Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. 19 min ago

    Genießen wir die Sommertage trotz der Hitze

    Es ist Sommer. Es ist richtig heiß. Zu heiß für uns eher kältegewohnte Sauerländerinnen. Schon eine Woche sonnig und Hitze- statt Gewitterwarnung und kein Sturzregen und herrlich warm und laue Abende im Garten. Es gibt so Gewissheiten, die einfach erinnern, dass es wettermäßig im Sommer so sein sollte. Aber, und das ist immer so verwunderlich, im Ablauf des Jahres sind wir schon wieder auf dem absteigenden Ast. Der 21. Juni war die Mitte, der Mittsommer, der längste Tag und die kürzeste Nacht. Im Gotteslob haben wir dazu ein wunderschönes Lied, dessen Melodie sehr eingängig und dessen Text sehr deutlich zeigt, wie der Zeiten- und der Lebenslauf geht. Da heißt es in der ersten Strophe:Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut. Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin. Im normalen Trubel des Alltags und in den großen Städten merkt man oft gar nicht, dass die Blütezeit der Bäume, Früchte und Felder vorüber ist und wir schon ernten können, die Beeren und Früchte und das frühe Gemüse. Aber da genau ist der Punkt in unserem Leben: mittendrin und doch schon auf dem Weg des Reifens zum Ende hin. Lass uns Dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin ist die Ermutigung und auch Ermahnung unseres Lebens: mit seinem Wort auf Gott hin zu leben und zu reifen. Die Erkenntnis der zweiten Strophe macht den Gedanken noch deutlicher:Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht.Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichseinnimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein. Das Blühen und Reifen und die langen Sommertage sind die eine Seite des Lebens; und es ist wunderbar sie zu genießen und uns zu erinnern. Die Dunkelheiten und Ängste die andere Seite. Und in diesem Lied gibt es die kraftvolle Zusage, dass all das in der machtvollen Liebe Gottes geborgen ist.

    4 min
  2. 1 day ago

    Wenn eine Rose Gott lobt

    Wir haben gegenüber unserem Haus einen kleinen Garten, der an der Stadtmauer entlang geht, klein, aber fein ist, etwas Wiese hat, um sich auch mit 10 Leuten am Tisch zum Essen zu treffen, an der Mauer entlang viele schöne Hortensienbüsche und andere Blumen, die jetzt langsam anfangen zu blühen, ein paar Johannisbeer- und Stachelbeersträucher, um mit den Früchten Marmelade zu kochen, und eine ziemlich große Ecke mit Bodendecker Rosen. Die sind für mich das absolut Faszinierende in unserem Garten. Vor einigen Jahren musste ein gebrochenes Kabel in drei Meter Tiefe gesucht und ausgetauscht werden. Also wurde quasi die Fläche von 3 Quadratmetern 3 Meter tief ausgehoben, eine riesige Holzkabeltrommel schon mal geholt und genau auf den Rosen abgelegt. Tja, das war es wohl. Nach mehr als zwei Wochen wurde die Trommel wieder entfernt und abtransportiert. Von den Rosen war nichts mehr zu sehen. Ein Jahr später lugten ein paar kleine rote Blüten aus dem Rest des Busches, im vergangenen Jahr noch ein paar mehr und in diesem Jahr ist es, als sei niemals eine tonnenschwere Kabeltrommel auf ihnen gelastet, die alles Leben abgedrückt hat. Der Busch blüht in einer Fülle, wie nie zuvor und oft bleiben Spaziergänger stehen und genießen diese Pracht. Manchmal geht es vielen von uns im realen Leben auch nicht anders. Da lasten Arbeit, Krankheit, Nöte und Schwierigkeiten auf uns und es herrscht das Gefühl vor, alles wird erdrückt und es bleibt keine Luft mehr zum Atmen, keinen Raum mehr für Entwicklung, keine Energie mehr für mehr als nur zu existieren. Aber wir Menschen haben von Gott eine unsterbliche Seele bekommen und manchmal braucht es nur ein Gebet, nur einen freundlichen Blick, nur eine Zusage des Beistands, nur eine kleine Hilfe im Alltag, und Leib und Seele können wieder aufleben, aufschauen, aufblühen. Eine Frau im kriegszerstörten Butscha hat neben ihrem zerbombten Haus einen Garten angelegt, Gemüse gepflanzt und einen Rosenstock. Zur Verblüffung des Reporters sagt sie: „Gott hat uns das Leben gegeben und uns überleben lassen. Jetzt werden wir ernten, was wir zum Leben brauchen und die Rose wird IHN, unseren Gott, loben“ Ich bin beeindruckt und fasziniert von der Kraft dieser Frau und ihrem Mut und ihrem Glauben.

