Niere2go

Nephrologisches Zentrum Villingen-Schwenningen

Wir präsentieren in diesem ersten deutschsprachigen PodCast für Nephrologie spannende Themen und Einblicke rund um das Gebiet der Nephrologie.

  1. VOR 3 TAGEN

    Digitalisierung und KI in der Nephrologie: Ein Ausblick ins Jahr 2026

    In dieser Folge von Niere2go wagen wir ein längst fälliges Experiment: Wir bringen ChatGPT ins Live-Gespräch mit unserem Moderator Bernd Hohenstein. Das Sprachmodell ChatGPT 5.2 wurde in einem Prompt gebeten ein Live Interview zum Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Versorgungsalltag der Nephrologie zu führen und einen Ausblick in das Jahr 2026 zu geben. Mittels Text-to-Speech wurden die Fragen von ChatGPT - bewusst mit einer erkennbar synthetischen Stimme - 1:1 realisiert, die Antworten wurden 1:1 mittels Speech-to-Text an ChatGPT übergeben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo KI realistischen Nutzen entfalten kann – und wo klare Grenzen gezogen werden müssen. Prof. Hohenstein beschreibt die Spannungsfelder zwischen Klinik-IT, Digitalisierung in der ambulanten Versorgung, wachsendem Innovationsdruck und der Gefahr einer unregulierten „Schatten-KI“ im medizinischen Alltag. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der KI-gestützten Dokumentation als wahrscheinlich erstem Bereich mit spürbarem Alltagsnutzen. Diskutiert werden automatisierte Gesprächstranskription, strukturierte Zusammenfassungen und die Entlastung von Ärzt:innen und Pflegekräften von bürokratischen Aufgaben. Gleichzeitig macht Prof. Hohenstein deutlich, dass KI-basierte Interpretation und Therapieempfehlungen als Hochrisikoanwendungen zu bewerten sind und zwingend klare Governance, Transparenz und ärztliche Verantwortung erfordern. Abschließend richtet sich der Blick auf Patient:innen mit chronischer Nierenkrankheiten, den zunehmenden Personalmangel und die Frage, wie digitale Werkzeuge helfen können, Versorgung effizienter und gerechter zu gestalten. Prof. Hohenstein betont die Bedeutung von Anwenderqualifikation, Datenqualität und realistischen Business Cases. Sein Fazit: Der Erfolg von Digitalisierung und KI wird sich 2026 nicht an Visionen messen lassen, sondern daran, ob sie spürbar Zeit zurückgibt, Versorgung verbessert und Freude an der täglichen Arbeit ermöglicht.

    54 Min.
  2. 01.12.2025

    AKI and Sex

    Ein Gespräch mit Dr. Wulf Tonnus, Medizinische Klinik 3 am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden. In dieser Folge von Niere2go haben Daniela und Bernd den Kollegen Dr. Wulf Tonnus, ein Clinician Scientist aus Dresden, eingeladen. Er beschreibt seinen Weg in die Nephrologie, seine Verbindung zu Forschungsgruppen um Andreas Linkermann sowie die Herausforderungen und Chancen, klinische Tätigkeit und Grundlagenforschung zu vereinen. Zudem spricht er über Karrierewege, Motivation für wissenschaftliches Arbeiten und die Bedeutung von Förderung und flexiblen Arbeitsstrukturen für klinisch Forschende. Im Zentrum steht eine aktuelle Publikation im Fachmagazin Nature (Nature. 2025 Sep;645(8082):1011-1019), das Geschlechterunterschiede bei akutem Nierenversagen (AKI) untersucht. Epidemiologisch zeigen Frauen – besonders im gebärfähigen Alter – geringere AKI-Raten. Das Team konnte experimentell nachweisen, dass weibliche Tubuluszellen durch östrogene Stoffwechselprodukte deutlich resistenter gegenüber ferroptotischem Zelltod sind. Bestimmte hydroxylierten Östrogenmetabolite wirken dabei als lipophile Radikalfänger und unterdrücken ferroptosebedingte Membranschäden. Weibliche Tubuli enthalten diese Metabolite in hoher Konzentration, männliche profitieren dagegen erst unter experimenteller Zugabe davon. Die Ergebnisse zeigen, dass der Östrogenrezeptor zahlreiche ferroptosemodulierende Systeme steuert und damit einen breiten Schutzmechanismus erzeugt. Gleichzeitig betonen die Gesprächspartner, dass therapeutische Konsequenzen – etwa Estrogen- oder Ferroptosemodulatoren-Einsatz – sorgfältig geprüft werden müssen, da ferroptotische Prozesse auch physiologische Funktionen haben können. Die Diskussion streift zudem Implikationen für Transplantationsmedizin, Unterschiede zwischen prä- und postmenopausalen Frauen und die Bedeutung global verfügbarer, kostengünstiger Therapien gegen AKI. Die Episode endet mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen und einem positiven persönlichen Fazit zu Dresden als Forschungsstandort.

