Morgenimpuls

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

  1. 19h ago

    Was macht Jesus eigentlich für dich aus?

    Der Schriftsteller Arno Schmidt hat über Jesus geschrieben: "Lebe erst einmal und lerne und komme in 30 Jahren wieder." Für Schmidt ist Jesus belanglos, aus einem unbedeutenden Zwergstaat, keine Kultursprache sprechend, keine Bildung, ein barbarischer Dialekt und so schreibt er weiter: "Die Persönlichkeit des Mannes, nach dem sich 30 Prozent der Menschheit nennt, genügt mir nicht." Ein Journalist nannte das später Blasphemie auf höchstem Niveau und doch ist es interessant. Gerade diese scheinbare Belanglosigkeit lässt Jesus bis heute nicht los. Dichter wie Arno Schmidt, Kritiker wie Nietzsche oder Feuerbach, Atheisten und Andersgläubige, sie alle reiben sich an ihm; nicht an Macht oder Erfolg, sondern an seinem Lebensgefühl, denn Jesus lebt anders. Er hält das Leben nicht fest, um es zu sichern. Er gibt es hin, um es zu schenken.Im Johannesevangelium heißt es: "Aus seiner Seite flossen Blut und Wasser." Zeichen neuen Lebens für die Welt, Zeichen dafür, dass Gott nicht verschließt, sondern sich öffnet. Man wirft uns Christen manchmal vor, wir würden die Wirklichkeit verdrängen, aber der Glaube spricht eigentlich eine andere Sprache. Er macht das Leid nicht kleiner, das Unrecht nicht harmlos und das Böse nicht gut. Aber er setzt ein neues Lebensgefühl dagegen, dass es sich lohnt, für das Leben sich einzusetzen, dass jeder Mensch zählt, dass kein Leben belanglos ist. Oder anders: Dein Leben ist wichtig. Du bist bedeutungsvoll, du bist ein geliebtes Kind Gottes, eine geliebte Kind-Tochter, ein geliebter Sohn.Papst Benedikt XVI. hat dieses Lebensgefühl einmal so beschrieben: "Er ist Gott, Licht vom Licht. Um in das ewige Leben einzugehen, muss man auf Jesus hören ihm nachfolgen und dabei in der Hoffnung stehen." Daraus kommt eine persönliche Frage: Was macht Jesus eigentlich für dich aus? Und welches Lebensgefühl gibt er deinem Leben?

  2. 1d ago

    Maria war kein weltfremder Hanns Guck-in-die-Luft

    Erinnerst du dich noch an den Struwwelpeter? Aus dem Haus der Großeltern ist er vielen von uns in lebendiger Erinnerung geblieben. Er ist keine moderne Erziehungsliteratur, aber voller Geschichten, die irgendwie nachwirken. Eine hat mich besonders geprägt: die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft. Hanns läuft durch die Welt und starrt oberflächlich in den Himmel. Er ist verträumt, fasziniert von den Wolken, völlig abwesend. Wir bewerten das heute schnell als Unaufmerksamkeit. Doch eigentlich zeigt Hanns eine zutiefst menschliche und schöne Haltung: das Aufschauen, das sich Öffnen für das Größere das Höhere, das über unseren oft grauen Alltag hinausweist. Aber wir wissen, wie es ausgeht. Weil Hanns den Blick nicht senkt, übersieht er die Realität, stolpert und fällt ins Wasser. Er vergisst die Erde. Dabei gehören Himmel und Erde doch zusammen.Das zeigt uns das heutige Fest, dass wir in der Kirche feiern: die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Maria wird ganz mit Leib und Seele in die göttliche Herrlichkeit aufgenommen. Ihre Seele schaut auf das Ewige, den Himmel, aber ihr Leib steht zutiefst für das geerdete Leben. Maria war kein weltfremder Hanns Guck-in-die-Luft. Ihr Alltag war fest verwurzelt in der harten Realität ihrer Zeit als Tochter, als Mutter, als Frau in einer einfachen Gemeinschaft. Sie erlebte tiefe Freude, aber auch bitteres Leid.Wenn sie in ihrem berühmten Lobgesang, dem Magnificat, Gott preist, dann dankt sie ihm nicht nur für eine Flucht aus der Welt, sondern für seine Gerechtigkeit hier auf der Erde. Glauben und Hoffnung bleiben genau dann lebendig, wenn wir beides zusammenhalten, den Blick nach oben und den Blick für die Menschen hier unten. Darin ist uns Maria eine wunderbare Begleiterin. Sie lädt dich ein, den Blick vertrauensvoll nach oben zu richten, Kraft im Glauben zu suchen und genau daraus die Stärke zu schöpfen und mit offenen Augen, helfenden Händen und mit einem klaren Herzen mitten in der Welt zu leben.

