keshmesh

ahmed ajil | kambez nuri

Keshmesh ist ein Podcast des Kriminologen Ahmed Ajil und des Gewaltberaters Kambez Nuri. Wir sprechen über Männlichkeiten, Migration, Gewalt und Kriminalität, über Rassismus und Marginalisierung – aus einer kritischen, schweizerisch-migrantischen Perspektive, die persönliche Erfahrungen mit Forschung und Praxis verbindet. www.keshmesh.ch Illustration: Sarah Blaser Logo/Design: Chris Rohner Video: Aaron Graf

  1. 1d ago

    20: Manosphere

    Manosphere: Vom Pick-up-Artist zum Incel – und warum die Lösung nicht bei den Jugendlichen beginnt In dieser Folge von keshmesh sind Ahmed und Kambez wieder ganz unter sich. Ausgehend von Netflix' «Adolescence» geht es um die Manosphere: Pill-Ideologien, Incels, MGTOW, Pick-up-Artists und Andrew Tate, eingeordnet in Gewaltpyramide und patriarchale Strukturen. Aus der Gewaltberatungspraxis kommen konkrete Workshop-Erfahrungen mit Jugendlichen dazu — bis zur zentralen These am Schluss: Nicht die Jugendlichen müssen sich zuerst ändern, sondern die Erwachsenen und Fachpersonen. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und Instagram Hinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;)) Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdv Werde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhd DANKE!) In dieser Folge erfährst du: Manosphere und Andrew Tate: Was der Begriff eigentlich meint, und warum Tate nur die bekannteste Spitze von Tausenden ähnlichen Accounts ist. Redpill, Bluepill, Blackpill: Die Matrix-Metapher der Szene — und die Parallele zur Radikalisierungsforschung: das Gefühl, als einer der wenigen die Wahrheit zu sehen und gewaltvoll für sie kämpfen zu müssen. MGTOW, Pick-up-Artists, Incels: Verschiedene Strömungen, ein gemeinsamer patriarchaler Nährboden — und die Gewaltpyramide als Rahmen, um die Unterschiede in Intensität einzuordnen. Erektionsdruck und bell hooks: Die Erwartung, ein Mann müsse sexuell immer können und wollen — und bell hooks' Konzept der frühen emotionalen Abstumpfung von Jungen. Aus der Workshop-Praxis: Ein Stereotypen-Brainstorming mit Jugendlichen zu «was ist ein echter Mann» — und