15 episodes

STUDIO KOMPLEX ist Show gewordener Journalismus. Anne-Katrin Eutin und David Ahlf präsentieren dir jede Woche eine relevante und manchmal sogar aktuelle Geschichte. Wir wollen dir nicht die Welt erklären... aber irgendwie doch.

STUDIO KOMPLEX ARD Audiothek Highlights

    • Society & Culture

STUDIO KOMPLEX ist Show gewordener Journalismus. Anne-Katrin Eutin und David Ahlf präsentieren dir jede Woche eine relevante und manchmal sogar aktuelle Geschichte. Wir wollen dir nicht die Welt erklären... aber irgendwie doch.

    Soziales Pflichtjahr – Nein Danke!

    Soziales Pflichtjahr – Nein Danke!

    Da ist sie wieder: die Debatte ums verpflichtende Dienstjahr. Gefühlt alle Jahre wieder – vornehmlich im Sommerloch – fällt irgendwem ein, dass es doch eigentlich ganz großartig wäre, die Jugend in der vermeintlichen Lücke zwischen dem Schulabschluss und der Welt da draußen sinnvoll zu beschäftigen. Dieses Mal war es Bundespräsident Steinmeier, der die Diskussion um eine "soziale Pflichtzeit" neu entfachte.

    "Davon profitieren sie, davon profitiert die Gesellschaft", heißt es aktuell von vielen Seiten. Und es stimmt ja auch ein bisschen: Wie viele schwärmen noch heute von ihren "bereichernden" und "charakterbildenden" Zivi-Tagen? Außerdem wäre das doch die absolute Win-Win-Situation für überlastete Krisenbranchen wie die Pflege – volle Arbeitskraft voraus!

    Doch da sind auch diejenigen, die sagen: "Lasst bloß die jungen Leute in Ruhe! Die sollen nicht ausbaden müssen, was wir strukturell vergeigt haben." Und auch das ist wahr. Junge Menschen als Billiglöhner auszunutzen – und sie zeitgleich als verpeilte Schnarchnasen abzutun, denen ein zusätzliches Jahr Orientierungshilfe mal ganz guttun würde, ist gelinde gesagt: unfair! Ebenso wie die Tatsache, dass der Vorstoß genau jetzt (wieder-)kommt: nämlich nach über zwei Pandemiejahren, in denen die Jungen zum Wohle Aller massiv zurückgesteckt haben.

    Wir fragen uns darüber hinaus: Kann das überhaupt funktionieren, Solidarität durch Zwang? Und: Welche besseren Alternativen könnte es geben?

    Darüber sprechen wir mit:

    Jan Schnellenbach, Professor für Volkswirtschaftslehre

    Sophia Muliar, Schülerin

    Axel Eppich, DRK in Hessen Volunta gGmbH

    Livia Josephine Kerp, Bloggerin

    Stefan Gosepath, Philosoph und Professor für Praktische Philosophie



    Was euch noch interessieren könnte:

    Krankenpfleger Alexander Jorde und FDP-Politikerin Ria Schröder debattieren über das soziale Pflichtjahr

    Stefan Gosepath im Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur

    Jan Schnellenbach diskutiert in der FAZ mit Veronika Grimm über Pro und Contra

    Philipp Amthor und Kevin Kühnert im ZDF über ein verpflichtendes Dienstjahr für junge Menschen



    Folgt uns bei Instagram und Twitter: @studio_komplex

    Anregungen, Wünsche, Kritik? DM oder studiokomplex@hr.de

    • 45 min
    Pinkwashing ist kein Problem

    Pinkwashing ist kein Problem

    Wir widmen uns in dieser Folge dem Pride Month. Also dem Monat Juni, in dem die LGBTQI+-Community ihre erkämpften Rechte feiert und auf alles aufmerksam macht, was noch getan werden muss in Sachen Gleichberechtigung. Aber nicht nur die.