  3. 2d ago

    Schweigen ist Aufmerksamkeit

    Wenn wir heute in der Kirche an den heiligen Maximilian Maria Kolbe, an diesem großen Bekenner und Märtyrer des Zweiten Weltkriegs, der nationalsozialistischen Herrschaft, zurückdenken, dann wird es neben Gottesdiensten auch manches Mal Schweigeminuten geben. Schweigeminuten gehören zu unserer Kultur, ob Jahreshauptversammlung oder Volkstrauertag, wenn etwas Schreckliches geschieht, ein Unglück, ein terroristischer Anschlag. Wenn wir uns an etwas zurückerinnern, was unser Herz treffen will, halten wir inne, halten wir Schweigeminuten.Schweigen, das ist vielleicht auch die angemessenste Form, auf solche Sachen zu antworten, wie sie beim heiligen Maximilian Maria geschehen sind. Es ist auch mehr als die Abwesenheit von Sprache. Es ist eine bewusst eingesetzte Form der Kommunikation, ein Zeichen innerer Einkehr und Erinnerungen. Vielleicht fällt es uns heute besonders schwer damit. Denn unsere Gesellschaft kommentiert alles. Alles wird bewertet, geurteilt, geteilt, oft in Sekunden. Die Kommentarflut im Internet auf sozialen Medien vermittelt den Eindruck, Schweigen ist Zeitverschwendung. Dabei, so glaube ich, ist genau das Gegenteil der Fall: Das Schweigen auszuhalten, die Leere auszuhalten ist wichtig. Es lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, was zählt. Wir gedenken der Toten, der Verstorbenen nicht, um sie zu bewerten, sondern um ihnen und ihrem Leben die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir erinnern uns an Opfer von Gewalt und Verbrechen, wir erinnern uns an Tote von Weltkriegen, wir erinnern uns an jene, deren Leben durch Katastrophen und Gewalt zerstört wurden. Wir erinnern uns heute an Maximilian Maria Kolbe, an den, der für den Familienvater in den Hungerbunker von Auschwitz gegangen ist.Und wenn wir die Menschen auch nicht kannten, an die wir uns erinnern, geht es um ihre Menschenwürde, um ihr unersetzliches Leben. In dieser Erinnerung bewahren wir Würde, Hoffnung und bewahren wir, dass Gott uns geborgen hält. Schweigen ist nicht Leere. Schweigen ist Aufmerksamkeit. Schweigen ist Erinnerung und vielleicht gerade in diesem Moment lernen wir, dass Aufmerksamkeit und Ehrfurcht über unsere menschlichen Worte hinausgehen. Schweigen zeigt, wir haben innegehalten, wir haben erinnert, wir haben zugelassen, dass das Leben anderer, auch wenn es vergangen ist, Bedeutung behält.

  4. 3d ago

    Kleine Schritte können große Wendungen auslösen

    Die Fernsehserie "Breaking Bad", die von 2008 bis 2013 ausgestrahlt wurde, erzählt die Geschichte von Walter White, einem Chemielehrer. Er ist mittellos, hat ein junge Familie und lebt zunächst ein unscheinbares alltägliches Leben. Dann erhält er die Diagnose Krebs, unheilbar. Plötzlich steht alles Kopf. Er trifft eine Entscheidung. Er beginnt Crystal Meth herzustellen, anfangs nur, um seine Familie abzusichern.Doch aus dieser Not entwickelt sich eine Spirale, die ihn immer tiefer in Gewalt, Machtspiele und kriminelle Machenschaften zieht; nicht, weil er böse sein will, sondern weil gut gemeinte Handlungen und unüberlegte Entscheidungen außer Kontrolle geraten. Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie schnell ein Leben auf die schiefe Bahn geraten kann. Kleine Entscheidungen, die harmlos oder sinnvoll erscheinen, können große Folgen haben und oft merkt man erst im Rückblick, wohin der Weg wirklich geführt hat.Wie kann man dem begegnen? Nicht durch Ehrgeiz oder den Versuch alles unter Kontrolle zu behalten, sondern durch bewusstes Handeln, Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen bedenken. Es geht darum, Entscheidungen ernst zu nehmen, statt sie auf äußere Umstände zu schieben und den richtigen Moment zu erkennen, bevor die Situation außer Kontrolle gerät.Edward A. Murphy, ein amerikanischer Raketenforscher, formulierte im Jahr 1949 das berühmte Murphy-Gesetz: Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Das erinnert uns daran, aufmerksam zu sein, unsere Schritte zu prüfen und Fehler frühzeitig zu korrigieren. Doch es gibt auch einen positiven "turning point". Auch wenn manches schiefgeht, können wir den richtigen Weg finden. Paul Watzlawick erzählt einmal von einem Mann, der alle 10 Sekunden in die Hände klatscht, um Elefanten zu verscheuchen, obwohl gar keine da sind. Wer verzweifelt Probleme vermeiden will, verstärkt sie oft. Nur wer bewusst handelt, Verantwortung übernimmt und Entscheidungen überdenkt, kann Situationen verändern und den eigenen Weg korrigieren. Auf die richtige Bahn geraten heißt also Verantwortung übernehmen, Perspektiven wechseln, bewusst handeln und Chancen nutzen. Kleine Schritte können große Wendungen auslösen und manchmal entscheidet genau das, wohin unser Leben wirklich führt.

