EVOMENTIS - Neurodivergenz, ADHS, Autismus und darüber hinaus

Mathias Küfner

Dein Podcast zu Neurodivergenz, Evolutionärer Psychologie, Gesellschaft, Philosophie und mentaler Entwicklung www.evomentis.de

  1. 17h ago

    🛠️ BRÜCKE - Handlungsfähig mit ADHS auch ohne ständigen Alarmzustand🚨

    In dieser Folge sprechen wir darüber, warum uns Dringlichkeit oft stärker motiviert als normale, planbare Aufgaben. Wir beschreiben den „Feuerwehrmodus“ als Zustand ständiger Alarmbereitschaft, der besonders bei ADHS dazu führen kann, dass wir erst kurz vor einer Deadline oder in einer Krise ins Handeln kommen. Wir erklären, dass dieser Modus zwar viel Energie freisetzen und kurzfristig Leistung ermöglichen kann, langfristig aber auch zu Überlastung führen kann. Wenn der Dauer-Alarm wegfällt, kann es plötzlich schwerer werden, sich zu motivieren, weil Priorisierung, Starten und Fokussieren dann nicht mehr automatisch von außen vorgegeben sind. Ein großer Teil der Folge beschäftigt sich damit, warum normale Arbeitsphasen oft so schwerfallen. Wir sprechen darüber, dass wir im Notfallmodus viele Aufgaben abnehmen und ausblenden, dass wir aber im ruhigen Zustand diese Struktur selbst herstellen müssen. Dabei gehen wir auf Faktoren wie Priorisierung, emotionale Relevanz, tragbaren Aufwand, Handlungsinitiation, Feedback und Qualitätsanspruch ein. Zum Schluss stellen wir eine praktische Vorgehensweise vor, die wir als „Brücke-Methode“ beschreiben. Dazu gehören unter anderem den Aufgabenbestand begrenzen, Relevanz rückübersetzen, Übergänge externalisieren, die kleinste gültige Handlung definieren und den Wiedereinstieg vorbereiten. Außerdem betonen wir, dass es legitim ist zu sagen: „Ich schaffe das gerade nicht“, wenn Energie oder Rahmenbedingungen fehlen. [AI generated & AI modified: Metadaten, Transkription, Illustrationen, Musik & Soundelemente, akustische Optimierung] (Alle rechtlichen Hinweise siehe: https://www.evomentis.de/rechtliches/ )

  2. Aug 15

    ♾️ Autismus Konnektivitätstypen

    In dieser Folge sprechen wir über neue Grundlagenforschung zu Autismus und knüpfen dabei auch an frühere Folgen zu ADHS und Konnektivität an. Wir ordnen ein, dass Autismus und ADHS in der Forschung oft getrennt behandelt werden, obwohl es Überschneidungen und die Idee eines breiteren Spektrums gibt. Im Mittelpunkt stehen vier aktuelle Publikationen, die Autismus-Subtypen über funktionelle Konnektivität, Genexpression und immunbezogene Prozesse beschreiben. Wir betonen dabei, dass es sich nicht um eine vollständige neue Modellierung von Autismus handelt, sondern um einen begrenzten, bottom-up-Ansatz aus der Grundlagenforschung. Wir erklären zwei unterscheidbare Typen: Hypokonnektivität und Hyperkonnektivität. Beim hypokonnektiven Typ sind Hirnnetzwerke schwächer miteinander verbunden, sodass Informationen und Kontext weniger automatisch integriert werden. Beim hyperkonnektiven Typ sind Netzwerke stärker oder zu breit gekoppelt, wobei hier vor allem Genaktivität und immunbezogene Prozesse als Marker hervortreten. Anschließend besprechen wir, was diese Unterschiede für Wahrnehmung, Verarbeitung und Alltag bedeuten könnten. Beim hypokonnektiven Typ geht es eher um detailorientierte, bewusstere Verarbeitung und mehr Aufwand beim Zusammenfügen sozialer und situativer Informationen. Beim hyperkonnektiven Typ stehen Reizoffenheit, Überlastung und Schwierigkeiten beim Filtern von Eindrücken im Vordergrund. Wir ordnen das auch in frühere Autismus-Kategorien ein, etwa Asperger, frühkindlichen Autismus, High- und Low-Functioning sowie DSM-Unterstützungslevel. Dabei betonen wir, dass diese älteren Einteilungen vor allem die sichtbare Funktion im Alltag beschreiben, aber die zugrunde liegenden Mechanismen nur unzureichend erfassen. Zum Schluss sprechen wir über Masking, Missverständnisse in der Kommunikation zwischen neurotypischen und neurodivergenten Menschen und die Bedeutung weiterer Forschung. Wir geben einen Ausblick auf kommende Themen rund um ADHS, Autismus, Neurodivergenz und die Frage, wie sich daraus ein besseres Verständnis für Betroffene entwickeln lässt. [AI generated & AI modified: Metadaten, Transkription, Illustrationen, Musik & Soundelemente, akustische Optimierung] (Alle rechtlichen Hinweise siehe: https://www.evomentis.de/rechtliches/ )

