Warum machen so viele Männer emotional dicht? In der neuen Folge spreche ich über etwas, das mich selbst viele Jahre begleitet hat und das viele Männer kennen, aber selten wirklich verstehen: emotionale Verschlossenheit. Dieses Gefühl, sich innerlich zurückzuziehen, sobald es eng wird. So zu tun, als hätte ich alles im Griff, obwohl es in mir längst brodelt. Lange dachte ich, das sei eben „meine Art“. Heute weiß ich: Es hatte viel mit meiner eigenen Vaterwunde zu tun; einem Thema, das wir im Podcast schon eine Weile beleuchten. Ich erzähle in der Folge, wie sich diese Verschlossenheit in meinem Leben gezeigt hat: Etwa in Beziehungen, wenn ein Gespräch über Sexualität plötzlich Druck, Scham oder Angst ausgelöst hat. Nicht, weil etwas falsch war, sondern weil bestimmte Gefühle für mich damals einfach zu bedrohlich wirkten. Weglaufen war für mich leichter als ehrlich zu sein. Oder beim Sport, wenn diese innere Stimme auf einmal sagte: „Du gehörst hier nicht hin.“ Nach außen wirkte ich stark, konzentriert, leistungsbereit – aber innen war ich voller Selbstzweifel. Viele Männer kennen genau diese Momente. Wir sprechen nur selten darüber. Und das Spannende ist: Es sind selten die Situationen selbst, die uns blockieren.
Es sind die Gefühle dahinter. Gefühle, die wir früh gelernt haben wegzudrücken. Mit der Zeit entsteht daraus ein harter Panzer, der uns schützen soll, aber am Ende vor allem eins verhindert: echte Nähe. Der Weg raus führt nicht über Selbstoptimierung oder Disziplin. Er beginnt mit einer Entscheidung. Der Entscheidung, mich meinen Emotionen zuzuwenden statt vor ihnen zu fliehen. Kurz innezuhalten, wahrzunehmen, was gerade in mir hochkommt. Und mir zu erlauben, diese Gefühle zu fühlen, auch wenn es ungewohnt ist. Ein Mann zu sein bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Es bedeutet, präsent zu bleiben, auch wenn es schwierig wird. Mich selbst ernst zu nehmen und durch das hindurchzugehen, was ich jahrelang versteckt habe.