wie patriarchale Männlichkeitsbilder die Wahrnehmung sexualisierter Gewalt verzerren können. Studie «Männlichkeit im Wandel»: Über 6'000 junge Schweizer Männer befragt (Theunert/maenner.ch mit Uni Zürich und Denis Ribeaud) — 57% sprechen nicht gern über Gefühle, 54% stört es, um Hilfe bitten zu müssen. Schlussthese: Die Basis der Gewaltpyramide liegt nicht bei den Jugendlichen, sondern bei uns Erwachsenen. 🔗 Links & Ressourcen: Studie «Männlichkeit im Wandel» — Markus Theunert (maenner.ch) mit Uni Zürich und Denis Ribeaud - https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2026/Maennlichkeit.html Beratung zu Männlichkeit und Gewalt: www.manosphere.ch SRF-Podcastserie «Alpha Boys»: https://www.srf.ch/audio/news-plus-hintergruende/alpha-boys-1-4-willkommen-in-der-manosphere?id=AUDI20251119_NR_0005 SRF-Artikel (nicht Doku!) zu TikTok und Manosphere: https://www.srf.ch/news/schweiz/radikalisierung-auf-tiktok-der-toxische-sog-der-manosphere 🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Aaron Graf, Chris Rohner (juhuni Design), Sarah Blaser, David Fürst, Alex Schär (Sound)💬 Diskutiert mit uns: Wo erkennt ihr Manosphere-Muster bei euch selbst oder im Umfeld — und was würde helfen, früher gegenzusteuern? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify.Peace & Liebe, Ahmed & KambezKapitel: 00:00 Intro 05:28 Cold Open: "Wir mussten vorher reden" 11:04 Einstieg: Netflix-Serie «Adolescence» 15:26 Die Gewaltpyramide als Rahmen 17:45 Was ist die Manosphere? Andrew Tate 19:21 TikTok-Algorithmus und Alpha Boys 20:33 Incels, Redpill/Bluepill/Blackpill (Matrix) 24:01 Patriarchat und männliche Privilegien 28:27 MGTOW und Pick-up-Artists 38:45 Arbeit bei maenner.ch 46:18 Studie «Männlichkeit im Wandel» 51:05 Patriarchale Dividende 56:50 "Was ist ein echter Mann?" – Brainstorming 59:51 Workshop-Anekdote: sexueller Übergriff ⚠️ 62:29 Patriarchale Muster im Klassenzimmer 69:46 Rückblick: Gewaltpyramide im Workshop 76:13 Patriarchale Erziehung als Ursache 79:59 Überschneidung mit Islamismus/Rechtsextremismus 83:11 Erektionsdruck und bell hooks 85:37 Schluss: Die Basis liegt bei uns 88:28 Verabschiedung

