Glaubenswert.

Glaubenswert. Gespräche über einen ehrlichen und hoffnungsvollen Glauben mit Lukas Amstutz und Martin Benz vom Bildungszentrum Bienenberg. www.bienenberg.ch

  1. vor 1 Tag

    Meilensteine & Wendepunkte 5: Menschlichkeit - Erlösung heisst Menschwerdung

    Meilensteine & Wendepunkte 5: Menschlichkeit - Erlösung heisst Menschwerdung Was bedeutet es eigentlich, Mensch zu sein? Oft wird das «Menschsein» im christlichen Kontext mit Schwachheit, Fehlerhaftigkeit oder Sünde gleichgesetzt. In dieser Folge sprechen Lukas Amstutz und Martin Benz über einen zentralen Meilenstein im Denken und Glauben: die Wiederentdeckung der Menschlichkeit. Ausgelöst durch ein bewegendes Zitat der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer – «Wir mussten erst wieder Menschen werden» –, reflektieren sie über gegenwärtige Tendenzen der Entmenschlichung in Politik und Gesellschaft sowie über die theologische Tiefe der Menschwerdung Gottes. Warum Jesus sich vor allem «Menschensohn» nannte, weshalb Frömmigkeit niemals auf Kosten von Mitmenschlichkeit gelebt werden darf und warum Kirche eine «Schule der Menschlichkeit» sein sollte, erfährst du in diesem Gespräch. Wichtige Zitate: «Gott hat am Anfang nicht gesagt: ‚Lasst uns Gläubige machen‘, sondern: ‚Lasst uns Menschen machen.’» «Sünde ist nicht das Menschliche an uns, sondern das Unmenschliche. Im Menschsein spiegelt sich Gottes Charakter wider.» «Gott geht es nicht ums Christwerden, sondern ums Menschwerden. Christwerden ist nur der Weg dahin.» «Kirche darf nicht nur eine Schule des Göttlichen sein – sie muss eine Schule der Menschlichkeit werden.» Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

    Meilensteine & Wendepunkte 5: Menschlichkeit - Erlösung heisst Menschwerdung
  2. 8. Okt.

    Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot

    Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot Was bedeutet es eigentlich, «berufen» zu sein? Für viele Menschen – gerade im freikirchlich-christlichen Kontext – löst das Wort Berufung eher Stress, Versagensängste und immensen Druck aus als Freude. Es schwingt die Frage mit: Was ist der eine, grosse Plan Gottes für mein Leben, und was passiert, wenn ich ihn verfehle? In dieser Folge der Staffel Meilensteine & Wendepunkte teilt Lukas Amstutz, wie sich sein Verständnis von Berufung von einem quälenden Leistungsauftrag hin zu einem befreienden Beziehungsangebot gewandelt hat. Gemeinsam mit Martin Benz beleuchtet er, warum Nachfolge nichts mit Heldengeschichten zu tun hat, wieso die Trennung zwischen «geistlichen» und «weltlichen» Berufen überholt ist und wie die Zusage an Abraham – «Du wirst ein Segen sein» – auch heute jeden Alltag prägen kann. Die Kernpunkte der Folge: 1. Berufung als Stressfaktor der Jugend: In Jugendjahren war der Begriff oft mit Vollzeitdienst oder Missionseinsätzen verknüpft, was die ständige Sorge erzeugte, Gottes Willen zu verpassen. 2. Gott als rufendes Gegenüber: Die Einsicht, dass im Wort Berufung der Ruf steckt: Gott wünscht sich Beziehung und Kommunikation mit dem Menschen, statt bloss Aufgaben zu verteilen. 3. Die Berufenen Jesu Christi: Im Neuen Testament (besonders bei Paulus) werden alle Glaubenden als «Berufene» angeredet – Berufung ist kein Privileg für geistliche Helden. 4. Buchimpuls von Magnus Malm: Gott braucht keine Helden half Lukas Amstutz zu verstehen, dass Jesu Ruf schlicht lautet: «Kommt her, folgt mir nach!» 5. Geistlich vs. weltlich aufgelöst: Ein Beruf ist an sich weder weltlich noch geistlich; entscheidend ist die Haltung und die Art und Weise, wie man ihn lebt. 6. Kulturauftrag und Abrahams Berufung: Jeder Lebensort – ob Pfarramt, Handwerk, Lehre oder das Dasein als Mutter am Wickeltisch – ist ein Ort, an dem man Gottes Segen und Menschlichkeit in die Welt bringen kann. 7. Grundsätzliche vs. spezifische Berufung: Die grundlegende Berufung zur Nachfolge Jesu bleibt stabil, während sich spezifische Aufgaben, Berufsfelder und Rollen im Lauf des Lebens verändern dürfen. Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

