Thema in Sachsen

Sächsische.de & LVZ.de

Worüber wird gerade am meisten diskutiert? Zu welcher Entscheidung oder zu welchen Ereignissen haben die Menschen im Freistaat Fragen? Der Podcast über Themen, die Sachsen bewegen. Das ist "Thema in Sachsen". Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe. Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist. Über das jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.

  1. 9. Okt.

    Gekommen wie aus dem Nichts: Was steckt hinter dem Rüstungs-Start-up Covenant in Leipzig?

    „Genau diese Marschflugkörper fehlen uns in ausreichender Menge“, sagt Jens Lehmann. Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete, der zugleich Mitglied im Verteidigungsausschuss ist, erklärt im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung, warum er die Ansiedlung des US-Rüstungsunternehmens Covenant für sinnvoll hält. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung beim Ausbau der deutschen und im erweiterten Sinne auch der europäischen Verteidigungsfähigkeit. Soweit so klar – und mit Blick auf die Ausstattung der Bundeswehr mit Distanzwaffen auch nachvollziehbar. Deutschland hat bis auf wenige Hundert Marschflugkörper vom Typ „Taurus“ kein wirklich großes Arsenal. „Es ist einfach wichtig, dass man die Fähigkeit hat, auch in die Tiefe wirken zu können, um abschreckungsfähig zu sein“, so Lehmann. Die jetzt bald massenhaft in Serie produzierten Raketen des US-Start-ups Covenant würden demnach eine Lücke schließen. Allerdings wirft die erst vor wenigen Wochen bekannt gewordene Ansiedlung Fragen auf. Die Firma existiert erst seit 2024, hat Anfang September ihre Leipzig-Pläne bekanntgegeben und schon am Montag dieser Woche das Werk im Norden der Stadt eröffnet. Ab 2027 soll dort der Marschflugkörper „Anthem“ produziert werden – zunächst 1000 Stück pro Jahr, später bis zu 5000. Das Tempo und die angepeilte Stückzahl sind enorm. Zum Vergleich: Die US-Rüstungsfirma Raytheon kann gegenwärtig pro Jahr nur rund 100 der bekannten Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ bauen. Was steckt also hinter dem Unternehmen, das anscheinend wie aus dem Nichts kommt und nun in Leipzig aufgetaucht ist? Wer sind die Geldgeber des milliardenschwer bewerteten Start-ups? Warum setzt Covenant ausgerechnet auf Sachsen? Und ist es sinnvoll, dass sich Deutschland und seine europäischen Verbündeten bei der Produktion einer strategisch so wichtigen Waffe auf eine noch sehr junge Firma aus den USA verlassen? Im Podcast durchleuchtet all diese Fragen und Hintergründe der Wirtschaftsreporter Florian Reinke. Er erzählt, dass hinter Covenant und den von dem Start-up bereits gesammelten 250 Millionen Euro Risikokapital nicht irgendwelche Investoren stehen, sondern auch Tech-Milliardäre aus dem Silicon Valley. Darunter: die Wagniskapitalfirma Andreessen Horowitz, deren Gründer aktiv den Wahlkampf Donald Trumps 2024 mit Millionen-Spenden unterstützt haben und der „Founders Fund“ des umstrittenen Milliardärs Peter Thiel. Im zweiten Teil des Podcasts geht es schließlich mit dem CDU-Politiker Jens Lehmann um die strategische Bedeutung der Ansiedlung, die wirtschaftlichen Effekte in der Region, aber auch um das Abhängigkeitsverhältnis der europäischen Verteidigungsstrategie von den USA – sowie um die teils lautstark bei Protesten vorgetragene Kritik, die es an Covenant in seiner Heimatstadt gibt.

    Gekommen wie aus dem Nichts: Was steckt hinter dem Rüstungs-Start-up Covenant in Leipzig?
  2. 29. Sept.

    Der Fall Luis M. in Leipzig und die Frage: Warum werden gut integrierte Menschen abgeschoben?

