Studio Literatur

Literarische Gesellschaft Thüringen

Die Literarische Gesellschaft Thüringen fördert seit 1991 die Literatur und Kultur in Weimar und Thüringen. Sie organisiert Festivals und Wettbewerbe, Werkstätten und Lesungen, veröffentlicht Bücher und Magazine. In unserem Podcast stellen wir euch die Literatur und das literarische Leben rund um die LGT vor. Redaktion: Guido Naschert, Stefan Petermann Einzelne Folgen sind an jedem 3. Dienstag im Monat von 22:00–23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de zu hören. www.literarische-gesellschaft.de

  1. #67 Volha Hapeyeva: Wörterbuch einer Nomadin

    vor 2 Tagen

    #67 Volha Hapeyeva: Wörterbuch einer Nomadin

    Volha Hapeyeva legt ein ebenso poetisches wie persönliches und politisches »Wörterbuch« über ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan vor. Einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter sind der Ausgangspunkt und öffnen ganze Denk- und Erfahrungswelten. So ist der gedankliche Weg von »sad« (Ziergarten) und »harod« (Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit – und schon stehen wir vor den Fragen: Wie frei sind wir wirklich in der globalisierten Welt? Und wie sehr entscheidet der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens? Hapeyevas Buch ist ein poetisches Nachdenken über Sprache, Identität und Zugehörigkeit. Sie stellt Fragen nach Heimat und Fremdsein, nach Geschlecht und Patriarchat, nach der Möglichkeit, »Mensch« zu sein jenseits von Zuschreibungen. Volha Hapeyeva, geboren in Minsk, Belarus (1982), ist Lyrikerin, Autorin, Übersetzerin, Künstlerin und promovierte Linguistin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den English PEN Translates Award für das Buch In My Garden of Mutants (2021), den Wortmeldungen-Literaturpreis 2022, Rotahorn-Preis 2021 und den manuskripte-Preis 2025. 2019-2020 war Volha Hapeyeva Stadtschreiberin von Graz. 2021-2022 Writer-in-Exile den PEN-Zentrum Deutschland, 2022-2023 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms DAAD und 2023-2024 erhielt sie das Clara und Eduard Rosenthal Literaturstipendium (Jena). Volha Hapeyevas Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übertragen. 2020 erschien auf Deutsch Mutantengarten, 2023 Trapezherz. Ihr Debütroman Camel Travel erschien 2021. 2024 erschien ihr Roman Samota. Die Einsamkeit wohnte im Zimmer gegenüber. Sie ist häufig Gast auf internationalen Festivals. Als Künstlerin arbeitet Volha Hapeyeva mit Objekten und Texten (Archiv der kleinen Wesen, Ausstellung in Graz 2024 und Marschroots der Wörter, Ausstellung in Jena, 2024–2025). Seit 2020 schreibt Volha Hapeyeva auch auf Deutsch und wohnt als Nomadin in Österreich und Deutschland. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 30.04.2026.

    1 Std. 7 Min.
  2. #65 Stefan Petermann: »Diese lange Zeit in der Sonne«

    21. Apr.

    #65 Stefan Petermann: »Diese lange Zeit in der Sonne«

    »Grundsätzlich war es bisher schön gewesen. Ich war glücklich, vielleicht so, wie niemals zuvor. Nähme man alle bereits absolvierten und noch im Verlauf befindlichen Menschenleben zusammen, müsste meins im oberen Viertel angesiedelt sein, ziemlich sicher sogar. Hinter alle fünf Stufen der Bedürfnispyramide konnte ich fette Haken setzen. Dennoch: Etwas fühlte sich schief an.« Nachts schreit ein Mann. Eine Frau bleibt stehen und will einfach nicht weitergehen. Ein Vater disrupiert sein Haus. Eine Mutter wird wütend auf Grönland. Ein Sohn baut das World Trade Center aus Butter nach. Eine Tochter schafft es nicht zum Mond. Haie schwimmen in den vierten Stock. Und eine liest das Letzte aller Bücher. Der neue Erzählband von Stefan Petermann enthält Fragmente von Vergnügen. Vor allem aber Halluzinationen einer Gegenwart, die im Begriff ist, sich aufzulösen. Mit energischer Poesie erzählt er von Menschen, die in Momenten des Übergangs stehen. So erschafft er mit einem unbestechlichen Gespür für Zwischentöne kleine Welten, die leuchten, auch wenn sie schon im Verschwinden begriffen sind. Im Zentrum seiner Texte steht die Liebe, ihr Versuch, den Abbrüchen zu trotzen, dabei mal scheitert, mal triumphiert. Geschichten, die anfassen und schubbern machen, samt Blenden ins Künftige. Über den Autor Stefan Petermann, geboren in Werdau, hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht, dazu den Reportagenband »Jenseits der Perlenkette«. Einige seiner Geschichten wurden verfilmt. Er war an zahlreichen Ausstellungen und Kunstprojekten beteiligt, zuletzt »Der Thüringer Blumenwurf«. Er unterrichtet an der Bauhaus-Universität Literarisches Schreiben und lebt in Weimar. www.stefanpetermann.de Moderation: André Schinkel Aufzeichnung einer Lesung in der Weimarer LiteraturEtage vom 26.02.2026

    1 Std. 12 Min.

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