    Der Pride-Month wird auch von Unternehmen gekapert. Diversity und Produkte mit Regenbogenflagge verkaufen sich super. Unangenehm wird‘s, wenn kein echter Support dahintersteht und das Ganze nur das Image der Firma aufpolieren soll – Pinkwashing wird diese Praxis genannt. „Schlimm, heuchlerisch und ekelhaft“, sagen Kritiker*innen. Wir stellen allerdings die These auf: Pinkwashing ist gar kein Problem. Es bringt viel mehr als dass es schadet.



    Darüber sprechen wir mit:

    Felicia Ewert, Autorin und Kolumnistin bei Missy Magazine

    Tanja Vogler, Psychologin und Geschlechterforscherin an der Universität Innsbruck

    Claudius Desanti, Chef einer Kommunikations-Agentur

    Jack Strify, Musiker und Influencer

    Gesine Palmer, Autorin und Theologin an der Katholischen Akademie in Berlin

    Michaela Haase, Marketing-Professorin an der FU Berlin

    Albert Kehrer, Diversity-Coach und im Vorstand der Prout at Work-Foundation

    Alicia Zett, Autorin, Youtuberin und Grafikerin

    Yes, das sind jede Menge Menschen. Und nicht alle finden unsere These klasse …



    Was euch noch interessieren könnte:

    Deutschlandfunk-Stück über die Stonewall-Proteste

    Tanja Voglers Buch über die queeren Aktivismus

    Candy Crash’s Rant gegen Pinkwashing

    Shon Faye über die Gefahren von Pinkwashing und Homonationalismus



    xoxo

    • 51 min
    Es gibt keinen Atheismus

    Es gibt keinen Atheismus

    Die Sünden der christlichen Kirchen passen so langsam auf keinen Beichtstuhl mehr. Mit Folgen: In Deutschland sind die Konfessionslosen auf dem besten Weg, die Christen anteilsmäßig einzuholen. Der Atheismus ist die Religion der Stunde. Atheist*innen würden sich zwar nie als religiös bezeichnen, doch wir stellen fest:

    Ein fester Glaube an die Nicht-Existenz Gottes und ein dogmatisches Ablehnen von allem nicht wissenschaftlich Belegbaren – das weist durchaus religiöse Züge auf. Wir alle glauben! Und uns allen tut ein wenig Demut gut. Atheismus und sein Hang zur Arroganz steht sich selbst im Weg – und kann für uns als Gesellschaft ein echtes Problem werden.



    Darüber sprechen wir mit:

    Lisz Hirn, Philosophin und Podcasterin von „Philosophieren mit Hirn“

    Andreas Urs Sommer, Philosophie-Professur an der Uni Freiburg

    Hannes Leitlein, Journalist und Theologe

    Detlef Pollack, Professor für Religionssoziologie an der Uni Münster

    Was euch noch interessieren könnte:

    Die Rede „This is Water“ von David Foster Wallace

    Lisz Hirns Artikel „10 Gründe, besser heute als morgen Atheist zu werden“

    Winfried Schröders Buch „Atheismus: Fünf Einwände und eine Frage“ (Revue)

    Herb Silverman: "Wie Atheisten ihren Ruf überwinden können, arrogant zu sein."



    Folgt uns bei Instagram und Twitter: @studio_komplex

    Anregungen, Wünsche, Kritik? DM oder studiokomplex@hr.de

    • 43 min
    Die Klimakrise ist ein Luxusproblem

    Die Klimakrise ist ein Luxusproblem

    Irgendwie lästig, dieser Klimawandel. Und immer wieder diese Proteste von Klimaaktivist*innen, die zuletzt den selbsternannten Klimakanzler Olaf Scholz beim Katholikentag gestört haben ... Dabei ist das Thema doch längst in der Mitte der (Parteien-)Gesellschaft angekommen. Und die Regierung hat sich das Ziel von maximal 1,5-Grad Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts ganz dick auf die Koalitionsfahnen geschrieben. Aber wir haben auch Inflation und Krieg in Europa - da sind Entlastungspakete mit Tankrabatt und Energiepreispauschale schneller geschnürt, als wir “1,5 Grad!” rufen können. Auch auf individueller Ebene haben wohl ziemlich viele Menschen nach all den Corona-Beschränkungen wieder so richtig Lust, um die Welt zu fliegen, wenn wir an das Flughafenchaos um die Pfingsttage zurückdenken. 

