#NewNormal – Wie lebt es sich als deutsch-israelische Familie in Berlin? Hannah ist neu im Schöner-Glauben-Team – und bringt eine Perspektive mit, die in progressiven deutschsprachigen Diskursen selten so offen zu hören ist: Sie ist Deutsche, mit einem Israeli verheiratet, Mutter einer dreijährigen Tochter, die den israelischen Nachnamen ihres Vaters trägt. Und sie lebt in Berlin. Jason und Hannah reden über das, was der 7. Oktober mit einer Familie wie ihrer gemacht hat. Nicht nur das unmittelbare Trauma – Hannahs Mann hat ein Familienmitglied verloren – sondern das, was danach kam und seitdem bleibt: die Frage, welche Sprache man auf der Straße spricht, ob man in bestimmten Stadtteilen hebräisch redet oder lieber nicht, was es bedeutet, wenn die eigene Tochter in drei Jahren mit einem israelischen Nachnamen eingeschult wird. Das Gespräch hält viele Gleichzeitigkeiten aus. Hannah benennt klar, dass sie den Begriff Genozid für das, was in Gaza passiert, inzwischen selbst verwendet – und erzählt gleichzeitig, wie schwer es ist, dafür einen Ort zu finden, der weder die israelische Kriegsführung ausblendet noch das Leid der Opfer des 7. Oktober. Sie berichtet von einer Veranstaltung israelischer Friedensaktivistinnen in Neukölln, die vom eigentlich solidarischen Publikum regelrecht von der Bühne gebuht wurden. Und von dem Gefühl, in der deutschen Linken ein stückweit politische Heimat verloren zu haben. Jason bringt seinen Schulalltag ein: Wie unterrichtet man das Thema, wenn es weder im Curriculum vorkommt noch jemanden kalt lässt? Wie geht man mit Schüler:innen um, die TikTok-Ausschnitte zeigen – ohne den Kontext, aber mit vollem Schmerz? Am Ende steht kein Fazit, sondern eine Orientierung: Die Stimmen, die es braucht, sind die von Menschen, die auf beiden Seiten gleichzeitig stehen – wie die Bewegung Standing Together oder die neu gegründete Partei Macom le Culano. Laut machen, statt wegschauen. Auf www.schoenerglauben.jetzt könnt ihr uns finanziell unterstützen. Danke!