Nicht wahr, aber nutzbar - der Systemische Psychotherapie-Podcast

Sebastian Baumann und Enno Hermans

Sebastian Baumann und Enno Hermans diskutieren praxisbezogen und immer wieder mit spannenden Gäst:innen über aktuelle Entwicklungen und Themen der Systemischen Psychotherapie. Einblicke in die therapeutische Praxis und Auseinandersetzung mit relevanten Aspekten für die Zielgruppe der Systemischen Psychotherapeut:innen (auch in Ausbildung). Weitere Infos und Materialien: www.nwan-podcast.de Kontakt: nwan@gmx.de

  1. Jul 1

    "Alle Eltern wollen gute Eltern sein“ – Systemische Pionierarbeit, ein Gespräch mit Dr. Wilhelm Rotthaus - Folge 53

    In dieser sommerlichen Episode des „systemischen Psychotherapie Podcasts "Nicht wahr, aber nutzbar“ begrüßen Enno und Sebastian einen ganz besonderen Ehrengast: Dr. Wilhelm Rotthaus. Wilhelm Rotthaus ist ein echter Pionier der deutschen systemischen Therapie, insbesondere für den Bereich der Kinder-, Jugend- und Familientherapie. Sein Lebenslauf ist faszinierend und unkonventionell: Er studierte zunächst Medizin, verlor jedoch die Lust daran und arbeitete stattdessen für mehrere Jahre erfolgreich als Musiker. Später kehrte er in die Medizin zurück und entschied sich ganz bewusst für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, da er dort das größte Potenzial für Veränderungen sah. Er arbeitete ab Mitte der 1970er Jahre in einer großen Klinik in Viersen, wo er als Chefarzt maßgeblich daran beteiligt war, stationäre Familientherapie-Konzepte zu etablieren. Zudem war er der Gründungsvorsitzende der DGSF und ist bis heute (mit über 80 Jahren) als erfahrener Supervisor u.a. in Psychotherapieausbildungen und bei Approbationsprüfungen tätig. Gemeinsam mit Sebastian gibt er die „Störungsspezifische Reihe“ im Carl-Auer Verlag heraus. Er nimmt uns mit in die 70er und 80er Jahre, als er begann, Ideen der strukturellen Familientherapie in den stationären Klinikalltag zu integrieren. Im Zentrum des Gesprächs steht seine tiefgreifende, wertschätzende Haltung gegenüber Eltern: Anstatt Eltern als die Verursacher der Probleme ihrer Kinder abzustempeln, würdigte er sie stets als die wahren Expertinnen und arbeitete nach der Grundüberzeugung, dass alle Eltern gute Eltern sein wollen. Er teilt viele praktische Beispiele, wie man z.Bsp. durch Settingwechsel und radikale Allparteilichkeit blockierte Beziehungen in Familien wieder in Bewegung bringt. Weitere konkrete Buchtitel aus seiner Feder werden in dieser speziellen Podcastfolge nicht namentlich genannt, allerdings erwähnt er selbst, dass er im Laufe seiner Karriere viel Fachliteratur zu systemischen Grundhaltungen publiziert hat. Bleibt unbedingt bis zum Schluss dran, denn am Ende derFolge gehen Enno und Sebastian in ein spannendes "Reflecting Team".

  2. Jun 1

    Mehrpersonen-Gruppentherapie mit Paaren: Ein systemisches Pionierprojekt! Folge 52