    Meilensteine & Wendepunkte 4: Berufung zwischen Leistungsdruck und Beziehungsangebot
  3. 24. Sept.

    Meilensteine & Wendepunkte 3: Eros & Agape – Warum Gottes Liebe alles verändert

    Meilensteine & Wendepunkte 3: Eros & Agape – Warum Gottes Liebe alles verändert Müssen wir uns Gottes Liebe erst verdienen oder uns ihrer im Nachhinein würdig erweisen? In dieser Folge blicken Martin Benz und Lukas Amstutz auf einen entscheidenden theologischen und persönlichen Meilenstein zurück: Die Unterscheidung der verschiedenen Formen der Liebe im Griechischen – insbesondere zwischen Eros (der bedingten, auf Wert reagierenden Liebe) und Agape (der bedingungslosen, schenkenden Liebe Gottes). Martin erzählt, wie die Auseinandersetzung mit dem Werk «Eros und Agape» von Anders Nygren sein Gottesbild, sein Bibelverständnis und sein Glaubensleben radikal und nachhaltig verändert hat. Aus dem Inhalt: Drei Arten der Liebe im Griechischen: - Philia: Freundschaftliche Liebe - Eros: Sinnliche/affektive Liebe, die auf den Wert des Gegenübers reagiert («Ich liebe dich, weil du wertvoll/liebenswert bist») - Agape: Göttliche, bedingungslose Liebe, die nicht motiviert werden muss, sondern den Wert im Geliebten erst hervorbringt Die Eros-Falle im Glauben: Warum wir oft unbewusst meinen, in «Vorleistung» gehen zu müssen oder Gottes Gunst erwidern/verdienen zu müssen. Agape als Feindesliebe: Warum Gottes Liebe maximal und nicht steigerbar ist Persönliche & theologische Auswirkungen: - Was diese Erkenntnis für das Bibelverständnis und das Bild von Gottes Wesen bedeutet. - Persönliche emotionale Momente: Von prägenden Filmerlebnissen bis hin zur Geburt der eigenen Kinder als Abglanz bedingungsloser Liebe. - Wie Agape andere Liebesformen (Eros & Philia) heilt und heiligt, statt sie abzuwerten. Erwähnte Bücher & Bibelstellen - Buch: Anders Nygren – Eros und Agape Bibelstellen: - 1. Johannes 4,19: «Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.» - Römer 5,8: Christus starb für uns, als wir noch Sünder/Feinde waren. - Epheser 2,4–5: Aus reiner Gnade und reichem Erbarmen gerettet. - Lukas 6,27–36: Von der Feindesliebe und dem barmherzigen Vater (Feldrede). Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

    Meilensteine & Wendepunkte 3: Eros & Agape – Warum Gottes Liebe alles verändert
  4. 16. Juli

    Hoffnung in schwierigen Beziehungen 2: Drei Gewohnheiten für eine Kultur der Versöhnung - mit Dr. Marcus Weiand