  2. Sep 30

    19: Scham und Gewalt

    Scham: Warum Männer lieber dominieren als fühlen In dieser Folge von keshmesh sind Ahmed und Kambez ganz unter sich — kein Gast, nur die beiden am Tisch und ein Gefühl, das zu den am wenigsten besprochenen überhaupt gehört: Scham. Ausgangspunkt ist eine Beobachtung aus der Praxis — in einer Weiterbildung mit 40 Fachpersonen konnte fast niemand Scham benennen, während Wut, Angst und Trauer sofort da waren. Von dort aus spannt sich der Bogen von der Manosphere über das Konzept der hegemonialen Männlichkeit bis zu der Frage, warum unterdrückte Scham so oft in Dominanz und Gewalt umschlägt. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und Instagram Hinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;)) Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdv Werde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhd DANKE!) In dieser Folge erfährst du: Scham als Leerstelle: Scham bleibt unausgesprochen, weil wir sie selbst als Erwachsene kaum aushalten. Manosphere und Looksmaxxing: Wenn junge Männer sich gewaltsam die Gesichtsknochen brechen lassen, um «markanter» und attraktiver zu wirken. Provider, Protector, Procreator: Das Rollenmuster, das kaum je aktiv ausgesprochen, aber von praktisch jedem Jugendlichen internalisiert wird — Geld verdienen, beschützen können, sexuell «genügen». Die Fragilität des Männlichkeitsbilds: Was passiert, wenn du sexuell nicht mehr aktiv sein kannst, dein Einkommen verlierst oder körperlich nicht mehr schützen kannst? Es geht um die Angst hinter dem "Nicht-genügen". Die Verlustspur des Subjekts: Ein Konzept aus einer Weiterbildung bei Elli Scambor* wird aufgegriffen — wie Jungen früh lernen, den Zugang zu Trauer, Scham und Verletzlichkeit abzulegen. Verurteilung als Schutzmechanismus: Warum moralische Überlegenheit gegenüber Manosphere-Content zwar nachvollziehbar, aber blockierend ist. Opfernarrative: Jugendliche in der Manosphere erleben sich selbst als Opfer eines Systems, das sie entrechte. Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken: Warum die Versuchung, Männer pauschal als «böse» und FLINTA-Personen pauschal als «gut» zu setzen, genauso wenig standhält wie biologistische Rollenbilder. Hegemoniale Männlichkeit: Raewyn Connells* Konzept wird aufgegriffen und Reproduktion von Rassismus und Sexismus durch Männer. Scham und Femizide: Eine Linie wird gezogen von unterdrückter Scham zu extremer Gewalt. Rassismus und Beschämung: Eine wiederkehrende Erfahrung wird geschildert. Ein persönliches Eingeständnis: Reagieren mit Rückzug oder mit intellektueller Dominanz statt mit dem eigenen Gefühl. Ein Muster, das als «noch sehr präsent» bezeichnet wird. Zum Thema Männlichkeit und Verletzlichkeit: hört auch unsere Folge 5 ("Verletzlichkeit") 🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Aaron Graf Chris Rohner (juhuni Design) Sarah Blaser David Fürst Alex Schär (Sound) Yassin 3YOONI 💬 Diskutiert mit uns: Wo merkt ihr bei euch selbst, dass ihr Scham eher mit Dominanz, Rückzug oder Intellektualisieren überdeckt, statt sie zuzulassen? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify. Peace & Liebe, Ahmed & Kambez --- ## Kapitel (Timestamps) 00:00 Intro & Technik-Chaos im Studio 02:05 Check-in: Wie es den beiden gerade geht 05:22 Dank an Supporter:innen und Ehrenamtliche 07:37 Booking-Logistik und Fan-Begegnungen 09:27 Einstieg ins Thema Scham 10:06 Manosphere-Workshops mit Jugendlichen 14:07 Verurteilung als Schutzmechanismus 17:53 Looksmaxxing und Erwartungsdruck 18:53 Provider, Protector, Procreator 19:59 Die Fragilität des Männlichkeitsbilds 21:37 Die Verlustspur des Subjekts 26:05 Wut, Empörung und FLINTA-Perspektive 27:34 Essenzialismus und Schwarz-Weiss-Denken 30:41 Hegemoniale Männlichkeit (Connell) 32:36 Scham und dominantes Auftreten 34:02 Scham und Femizide 36:36 Rassismus-Erfahrungen und Beschämung 39:56 Ein persönliches Eingeständnis: Intellektualisieren als Schutz 42:18 Abschluss und Verabschiedung

