Beziehungen verstehen.

Guy Bodenmann und Kristina Schneider

Wie entsteht Beziehung? Ist der Mensch monogam? Wie kommunizieren wir? Wieso streiten wir? Wie funktionieren Beziehungen und was braucht es, diese glücklich zu leben? Wie öffnet man sich emotional? Was ist Commitment? Was sagt mein Bindungsstil über mich aus? In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten. Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.

  1. JAN 28

    Narzissmus in Beziehungen – Psychologie statt Halbwissen

    57 - Narzissmus ist in aller Munde – kaum ein Begriff wird im Partnerschaftskontext so viel hin und her geschmissen. Man redet bei vermeintlichen „Narzissten“ in Beziehungen fast schon von einer Art Täter-Opfer Dynamik. Man spricht von narzisstischen Mustern, wie man diese erkennt und tauscht sich über tragische Geschichten aus, wo oft von toxischen Beziehungen, Gaslighting, Manipulation, Abwertung und mitunter auch von Missbrauch die Rede ist. Aber was ist eigentlich Narzissmus? Was bedeutet der Begriff wirklich, und reden wir alle vom gleichen? Woran erkenne ich, ob jemand Narzisstisch ist und wann ist es vielleicht doch etwas anderes? Vorab können wir als Psychologen sagen; wir unterscheiden den Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft, und die narzisstische Persönlichkeitsstörung als diagnostizierbare psychische Störung – denn beides sind sich unterscheidende Phänomene, auch wenn sie auf dem gleichen Konzept aufbauen. Und Spoiler: Das eigentliche Konzept ist nicht so negativ eingefärbt, wie es oft scheint. In dieser Episode erfahrt ihr, was psychologisch definierter Narzissmus ist, wie er entsteht; was für einen menschlichen Ursprung er hat und welche Bedürfnisse und Unsicherheiten diesem Muster unterliegen. Ihr erfahrt, was die Eigenschaft von der Störung unterscheidet, wie sich Narzissmus in Beziehungen äussert und wie man solche Muster erkennen kann. Warum fühlt man sich oft so angezogen von diesen Menschen, und wann ist der Kipppunkt erreicht? Warum fällt es vielen so schwer, zu kommunizieren, zu kritisieren und auch, im Zweifel, zu gehen? Wir besprechen auch, was man tun kann, wenn man diese Muster bei sich oder einem Partner feststellt; was wirklich hilft, und wann man lieber den Schlussstrich der Beziehung ziehen sollte.

    1h 11m
  2. 12/03/2025

    Autismus: Häufig missverstanden – und stärker in Beziehungen, als viele denken

    55 - Autismus wird von vielen noch immer stark missverstanden. Zwischen Klischees vom „Genie“ auf der einen Seite und dem „beziehungsunfähigen Aussenseiter“ auf der anderen gehen oft die eigentlichen Merkmale und Stärken unter. In dieser Episode sprechen wir über die Autismus Spektrum Störung (ASS), die nach ICD-11 als Spektrum verstanden wird, und darüber, was Autismus tatsächlich ist – und was nicht. Wir erklären die zentralen Kriterien, zum Beispiel Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und rigide Routinen, aber auch das besondere Wahrnehmungsprofil, aus dem sich häufig Nischeninteressen und beeindruckende Talente in bestimmten Bereichen entwickeln. Wir gehen darauf ein, warum Menschen mit ASS sehr wohl Emotionen wahrnehmen und emotionale Empathie besitzen, gleichzeitig aber kognitive Empathie und unausgesprochene soziale Regeln anspruchsvoll sein können. Im Beziehungskontext schauen wir uns an, warum Smalltalk, Gruppensituationen und soziale Veranstaltungen anstrengend sind, weshalb Online-Dating für manche Menschen im Spektrum eine hilfreiche Alternative ist und welche typischen Missverständnisse in Partnerschaften entstehen. Gleichzeitig sprechen wir über Stärken, die in Beziehungen besonders wertvoll sind: Direktheit statt Spielchen, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Loyalität, wenn man sich einmal auf eine Person eingelassen hat – und was sich neurotypische Paare davon vielleicht abschauen können. Wir geben einen Einblick in die Autismus Spektrum Störung aus Beziehungs- und Alltagsperspektive: Welche Herausforderungen begegnen Betroffenen und Angehörigen, was entlastet im Miteinander und wo liegen die Chancen in Beziehungen mit Menschen im Spektrum. Eine Episode über Mythen, Realität und darüber, warum Autismus in Beziehungen oft ganz anders aussieht, als viele glauben.

    1h 8m
  3. 11/19/2025

    Von Sorgen bis Panik: Generalisierte Angststörung und Agoraphobie in der Partnerschaft

    54 - „Overthinker“ oder gefangen in einer Angstspirale? In dieser Episode widmen wir uns den beiden Angststörungen, die Beziehungen am stärksten belasten: der Generalisierten Angststörung (GAS) und der Agoraphobie (inklusive Panikstörung, oder losgelöst). Während die letztens besprochenen Phobien die häufigsten Störungsformen sind, zeigen gerade diese beiden Störungen eine der engsten Verbindungen zu niedriger Partnerschaftszufriedenheit; mit oft tiefgreifenden Folgen für den gemeinsamen Alltag. Wie führt das ständige Sorgenmachen bei der GAS zu einer psychischen Dauerbelastung, die körperliche Folgen hat und auch den Partner mit hineinzieht? Wie entsteht aus gut gemeinter Unterstützung plötzlich Co-Rumination, emotionale Erschöpfung und das Gefühl, dass die Beziehung zunehmend schwerer und negativer wird? Und ab wann sind Sorgen kein Persönlichkeitsstil oder „Overthinking“ mehr, sondern ein pathologisches Muster? Bei der Agoraphobie sprechen wir über die Natur von Panikattacken. Aber auch darüber, wie Vermeidung den Radius des eigenen Lebens immer weiter verkleinert; und wie die Partnerin oder der Partner oft unbemerkt als willkommene „Flucht“ Teil des Sicherheitsverhaltens wird. Was bedeutet es für eine Beziehung, wenn eine Person das Haus kaum noch allein verlässt? Warum wird Nähe dann manchmal zur Falle, weil sie Sicherheit gibt, aber uns mit der Zeit die Autonomie nimmt? Wir erklären, wie diese Störungen entstehen, wie sie sich im Alltag zeigen, warum sie Beziehungen so stark beeinflussen und welche Mechanismen die Angst unbeabsichtigt immer weiter verstärken. All das, und wie kleine Veränderungen im Interaktionsmuster so viel bewirken können, gibt’s in dieser Episode.

    50 min

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Wie entsteht Beziehung? Ist der Mensch monogam? Wie kommunizieren wir? Wieso streiten wir? Wie funktionieren Beziehungen und was braucht es, diese glücklich zu leben? Wie öffnet man sich emotional? Was ist Commitment? Was sagt mein Bindungsstil über mich aus? In unserem wissenschaftlichen Psychologie-Podcast gehen wir jeden zweiten Mittwoch zahlreichen Fragen und faszinierenden psychologischen Prozessen auf den Grund, erklärt anhand praktischer Beispiele und echter Geschichten. Professor und Paartherapeut Guy Bodenmann erzählt aus Forschung und Praxis, interviewed von Kristina Schneider.

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