EVOMENTIS - Neurodiversität, ADHS, Autismus und darüber hinaus

Mathias Küfner

Dein Podcast zu Neurodiversität, Evolutionärer Psychologie, Gesellschaft, Philosophie und mentaler Entwicklung www.evomentis.de

  1. 21H AGO

    ADHS + ASS / Autismus = AuDHD?

    In dieser Episode von E-Momente widme ich mich dem komplexen Thema der Neurodivergenz und Neurodiversität. Ich erkläre die beiden Begriffe und wie sie sich rechtfertigen lassen, indem ich verdeutliche, dass jedes Gehirn einzigartig ist und es keine einheitliche Norm für Gehirnstrukturen gibt. Der Begriff Neurodiversität hebt hervor, dass es unzählige Unterschiede in neurologischen Konfigurationen gibt, die verschiedene Fähigkeiten und Bedürfnisse erzeugen. Ich beziehe mich außerdem auf die Dominanz von NeuroXM, einer Gruppe, die als eher homogen betrachtet wird, während ich auch darauf eingehe, wie diese Wahrnehmung der "Normalität" die Gesellschaft prägt. Ein wesentlicher Punkt, den ich behandele, ist das Verständnis für den Einfluss der Umwelt auf neurodivergente Menschen. Ich verdeutliche, dass die Probleme, mit denen Menschen konfrontiert sind, oft nicht durch ihre neurologischen Unterschiede bedingt sind, sondern durch eine nicht passende Umgebung, die sie behindert. So verwende ich Beispiele aus dem alltäglichen Leben, um die Herausforderungen zu erläutern, die etwa Menschen mit ADHS oder Autismus in einem sozialen Kontext erleben. Darüber hinaus werde ich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ADHS und Autismus beleuchten. Ich stelle die These auf, dass es keine scharfe Trennung zwischen diesen Zuständen gibt und dass oft Überschneidungen bestehen. Während ich unterschiedliche Klassifikationssysteme wie DSM-5 und ICD-11 erläutere, zeige ich, wie die derzeitigen Diagnosekriterien oft von veralteten Annahmen geprägt sind, was zu Missverständnissen und Ungerechtigkeiten in der Behandlung führt. Ich bespreche auch, wie exekutive Funktionen bei ADHS und Autismus unterschiedlich ausgeprägt sind und warum dies das Leben für betroffene Personen erschwert. Insbesondere gehe ich darauf ein, wie dringend notwendige emotionale Unterstützung fehlen kann, und erläutere, weshalb viele neurodivergente Menschen oft in einem ständigen Anpassungs- und Überlastungszustand leben. Die Verbindung von Neurodivergenz, Traumata und sozialen Herausforderungen wird ebenfalls eingehend behandelt. Ich ziehe Parallelen zwischen den Erfahrungen von Menschen mit ADHS und Autismus und beleuchte, wie gesellschaftliche Erwartungen und Normen deren Wahrnehmung und Interaktion beeinflussen. Zudem setze ich mich mit dem Thema Geschlechteridentität im Kontext von Neurodivergenz auseinander und hinterfrage die gängigen Vorstellungen über Geschlechterrollen und Normen. Abschließend gebe ich einen Ausblick darauf, wie wichtig es ist, eine unterstützende Gemeinschaft zu finden und das Verständnis für neurodivergente Lebensweisen zu fördern. Ich ermutige die Zuhörer, sich aktiv in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen, um ein besseres Verständnis und mehr Akzeptanz für neurologische Vielfalt zu schaffen.

  2. JAN 17

    Das macht man halt so! - Aus Prinzip, statt mit Sinn.