    Ralph Hack ringt um Worte. „Er hatte nicht mal die Möglichkeit, Sachen einzupacken“, sagt er am Tresen der Kaffeerösterei Ganos stehend. Und: „Ich bin ein bisschen entsetzt von unserem Rechtsstaat.“ Hack ist Chef des Kaffeehauses, das unweit der Thomaskirche liegt und als beliebter Treffpunkt in Leipzigs Zentrum gilt. Der Geschäftsmann erzählt Reportern von LVZ und SZ die Geschichte von Luis M., einem 23 Jahre alten Mann aus Venezuela. Dass sein Mitarbeiter mitten in der Nacht abgeholt und per Flugzeug abgeschoben wurde, macht Hack fassungslos. Er beschreibt Luis M., der vor zwei Jahren legal eingereist war, als verantwortungsbewusst im Job. Er spreche fließend Deutsch und habe sich ein intaktes soziales Umfeld aufgebaut. Was ihm bis zum 16. September gefehlt hat, also bis zum Tag seiner Abschiebung: ein gültiger Aufenthaltstitel. Der Fall sorgt inzwischen weit über den Betrieb und die Stadt Leipzig hinaus für Diskussionen. Auch deshalb, weil nahezu zeitgleich in Dresden ein ähnlich gelagerter Fall bekannt geworden ist: Dort droht einer jungen Tunesierin die Abschiebung, obwohl sie kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung steht und ebenfalls als bestens integriert gilt. Beide Fälle führen zu grundsätzlichen Fragen: Was ist gelungene Integration wert, wenn daraus keine verlässliche Bleibeperspektive entsteht? Und wie passt eine solche Abschiebepraxis dazu, dass Deutschland – und insbesondere Sachsen – dringend Arbeits- und Fachkräfte braucht? Darum geht es in der neuen Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Zu Gast sind Investigativreporter Josa Mania-Schlegel, der zum Fall Luis M. recherchiert hat, und Sylvia Pfefferkorn vom Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“, die einordnet, wieso sich insbesondere Sachsen eine solche Abschiebepraxis eigentlich nicht leisten kann.

    Der Fall Luis M. in Leipzig und die Frage: Warum werden gut integrierte Menschen abgeschoben?
  3. 25. Sept.

    Sonderfolge: Talk mit Christian Friedel über die Kluft in der Gesellschaft und die Kraft der Kunst

    Schauspieler, Musiker, Regisseur – ein gefeierter Star. Christian Friedel ist bekannt aus internationalen Produktionen wie „The Zone of Interest“ oder „The White Lotus“ sowie aus der Serie „Babylon Berlin“. Er arbeitet an Sets auf der ganzen Welt. Gleichzeitig ist der gebürtige Magdeburger seit vielen Jahren eng mit Dresden und dem Staatsschauspiel verbunden. Bei der Veranstaltungsreihe „SZ trifft“ war Friedel nun im Dresdner Schauspielhaus zu Gast. Der Ansturm auf Tickets für die Veranstaltung war enorm. Fast 1000 Anfragen hat es gegeben, der große Theatersaal war problemlos gefüllt. Im Gespräch mit SZ-Kulturchef Oliver Reinhardt spricht Friedel über seine Karriere zwischen Film, Theater und Musik, seine Leidenschaft für William Shakespeare und darüber, warum ihm die Arbeit auf der Bühne trotz internationaler Filmproduktionen besonders wichtig bleibt. Das Gespräch, das unterhaltsam, witzig und feinsinnig ist, führt auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Friedel erzählt, warum er sich heute in der Öffentlichkeit deutlicher positioniert als noch vor einigen Jahren. „Ich will den Leuten nicht erklären, was sie zu tun haben. Das ist nicht meine Aufgabe“, sagt er. Dennoch beschäftige ihn die zunehmende Angst und Spaltung in der Gesellschaft. Auch über die AfD, Gespräche mit Menschen in seinem eigenen Umfeld, die die Partei wählen, und die Bedeutung einer freien Kunst spricht Friedel ausführlich. In dieser besonderen Ausgabe von „Thema in Sachsen“, dem Podcast von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung, hören Sie den Mitschnitt des Abends im Dresdner Schauspielhaus. Die Veranstaltung wurde am 17. September aufgezeichnet.

    Sonderfolge: Talk mit Christian Friedel über die Kluft in der Gesellschaft und die Kraft der Kunst
  4. 11. Sept.