    19: Scham und Gewalt
  3. Sep 16

    18: Klimapolitik und Petro-Maskulinität - mit Chandru Somasundaram

    Petro-Maskulinität: Warum toxische Männlichkeit am Klimathema hängt In dieser Folge von keshmesh holen wir uns Chandru Somasundaram (Co-Präsident SP Stadt Bern, Klimaaktivist, Geschäftsführer WWF Solothurn) an den Tisch und reden über das Konzept, das dieser Folge den Namen gibt: Petro-Maskulinität — wenn Männlichkeit sich über fossile Energie definiert, vom Diesel-Truck bis zu Trumps "Drill Baby Drill". Wir sprechen über den Klassenkampf hinter dem Klimastreik, über die UBS-Rettung im Vergleich zur Pflegerin, die im Dauereinsatz nichts bekommt, über "kulturelle Schizophrenie" und darüber, warum am Schluss auch das Patriarchat den Männern selbst schadet. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und Instagram Hinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;)) Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdv Werde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhd DANKE!) In dieser Folge erfährst du: Petro-Maskulinität, definiert: Chandru erklärt den Kernbegriff der Folge — die Verschmelzung von Männlichkeit und Erdöl, geprägt von der US-Forscherin Cara Daggett. Von Trumps "Drill Baby Drill" bis zum Diesel-Truck als Statussymbol. Einbürgerungsgebühren Bern: Ahmed's Familie zahlte 7'100 CHF für die Einbürgerung zu fünft. Der Berner Stadtrat hat nun (vorbehältlich einer zweiten Abstimmung) für die Abschaffung der Gebühren gestimmt — Bern wäre die erste Schweizer Gemeinde, die diesen Schritt geht. Klimastreik und Klassenfrage: Kambez musste wegen 140% Arbeitspensum neben dem Studium den Freitagsstreiks fernbleiben — und wurde dafür von einer Kommilitonin beschämt: "Dein Studium wird gerade finanziert, ich kann mir das gar nicht leisten." Sein Zitat aus dem Tages-Anzeiger: "Klima wird politisch, wenn weisse Menschen schwitzen." UBS vs. Pflegerin: Ahmed über die Schieflage der Krisenhilfe — die UBS bekommt in der Finanzkrise Unterstützung, eine Pflegerin im Dauereinsatz bekommt nichts. Erneuerbare überholen Kohle: 2025 wurde zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte weltweit mehr Strom aus erneuerbaren Quellen (Wasser, Wind, Sonne) produziert als aus Kohle. Kulturelle Schizophrenie: Chandru über das Gefühl, von der eigenen Community als zu integriert und von der Schweizer Mehrheitsgesellschaft nie als ganz zugehörig gelesen zu werden — Er nennt es eine "transnationale Erfahrung" und beschreibt sich selbst als "Exot" auch innerhalb der eigenen Familie. "Wurst wegnehmen": Chandru über die Eigentumslogik hinter der Angst der Privilegierten — von der Veganismus-Panik bis zu Bundesrat Röstis Verharmlosung der Übersterblichkeit im Hitzesommer 2025. Kleines juristisches Korrigendum: Chandru spricht Min 59:53 von der Resolution der SP zu den Verbrechen an Tamil:innen in Sri Lanka. Die SP verurteilte nicht den Genozid (fordert aber den Bundesrat auf, die Tatbestandsmässigkeit desselben zu prüfen), sondern die Massenmorde und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mehr hier: https://www.sp-ps.ch/wp-content/uploads/2025/10/Resolution-zur-Situation-in-Sri-Lanka.pdf. 🔗 Links & Ressourcen: Cara Daggett — Forscherin, die das Konzept "Petro-Masculinity" geprägt hat Energiestatistik & Bevölkerung mit Migrationshintergrund: Bundesamt für Statistik (BFS) — https://www.bfs.admin.ch Zum Thema Klassenfrage und Migration: hört auch unsere Folge 17 ("Postmigrantische Selbstverständlichkeit") 🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Chris Rohner (juhuni Design) Sarah Blaser (Illustrationen) David Fürst (Fotos) 💬 Diskutiert mit uns: Wo begegnet euch Petro-Maskulinität im Alltag — beim Auto, beim Grillieren, in der Politik? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify. Peace & Liebe, Ahmed & Kambez

