte die Waffen früher im sogenannten Schwedenbau. Das Backsteingebäude beherbergt heute ein Waffen- und Heimatmuseum – und im obersten Stock die Oberndorfer Stadtbücherei. Die lange Reihe an Deckenfenstern wirkt einladend und hell. Früher sollten die Arbeiter bei möglichst gutem Tageslicht die Waffenteile zusammenschrauben können. Heutzutage wird hier bei gutem Licht gelesen. Der große Veranstaltungsraum nebenan ist Ende April 2026 Schauplatz des zweiten Oberndorfer Literaturfests, ausgerichtet und finanziert von der Marion & Otto Biesenberger-Stiftung. Bisenberger war der Urenkel der Gründer des Schwarzwälder Boten. Die traditionsreiche Heimatzeitung hat ebenfalls noch ihren Sitz in Oberndorf, auch wenn sie schon längst zur Medienholding Süd gehört. Christine Westermann beim zweiten Oberndorfer Literaturfest Richard Rebmann, Verleger i. R.  und Vorsitzender der Stiftung, begrüßt am Eröffnungsabend. Der Saal ist ausverkauft. Zumindest wäre er das wohl, wenn man Tickets hätte kaufen müssen. Doch die Stiftung ist gut aufgestellt, da sie nach Wunsch des Gründers nur Veranstaltungen in Oberndorf fördern darf. Der Eintritt ist frei, selbst bei einem Stargast wie heute. Christine Westermann ist aus Köln angereist. Sie werde, so schreibt sie es selbst in ihrem Buch »Die Familien der anderen«, immer gerne als »bekannt aus Funk und Fernsehen« vorgestellt. Tatsächlich dürften sie wohl die meisten aus der Unterhaltungsshow »Zimmer frei« mit Götz Alsmann kennen, obwohl es diese Sendung schon seit 10 Jahren nicht mehr gibt. Demnächst, so Westermann, wird es zur Erinnerung und für die Fans ein Jubiläums-Special geben, das bereits abgedreht sei. Buchmenschen kennen Christine Westermann aus dem Literarischen Quartett, dessen Neuauflage sie von 2015 bis 2019 angehörte. Außerdem ist sie – neben Elke Heidenreich – die Buchempfehlerin des WDR. Bekannt auf Funk, Fernsehen und – Podcast Doch Christine Westermann, mittlerweile 77 Jahre alt, ist neuerdings auch einem jüngeren buchbegeisterten Publikum bekannt, denn zusammen mit ihrer 32-jährigen WDR-Kollegin Mona Ameziane ist sie Gastgeberin im erfolgreichen Bücher-Podcast »Zwei Seiten«. Ich habe mich mit Christine Westermann vor ihrem Auftritt verabredet und ausreichend Zeit eingeplant. Doch dann kommt an diesem Abend einiges anders. Christine Westermanns Auto zeigt eine kritische Fehlermeldung. Sie muss umdrehen, das Fahrzeug wechseln. Sie wird erst ein paar Minuten nach dem geplanten Lesungsbeginn im Schwedenbau eintreffen. Ganz der Medienprofi sagt sie mir, dass wir das Interview selbstverständlich nach ihrer Lesung führen werden. Westermann liest aus »Die Familien der anderen«. Das Buch ist so etwas wie ihre Autobiografie in Büchern. Der Abend verläuft gut, das Publikum ist begeistert. Ich bin etwas unglücklich, denn ich habe »Die Familien der anderen« natürlich gelesen. Einige meiner Fragen beantwortet sie und beantworten sich schon während der Lesung. Auch denn die Podcast-Hörer des literaturcafe.de dort nicht dabei waren, ist es etwas unelegant, wenn ich die Fragen Christine Westermann erneut stellen würde. Auch da würde sie sicherlich Medienprofi genug sein und die Fragen nochmals beantworten, als hätte sie sie noch nie gehört. Dennoch mag ich das nicht. Also muss ich die Situation offensiv nutzen. Start mit der Fußballerfrage Nachdem Christine Westermann signiert hat, kehren wir in den großen, leeren und fast dunklen Veranstaltungssaal zurück. Westermann gönnt sich nach der Lesung ein lokales Bier. Keine Indiskretion meinerseits, dieses Ritual erwähnt sie selbst in ihrem Buch.