  5. 4d ago

    Willst Du ewig leben?

    Heute Abend ist es soweit: Die größte partielle Sonnenfinsternis hier in Europa seit 1999. Solche Tage bringen auch immer mit sich, dass die Menschen auf das Leben an sich schauen. Viele Menschen stellen sich die Frage: Willst du ewig leben? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Was bedeutet ewiges Leben überhaupt? Eine unendliche Verlängerung dessen, was wir jetzt leben mit all seinen Sorgen Brüchen und offenen Wunden?In dieser Sommerzeit denken wir auch an Maria von Magdala. Sie ist ein eindrückliches Beispiel für diese Frage. Sie kommt früh am Morgen an einen Ort, an dem alles endgültig scheint. Sie sucht jemanden, von dem sie dachte, dass alles vorbei sei. Wer wälzt mir den Stein vom Grab weg, fragt sie. Der Stein steht für das, was unüberwindbar scheint: Verlust, Scheitern und Tod. Maria hat viel erlebt. Sie hat Heilung erfahren. Ihr Leben wurde neu ausgerichtet. Und dennoch: Vor ihr liegt wieder ein Abgrund. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen, das Wort, dass sie hört, öffnet ihr Herz. "Er ist nicht hier." Sie erkennt ihn zunächst nicht, hält ihn für den Gärtner. Ein starkes Bild. Der Schöpfer am Werk. Eine neue Schöpfung beginnt. Mitten im Garten, mitten im Leben.Ewiges Leben ist kein Versprechen, sondern beginnt dort, wo ein Mensch sich berühren lässt, wo Angst sich verwandelt in Vertrauen, wo Trauer nicht das letzte Wort behält. Maria von Magdala wird zur Zeugin, nicht, weil sie alles versteht, sondern weil sie sich senden lässt. Ewiges Leben heißt nicht, alles bleibt, wie es war, ewiges Leben heißt, ich darf anders leben aus der Liebe mit Hoffnung in Beziehung und so stellt sich dann auch an uns immer wieder diese Frage: Willst du ewig leben?

  6. 5d ago

    Glaube ist keine Theorie

    Korinth war eine wohlhabende multikulturelle Hafenstadt. Unterschiedlichste Strömungen trafen dort aufeinander: griechisches Denken, das den Geist über den Leib stellte, Mysterienkult mit geheimen Ritualen der Kaiserkult mit seinem Streben nach Macht und Anerkennung und die jüdische Tradition in der Diaspora. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der christlichen Gemeinde wider. Sie war lebendig, aber konfliktreich. Es gab Gruppenbildungen, Zweifel, geistlichen Hochmut, aber auch Beliebigkeit im Leben und im Glauben. Paulus schreibt genau in diese Situation hinein; nicht belehren von oben, sondern seelsorglich und klar. Er ruft die Gemeinde zurück zur Mitte, nicht zu einer Idee, nicht zu einer bestimmten Person, sondern zu Jesus Christus, gekreuzigt und auferstanden. Das ist sein Fundament. Das soll das Fundament der Gemeinde von Korinth, das kann auch unser Fundament sein."Ich erinnere euch an das Evangelium", schreibt Paulus. Nicht als Rückblick auf etwas Vergangenes, sondern als Erinnerung an das, worauf sie stehen. Glaube ist keine Nostalgie. Er ist Kraft für das heute. Im Herzen steht für den christlichen Glauben: Christus ist gestorben und er ist auferweckt worden; nicht als Mythos, nicht als schönes Symbol, sondern als bezeugte Wirklichkeit, die Leben verändert und neu ausrichtet. Paulus nennt die Zeugen: Kephas, die Zwölf, viele andere und zuletzt sich selbst. Auch der Unvollkommene, der Späte, der Zweifelnde, er wird berufen. Die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert, damals wie heute."Das ist unsere Botschaft und euer Glaube", so schreibt Paulus im Korintherbrief. Glaube ist keine Theorie. Er ist Beziehung, Festhalten auch in Fragen, im Ringen und im Zweifeln. Die Gemeinde in Korinth war alles andere als perfekt und gerade darin kann sie uns nahe sein. Auch wir sind eine bunte, eine suchende Gemeinschaft als die Kirche; mit Spannungen und unterschiedlichen Prägungen und offenen Fragen. Was uns eint, was uns einen soll, ist dieses eine Fundament: der Glaube an Jesus Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen. Dieser Glaube ist kein Zusatz für besonders schöne Tage. Er ist der Grund, auf dem wir stehen und die Kraft, aus der wir leben. "Ich erinnere euch an das Evangelium, an das Evangelium von der Auferstehung, denn Christus ist gestorben und er ist auferweckt worden."