    Kann es deshalb sein, dass wir die Klimakrise immer noch nicht als ernstes Problem wahrnehmen? Ist es vielleicht eher etwas, das wir lösen wollen, wenn all die vermeintlich wichtigeren Probleme geklärt sind? Und das, obwohl den Ländern des sogenannten globalen Südens das Wasser schon lange bis zum Hals steht; sie überschwemmt werden oder Dürrekatastrophen die Menschen zur Flucht zwingen. 

    Die Klimakrise ist ein Luxusproblem, weil sie für uns im Westen eben wie kein echtes Problem erscheint. Das glauben wir bei Studio Komplex. Darum denken wir in dieser Folge aus einem anderen Blickwinkel über Klimawandel nach. Was für eine Rolle spielt Eurozentrismus? Wer bewegt eigentlich die Klimabewegung? Welche Lobby torpediert einen Wandel? 



    Darüber sprechen wir mit: 

    Imeh Ituen: Politikwissenschaft, insb. Globalisierung und Governance der Klimapolitik: Universität Hamburg

    Kira Vinke: Leiterin Zentrum für Klima und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

    Immo Fritsche: Sozialpsychologie | Universität Leipzig 

    Rico Grimm: Journalist bei Krautreporter

    Katja Diehl: She drives Mobility

    Elias Yusuf Ahmed: Antirassistischer Klimaaktivist aus Frankfurt 



    Was euch noch interessieren könnte: 

    Katja Diehls Buch Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt

    Susanne Götze und Annika Joeres' Buch Die Klimaschmutzlobby

    Ein Interview mit Imeh Ituen in der taz: Forscherin über Klimakrise und Rassismus: „Nicht alle sitzen im selben Boot“

    Ein Bericht zu Rassismuserfahrungen von BPoC in den Klimaverhandlungen: Racism and Climate (In)Justice

    Bettina Weigunys Buch Denn es ist unsere Zukunft

    Die BIPoC for Future Gruppe auf Twitter @BIPoCforFuture

    Folgt uns bei Instagram und Twitter: @studio_komplex 

    Anregungen, Wünsche, Kritik? DM oder studiokomplex@hr.de

    • 44 min
    Männer werden weiter töten

    Männer werden weiter töten

    Seit dem jüngsten 'mass shooting' an der Robb Elementary School in Texas diskutieren viele - zu Recht - die Waffengesetzgebung der USA.
    Wir aber nicht. Denn fast allen Tötungsdelikten weltweit liegt zugrunde, dass Männer die Täter sind.
    Was ist da los?

    Wir lernen in der Folge, was der Unterschied zwischen Mann-Sein und Männlichkeit ist. Wie Männern Männlichkeit antrainiert und Gefühle abtrainiert werden. Natürlich sprechen über mögliche biologische Ursachen. Lernen aber schnell: Weit kommen werden wir damit nicht.
    Stattdessen beschäftigen wir uns mit dem sozialen Konstrukt der Männlichkeit. Mit toxischer Männlichkeit und natürlich mit dem Patriarchat. Denn siehe da: Egal wie modern, progressiv und woke sich viele Bubbles fühlen - vom Ende des Patriarchats sind wir noch weit entfernt. Im Gegenteil. Es bäumt sich gerade nochmal so richtig auf. „Politische Männlichkeit“ ist der Fachbegriff und bedeutet: Da formt sich eine gewaltbereite Opposition zu Bewegungen wie Feminismus, Emanzipation und Gleichberechtigung.