    In dieser Folge begrüßen die Hosts Enno und Sebastian drei besondere Gäste: die systemischen Psychotherapeutinnen (teils in Ausbildung) Luisa Reich, Shady Tonn und Sunnyi Hänel. Im Zentrum des Gesprächs steht ein spannendes Pionierprojekt: Die drei Kolleginnen haben ein besonderes Therapiekonzept im Mehrpersonensetting für Erwachsene entwickelt und umgesetzt. Angelehnt an die Multifamilientherapie haben sie in der Ausbildugsambulanz Klientinnen, die in einer Paarbeziehung leben, eingeladen, gemeinsam mit Partnerin bzw. Partner an einer systemischen Gruppentherapie teilzunehmen. In dieser Folge erfährst du: Die Rahmenbedingungen: Wie die Arbeit als Co-Therapeutinnen in einer Gruppe mit bis zu fünf Paaren funktioniert. Herausforderungen & Dynamiken: Wie die Therapeutinnen die Teilnehmergewinnung über gemeistert haben und wie sie mit der Gruppendynamik sowie der Frage nach der "Indexperson" (der Person mit der Diagnose) umgegangen sind. Kreative systemische Methoden: Spannende und praxisnahe Einblicke in die genutzten Techniken. Erfahre, wie die Gruppe beim Tetralemma als Stellvertreter für ein Paar agierte, wie Ist- und Ziel-Skulpturen bei stillen Konflikten gestellt wurden, wie Paare ihr „Problem als Tier“ externalisierten und wie ein gemeinsames Musikstück zur Ressourcenstärkung genutzt wurde. Learnings & Tipps: Die Gäste reflektieren, wie diese Erfahrung ihre Leidenschaft für Gruppentherapien neu entfacht hat und geben wertvolle Tipps (wie rechtzeitige Planung und die Wahl der richtigen Co-Therapie-Begleitung) für Psychotherapeut:innen, die ähnliche Projekte wagen möchten. Außerdem in dieser Folge: Kurze Updates zum Start des neuen Projekts „finde-super.vision“ und dem anstehenden Pia Festival vom 17. bis 19. Juli in der Nähe von Darmstadt.

  3. May 1

    Supervision unter der Lupe – Von PiA-Ausbildung bis Live-Supervision, Folge 51

    Heute nehmen sich Enno und Sebastian ausnahmsweise mal wieder zu zweit Zeit für ein hochspannendes und facettenreiches Thema. Der konkrete Anlass für diese Folge ist der Launch ihres neuen Portals www.finde-super.vision, auf dem Supervisor:innen sich präsentieren und gefunden werden können. Passend dazu tauchen Enno und Sebastian tief in die Welt der Supervision ein. Das erwartet euch in dieser Episode: Ausbildungssupervision vs. Teamsupervision: Warum die Supervision von Psychotherapeut:innen in Ausbildung (PiA) durch die geteilte Behandlungsverantwortung eine ganz eigene Dynamik und oft auch eine stärkere Rollenverschiebung mit sich bringt. Der Blick auf sich selbst: Wie Therapeut:innen eigene Unsicherheiten und Reaktionen auf Klient:innen reflektieren und wie Supervisor:innen dabei helfen, blinde Flecken wertschätzend aufzudecken. Interventionen und Kniffe: Sebastian teilt seine Methode, nach dem „momentan gefühlten Alter“ zu fragen, um Supervisand:innen wieder in ihre Kraft zu bringen. Enno verrät, warum er am liebsten mit überraschenden Metaphern-Fragen (wie z.B. „Wenn ihre Stimmung eine Eissorte wäre...“) in die Sitzungen startet. Wenn es knifflig wird: Wie geht man als Supervisor:in damit um, wenn Teams unmotiviert „Alibi-Fälle“ als Notlösung präsentieren, wenn über abwesende Kolleg:innen gesprochen werden soll oder wenn die Leitungsebene die offene Kommunikation im Team hemmt? Die Kraft der Live-Supervision: Beide Hosts sind riesige Fans der Live-Supervision direkt mit den Klient:innen. Enno teilt ein eindrückliches Highlight von einer Station, bei der eine solche Supervision für einen echten Durchbruch gesorgt hat Termin-Hinweis: Vom 17. bis 19. Juli findet wieder das PiA-Festival in der Nähe von Darmstadt statt. Entspannte Anreise am Freitag inklusive! Anmeldung auf https://piafestival.de

  4. Feb 1

    PEP, Klopfen & Selbstwert – Dr. Michael Bohne über Leichtigkeit und Orientierung in der Psychotherapie, Folge 48