    52 Min.
  3. 01.10.2025

    Paraproteinämie und Niere

    zu Gast: Prof. Dr. Harald Rupprecht, Klinik für Nephrologie, Angiologie und Rheumatologie, Klinikum Bayreuth In dieser Folge von Niere2go sprechen die Hosts mit Prof. Harald Rupprecht über Paraproteinämien und ihre Bedeutung für die Nieren. Zunächst wird erklärt, warum Paraproteine, auch ohne eine hämatologische Therapieindikation, eine Nierenschädigung verursachen können. Prof. Rupprecht gibt einen Einblick in die Klassifikation der verschiedenen Krankheitsbilder, die daraus entstehen können, und erläutert, welche klinischen Kriterien zur Unterscheidung entscheidend sind. Ein Schwerpunkt der Episode liegt auf den unterschiedlichen Formen der monoklonalen Gammopathie renaler Signifikanz (MGRS). Dabei wird dargestellt, wie sich Paraproteine je nach Struktur in der Niere ablagern können – als Fibrillen, Tubuli, Kristalle oder unorganisierte Ablagerungen – und welche Krankheitsbilder daraus entstehen. Auch seltene Konstellationen ohne nachweisbares Paraprotein oder ohne Albuminurie werden besprochen. Zudem wird die Rolle der Nierenbiopsie für die exakte Diagnose betont. Abschließend geht es um die Therapieoptionen: von klassischer Chemotherapie über Stammzelltransplantation bis hin zu modernen Ansätzen wie CAR-T-Zelltherapien. Prof. Rupprecht gibt praxisnahe Take-Home-Messages mit, u. a. dass die CAST-Nephropathie immer therapiebedürftig ist, die MGRS ein Paradebeispiel für die Komplexität der Nephrologie darstellt und dass bei älteren Patienten mit C3-Glomerulopathie fast immer ein zugrundeliegendes Paraprotein gesucht werden sollte.

    50 Min.
  4. 01.09.2025

    35 Jahre mit Nierenkrankheit, Dialyse und Transplantation: Eine bewegende Geschichte von und mit Heinrich Haag

    zu Gast: Heinrich Haag, Patient und Vorstandsmitglied des Bundesverband Niere e.V. Herr Haag berichtet in dieser besonderen Folge von Niere2go über seine 35-jährige Erfahrung mit Nierenersatzverfahren. Bereits am Alter von 33 Jahren musste er sich recht schnell der Dialysebehandlung unterziehen. Dank eines verständnisvollen beruflichen Umfelds konnte er seine Arbeit weiterhin ausüben und obwohl die Diagnose und der Beginn der Dialyse eine große Umstellung bedeuteten, entwickelte er früh eine pragmatische Haltung: Er akzeptierte seine Situation, versuchte, ein normales Leben zu führen, und strebte von Beginn an eine Transplantation an. Herr Haag berichtet über seine drei Transplantationen mit stark unterschiedlichen Verläufen: Nach einer fulminanten Abstoßung der ersten Niere lebte er mit einer zweiten Niere etwa zwölf Jahre lang, bevor eine schleichende Verschlechterung erneut zur Dialyse führte. Er entschied sich zu diesem Zeitpunkt für eine Nachtdialyse, die es ihm ermöglichte, Beruf und Behandlung besser zu vereinen. Die dritte Transplantation im Winter 2022 war ebenfalls erfolgreich. Ihr folgten aber ein Bandscheibenvorfall und Komplikationen am Bein. Trotz zahlreicher Rückschläge im Laufe der Zeit bewahrte er stets seine Ruhe und Zuversicht. Bereits nach seiner ersten Transplantation begann Haag sich im Bundesverband Niere e.V. zu engagieren, motiviert durch eigene Erfahrungen mit mangelnder Aufklärung. Heute ist er Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg. Er betont die Nachwuchsprobleme in der Patientenvertretung, hebt aber zugleich hervor, wie wichtig persönliche Gespräche für die Krankheitsbewältigung sind.

