Blick in die Bibel

DOMRADIO.DE

Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.

  1. 20h ago

    "Predigtverbot als Rückfall in alte Positionen" - Gespräch mit Thomas Söding

    Laien, Frauen wie Männer, dürfen in der Eucharistiefeier am Sonntag nicht predigen. Das hat der Vatikan erneut in einem Schreiben bekräftigt. Professor Thomas Söding sieht darin einen Rückschritt, der den pastoralen Möglichkeiten in Deutschland nicht gerecht werde. Die Verkündigung des Evangeliums müsse im Zentrum kirchlicher Reformen stehen. Deshalb sollten auch die vorhandenen Fähigkeiten und Charismen von Frauen und Laien stärker genutzt werden. Söding hofft auf mehr Offenheit aus Rom und verweist darauf, dass die Kirche vor Ort oft kreative Wege finde, um Beteiligung dennoch zu ermöglichen, etwa durch Dialogpredigten, das heißt gemeinsame Predigten von Priestern und Frauen.Zugleich betont Söding die Bedeutung der Einheit der Weltkirche. Trotz unterschiedlicher kultureller Prägungen müsse die Kirche zusammenhalten und sich auf das Wesentliche konzentrieren: das Evangelium und seine Auslegung. Die Debatte um Frauen in kirchlichen Ämtern hält Söding für weiterhin ungelöst. Er fordert die Anerkennung der Potenziale und Rechte von Frauen. Söding wirbt für eine synodale Kirche, die Verantwortung teilt und Reformen mutig voranbringt.Aus dem Matthäusevangelium:In jener Zeit stieg Jesus in das Boot und seine Jünger folgten ihm nach. Und siehe, es erhob sich auf dem See ein gewaltiger Sturm, sodass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein. Die Menschen aber staunten und sagten: Was für einer ist dieser, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen? (Mt 8,23-27)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    17 min
  2. 1d ago

    "Petrus als Drama des Christentums" - Gespräch mit Thomas Söding

    Vom Paulusdom in Münster grüßt den Petersdom in Köln der Theologe Thomas Söding. Söding ist katholischer Seniorprofessor für Neutestamtliche Exegese an der Ruhr Universität Bochum und Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Das Hochfest Peter und Paul beschreibt Söding in der Montagsfolge des Podcasts "Blick in die Bibel" als Symbol für die Vielfalt der Kirche. Petrus und Paulus seien sehr unterschiedliche Persönlichkeiten gewesen: Petrus der Praktiker, Paulus der gelehrte Denker und Schriftgelehrte. Trotz Konflikten hätten beide gemeinsam daran gearbeitet, die junge Kirche aufzubauen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Paulus brachte seine jüdische Bildung in die Deutung des Glaubens an Jesus als den Christus ein, während Petrus als enger Begleiter Jesu dessen Würde als Messias erkannte und später verstand, dass Gottes Botschaft allen Menschen gilt.Besonders wichtig ist Söding die menschliche Seite des Petrus. Er sei kein makelloser Held, sondern ein Mensch mit Schwächen, der Jesus verleugnete und dennoch von ihm neu berufen wurde. Gerade darin zeige sich die Kraft der Gnade. Das Evangelium von Petrus’ Bekenntnis zu Jesus als Christus versteht Söding nicht als Prüfung, sondern als Einladung zum Glaubensbekenntnis. Kirche gründe auf diesem Bekenntnis und habe die Aufgabe, Menschen den Zugang zu Gottes Reich zu öffnen. Die Geschichte des Petrus mache Hoffnung: Trotz menschlicher Fehler und Versagen gehe der Weg der Kirche weiter.Aus dem Matthäusevangelium:In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes? Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein. (Mt 16,13-19)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    13 min
  3. 3d ago