    Kretschmer nach CDU-Desaster in Sachsen-Anhalt: "Fühle mich auf dramatische Weise bestätigt"

    „Wir sind im Wirtschaftskrieg mit Amerika, mit China. Wir haben Russland - und wir stehen da wie so ein Boxer in der Ecke, der ständig verprügelt wird. Das geht doch nicht. Wir müssen uns doch da raus bewegen.“ Das sagt Michael Kretschmer (CDU) im exklusiven Interview in dieser Folge „Thema in Sachsen“, der 100. dieses Podcasts. Die Aussage zeigt deutlich: Wenn man das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom vergangenen Sonntag analysieren, bewerten und verstehen will, findet man die Antworten auf viele Fragen vor allem nicht in diesem Bundesland. Schnell führt der Blick nach Berlin, zur Bundesregierung, zu Friedrich Merz und zu der Frage, ob die Union nach dem Erfolg der AfD und dem Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt ihren politischen Kurs verändern muss. Kretschmer wird auch konkret auf den Kanzler angesprochen, dessen Stellvertreter er im Bundesvorstand der CDU ist. Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Gespräch auch auf die geplante Ansiedlung eines Rüstungsunternehmens bei Leipzig. Dort sollen künftig Marschflugkörper gebaut werden, die eine große Reichweite haben. Kretschmer sieht darin eine Chance für Sachsen. "Die Bayern, die hauen sich jeden Tag auf die Schenkel und sagen: 'Wir machen das, das sind tarifgebundene Arbeitsplätze'", erklärt Kretschmer. Gleichzeitig bekräftigt er allerdings seine Position, die er schon seit Beginn des Krieges Russlands in der Ukraine hat: Deutschland dürfe nicht Kriegspartei werden, sagt Kretschmer - und fügt hinzu: „Ich würde sagen, wir sind es längst.“ Im Gespräch geht es außerdem um den Umgang mit der AfD und wieso ein Weiterführen der Debatte über eine „Brandmauer“ der Partei nur dabei helfe, sie immer wieder in eine Märtyrerrolle zu bringen.

    Kretschmer nach CDU-Desaster in Sachsen-Anhalt: "Fühle mich auf dramatische Weise bestätigt"
  5. 10. Sept.

    Sachsen-Anhalt nach der Wahl: Triumph, Entsetzen und die Suche nach einer Mehrheit

    Sachsen-Anhalt bewegt sich seit der Landtagswahl vor wenigen Tagen „zwischen Triumph und Tränen“. Dieses Spannungsfeld macht unsere Landeskorrespondentin Vera Wolfskämpf in der aktuellen Podcast-Folge von „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung auf. Der Grund für ihre Beschreibung ist das ungewöhnliche Wahlergebnis: Die AfD wurde mit großem Abstand stärkste Kraft und hängte nicht nur die dauerregierende CDU von Ministerpräsident Sven Schulze ab, sondern schaffte fast so viele Stimmen wie alle künftig im Magdeburger Landtag vertretenen Parteien zusammen. Laut vorläufigem Ergebnis reicht es mit 43,8 Prozent allerdings nicht für das selbst gesteckte Ziel, allein zu regieren. Die gesichert rechtsextreme Landes-AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund muss sich Mehrheiten organisieren. Unsere Korrespondentin Wolfskämpf spricht von einer „unruhigen Anspannung“, die zu spüren sei. Für die AfD beginne nun der „erste Test für Realpolitik“. Die Partei müsse zeigen, ob sie Mehrheiten organisieren kann und bereit für Kompromisse ist. Welche Optionen hat die AfD jetzt? Könnte sich Siegmund mit Stimmen überlaufender Abgeordneter anderer Parteien zum Ministerpräsidenten wählen lassen? Welche Rolle spielt das BSW? Und wie geht es für die CDU weiter, nachdem sich ihr Ergebnis mehr als halbiert hat? Wolfskämpf beantwortet im Podcast die wichtigsten Fragen. Was die Wahl mit den Menschen in Sachsen-Anhalt macht, haben die Reporter Josa Mania-Schlegel und Valentin Dreher beobachtet. Beide waren nach in dieser Woche in Halle und Zeitz unterwegs. Sie haben mit Unterstützern und Gegnern der AfD gesprochen. Im Podcast erzählen sie von ihren Begegnungen. Zu hören sind dabei auch Sequenzen aus Gesprächen. Außerdem zu hören: Eine Einschätzung des Dresdner Politikwissenschaftlers Janek Treiber. Er ordnet ein, welche Folgen das Ergebnis im Nachbarland für die Landespolitik in Sachsen hat. Was lässt sich von dieser Wahl ableiten - auch mit Blick auf die planmäßig im Jahr 2029 in Sachsen anstehende nächste Landtagswahl?