  7. 6d ago

    Das Ewige Leben ist eine Einladung

    Es ist schön, etwas zu wissen, es ist gut gebildet und intelligent zu sein. Immerhin gehen wir in die Schule, um das zu fördern. Schön und gut - und zugleich aber auch gefährlich, denn das cleverste Argument wird bedenklich, wenn es nur dazu dient, Recht zu haben und nicht dazu, in der Wahrheit zu leben. Manchmal drehen wir die genialsten Gedankenoperationen, nur um einer einzigen Frage aus dem Weg zu gehen: Wer bin ich? Bei den Sadduzäern, der Elite im Israel der Zeit Jesu, scheint es ein wenig so gewesen zu sein. Sie streiten gerne, aber nicht, weil ihnen wirklich etwas am Glauben liegt, möchte man ihnen zumindest unterstellen, sondern weil es ihnen um Macht, Einfluss und den Schein geht. Glaubensinhalte selbst sind nebensächlich, Werte sind wichtig, das Drumherum nicht. Und dazu gehörte auch die Vorstellung von der Auferstehung. Für sie bedeutete ewiges Leben nur, dass es nach dem Tod irgendwie weiter geht wie bisher, nur ohne Ende.Jesus aber denkt anders. Für ihn ist jeder Mensch wertvoll, wertvoll ist, dass wir in Beziehungen leben und lieben, dass wir leben und geliebt werden. Ewiges Leben ist nicht etwas, das wir uns durch tugendhaftes oder werteorientierendes Handeln verdienen. Nein, Ewiges Leben ist geschenkte Beziehung, es ist die Einladung an jener Welt teilzuhaben, an der Auferstehung, an Gott selbst, dem Ewigen.Vielleicht öffnet das die Frage nach Glauben und Werten noch einmal neu. Macht es Sinn gut zu handeln, wenn es kein Ewiges Leben gibt, keine Verantwortung, keinen Gott, der über uns wacht? Die Botschaft Jesu ist klar, Leben ist nicht einfach nur ein immer „Weiter so“, es ist endlich und vollendet. Und wir? Wir sind eingeladen, es in dieser Wahrheit zu leben, nicht nur für uns selbst, sondern in Beziehung zu Gott und untereinander.

  8. Aug 9

    Gott ist wie ein Sonnenschirm

    Unterm Sonnenschirm wird man trotzdem braun. Das sage ich hier zuhause ständig. Man muss sich ja nicht mitten in die pralle Sonne setzen. Wobei manche das trotzdem lieben. Stundenlang. Ohne Schatten. Ohne Sonnencreme. Und hinterher wundern sie sich über den Sonnenbrand. Den man immer erst viel später nach dem Sonnenbaden bemerkt.  Ganz ohne Schutz — das ist eben doch gefährlich. Und manchmal denke ich: Mit Menschen ist das ähnlich. Es gibt Menschen, bei denen man sich sicher fühlt, ohne dass sie einen einengen. Die nicht alles von einem fernhalten. Aber die trotzdem da sind. Wie ein Sonnenschirm eben. Die Sonne ist noch da. Das Leben auch. Der Stress. Die Fragen. Die Verletzungen. Aber es trifft einen nicht ganz so ungeschützt. Manchmal merken wir allerdings erst spät, wie sehr wir so einen Schutz eigentlich brauchen. Weil wir lieber stark wirken wollen. Weil wir denken, wir müssten alles alleine schaffen. Oder weil wir Angst haben, anderen zur Last zu fallen. Und dann gibt es diese stillen Menschen, die einfach bleiben. Die nicht sofort Lösungen haben. Aber Nähe. Ruhe. Aufmerksamkeit. Vielleicht können Menschen füreinander genau das sein: ein bisschen Schatten in zu großer Hitze. Und vielleicht ist das auch der Gedanke hinter den Schutzpatronen. Menschen, die selbst geglaubt haben, dass sie getragen und beschützt sind von Gott. Nicht vor allem bewahrt. Aber eben nicht allein. Ich glaube nämlich: Wer sich selbst beschützt weiß, kann oft auch andere besser beschützen. Nicht perfekt. Nicht immer stark. Aber da. Vielleicht ist Glaube manchmal genau das. Nicht die Sonne verschwindet. Aber jemand achtet darauf, dass wir nicht verbrennen.

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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