    5 min
  3. 2 days ago

    Manchmal ist man einfach sprachlos

    Es gibt in der gesamten Liturgie der Kirche nur drei Menschen, von denen wir den Geburtstag feiern: Jesus - den Sohn Gottes, die Gottesmutter Maria, und seinen Vorläufer Johannes, dessen Geburtstag heute ist.Dessen Ankündigungsgeschichte ist echt bemerkenswert. Im Lukasevangelium heißt es: „Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars.Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn.Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“Beim Tempeldienst wird seinem Vater angekündigt, dass er diesen Sohn bekommen wird, und. weil er das wegen seines Alters und dem fortgeschrittenen Alter seiner Frau wirklich nicht glauben kann, wird er stumm. Als dann der Sohn geboren ist, und er aufschreibt, dass dieses Kind Johannes heißen soll, wird seine Zunge wieder gelöst und er kann wieder sprechen und „er redete und pries Gott“. Das es einem, von dem was auf mich zu kommt, schon mal die Sprache verschlägt, kommt Dir wahrscheinlich auch bekannt vor. Man ist sprach- und ratlos und weiß nicht weiter. Und dann hilft es schon mal, wenn man einfach tut, was dran ist, den normalen Alltag bewältigt und trotzdem versucht, Herz und Hirn zusammenzubringen und auf das zu hören, was mir da aufgetragen ist oder von dem ich spüre, dass jetzt etwas geschehen muss. Und manchmal ist es auch erst die nächste Generation, hier also der Sohn Johannes, der die richtigen Worte findet, und einen liebenden und erbarmenden Messias ankündigt.

    4 min
  4. 3 days ago

    Was tut Dir heute gut?