    In dieser Episode von Evomentis beschäftige ich mich mit der Bedeutung von "Warum-Fragen" und deren besonderen Relevanz für neurodivergente Menschen. Diese Gruppe hinterfragt oft tiefergehende Zusammenhänge und hat ein ausgeprägtes Bedürfnis, die Gründe für bestimmte gesellschaftliche Standards und Normen zu verstehen. Im Gegensatz dazu sind neurotypische Menschen häufig besser mit den geltenden Normen zufrieden, da ihr Gehirn auf ein Motivationsniveau eingestellt ist, bei dem tiefere Fragen weniger Bedeutung haben. Die Diskussion beleuchtet, wie unterschiedliche Perspektiven von neurodivergenten und neurotypischen Individuen zu Missverständnissen führen können. Ich erkläre, dass diese Unterschiede in der Wahrnehmung unter Umständen sowohl zu Überforderung als auch zu Unterforderung führen können, besonders in sozialen Interaktionen. Die Gewichtung von Sinn und Wahrheit versus Ordnung und Konsistenz zeigt sich in zahlreichen Aspekten unseres Alltags. Ich nehme die gesellschaftliche Norm von Konformität als Beispiel und veranschauliche sie anhand des Konzepts identischer Reihenhäuser, das symbolisch für den Drang nach Gleichheit in der Gesellschaft steht. Dabei kritisiere ich, dass viele Traditionen und Gepflogenheiten nicht auf rationalen Überlegungen basieren und oft schlichtweg als gegeben hingenommen werden. Das führt dazu, dass wir uns bestimmten Erwartungshaltungen unterwerfen, die weder hinterfragt noch legitimiert werden müssen. Ich analysiere, wie sich dieser Anspruch an Konformität widerspricht, wenn neurodivergente Menschen die Systematik hinterfragen. Oftmals sind es Regeln und Normen, die weder logisch noch sinnvoll erscheinen, jedoch von der Gesellschaft erwartet werden. Ich veranschauliche dies mit Beispielen alltäglicher Gepflogenheiten, wie dem gesellschaftlich verfügten Dresscode oder den zu bestimmten Zeiten festgelegten Mahlzeiten, und zeige auf, dass diese Vorgaben oft nicht auf individuellen Bedürfnissen basieren. Zudem gehe ich darauf ein, wie gesellschaftliche Erwartungen an Pünktlichkeit oder korrektes Verhalten bei Tisch auf unterschiedliche Kulturkreise zurückzuführen sind, und dass solche Normen häufig nicht hinterfragt werden. Es wird deutlich, dass der Druck, diesen gesellschaftlichen Standards zu genügen, für neurodivergente Menschen eine besondere Herausforderung darstellt, da sie häufig auf verschiedene Herausforderungen stoßen, die durch Gruppenzwang oder Konformitätsdruck verstärkt werden. Die Episode endet mit einer Reflexion über die Notwendigkeit, Normen zu hinterfragen und anzupassen, um einen Raum zu schaffen, der sowohl neurotypische als auch neurodivergente Bedürfnisse berücksichtigt. Ich ermutige dazu, mehr Verständnis für individuelle Unterschiede aufzubringen und den Mut zu haben, gesellschaftliche Normen kritisch zu betrachten.

  3. JAN 10

    Warum eigentlich? - Eine wichtige Frage!

    In dieser Episode des Podcasts widmen wir uns dem zentralen Thema der zweiten Staffel: dem homofunktionalen Mensch, einem Konzept, das die Frage aufwirft, warum wir manchmal nicht so funktionieren, wie es von uns erwartet wird. Wir beleuchten, warum Funktionalität in unserer Gesellschaft eine derart große Rolle spielt und welche Auswirkungen dies auf Menschen mit Neurodivergenz hat. Das Gespräch dreht sich nicht nur um die Schwierigkeiten, die mit dem Nicht-Funktionieren einhergehen, sondern auch um die grundlegende Frage, ob wir überhaupt funktionieren müssen und wer den Maßstab festlegt. Wir diskutieren ausführlich die Kehrseite des Themas: Während viele von uns in ihrem Alltag funktionieren müssen, leidet oft die intrinsische Motivation, was insbesondere neurodivergente Personen betrifft. Diese Menschen tendieren dazu, ständig die Frage „Warum?“ zu stellen. Wir vergleichen dieses Verhalten mit dem der Kinder, die häufig durch Fragen lernen und ihre Umwelt begreifen. Doch in der Erwachsenenwelt werden solche Fragen oft als störend oder unangemessen angesehen, was zu einem Stillstand im Lernprozess führen kann. Zudem ergründen wir die Dynamik zwischen Neurotypischen und neurodivergenten Menschen und die Herausforderungen, die aus mismatched Erwartungen resultieren. Während Neurotypische dazu neigen, bestehende Prozesse zu akzeptieren, benötigen neurodivergente Personen ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge, um motiviert arbeiten zu können. Dies führt zu Spannungen, wenn Neurotypische die kontinuierlichen Fragen nach dem „Warum“ als Bedrohung ihrer Autorität empfinden und neurodivergente Menschen frustriert sind, wenn ihre Anfragen nicht beantwortet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir ansprechen, ist die Bedeutung von vernetzten Informationen für den Lernprozess. Isolierte Fakten sind für alle Menschen schwer zu behalten und anzuwenden, vor allem jedoch für neurodivergente Personen, die auf logische Verknüpfungen angewiesen sind, um Wissen abzuspeichern und zwischen verschiedenen Konzepten zu navigieren. Sofortiger Zugang zu rationale Erklärungen und Kontextinformation ist unerlässlich für die Motivation und Leistungsbereitschaft. Im Laufe des Gesprächs wird deutlich, dass die Frage nach dem „Warum“ eine zentrale Rolle im Lernprozess spielt. Wir diskutieren, wie diese Fragen nicht nur die individuellen Bedürfnisse der Lernenden adressieren, sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen hinterfragen können, die oft wenig Raum für inquisitives Denken lassen. Anhand praktischer Beispiele von interpersonellen und arbeitsplatzbezogenen Abstimmungsproblemen verdeutlichen wir die Herausforderungen, die in diesen stark hierarchischen Systemen bestehen. Diese Episode endet mit der Erkenntnis, dass wir unser Denken über Funktionalität und den Umgang mit neurodivergenten Menschen überdenken müssen, um eine motivierendere und inklusivere Umgebung zu schaffen. Wir lassen Raum für weitere Diskussionen zu diesem Thema und kündigen an, in der nächsten Episode wieder tiefer in ein neues Thema einzutauchen.