    55 Min.
  5. 01.07.2025

    Einzelzellen im Fokus: Wie Fibrose entschlüsselt wird

    Ein Gespräch mit Prof. Dr. Rafael Kramann, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen, RWTH Aachen. Im Gespräch mit Prof. Rafael Kramann geht es um den Mechanismus der Fibrose in der Niere und die Fortschritte, die durch Einzelzell-RNA-Sequenzierung erzielt wurden. Er erklärt, dass diese Methode es erstmals erlaubt, einzelne Zelltypen im Nierengewebe präzise zu analysieren, ihre Genexpression zu messen und zu verstehen, welche Zellen an der Fibrose beteiligt sind. Im Gegensatz zu früheren „Bulk“-Analysen, die nur einen Durchschnitt über alle Zellen gaben, können jetzt spezifische krankheitsrelevante Zelltypen wie Fibroblasten und Perizyten identifiziert und ihre Rolle in der extrazellulären Matrixbildung aufgeklärt werden. Kramann betont, dass gerade diese Fibroblasten bei der Nierenfibrose den Großteil der pathologischen Matrix produzieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist, wie diese Erkenntnisse die Entwicklung neuer Therapien beeinflussen können. Die Analysen ermöglichen es, krankheitsspezifische Mechanismen und potenzielle Zielstrukturen für Medikamente zu identifizieren. Ziel ist es, die Progression der Fibrose zu verlangsamen und den Funktionsverlust der Niere hinauszuzögern. Dabei betont Kramann, dass es bei Nierenerkrankungen eher darum geht, den Fortschritt zu stoppen als bestehende Fibrose rückgängig zu machen, da verlorene Nephrone nicht regeneriert werden können. Ansätze wie Kombinationstherapien könnten zukünftig helfen, den Krankheitsverlauf noch stärker zu beeinflussen. Darüber hinaus gibt Kramann Einblicke in den Alltag eines Klinikdirektors und Forschers, der Klinikleitung, Forschung und Familie miteinander vereinbart. Er beschreibt, wie moderne Forschungsansätze und Kooperationen weltweit genutzt werden, um große Datensätze zu analysieren und präklinische Experimente effizienter zu planen – zum Beispiel durch KI-gestützte Modellierungen. Abschließend zeigt die Episode, dass sich das Feld rasant weiterentwickelt und mit neuen Technologien wie räumlicher Genexpressionsanalyse das Verständnis von Fibroseprozessen auf ein neues Niveau gehoben werden könnte, was langfristig verbesserte Therapien verspricht.

    51 Min.
  6. 01.05.2025

    Schwangerschaft und Niere

    Ein Gespräch mit Dr. Dominik Tacuri-Strasser, Nierenzentrum Offenburg In dieser Folge von Niere2gowidmen sich Bernd und Daniela einem Thema, das viele Zuhörer:innen lange gewünscht haben: Schwangerschaft bei Nierenerkrankung. Historisch wurden Frauen mit Nierenerkrankungen oft pauschal von Schwangerschaften abgeraten. Heute jedoch steht der individuelle Kinderwunsch im Mittelpunkt – gemeinsam mit einem differenzierten, risikoangepassten Vorgehen. Dr. Dominik Tacuri-Strasser, Nephrologe und ärztlicher Leiter in Offenburg, teilt seine Erfahrungen zur Versorgung nierenkranker Schwangerer. Er erklärt die physiologischen Veränderungen der Nieren während der Schwangerschaft, den Umgang mit Patientinnen unter Dialyse oder nach Transplantation und gibt praxisnahe Einblicke in Diagnostik und Prävention. Im Mittelpunkt steht dabei die individuelle Betreuung – von der Blutdrucküberwachung bis zum Einsatz von Biomarkern wie sFLT1 und PLGF zur Früherkennung von Komplikationen. Zum Abschluß wird betont, dass die verbesserte Betreuung nierenkranker Schwangerer nicht nur kurzfristige Erfolge für Mutter und Kind bringt, sondern auch langfristig zur besseren Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen beiträgt. Damit öffnet die Schwangerschaft eine wichtige Tür zu einer nachhaltigeren Frauengesundheit – ein Thema, das weit über die Nephrologie hinaus Bedeutung hat. Viel Freude beim Hören dieser inspirierenden Folge!

    1 Std. 3 Min.
4,5
von 5
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Wir präsentieren in diesem ersten deutschsprachigen PodCast für Nephrologie spannende Themen und Einblicke rund um das Gebiet der Nephrologie.

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