    In dieser Folge begrüßen Sebastian und Enno einen echten Pionier der Embodiment-fokussierten Therapie: Dr. Michael Bohne. Er ist der Entwickler von PEP (Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie) – einer Methode, die das "Klopfen" entmystifiziert und mit psychodynamischen, systemischen und hypnotherapeutischen Strategien verbindet. Gemeinsam sprechen sie darüber, warum "Reden allein oft nicht reicht", wie man Lösungsblockaden (die Big Five) löst und warum Humor und eine Haltung von Leichtigkeit und Zuversicht in der Therapie so entscheidend sind. Michael erzählt von seinem Weg vom "schlechten Schüler" zum Facharzt und warum er irgendwann begann, seine Patienten "zu beklopfen". Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie man unbewusste Dynamiken transformiert und den Selbstwert stärkt – nicht wahr, aber nutzbar! Materialien: Von Dr. Michael Bohne (Passend zum Podcast-Thema): Einführung in die Praxis der PEP (Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie) Der Standard für Profis, um die im Podcast besprochene Methode (KKT, Big Five Lösungsblockaden) zu lernen. Link zum Carl-Auer Verlag https://www.carl-auer.de/einfuhrung-in-die-praxis-der-energetischen-psychotherapie Bitte klopfen! Anleitung zur emotionalen Selbsthilfe Das Buch für Anwender/Klienten. Passt zum Thema "Selbstwirksamkeit" und "Selbsthilfe", das Michael im Podcast betont. Link zum Carl-Auer Verlag https://www.carl-auer.de/bitte-klopfen Klopfen gegen Lampenfieber Michael erwähnt im Podcast seine Leidenschaft für Auftrittscoaching und Musiker. https://www.amazon.de/Klopfen-gegen-Lampenfieber-pr%C3%A4sentieren-Energetische/dp/3499623722 Reden reicht nicht!? (Herausgeberband) Wurde indirekt thematisiert durch den Fokus auf Embodiment statt reiner Kognition. Link zum Carl-Auer Verlag https://www.carl-auer.de/reden-reicht-nicht Im Podcast explizit erwähntes Fremdmaterial: Anke Nottelmann: "Arbeit mit komplex traumatisierten Menschen" Michael erwähnt Anke Nottelmann lobend im Zusammenhang mit PEP bei komplexen Traumafolgestörungen. Gemeint ist wahrscheinlich: Nottelmann, A. (2022). PEP bei komplexen Traumafolgestörungen. Peter Fürstenau Wurde als "Alt-Analytiker" erwähnt, der PEP als "transgenerationalen Loyalitäts-TÜV" bezeichnete.

  5. Jan 1

    Multifamilientherapie & mehr - ein Gespräch mit Prof. Dr. Eia Asen Folge 47

    In dieser Folge haben Sebastian und Enno Prof. Eia Asen aus London zu Gast und sprechen mit ihm über die Erweiterung des systemischen Arbeitens durch die Multifamilientherapie (MFT). Im Gespräch wird deutlich, wie Familien in Gruppen von- und miteinander lernen, anstatt jeweils einzeln in der Therapie zu sein. Eia Asen wirft mit den beiden auch einen Blick auf die Entwicklung des systemischen Ansatzes in UK und die besondere Bedeutung der MFT dort. Dabei wird deutlich, dass dieser Ansatz auch eine starke (gesellschafts)politische Dimension hat. Über seine enge Zusammenarbeit mit Peter Fonagy (u.a. im Anna Freud Center in London) spielen für Eia Asen mentalisierungsbasierte Ansätze eine wichtige Rolle für seine Arbeit und gerade auch in der Multifamilientherapie. Das hat u.a. auch zu einer Publikation von Eia und Peter geführt, die das mentalisierungsbasierte Arbeiten in der Systemischen Therapie thematisiert. Besonders spannend sind konkrete Konzepte zur Multifamilienarbeit in Kooperation mit mehreren Institutionen, z.B. in Schulen, wo Lehrer und Eltern gemeinsam den Kontext für schwieriges Verhalten verändern oder auch die notwendige Transformation in der Zusammenarbeit mit Jugendämtern, weg von primärer Kontrolle hin zu echter Kooperation. Prof. Dr. Eia Asen ist ein renommierter Psychiater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie ein Pionier der systemischen Therapie. Er gilt international als einer der Begründer der Multifamilientherapie (MFT) und ist eine zentrale Figur in der Weiterentwicklung der mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) im systemischen Kontext. Zu seinen Standardwerken gehören unter anderem: Praxis der Multifamilientherapie (Eia Asen &Michael Scholz) Das Grundlagenwerk zur Arbeit mit Familiengruppen. https://www.carl-auer.de/praxis-der-multifamilientherapie Mentalisieren in der systemischen Praxis (Eia Asen &Peter Fonagy) Ein tiefer Einblick in die Theorie und Praxis des Mentalisierens. https://www.carl-auer.de/mentalisieren-in-der-systemischen-praxis So gelingt Familie (Eia Asen) Ein praxisnaher Ratgeber für Eltern und Therapeuten. https://www.carl-auer.de/so-gelingt-familie Handbuch Multifamilienarbeit (Eia Asen & MichaelScholz): Enthält spezifische Kapitel zur Umsetzung der MFT in Schulen undKindertagesstätten. https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1045269574

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