    "Glaube wird lebendig" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Zum Abschluss der Woche bei "Blick in die Bibel" spricht Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom darüber, wie die Heilige Schrift Menschen auch heute berühren kann. Für ihn ist die Bibel "mehr als ein historischer Text" – sie werde besonders dann lebendig, wenn Menschen gemeinsam darüber ins Gespräch kommen. Deshalb setzt er auf Bibelkreise, geistliche Begleitung und den Austausch über Gottes Wort. Auch einen Einblick in seine Predigtvorbereitung gibt er: Die biblischen Texte begleiten ihn oft schon Tage vor dem Gottesdienst.Im Evangelium staunt Jesus über den Glauben eines römischen Hauptmanns und heilt dessen Diener. Anschließend begegnet er der kranken Schwiegermutter des Petrus. Jörg Stockem erklärt, warum gerade der Glaube eines Außenseiters für Jesus zum Wendepunkt wird. Der Hauptmann gehört nicht zum Volk Israel – und vertraut Jesus dennoch vorbehaltlos. Darin erkennt Jesus, dass seine Botschaft allen Menschen gilt. "Die Verheißung gilt allen", betont Domvikar Stockem. So wird aus der Geschichte eines Fremden eine Einladung an Menschen aller Zeiten und Völker.Ein Gespräch über die Kraft des Glaubens, die lebendige Bibel und eine Verheißung, die auch uns gilt. Jetzt reinhören!Aus dem Matthäusevangelium: In jener Zeit, als Jesus nach Kafárnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. Und der Hauptmann antwortete: Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst; aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund! Denn auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selbst Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, ich sage euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemandem gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Ísaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh! Es soll dir geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde sein Diener gesund.Jesus ging in das Haus des Petrus und sah dessen Schwiegermutter mit Fieber daniederliegen. Da berührte er ihre Hand und das Fieber wich von ihr, sie stand auf und diente ihm. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken, damit sich erfüllen sollte, was durch den Propheten Jesája gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen (Mt 8,5-17)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    11 min
  4. 4d ago

    "Ich will – werde rein" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Hund Theo, die Schönheit der Schöpfung und die Sehnsucht nach dem Heiligen Land: Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom spricht über die Kraftquellen seines Alltags. Sein ungarischer Jagdhund helfe ihm, geerdet zu bleiben und Gottes Gegenwart in der Natur neu zu entdecken. Ein großer Traum ist für Stockem außerdem eine Reise nach Israel: Dort möchte er die Orte kennenlernen, an denen Jesus gelebt und gewirkt hat, um den biblischen Geschichten noch näherzukommen.Im Evangelium begegnet Jesus einem Aussätzigen und heilt ihn mit nur wenigen Worten: "Ich will – werde rein." Für Jörg Stockem ist diese Heilung weit mehr als ein spektakuläres Wunder. Jesu Zeichen dienten nicht der Sensation, sondern seiner Botschaft vom nahegekommenen Reich Gottes. Deshalb wolle er nicht als "großer Zauberer" verstanden werden. Die Zusage Jesu gelte letztlich bis heute: Gott wolle die Welt von allem heilen, was Menschen zerstört. Stockem bringt es eindrucksvoll auf den Punkt: "Werde gesund, du kranke Welt – ich will es."Ein Gespräch über Heilung, Hoffnung und die Kraft eines einzigen Satzes Jesu. Jetzt reinhören!Aus dem Matthäusevangelium:Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen nach. Und siehe, da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in Acht! Erzähl niemandem davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat – ihnen zum Zeugnis! (Mt 8,1-4)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    7 min
  5. 5d ago

    "Auf Fels gebaut" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Was trägt wirklich im Leben? Darüber spricht Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom mit DOMRADIO.DE-Redakteur Jan Hendrik Stens. Ausgehend von seinem Lieblingsvers aus dem Johannesevangelium – "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben" – erklärt Stockem, warum der Glaube für ihn mehr ist als eine Sammlung von Regeln. Wer mit Jesus in Beziehung lebt, habe "Kontakt zum Leben selbst" und finde Orientierung in einer Zeit, in der viele Menschen nach Halt und Maßstäben suchen.Im Evangelium vergleicht Jesus den Glauben mit einem Haus, das entweder auf Fels oder auf Sand gebaut ist. Jörg Stockem erläutert, warum Jesus das Gesetz keineswegs ablehnt, sondern dessen eigentlichen Sinn freilegt. Entscheidend sei nicht, Gott nur mit den Lippen zu bekennen, sondern sein Wort ins eigene Leben zu lassen. Die Bergpredigt biete dafür die Grundlage. Wer nach ihr lebt, findet ein Fundament, das auch Stürmen standhält.Ein Gespräch über Lebensfülle, Orientierung und die Frage, worauf wir unser Leben wirklich bauen. Jetzt reinhören!Aus dem Matthäusevangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten gewirkt? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Gesetzlosen!Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Und jeder, der diese meine Worte hört und nicht danach handelt, ist ein Tor, der sein Haus auf Sand baute. Als ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.Und es geschah, als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. (Mt 7,21-29)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    7 min
  6. 6d ago