    Wie kommen wir da raus? Erziehung hilft. Mehr Diversität in Machtstrukturen hilft. Aber das allein? Wohl kaum.
    Der Schlüssel liegt vielleicht in der Sprache. Der Sprache der Mächtigen…



    Darüber sprechen wir mit:

    Boris von Heesen

    Fabian Hart

    Michael Pauen

    Susanne Kaiser

    Nils Pickert



    Was euch noch interessieren könnte:

    Boris von Heesens Buch "Was Männer kosten"

    Fabian Harts Podcast "Zart bleiben"

    Susanne Kaisers Buch "Politische Männlichkeit"

    Nils Pickerts Buch "Prinzessinnenjungs"

    Ravna Marin Siever hat das Buch "Was wird es denn ein Kind" geschrieben.

    Veronika Kracht hat über Incels geschrieben.

    Rebeccy Endler über "Das Patriarchat der Dinge"

    Klaus Theweleit hat das Werk "Männerfantasien" herausgebracht, das im Kontext der Aufarbeitung des Nationalsozialismus entstand und als eines der ersten Werke der deutschen und internationalen Männerforschung gilt.

    Hier geht es zum Gender Glossar, eine Onlinezeitschrift, in der Wissen zu Geschlecht und Diversity aus intersektionaler Perspektive verarbeitet wird.

    Hanning Voigts könnt ihr auch auf Twitter folgen.



    Folgt uns bei Instagram und Twitter: @studio_komplex

    Anregungen, Wünsche, Kritik? DM oder studiokomplex@hr.de

    • 50 min
    Psychotherapie als Lifestyle?

    Psychotherapie als Lifestyle?

    Uns geht’s nicht so gut. Mehr als jeder vierte Deutsche ist jedes Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen. Die Nachfrage nach Psychotherapie ist gestiegen – doch das Angebot wurde schon länger nicht mehr angepasst. Woran liegt's? Gibt es einfach zu wenige Plätze? Oder legen wir uns – ganz vielleicht – auch ein bisschen zu schnell auf die Couch? Machen wir am Ende bloß Therapie, um besser zu performen? Ist Psychotherapie zum Lifestyle geworden? Dieser Frage gehen wir in dieser Folge STUDIO KOMPLEX nach.



    In dieser Folge geht es unter anderem um Depressionen und Suizidgedanken. Wenn du dich gerade emotional nicht stabil genug fühlst, um mit diesem Thema umzugehen, höre am besten nicht / nicht alleine weiter. Der Inhalt könnte dich belasten.

    Hilfe oder Unterstützung findest du bei der Hotline der Deutschen Depressionshilfe unter 0800 / 33 44 533, bei regionalen sozialpsychiatrischen Diensten, online www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe/soforthilfe oder als Nachtoption bei der Telefonseelsorge 0800 / 11 10 111.



    Darüber sprechen wir mit:

    Christian Peter Dogs 

    Lena

    Pia Kabitzsch

    Eva-Lotta Brakemeier

    Lea Richter



    Was euch noch interessieren könnte:

    Planet Wissen-Interview mit Christian Peter Dogs

    Christian Peter Dogs' Buch "Gefühle sind keine Krankheit"

    psychologeek mit Pia Kabitzsch

    ZDF Magazin Royale zu Kassensitzen

    rbb24: Wartezeiten für Psychotherapieplätze

    Krautreporter: Es gibt genug Psychotherapieplätze – Warum ist es so schwer, einen zu finden?



    Folgt uns bei Instagram und Twitter: @studio_komplex

    Anregungen, Wünsche, Kritik? — DM oder studiokomplex@hr.de

    • 45 min

Top Podcasts In Society & Culture

Apple TV+ / Pineapple Street Studios
Crooked Media
iHeartPodcasts
This American Life
New York Times Opinion
Pushkin Industries

You Might Also Like

Jule Lobo, Sascha Lobo & Podstars by OMR
ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht
Philip Banse & Ulf Buermeyer
Samira El Ouassil, Friedemann Karig
Micky Beisenherz & Studio Bummens
NDR MV