    18: Klimapolitik und Petro-Maskulinität - mit Chandru Somasundaram
  4. Sep 2

    17: Postmigrantische Selbstverständlichkeit - mit Artan Islamaj

    Postmigrantische Selbstverständlichkeit: Warum Migration keine Ausnahme mehr ist Die Schweiz schmückt sich mit vier Landessprachen, feiert ihre Neutralität und tut so, als sei Migration eine Ausnahmesituation. In dieser Folge von keshmesh holen wir uns Artan Islamaj (Co-Direktor, Institut Neue Schweiz INES) an den Tisch — und stellen die Grundfrage neu: Was, wenn die "Neue Schweiz" längst die normale Schweiz ist? Laut BFS haben rund 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei einem weiter gefassten Begriff über 50%. Postmigration heisst: Migration ist kein Sonderfall und kein Defizit mehr. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und InstagramHinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;))Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdvWerde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhdDANKE!) In dieser Folge erfährst du: Die "Neue Schweiz" existiert schon: Laut BFS haben ca. 41% der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte, bei weiter gefasstem Begriff über 50%. Die Integrationslogik ("hier das Volk, da kommen Leute rein") bricht zusammen, sobald man hinschaut, wer in der Schweiz lebt, arbeitet und liebt.Der Name als Filter: Artan besteht darauf, dass seine Schüler:innen ihn korrekt beim Nachnamen nennen — "wenn ich sehe, dass du dich entfernen möchtest, kann ich dich einordnen, so wie du mich einordnest, indem ich meinen Namen sage."Postmigrantische Selbstverständlichkeit — der Kernsatz: "Ich muss nicht dankbar sein, dass ich hier geboren bin." Die erste Generation ist mit Überleben beschäftigt, die zweite kann fordern."Einer der Guten": Warum dieser vermeintlich nette Satz laut Artan "per se rassistisch und diskriminierend" ist — und wie erkaufter Status (z.B. im Militär) trotzdem Sicherheit geben kann, ohne dass er sich richtig anfühlt.Weisser Feminismus und die Kopftuchdebatte: Warum kopftuchtragende Frauen an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen — gegen Rassismus und für die Stärke der Frau in ihrer eigenen Community — und dabei oft übersehen werden."Zwei Bücher über Rassismus reichen nicht": Kambez darüber, warum gelesenes Wissen keine gelebte Erfahrung ersetzt — und was das für pädagogische Arbeit mit migrantischen Jugendlichen bedeutet.Neutralität gibt es nicht: Ahmed mit 14, eine Schularbeit über das Judentum "aus neutraler Perspektive" — seine Lehrerin: "Du kannst nicht neutral sein, mit deinem Hintergrund."🔗 Links & Ressourcen: Institut Neue Schweiz (INES) — Artans Organisation: https://www.institutneueschweiz.chSwiss Dream — das neue INES-Projekt (Open Call, bis 6.9.: https://www.institutneueschweiz.ch/De/Blog/484/Open_Call_swiss_dream_DE)Zum Thema Rassismus und Zugehörigkeit: hört auch unsere Folge 11 ("Arabischer Fremdkörper")🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Aaron GrafChris Rohner (juhuni Design)Sarah BlaserDavid FürstAlex Schär (Sound)💬 Diskutiert mit uns: Verstehst du dich als Schweizer:in — und wann hat sich das (nicht) selbstverständlich angefühlt? Schreibt es uns in die Kommentare oder bewertet uns auf Spotify. Peace & Liebe, Ahmed & Kambez 00:00 Intro 08:42 Die Neue Schweiz existiert schon 10:42 Swiss Dream statt American Dream 12:48 Albanisch als fünfte Landessprache 16:43 Der Name als Filter 18:37 Scham und die Namen der Väter 21:02 Postmigrantische Selbstverständlichkeit 26:17 Der Migra-Hustle 28:02 Einbürgerung als Viehschau 31:58 Der Doppeladler in der Maturarbeit 34:20 Klassenreise nach Kosovo 36:40 Sind wir weiss oder nicht 40:25 In Uniform am Bahnhof 41:30 Der Muslimbruderschafts-Vorwurf 45:12 «Einer der Guten» 49:34 Die SRF-Doku zur Manosphere 54:56 Die Spirale des Rassismus 57:42 Weisser Feminismus und Kopftuch 64:23 Die WC-Anekdote 69:51 Rassismus im Lehrerzimmer 74:25 «Zwei Bücher reichen nicht» 76:51 Systemkritik und Eigenverantwortung 80:38 Neutralität gibt es nicht 84:37 Verstehst du dich als Schweizer? 90:08 Das Buch «Sticky Violences»