    Hoffnung in schwierigen Beziehungen 2: Drei Gewohnheiten für eine Kultur der Versöhnung - mit Dr. Marcus Weiand Der Difference-Kurs In dieser Folge von „Glaubenswert” sind Martin Benz und Lukas Amstutz im Gespräch mit Marcus Weiand, Konfliktmediator, Dozent und Studienleiter am Bildungszentrum Bienenberg. Sie sprechen über hilfreiche Haltungen, wie sie im Difference-Kurs thematisiert werden. Difference ist ein kompakter, aus fünf Teilen bestehender Kurs, der von der Church of England entwickelt und vom Bienenberg in den deutschsprachigen Raum gebracht wurde. Der Kurs widmet sich einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie können wir konstruktiv mit Unterschieden, vielfältigen Meinungen und kulturellen Diversitäten umgehen, bevor diese in festgefahrene Konflikte eskalieren? Die Kernthemen der Folge: Konfliktmanagement vs. Konfliktransformation: Warum es oft nicht nur um das schnelle Lösen oder Verwalten von Problemen geht, sondern darum, die darunterliegenden Beziehungs- und Strukturmuster durch langsame Veränderungsprozesse und Reifung nachhaltig zu verwandeln. Das Konzept von „Difference“ (Unterschiede): Warum der Fokus des Kurses bewusst auf dem Umgang mit alltäglichen Unterschieden liegt und wie er helfen kann, Gräben in Gemeinden, Familien oder Teams zu überbrücken. Die 3 zentralen Gewohnheiten für schwierige Beziehungen: 1. Sei neugierig / interessiert (Be curious): Wie echtes Zuhören und das Anerdecken des Gegenübers als Mensch den Fokus vom „Rechthaben-Wollen“ zum Verstehen verschiebt. 2. Sei präsent (Be present): Warum es wichtig ist, mit ganzer Aufmerksamkeit, eigener Verletzlichkeit aber auch mit den eigenen klaren Standpunkten als echtes Gegenüber wahrnehmbar zu sein. 3. Stell dir Neues vor (Reimagine): Die kreative Suche nach Wegen und Möglichkeiten, die über das klassische Entweder-oder hinausgehen – verwurzelt im Hier und Jetzt, aber offen für Gottes transformatives Handeln. Aufbau des Kurses: Einblicke in das kostenlose Online-Material (Leitfaden und Teilnehmerhefte), das für Kleingruppen, Hauskreise oder Teams konzipiert ist und in fünf Einheiten à 1,5 Stunden durchgeführt werden kann. Webseite Difference Kurs: https://de.bienenberg.ch/difference Artikel zum Kurs: https://static1.squarespace.com/static/579b39792994ca23a79a9a08/t/686e53d7c5cf51622e4e14b6/1752060888796/Artikel+Difference+im+Bienenberg+Magazin+17+2025+Juni.pdf Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

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  5. 2. Juli

    Hoffnung in schwierigen Beziehungen F1: Versöhnung im Angesicht des Völkermords – Mit Dr. Christine Schliesser

    Hoffnung in schwierigen Beziehungen F1: Versöhnung im Angesicht des Völkermords Mit Dr. Christine Schliesser In dieser Folge von Glaubenswert sprechen Lukas Amstutz und Martin Benz mit Dr. Christine Schliesser über die tiefgehenden Themen Beziehungen, Versöhnung, Vergebung und die Bewältigung von Traumatisierungen. Sie ist Titularprofessorin für Systematische Theologie an der Universität Zürich und arbeitet für die Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn im Bereich Grundlagenarbeit Theologie. Zudem unterrichtet sie im CAS Konflikttransformation am Bildungszentrum Bienenberg. Christine Schliesser teilt in dieser Episode ihre bewegenden Erfahrungen und akademischen Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit in Ruanda – einem Land, das vor rund 30 Jahren einen schrecklichen Völkermord erlebte, heute jedoch als beeindruckendes Beispiel für gelingende Versöhnungsprozesse steht. Die Themen der Folge im Überblick: 1. Versöhnung vs. Vergebung: Wo liegt der Unterschied? Während Versöhnung immer ein Beziehungsbegriff ist, der beide Seiten braucht, kann Vergebung auch einseitig und als innerer, persönlicher Prozess stattfinden. 2. Die Rolle der Religion im Konflikt: Wie Religion sowohl als Brandbeschleuniger für Hass dienen kann, als auch unschätzbare Ressourcen für Frieden und Heilung bereithält. 3. Theologische und politische Verfehlungen: Ein kritischer Blick auf eine zu enge Staatsnähe der Kirchen und eine einseitige Theologie, die Gehorsam über Nächstenliebe und Verantwortung stellte. 4. Wege zur Heilung: Das historische Detmolder Bekenntnis von 1996 und wie handfeste, praktische Initiativen (wie das Projekt „Kühe für den Frieden“) dabei helfen, Traumata zu überwinden und Beziehungen Schritt für Schritt zu heilen. Ein inspirierendes Gespräch über die Frage, wie wir auch in den schwierigsten gesellschaftlichen und persönlichen Polarisierungen sprach- und handlungsfähig bleiben. Mehr über die Angebote des Bildungszentrums Bienenberg, Seminare und den CAS Konfliktransformation findest du unter: https://de.bienenberg.ch/cas-konfliktberatung Bekenntnis von Detmold: https://www.pv-lippe-detmold.de/media/kirchorte/St-Stephanus-Detmold-Hiddessen/Bekenntnis_von_Detmold_deutsch.pdf Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