  4. JAN 3

    Start Staffel 2 Ich kriegs nicht hin ...

    In dieser Episode von Evomentis, starten wir ins neue Jahr und tauchen ein in das Thema des "homofunktionalen Menschen". Ich teile meine persönlichen Herausforderungen und Erfahrungen, dabei, wie das äußere Schema der Leistungsanforderungen, sei es im Alltag oder in der Podcast-Welt, oft wenig Rücksicht auf unsere individuellen Bedürfnisse nimmt. Mit einem banalen, aber alltagsnahen Beispiel reflektiere ich darüber, wie die Erwartungshaltung, regelmäßige Inhalte zu liefern, oft zu einer inneren Zerreißprobe führt. Ich beschreibe, wie die Digitalisierung und insbesondere die Algorithmen in der Podcast-Welt uns in ein starreres Funktionieren drängen und dabei menschliche Bedürfnisse ignorieren. Diese Abhängigkeit von externen Vorgaben führt dazu, dass wir uns anpassen, obwohl wir dabei oft den Kontakt zu uns selbst verlieren. Ich spreche darüber, wie ich mich bei der Vorbereitung dieser Folge in ein Netz aus Erwartungen verstrickt habe und wie das schließlich zu einer Blockade führte. Doch gerade in diesem Kampf um die eigene Identität im System, fand ich den Anknüpfungspunkt für diese Episode. Ein zentrales Element meiner Reflexion ist die Vorstellung des funktionsfähigen Menschen und wie wir durch gesellschaftliche Normen geformt und gedrillt werden. Ich greife auf die Idee zurück, dass schon die Industrialisierung unser Verständnis von Effizienz und Funktionalität stark geprägt hat und skizziere, wie das heute im Alltag und an Arbeitsplätzen noch immer sichtbar ist. Die zunehmende Erwartung, voll leistungsfähig zu sein, ignoriert oft die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse, wodurch Menschen in stressige Situationen getrieben werden. Ich beleuchte auch die Verbindung zwischen neurodivergenter Wahrnehmung und den Herausforderungen, mit denen viele Betroffene im Alltag konfrontiert sind. Hierbei wird deutlich, dass es nicht fehlende Motivation oder Unwillen ist, sondern oft ein tiefes Ungleichgewicht im Zusammenspiel von Umwelt, Emotion und Leistung ist. Anhand von Beispielen verdeutliche ich, dass viele neurodivergente Menschen viel stärker auf ihre Gefühle reagieren und dass sie sich unter Umgebungsbedingungen oft erheblich anstrengen müssen, um die gleichen Anforderungen zu erfüllen wie neurotypische Menschen. Diese Episode dient nicht nur als Einführung in das Thema, sondern sucht auch nach Wegen, wie wir wieder mehr in Kontakt mit unseren Bedürfnissen kommen können. Ich lade die Hörer ein, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, sich selbst inmitten von Druck und Schema ernst zu nehmen. Letztendlich betone ich, dass wir in der heutigen Gesellschaft oft nicht perfekt funktionieren müssen und dass es wertvoll ist, Pausen zu machen und Prioritäten neu zu setzen. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig, um die eigene Leistungsfähigkeit und die Verbindung zu den eigenen Bedürfnissen wiederherzustellen. Mein Anliegen ist es, die Raum für die menschlichen Aspekte der Funktionsweise in unserer modernen Welt zu schaffen und darauf hinzuweisen, dass es in Ordnung ist, nicht immer perfekt zu funktionieren. Manchmal müssen wir einfach innehalten und uns die Zeit nehmen, die wir brauchen. So trete ich in die zweite Staffel mit dem Bewusstsein ein, dass Fehler, Pausen und das Verfolgen intuitiver Bedürfnisse ganz normal und notwendig sind.

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