    17: Postmigrantische Selbstverständlichkeit - mit Artan Islamaj
  5. Aug 19

    16: Häusliche Gewalt

    Häusliche Gewalt: Wenn die eigenen vier Wände zum gefährlichsten Ort werden Wir sprechen oft über Gewalt im öffentlichen Raum, auf der Strasse, in den Schlagzeilen. Aber der gefährlichste Ort für sehr viele Betroffene ist ein ganz anderer: die eigene Wohnung. In dieser Folge von keshmesh nehmen wir uns eines der schwersten Themen vor, die wir bisher behandelt haben — häusliche Gewalt. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und InstagramHinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;))Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdvWerde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhdDANKE!) In dieser Folge erfährst du: Beziehungsdynamik vs. Gewaltdynamik: Warum eine Beziehung geteilte Verantwortung bedeutet — eine Gewaltdynamik aber nie. 100% der Verantwortung liegt bei der Person, die Gewalt anwendet. Punkt.FOG — Fear, Obligation, Guilt: Der psychologische "Nebel", mit dem Täter Angst, (vermeintliche) Verpflichtung und Schuldgefühle erzeugen, um Betroffene in der Beziehung zu halten.Die fünf Formen von Gewalt: Physisch, sexuell, psychisch, ökonomisch, sozial — und warum das Schweizer Strafrecht fast ausschliesslich die physische Form erfasst.Die nackten Zahlen (BFS 2023): Rund 20'000 registrierte Straftaten, 40% aller polizeilich erfassten Gewaltdelikte finden im häuslichen Kontext statt.Feminizide: 2025 ein Rekordjahr mit 34 Feminiziden in der Schweiz; im laufenden Jahr zählte die "Offensive gegen Feminizide" bis zum Aufnahmetag bereits 17 — zuletzt am 9. Juli in einem Fall im Tessin.Istanbul-Konvention — Note 3,0: Der zivilgesellschaftliche Parallelbericht des Netzwerks Istanbul-Konvention zeigt: Die Schweiz kommt ihren Verpflichtungen nicht nach. Fehlende nationale Strategie, kantonales "Schutzlotterie"-Prinzip, ein Fehlbestand von rund 800 Frauenhausplätzen.Intersektionalität: Warum dieselbe Tat bei einem migrantischen Täter mit "Kultur" erklärt wird und bei einem Schweizer Täter mit individuellem Versagen — und wie das migrantische Betroffene zusätzlich gefährdet (Stichwort Aufenthaltsstatus, "Sabr").Die drei Tätertypen: Vom durchgängig gewalttätigen bis zum "Family-only"-Typ, der öffentlich charmant und erfolgreich wirkt und nur hinter verschlossenen Türen gewalttätig wird — laut Kambez oft der schwerste Typ zu erkennen.Männer als Betroffene: Warum Scham, Unglauben und das "Es-braucht-immer-zwei"-Narrativ Männer besonders oft davon abhalten, sich Hilfe zu holen — und wieso die Nummer 142 explizit auch für sie da ist."Ideal Victim" & Homonationalismus: Ein theoretischer Ausblick — warum unsere Gesellschaft bestimmten Körpern (v.a. racialisierten männlichen) kaum zugesteht, überhaupt Opfer sein zu können.⚠️ Achtung: Diese Folge behandelt ausführlich häusliche und sexualisierte Gewalt sowie Feminizide, inkl. Statistiken. Wir gehen dabei konzeptionell und statistisch vor, ohne einzelne Gewalttaten grafisch zu schildern — trotzdem: Hört rein, wenn ihr euch dazu bereit fühlt. 🔗 Links & Ressourcen: Opferhilfe-Nummer 142 (auch anonym erreichbar): https://www.stiftung-gegen-gewalt.ch/aktuelles/opferhilfenummer-142Netzwerk Istanbul-Konvention & Parallelbericht: https://www.istanbulkonvention.chEidg. Büro für Gleichstellung — häusliche Gewalt: https://www.ebg.admin.ch/de/hausliche-gewaltBrava (ehemals TERRE DES FEMMES Schweiz): https://www.brava-ngo.ch/deZahlen: Bundesamt für Statistik (BFS) — https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/haeusliche-gewalt.htmlZum Thema Feminizide: hört auch unsere Folge 10🙌 Shoutouts & Dankeschön an unser Team: Aaron Graf (Video), Chris Rohner (juhuni Design, Website, Logo), Sarah Blaser (Illustrationen), David Fürst (Fotos).Wenn euch die Folge wichtig war, teilt sie — gerade bei diesem Thema erreicht man am meisten über die eigenen Chats und Netzwerke. Peace & Liebe, Ahmed & Kambez