    "Charakterkopf Johannes" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Am Hochfest der Geburt Johannes' des Täufers richtet Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom den Blick auf eine der markantesten Gestalten der Bibel. Der Domzeremoniar erzählt, warum ihm die oft übersehenen Hochfeste besonders am Herzen liegen und weshalb er solche Tage bewusst feierlich gestaltet. Noch wichtiger aber ist ihm die Botschaft des Täufers: "Wir brauchen wieder mehr Charakterköpfe, die auch sagen, was sie denken."Im Evangelium steht die Geburt und Namensgebung des Johannes im Mittelpunkt. Jörg Stockem erklärt, warum schon sein ungewöhnlicher Name ein Zeichen dafür ist, dass mit ihm etwas völlig Neues beginnt. Johannes, dessen Name "Gott ist gnädig" bedeutet, wird zum Wegbereiter Christi. Besonders beeindruckt den Domvikar seine Entschiedenheit: Johannes habe gewusst, "wer er ist, was er will und was seine Aufgabe ist". Dafür habe er sogar sein Leben riskiert.Ein Gespräch über Berufung, Mut und die Frage, warum die Kirche auch heute Menschen braucht, die klar Haltung zeigen und auf Christus hinweisen. Jetzt reinhören!Aus dem Lukasevangelium:Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt. (Lk 1,57-66.80)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    8 min
  7. Jun 23

    "Der Weg zum Leben" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Krimis, historische Romane und die großen Fragen des Lebens: Domvikar Jörg Stockem vom Kölner Dom erzählt, warum ihn spannende Lebensgeschichten faszinieren – ob in Büchern oder in der Seelsorge. Besonders prägend sind für ihn die Begegnungen mit Menschen am Dom. "Jeder Mensch ist ja irgendwie auch ein unauslotbares Mysterium", sagt Stockem. Gerade in Beicht- und Seelsorgegesprächen dürfe er Menschen in ihren tiefsten Fragen begleiten und ihnen aus Glauben und Bibel heraus Orientierung geben.Im Evangelium spricht Jesus vom engen Tor und vom schmalen Weg, der zum Leben führt. Klingt das nicht ziemlich pessimistisch? Stockem ordnet ein, warum es Jesus nicht darum geht, Menschen auszuschließen, sondern die Bedeutung unserer Lebensentscheidungen ernst zu nehmen. Zugleich erinnert er an die Zusage Jesu: "Wer glaubt, der ist schon gerettet." Auch das bekannte Wort von den "Perlen vor die Säue" erhält eine überraschend aktuelle Deutung. Für Stockem hat jeder Mensch etwas, "das ihm heilig ist" – einen inneren Schutzraum, der Achtung verdient.Ein Gespräch über Lebenswege, das Heilige im Alltag und die Frage, wie wir zu Gott gelangen. Jetzt reinhören!Aus dem Matthäusevangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen! Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und es sind viele, die auf ihm gehen. Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und es sind wenige, die ihn finden. (Mt 7,6.12-14)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    9 min
  8. Jun 22

    "Erst vor der eigenen Tür" - Gespräch mit Domvikar Jörg Stockem

    Vom Jurastudenten mit dem Berufsziel Staatsanwalt zum Priester und Domvikar: Jörg Stockem vom Kölner Dom erzählt zum Auftakt der Podcast-Woche, wie ihn das Strafrecht einst faszinierte und warum schließlich "der Heilige Geist zugeschlagen" hat. Heute sorgt er als Domzeremoniar dafür, dass die großen Gottesdienste im Dom würdig gefeiert werden. Und er schwärmt von seinem Arbeitsplatz: "Wenn die Menschen den Dom sehen, geht das Herz auf."Im Evangelium mahnt Jesus, nicht vorschnell über andere zu urteilen, sondern zunächst den eigenen "Balken im Auge" wahrzunehmen. Jörg Stockem macht deutlich, dass Jesus Missstände keineswegs verschweigt, wohl aber die Selbstgerechtigkeit kritisiert. "Keiner ist frei von Schuld", sagt der Domvikar. Besonders spannend wird seine Deutung für die Gegenwart: Christlicher Glaube sei nicht zuerst eine Frage von Moral und Vorschriften. "Vor aller Moral steht erst einmal die Begegnung mit dem lebendigen Gott."Ein Gespräch über Berufung, Selbstkritik und die Frage, was im Glauben wirklich an erster Stelle steht. Jetzt reinhören!Aus dem Matthäusevangelium:In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden.Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen! (Mt 7,1-5)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

    8 min

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Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.

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