    Im Nachbardorf meines Heimatortes ist eine Eisdiele. Sie ist schon über 60 Jahre alt und ist noch immer im Familienbesitz. Der Sohn macht das jetzt schon über 40 Jahre. Sie hat einen legendären Ruf wegen der tollen Qualität des Eises und ist im Preis immer noch niedriger als die anderen ringsum. Ich habe ein kleines Video gesehen und war entzückt: Wenn man hineingeht, ist es drin so herrlich altmodisch, mit Plastikblumen und roten Kunstlederstühlen, dass man sich echt wundert. Aber der Besitzer möchte es so und die Leute lieben es.  Sie hat aber schon immer mehr vom Straßenverkauf gelebt als von den wenigen Sitzplätzen innen. Das Eis wird noch handgemacht und meist gibt es nur 4 - 5 wechselnde Sorten. Und immer, wenn ich vorbeifahre, denke ich, oh, hier wollte ich schon immer mal halten und das Eis probieren. Und dann sehe ich die langen Schlangen der Eisliebhaber, die da vorfreudig anstehen und fahre dann doch vorbei, ohne zu halten. „Das ist da immer so“ sagen meine Brüder, denen ich davon erzähle. Und auch sie haben deshalb dort noch nie gehalten. Man muss einen Parkplatz suchen, ein Ticket ziehen und sich an der Schlange anstellen. Ach, dann lieber nicht. Wofür lohnt es sich für Dich, heute mal anzuhalten, auszusteigen, sich in einer langen Schlange anzustellen und geduldig zu warten? Ein neu auf den Markt geworfenes Produkt, das sehr angesagt ist und alle haben wollen? Ein endlich wiedereröffnetes Museum mit einer brandneuen Ausstellung? Wenn nicht das Geld, der Preis, die Frage ist, sondern die dafür aufgewendete Zeit oder das Vergnügen des Heute?Zurzeit bei der Fußball WM sind in den USA die Preise für alles so hoch, dass sich das nur scheinbar reiche Leute leisten können oder jemand, der dieser Tage erzählt hat, dass er zwei Jahre energisch gespart hat, um sich diese Reise und die Tickets und das Hotel und die Wurst und das Bier leisten zu können und man sah ihm an, dass das eine der besten Entscheidungen seines Lebens war. Und er vergnügt in einer langen Schlange stand, um genau heute ins Stadion zu können.Und über dieses „Heute“, kann man auch wunderbar nachsinnen, während man in der langen Schlange vor der Eisdiele steht und sich sehr vorfreut, weil das köstliche Eis auch eine der wunderbaren Gaben Gottes ist, die die Menschen für seine Menschen erfunden haben, uns zur Freude und zum Genuss für Leib und Seele.

    4 min
  5. 4 days ago

    Gelassenheit und Ruhe

    Der König verliebt sich, was ja an sich schön ist. Aber er kann seine neue Liebe nicht heiraten, weil er längst verheiratet ist. Also versucht er, seine Ehe annullieren zu lassen, wofür es aber keinen Grund gibt. Der Papst lehnt ab und das ist der König nicht gewillt einfach hinzunehmen. Also gründet er die eigene Staatskirche und setzt sich selbst als Oberhaupt dieser Kirche ein. Sein Kanzler Thomas Morus tritt da aber sofort von seinem Amt zurück, weil er als Katholik solchem Bestreben nicht folgen will. Aber der König will den Treueeid von allen, auch von ehemaligen Kanzlern. Da der sich weiterhin standhaft weigert, wird er eingekerkert und wegen Hochverrats zum Tod verurteilt und hingerichtet.Das Ganze ist fast 500 Jahre her und ist nicht vergessen, weil dieser Thomas Morus ein kluger Mann, ein liebevoller Familienmensch, ein Anwalt für Gerechtigkeit gegen jedermann war und einen wundervollen Humor hatte. Selbst in der Stunde seiner Hinrichtung bittet er ganz gelassen den Henker, ihm doch aufs Schafott zu helfen, herunter würde er es dann schon allein schaffen. Und er schiebt seinen wallenden Bart zur Seite, da der ja keinen Hochverrat begangen habe und nicht bestraft werden müsse.Papst Johannes Paul II. hat ihn im Jahr 2000 zum Patron der Regierenden und Politiker ernannt. Und was hat das heute, am Montagmorgen, mit mir und mit Dir zu tun? Eigentlich nichts, es sein denn, wenn Du Dich an Deinem Ort in der Kommunalpolitik engagierst oder Dich sonst einsetzt für das Wohl der Mitmenschen. Manchmal helfen mir solche Beispiele, den eigenen Tag mit nie so schlimmen Herausforderungen doch mit etwas mehr Gelassenheit und Ruhe zu beginnen. Mein Vertrauen in Gott und meinen Glauben auf ihn zu setzen, auch wenn alle ringsherum anders denken und es auch von mir fordern sollten.Zwei charakteristische Worte von Thomas Morus gebe ich Dir gerne mit in den Tag. Das eine: Viele Menschen erkaufen sich die Hölle mit so großer und schwerer Arbeit, dass sie sich mit der Hälfte derselben hätten den Himmel erwerben könnten. Und das zweite: Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.

