In dieser Folge sprechen wir darüber, wie Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen, in der Medizin oft schwer einzuordnen sind. Wir beschreiben einen langen Weg von Beschwerden, Untersuchungen und Facharztterminen und zeigen, dass dabei entweder nichts gefunden wird oder Befunde auftauchen, die nicht sicher erklären, warum der Schmerz bleibt. Wir gehen darauf ein, dass Schmerzen nicht automatisch nur „eingebildet“ sind, wenn kein klarer körperlicher Befund sichtbar ist. Wir betonen, dass Schmerz real erlebt wird und dass die Trennung zwischen Psyche und Körper zu kurz greift, weil Wahrnehmung, Nervensystem und körperliche Zustände eng zusammenspielen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang zwischen ADHS und Schmerz. Wir verweisen auf Studien zu chronischen Schmerzpatienten, bei denen ADHS-Merkmale auffällig häufig waren, und erklären, dass ADHS Schmerzschleifen verstärken kann. Dazu zählen stärkere Aufmerksamkeit auf den Schmerz, Unsicherheit, Angst, Katastrophisieren, schlechter Schlaf und erhöhte Muskelspannung. Wir beschreiben auch, wie aus einem anfänglichen Schmerz eine Alarmschleife entstehen kann: Aufmerksamkeit, Unsicherheit und negative Erwartungen verstärken die Wahrnehmung, bis sich der Schmerz und das Gefühl von Gefahr gegenseitig aufrechterhalten. Dabei kann sich das Nervensystem an diese Muster anpassen, sodass chronische Schmerzen entstehen oder bestehen bleiben. Abschließend sprechen wir über den gesellschaftlichen Umgang mit chronischem Schmerz. Wir kritisieren, dass Betroffene oft erst ernst genommen werden, wenn Messwerte vorliegen, und fassen zusammen: ADHS verursacht nicht einfach Schmerzen, kann aber Schmerzschleifen verstärken. Schmerz ist real, auch wenn er nicht eindeutig auf Bildern sichtbar ist.