  6. Jul 8

    13: Männer im Knast

    Wir sperren Menschen ein und denken, das löst unsere gesellschaftlichen Probleme. Aber was passiert wirklich hinter den dicken Mauern des Schweizer Justizvollzugs? In dieser Folge von keshmesh öffnen wir die „Blackbox Gefängnis“ und schauen dorthin, wo die Gesellschaft am liebsten wegschaut. (Wichtig: Wenn ihr keshmesh supporten wollt, habt ihr folgende Möglichkeiten: Folgt uns auf Spotify und InstagramHinterlasst ein paar Sterne (am besten 5 ;))Supportet unsere Arbeit via RaiseNow: https://pay.raisenow.io/txbdvWerde Mitglied des Vereins keshmesh: https://pay.raisenow.io/qymhd  DANKE!) Wir dekonstruieren den oft zitierten Mythos der "70 Prozent kriminellen Ausländer", sprechen über die brutale Realität der Untersuchungshaft (U-Haft) und beleuchten, warum in der Schweiz oft Armut statt Kriminalität bestraft wird.  Ausserdem stellen wir die ganz grosse Frage des Abolitionismus: Ist das System Gefängnis überhaupt noch zeitgemäss oder verschärft es unsere Probleme nur? In dieser Folge erfährst du: Die nackten Zahlen: Warum die Schweiz mit über 30'000 Inhaftierungen pro Jahr ein „Drehtür“-System hat und Rekordbelegungen verzeichnet. Der "Ausländer-Mythos" entzaubert: Warum die Statistik verzerrt ist und fast die Hälfte der inhaftierten Ausländer gar keinen Schweizer Wohnsitz haben (Stichwort: Fluchtgefahr in der U-Haft). Die harte Realität der U-Haft: 23 Stunden Einsperrung auf 12 Quadratmetern, Isolation und fehlende Fristen – warum die U-Haft für die Psyche oft zerstörerischer ist als der reguläre Strafvollzug. Armut als Straftat: Ersatzfreiheitsstrafen und Administrativhaft – warum so viele Menschen hinter Gittern sitzen, die eigentlich soziale, finanzielle oder asylrechtliche Hilfe bräuchten. Prisonisierung & Institutionelle Gewalt: Wie das Gefängnis Menschen de-humanisiert, ihnen Autonomie raubt und Resozialisierung fast unmöglich macht. Abolitionismus: Der Mut, ein System völlig neu zu denken. Braucht unsere Gesellschaft Gefängnisse wirklich, oder gibt es bessere, menschlichere Alternativen? 🔗 Links & Ressourcen: Unsere brandneue Website ist live! Checkt sie aus: www.keshmesh.ch.Erwähnte Statistiken: Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des Schweizerischen Kompetenzzentrums für den Justizvollzug (SKJV).Ahmed's Forschung: https://ahmed.ajil.ch/publications 🙌 Shoutouts & fettes Dankeschön an unser Team: Diese Folge und unser neues Setup wären ohne massiven Support nicht möglich gewesen. Ein riesiges Dankeschön geht an: Aaron Graf: Für das geniale Video-Setup und die Aufnahmestruktur.Chris Rohner (juhuni Design): Für das krasse Webdesign unserer neuen Homepage.Sarah Blaser: Für die wunderschönen Illustrationen, die unsere Vision sichtbar machen.David Fürst: Für die starken Fotos und die Begleitung unserer Reise. 💬 Diskutiert mit uns: Sollten wir das Gefängnissystem abschaffen oder reformieren? Was hat euch an den Zahlen am meisten schockiert? Schreibt es uns in die Kommentare auf YouTube oder bewertet uns auf Spotify! Wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie mit euren Leuten und lasst uns ein Abo da. Peace & Liebe! ✌️ #Gefängnis #Justizvollzug #Kriminologie #Abolitionismus #Menschenrechte #Strafrecht #PodcastSchweiz

    13: Männer im Knast

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Keshmesh ist ein Podcast des Kriminologen Ahmed Ajil und des Gewaltberaters Kambez Nuri. Wir sprechen über Männlichkeiten, Migration, Gewalt und Kriminalität, über Rassismus und Marginalisierung – aus einer kritischen, schweizerisch-migrantischen Perspektive, die persönliche Erfahrungen mit Forschung und Praxis verbindet. www.keshmesh.ch Illustration: Sarah Blaser Logo/Design: Chris Rohner Video: Aaron Graf

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