    4 min
  6. 5 days ago

    Zeichen der Gegenwart Gottes

    Eine der schwierigsten Aufgaben als Priester ist es ein Kind zu beerdigen. Es gibt kaum einen Moment, der emotional so tief berührt und gleichzeitig sprachlos macht. Wir stehen vor einem Leben, das viel zu kurz war und irgendwie muss man doch Worte finden. Worte, die trösten, Worte, die Hoffnung geben, Worte, die das Unfassbare ein Stück weit greifbar machen.In solchen Momenten merke ich dann, wie sehr ich auf Zeichen angewiesen bin, die den Menschen Hoffnung schenken. Ein Blick in den Himmel kann so ein Zeichen sein. "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache." Antoine de Saint-Exupery hat diese Worte in seinem kleinen Prinzen geschrieben. Sterne sind mehr als ferne Lichter. Sie können ein Ort des Trostes sein, ein Spiegel für die Liebe Gottes, ein Zeichen, dass jedes Leben, so kurz es auch war, wertvoll und geborgen ist. "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache." Die Sterne erinnern uns daran, dass Gott zu uns Menschen spricht, dass er ja sagt zu dieser Welt, zu uns, zu jedem Menschen, auch zu dem kleinen Kind, das stirbt.So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein, heißt es in einem Lied. Das Licht der Sterne ist ein Blick in die Ferne und zugleich ein Blick in die Vergangenheit. Ähnlich wie der Tod uns von Menschen scheidet, die wir lieben, bleiben wir aber weiterhin in ihrer Vergangenheit und in ihrer Erinnerung. Wenn wir auf sie blicken, wenn ein Leben nur kurz auf dieser Erde war, dann gewinnt jede liebevolle Geste, jede Berührung, jede gemeinsame Zeit noch einmal besondere Bedeutung. So wie das Licht der Sterne bleibt, so bleibt die Erinnerung an dieses Leben in unseren Herzen, in unseren Gedanken und bei Gott. Gott erinnert sich jedes Menschen. Gott holt ihn in sein Inneres. Er schenkt ihm Geborgenheit. Das, was wir lieben, verliert nicht seine Bedeutung nur durch den Tod, auch, wenn wir es nicht mehr in unseren Händen halten können.Der Sternenhimmel wird so zu einem Zeichen der Zusage Gottes. Licht bricht in die Dunkelheit. Ewigkeit durchdringt unsere Zeit und wir dürfen darauf vertrauen, dass die, die wir lieben, geborgen sind in diesem Licht. Das ist meine Hoffnung für jeden Menschen, so auch für den kleinen Moritz. Mögen wir allen Menschen ihren Platz bei Gott wünschen in der Geborgenheit, in der Liebe und in der Ewigkeit. Denn so spricht Gott sein Ja und so stirbt unser Nein. Schau einfach in den Himmel und blick auf die Sterne. Zeichen der Gegenwart Gottes.

