In dieser Episode von Evomentis, starten wir ins neue Jahr und tauchen ein in das Thema des "homofunktionalen Menschen". Ich teile meine persönlichen Herausforderungen und Erfahrungen, dabei, wie das äußere Schema der Leistungsanforderungen, sei es im Alltag oder in der Podcast-Welt, oft wenig Rücksicht auf unsere individuellen Bedürfnisse nimmt. Mit einem banalen, aber alltagsnahen Beispiel reflektiere ich darüber, wie die Erwartungshaltung, regelmäßige Inhalte zu liefern, oft zu einer inneren Zerreißprobe führt. Ich beschreibe, wie die Digitalisierung und insbesondere die Algorithmen in der Podcast-Welt uns in ein starreres Funktionieren drängen und dabei menschliche Bedürfnisse ignorieren. Diese Abhängigkeit von externen Vorgaben führt dazu, dass wir uns anpassen, obwohl wir dabei oft den Kontakt zu uns selbst verlieren. Ich spreche darüber, wie ich mich bei der Vorbereitung dieser Folge in ein Netz aus Erwartungen verstrickt habe und wie das schließlich zu einer Blockade führte. Doch gerade in diesem Kampf um die eigene Identität im System, fand ich den Anknüpfungspunkt für diese Episode. Ein zentrales Element meiner Reflexion ist die Vorstellung des funktionsfähigen Menschen und wie wir durch gesellschaftliche Normen geformt und gedrillt werden. Ich greife auf die Idee zurück, dass schon die Industrialisierung unser Verständnis von Effizienz und Funktionalität stark geprägt hat und skizziere, wie das heute im Alltag und an Arbeitsplätzen noch immer sichtbar ist. Die zunehmende Erwartung, voll leistungsfähig zu sein, ignoriert oft die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse, wodurch Menschen in stressige Situationen getrieben werden. Ich beleuchte auch die Verbindung zwischen neurodivergenter Wahrnehmung und den Herausforderungen, mit denen viele Betroffene im Alltag konfrontiert sind. Hierbei wird deutlich, dass es nicht fehlende Motivation oder Unwillen ist, sondern oft ein tiefes Ungleichgewicht im Zusammenspiel von Umwelt, Emotion und Leistung ist. Anhand von Beispielen verdeutliche ich, dass viele neurodivergente Menschen viel stärker auf ihre Gefühle reagieren und dass sie sich unter Umgebungsbedingungen oft erheblich anstrengen müssen, um die gleichen Anforderungen zu erfüllen wie neurotypische Menschen. Diese Episode dient nicht nur als Einführung in das Thema, sondern sucht auch nach Wegen, wie wir wieder mehr in Kontakt mit unseren Bedürfnissen kommen können. Ich lade die Hörer ein, darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, sich selbst inmitten von Druck und Schema ernst zu nehmen. Letztendlich betone ich, dass wir in der heutigen Gesellschaft oft nicht perfekt funktionieren müssen und dass es wertvoll ist, Pausen zu machen und Prioritäten neu zu setzen. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig, um die eigene Leistungsfähigkeit und die Verbindung zu den eigenen Bedürfnissen wiederherzustellen. Mein Anliegen ist es, die Raum für die menschlichen Aspekte der Funktionsweise in unserer modernen Welt zu schaffen und darauf hinzuweisen, dass es in Ordnung ist, nicht immer perfekt zu funktionieren. Manchmal müssen wir einfach innehalten und uns die Zeit nehmen, die wir brauchen. So trete ich in die zweite Staffel mit dem Bewusstsein ein, dass Fehler, Pausen und das Verfolgen intuitiver Bedürfnisse ganz normal und notwendig sind.