  3. Aug 8

    ♾️ADHS-Biotypen

    In dieser Folge werden verschiedene ADHS-Typen anhand neuer Forschungsansätze erläutert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die äußere klinische Erscheinung, sondern der Blick auf zugrunde liegende Regulationsmechanismen und mögliche Unterschiede im Gehirn. Es wird erklärt, dass die übliche Einteilung nach Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und kombiniertem Typ vor allem auf der Außenwirkung beruht. Diese Sichtweise könne wichtige Unterschiede übersehen, weil sie wenig über die inneren Prozesse, Startbedingungen und Belastungen einer Person aussage. Anschließend werden drei in MRT-Studien beschriebene Biotypen vorgestellt. Typ 1 wird als schwere kombinierte Form mit emotionaler Dysregulation beschrieben, Typ 2 als vorwiegend hyperaktiv-impulsiv und Typ 3 als vorwiegend unaufmerksam. Genannt werden dabei unter anderem Auffälligkeiten in Bereichen wie medialem präfrontalem Kortex, Pallidum und superiorer Frontalregion. Zu Typ 1 heißt es, dass starke emotionale Überflutung, Wut, Meltdowns und lange Erholungszeiten im Vordergrund stehen. Typ 2 wird mit innerer und äußerer Unruhe, starkem Handlungsdrang und geringer Bremsfunktion verbunden. Typ 3 betrifft vor allem Fokus, Organisation, Arbeitsgedächtnis und das Dranbleiben an Aufgaben. Die Folge betont, dass ADHS wahrscheinlich kein einheitliches Phänomen ist, sondern eher unterschiedliche Regulationsprobleme unter einer gemeinsamen Oberfläche zusammenfasst. Daraus wird abgeleitet, dass Diagnostik und Unterstützung genauer auf die jeweils betroffenen Systeme schauen sollten, statt nur das sichtbare Verhalten zu bewerten. [AI generated & AI modified: Metadaten, Transkription, Illustrationen, Musik & Soundelemente, akustische Optimierung] (Alle rechtlichen Hinweise siehe: https://www.evomentis.de/rechtliches/ )

  4. Aug 1

    ♾️ Chronische Schmerzen & ADHS

    In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen, in der Medizin oft schwer einzuordnen sind. Wir beschreiben einen langen Weg von Beschwerden, Untersuchungen und Facharztterminen und zeigen, dass dabei entweder nichts gefunden wird oder Befunde auftauchen, die nicht sicher erklären, warum der Schmerz bleibt. Wir gehen darauf ein, dass Schmerzen nicht automatisch nur „eingebildet“ sind, wenn kein klarer körperlicher Befund sichtbar ist. Wir betonen, dass Schmerz real erlebt wird und dass die Trennung zwischen Psyche und Körper zu kurz greift, weil Wahrnehmung, Nervensystem und körperliche Zustände eng zusammenspielen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang zwischen ADHS und Schmerz. Wir verweisen auf Studien zu chronischen Schmerzpatienten, bei denen ADHS-Merkmale auffällig häufig waren, und erklären, dass ADHS Schmerzschleifen verstärken kann. Dazu zählen stärkere Aufmerksamkeit auf den Schmerz, Unsicherheit, Angst, Katastrophisieren, schlechter Schlaf und erhöhte Muskelspannung. Wir beschreiben auch, wie aus einem anfänglichen Schmerz eine Alarmschleife entstehen kann: Aufmerksamkeit, Unsicherheit und negative Erwartungen verstärken die Wahrnehmung, bis sich der Schmerz und das Gefühl von Gefahr gegenseitig aufrechterhalten. Dabei kann sich das Nervensystem an diese Muster anpassen, sodass chronische Schmerzen entstehen oder bestehen bleiben. Abschließend sprechen wir über den gesellschaftlichen Umgang mit chronischem Schmerz. Wir kritisieren, dass Betroffene oft erst ernst genommen werden, wenn Messwerte vorliegen, und fassen zusammen: ADHS verursacht nicht einfach Schmerzen, kann aber Schmerzschleifen verstärken. Schmerz ist real, auch wenn er nicht eindeutig auf Bildern sichtbar ist.

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