    Hoffnung in schwierigen Beziehungen F1: Versöhnung im Angesicht des Völkermords – Mit Dr. Christine Schliesser
  6. 18. Juni

    Kirche und Macht F8: Macht, die ermächtigt

    Kirche und Macht F8: Macht, die ermächtigt Woran wir ungesunde Machtstrukturen erkennen In der achten Folge unserer Reihe „Kirche und Macht“ ziehen Lukas Amstutz und Martin Benz Bilanz. Sie bündeln die Erkenntnisse der vergangenen Episoden und gehen der Frage nach, wie ein gesunder Umgang mit Macht im kirchlichen Kontext gelingen kann – und wo die systemischen Fallen lauern. Ein zentraler Schwerpunkt dieser Folge ist das Phänomen der „Toxic Church“. Anhand von drei Thesen des Theologen Manuel Schmid beleuchten die beiden, woran man toxische Dynamiken und Gemeinden erkennt. - Misstrauen gegenüber den eigenen Gefühlen: Wenn die gesunde Intuition („Bauchschmerzen“ bei Entscheidungen) zugunsten einer vermeintlich höheren Wahrheit weggewischt wird. - Verdächtigung des Verstandes: Wenn kritisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnisse als „ungeistlich“ oder mangelnde Reife abgetan werden. - Bedingungsloser Gehorsam: Wenn von geistlichen Autoritäten ein kompromissloser Verzicht auf Widerspruch eingefordert wird. Haltungen und Strukturen für einen gesunden Umgang mit Macht Martin Benz teilt persönliche Einblicke aus seiner langjährigen Erfahrung als Gemeindeleiter und reflektiert eigene Fehler. Um Machtmissbrauch vorzubeugen, braucht es laut den beiden Podcastern eine Verknüpfung von Macht mit klaren, guten Haltungen und gesunden Systemen: - Geduld vs. Geschwindigkeit: Machtmissbrauch entsteht oft dort, wo unter Zeitdruck schnelle Ergebnisse erzielt werden sollen. Komplexe, partizipative Prozesse brauchen Zeit. Bescheidenheit statt Ehrgeiz: Wenn der zahlenmäßige Erfolg über die Barmherzigkeit gestellt wird, wächst die Rücksichtslosigkeit in der Leitung. - Selbstfürsorge der Leitenden: Überlastung, Stress und Einsamkeit machen anfällig für autoritäres Durchdrücken von Entscheidungen. Nur wer gut für sich sorgt (Körper und Geist), bleibt reflektiert und dialogfähig. - Strukturelle Gewaltenteilung: Das System muss so gebaut sein, dass es Feedback und Kritik zulässt, ohne dass Kritiker um ihren Ruf oder ihre Position fürchten müssen. Macht gehört geteilt – zum Beispiel in echten Teams statt bei Einzelpersonen. - Am Ende geht es um die Frage welche Auswirkungen die ausgeübte Macht immer auch auf die am wenigsten Privilegierten in unserer Gemeinschaft hat? Befähigt und ermächtigt unsere Macht die anderen, oder macht sie sie kleiner? Was denkst Du zu dieser Folge? Fragen und Anregungen? bildungszentrum@bienenberg.ch https://de.bienenberg.ch/medien/glaubenswert-podcast

    Kirche und Macht F8: Macht, die ermächtigt

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