    5 min
  7. 6 days ago

    Kreuzzeichen

    Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Manch einer von euch wird heute Morgen schon mit diesen Worten innerlich oder äußerlich gesprochen das Kreuzzeichen über seinen Körper gemacht haben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, das soll mehr als eine Gewohnheit sein. Es ist ein Bekenntnis. Gott ist Beziehung kein ferner Einzelgott, sondern ein Gott in drei Personen Vater Sohn und Heiliger Geist vereint in Liebe. Wenn wir das Kreuzzeichen machen, sagen wir nicht, ich bete zu drei Göttern. Wir sagen, ich bete zu dem einen Gott, der Gemeinschaft ist und uns in diese Gemeinschaft hineinruft.Viele Studierende, denen ich tagtäglich als Hochschulpfarrer begegne, fühlen sich in dieser Welt wie Einzelkämpfer und manches Mal denkt man, sie wollen sich jeden Tag wirklich selbst optimieren. Aber ist das wirklich gut? Glauben heißt nicht nur, an Gott zu glauben, sondern mit Gott zu leben. Deswegen machen wir dieses Zeichen, das Kreuzzeichen über unseren ganzen Leib. Die Dreifaltigkeit Gottes ist sein wahres Wesen, Liebe in Bewegung. Der Vater liebt den Sohn. Der Sohn lebt aus dem Vater. Der Geist ist die verbindende Kraft und alles, was lebt, entsteht aus dieser göttlichen Dynamik. Gott ist keine abstrakte Theorie, sondern gelebte Beziehung. Am Ende stellt sich eine ganz einfache Frage: Wie bleibe ich in Gott und wie bleibt Gott in mir?Die Antwort der Bibel aus dem Johannesbrief ist: Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Der Heilige Geist befähigt uns dazu, nicht nur als Kraft, sondern als Gegenwart Gottes in jedem ehrlichen Gespräch, in jeder offenen Frage, in jedem Moment echter Verbundenheit. Gerade im Studium, wo so viele Studierende vieles rational und leistungsorientiert angehen, erinnert uns der Heilige Geist: Es geht nicht nur um Wissen, sondern um Weisheit. Es geht um Liebe und Wahrheit im Kreuzzeichen und im Alltag dürfen wir uns vom Geist leiten lassen. Denn dort, wo die Liebe ist, da ist auch Gott gegenwärtig. So wird Liebe lebendig nicht nur gedacht, sondern gelebt.Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

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  8. 19 Jun

    Wagnisse eingehen

    Morgen bin ich zu einem Einkehrtag in einer Sauerlandgemeinde eingeladen. In der Anfrage einer Verantwortlichen stand: Im Mittelpunkt soll das diesjährige Leitwort der Pfarrei stehen: "Mit Mut und Vertrauen gemeinsam in die Zukunft". Was die Menschen hier besonders suchen, sind konkrete Anregungen für ihren Glauben. Daher vielleicht thematisch in diese Richtung. Glauben wagen – Zukunft gestalten, Vertrauen wächst im Miteinander und oder Gemeinsam unterwegs – Berufung als Christ heute leben.Als ich das gelesen habe, dachte ich: Oh, das ist ein Programm für eine ganze Woche und andererseits sind es handfeste Programmpunkte: Glauben wagen, Zukunft gestalten, Vertrauen im Miteinander wachsen lassen und gemeinsam unterwegs sein und darin Berufung als Christ heute leben. Damit das nicht nur gut klingende Schlagworte bleiben, ist es eine gute Idee, sich einen ganzen Nachmittag Zeit zu nehmen, statt nur einen Vortrag zu hören und wieder zu gehen.Da die Gemeinde auch auf den 800. Todestag des heiligen Franziskus hinweist, werde ich Franziskus und Klara von Assisi in die thematische Arbeit einbeziehen und auf die verschiedenen Aspekte der damaligen Zeit- und Kirchengeschichte eingehen und darauf, wie die Entscheidungen von zwei Menschen damals für viele bis heute die Arbeit und das Leben vor Gott und für die Menschen geprägt haben. Was mir spontan einfällt, ist natürlich die Friedenssehnsucht jener Zeit, die bis heute dieselbe geblieben ist, die Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung und das Engagement für die Bewahrung der Erde heute, der Mut der Klara, sich nur auf Gott vertrauend einem feindlichen Heer entgegenzustellen und das völlig Neue der damaligen Zeit: Leben in Gemeinschaft und Gemeinde auf Augenhöhe zu wagen.Das Schöne an solchen gemeinsamen Zeiten mit engagierten Leuten in einer Gemeinde ist es dann, dass sich Themen und Ideen und Schlagzeilen ganz anders entwickeln als man das vorher planen kann, weil wir alle auch auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen und Wagnisse eingehen, die den Einzelnen und der Gemeinde guttun.

    4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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