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Hamburger Institut für Sozialforschung

Podcast by Hamburger Institut für Sozialforschung

  1. 5d ago

    27. Oktober 2026. Martin Conway: After the Democratic Age. Europe since the 1970s

    In 1989, Europe appeared to have reached the pinnacle of its modern democratic transition. Since 1945, all the states of Europe had moved to a democratic norm: Western Europe in the initial post-war decade, Iberia and Greece in the 1970s, and finally the former socialist regimes in 1989. But over the last twenty years much of the confidence about Europe’s democratic identity has eroded. Democracy has become an embattled regime in contemporary Europe. Governments are challenged, historic parties are in retreat, and new political forces have emerged, along with languages of populism that challenge the democratic norms of the second half of the twentieth century. We live therefore in a new century, where past narratives no longer provide a road map for our present. The purpose of this lecture is not to add to the gloomy analyses of our current crisis. That is now an established fact. Instead, I want to discuss why the ascendancy of democratic values and structures, which seemed to be an established fact a generation ago, should have disappeared. The answers are of course complex. They are ideological and economic, but also above all political. To make sense of them is a duty for historians, whose eyes often remain too focused on the twentieth century. But it is also an obligation for understanding the character of our times. Martin Conway ist Professor an der University of Oxford. Als einer der innovativsten Historiker der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert hat er sich vor allem durch zwei weithin rezipierte Bücher einen Namen gemacht. »The Sorrows of Belgium« aus dem Jahr 2012 ist eine bahnbrechende Studie zur unmittelbaren Nachkriegsgeschichte unseres Nachbarlandes in der Zeit zwischen 1944 und 1947, als es während und nach der deutschen Besatzung in der Auseinandersetzung zwischen den alten Eliten, der belgischen Exilregierung in London und den Widerstandskämpfern darum ging, einen neuen Staat aufzubauen. »Western Europe’s Democratic Age« von 2020 ist eine Studie zur europäischen Nachkriegsgeschichte bis ins Jahr 1968, in der Conway in ebenso eleganter wie überraschender Weise die großen Kontinuitäten und Brüche in dieser Zeit analysiert. Sein genauer, auch immer komparativ orientierter Blick für politische und gesellschaftliche Konstellationen, die Breite der von ihm bearbeiteten Felder (von der politischen Geschichte bis hin zur Religions- und Geschlechtergeschichte) und seine öffentlichen Interventionen haben die Wissenschaftler:innen des Hamburger Instituts für Sozialforschung bewogen, ihm den Siegfried Landshut-Preis 2025 zuzusprechen. Begrüßung: Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Hamburger Institut für Sozialforschung Grußwort, stellvertretend durch Isabell Trommer verlesen: Senatorin Maryam Blumenthal, Senatorin der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg Laudatio: Prof. Dr. Sonja Levsen, Seminar für Zeitgeschichte, Universität Tübingen

  2. Apr 29

    27. April 2026. Bücher am HIS: Vor der Apokalypse? — Preppen in der Mitte der Gesellschaft

    In der krisengeschüttelten Gegenwart erfreut sich Preppen immer größerer Popularität. Doch wer preppt eigentlich und warum? Wie ist Preppen von einer Randerscheinung zu einem Massenphänomen geworden? Wie verhält sich Preppen zu den Empfehlungen der Behörden, die die Bevölkerung zum Anlegen eines Notvorrats motivieren sollen? Wie politisch ist Preppen und was hat es mit rechtsterroristischen Prepper-Gruppen auf sich? Was bedeutet es, wenn für immer mehr Menschen die einzig vorstellbare (und wünschbare) Zukunft der Zusammenbruch ist? In ihren empirischen Studien zeigen Mischa Luy und Julian Genner, wie Abstiegsängste, biografische Erfahrungsbestände, ein verändertes Zukunftsverhältnis, Männlichkeitsbilder und tradierte Mangelerfahrungen die Popularität von Preppen befeuern – und damit die gesellschaftliche Entsolidarisierun und den Rechtsrutsch in der Mitte der Gesellschaft beschleunigen. Julian Genner, Dr. phil., Kulturwissenschaftler an der Uni Basel. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die politische Anthropologie sowie die gesellschaftliche Problematisierung von (Un-)Sicherheit. Mischa Luy; Dr. ist Sozialwissenschaftler und lebt in Berlin. Er arbeitet als politischer Bildner im Bereich der Antisemitismusbekämpfung. Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Inhaber des Lehrstuhls für »Sozialtheorie und Sozialpsychologie« an der Ruhr Universität Bochum. Diese Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Psychosozial Verlag und unserem Verlag Hamburger Edition.

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