  5. 5. Mai

    Parshad Esmaeili über »Papa weg. Mama müde. Ich laut. – Monolog einer Alleinerzogenen«

    Ein Gespräch über Familie, Frankfurt, das wahre Leben und das Leben als »Internetpersönlichkeit«. Wer Parshad Esmaeili nicht kennt und ihren Namen googelt, dem weißt sie die Suchmaschine als »Internetpersönlichkeit« aus. Früher wahrscheinlich ein Synonym für »meine Eltern verstehen nicht, wie ich in diesem Internet mein Geld verdiene«. Dabei ist Parshad Esmaeili einiges mehr: Stand-up-Comedienne, Moderatorin, und sie hat seit kurzem eine eigene Quizshow auf ZDFneo. Und sie macht Videos auf YouTube und anderen Social-Media-Kanälen. Über das Leben als »Alleinerzogene« hat sie im Knaur Verlag das Buch »Papa weg. Mama müde. Ich laut.« geschrieben. Ein Projekt, für das sie viel mit ihrer Mutter gesprochen hat. »Das Buch hat mich auch dazu gezwungen, mich mit mir zu beschäftigen und zu reflektieren. Das hätte ich so intensiv niemals mit einem anderen Projekt, mit einer Visualisierung hinbekommen«, sagt Parshad im Podcast. Das Buch ist melancholisch, wenn es um die eigene Familie in Deutschland und im Iran geht und es enthält auch witzige Passagen. »Es ist ja kein Wunder, dass sich Komödie auf Tragödie reimt«, sagt Parshad. Dass sie auch auf Bühnen und in Videos laut wurde, sei das Endergebnis der beiden anderen Teile in ihrem Leben: Papa weg. Mama müde. Hören Sie das vollständige Gespräch mit Parshad Esmaeili im Podcast des literaturcafe.de. Geführt wurde es am 21. März 2026 auf der Leipziger Buchmesse.

  6. 17. Apr.

    Schreiben über Trauer: Barbara Pachl-Eberhart über »Vier minus drei«

    2008 verlor Barbara Pachl-Eberhart bei einem Verkehrsunfall an einem unbeschrankten Bahnübergang ihren Mann und ihre beiden Kinder. 2010 erschien ihr Buch »Vier minus drei«, in dem sie schilderte, wie sie dieses schreckliche Unglück verarbeitete und wieder zurück ins Leben fand. Sie habe, so sagt sie im Gespräch mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de, damals das Buch geschrieben, das sie vergeblich gesucht hat. Ein Buch, das Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen soll. Sie wollte kein Buch lesen oder schreiben, das mit der Haltung des Haderns oder Aufbegehrens geschrieben ist. Sie wollte sich nicht ihr »Schicksal von der Seele schreiben«, sondern von dem Momente berichten, als sie wieder Licht gesehen und die Dinge verstanden habe. Heute arbeitet Barbara Pachl-Eberhart unter anderem als Trauerbegleiterin und Schreibtrainerin für autobiografisches Schreiben. Trauer, Tod, Krankheiten oder die verlorene Liebe sind oft ein Anlass, das erlebte für sich oder andere niederzuschreiben. Aber wie geht man das an? Und wie entsteht daraus vielleicht ein Text, der mehr ist als eine therapeutische Maßnahme und als Buch erscheint? »Die größte Kunst oder das Schwierigste beim biografischen Erzählen ist, dass man eigentlich sich traut, noch mal jünger und auch unreifer zu werden beim Schreiben. Ich kann nicht ein Buch beginnen mit etwas, was vor zwei Jahren passiert ist, als die Gescheite oder Gereifte, die ich heute bin. Sondern ich muss mich trauen, mich noch mal so zu zeigen, wie ich damals war«, sagt Barbara Pachl-Eberhart. Unter der Regie von Adrian Goiginger und mit Valerie Pachner und Robert Stadlober in den Hauptrollen, wurde das Buch »Vier minus drei« verfilmt und läuft ab 16. April 2026 in den Kinos an. Wie ist es für Barbara Pachl-Eberhart, 18 Jahre später das Ganze als Film anzusehen? Auch darüber berichtet sie im Podcast. Und wer angesichts der Schwere des Themas den Film lieber nicht ansehen möchte, dem macht die Autorin am Schluss des Gesprächs Mut: Natürlich sei es ein trauriger Film, aber auch eine Liebesgeschichte und ein Film über den Mut, der in uns allen steckt.

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