    Sachsen-Anhalt nach der Wahl: Triumph, Entsetzen und die Suche nach einer Mehrheit
  6. 28. Aug.

    Sonderfolge: Warum ist das Verhältnis von Ost und West immer noch ein Reizthema?

    Warum ist das Verhältnis zwischen Ost und West auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung ein Reizthema? Und welche Folgen hat das mit Blick auf bevorstehende Landtagswahlen in zwei Ost-Bundesländern - für den politischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Bundesrepublik? Darüber haben im Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ vier Gäste diskutiert, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen: Autorin und Dokumentarfilmerin Grit Lemke, die Journalistin und Autorin Mareike Reimann, der Soziologe Raj Kollmorgen und Literaturwissenschaftler sowie Autor Dirk Oschmann. Moderiert wurde die Diskussion von LVZ- und SZ-Reporterin Antonie Rietzschel. Die Veranstaltung wurde live per Videostream übertragen - und gibt es jetzt noch einmal zum Nachhören als Sonderfolge im Podcast „Thema in Sachsen“. Grit Lemke sieht vor allem die Abwanderung als zentrales Problem vieler Regionen. Menschen, die sich engagieren oder politisch anders entscheiden könnten, seien vielfach weggezogen. Ihre Konsequenz: Ohne Zuzug werde sich daran wenig ändern. Mareike Reimann fordert einen anderen Blick auf Ostdeutschland. Statt den Osten vor allem über AfD-Wahlergebnisse zu erzählen, müsse stärker über strukturelle Unterschiede und über zivilgesellschaftliches Engagement gesprochen werden. Und: Sie attestiert Bundeskanzler Friedrich Merz einen einenden Charakter. Dieser sei als Westdeutscher genauso unbeliebt im Osten wie im Westen. „Das muss man erstmal schaffen.“ Raj Kollmorgen warnt vor einfachen Erklärungen. Die DDR-Erfahrung spiele noch eine Rolle, entscheidender seien heute aber die Folgen der Transformation und fortbestehende Ungleichheiten zwischen Ost und West. Viele aktuelle Probleme seien zudem längst gesamtdeutsche. Dirk Oschmann widerspricht der These, die Stärke des Rechtspopulismus lasse sich vor allem mit der DDR-Sozialisation erklären. Für ihn sind soziale, demografische und strukturelle Ursachen entscheidend. Die emotionale wie reale Benachteiligung von Ostdeutschen nach der Wende sei bis heute nicht überwunden. Die Debatte hören Sie in dieser Sonderfolge von „Thema in Sachsen“. Das Format „Ostdeutschland – zum Mitreden“ ist ein Debattenraum der Ost-Zeitungshäuser im RedaktionsNetzwerk Deutschland. Dazu gehören die Leipziger Volkszeitung, die Sächsische Zeitung, die Ostseezeitung und die Märkische Allgemeine.

    Sonderfolge: Warum ist das Verhältnis von Ost und West immer noch ein Reizthema?
  7. 25. Aug.

    Nach Fund von weiterer Drohne bei Leipzig/Halle: „Es deutet alles in Richtung Russland“

    Der Fund einer weiteren wohl mit Sprengstoff beladenen Drohne im sachsen-anhaltischen Kabelsketal unweit des Flughafens Leipzig/Halle wirft neue Fragen zum Ausmaß des Anschlagsversuchs vor drei Wochen auf. Das Fluggerät soll rund 50 Gramm des Sprengstoffs Hexogen transportiert haben. „Das bestätigt die Auffassung, die einige schon hatten, ich ehrlich gesagt auch, dass es sich um eine professionelle Anschlagsplanung gehandelt hat“, sagt Sicherheitsexperte Nico Lange im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung. Nicht nur mehrere Drohnen, sondern auch ein System aus Antennen und Relais deuteten darauf hin. Dass nun offenbar Hexogen an einer weiteren Drohne gefunden worden sei, zeige: „Es war ein größerer Anschlag geplant, der nur durch Glück nicht zu einer Katastrophe geworden ist.“ Nico Lange, Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, erkennt anhand des professionellen Vorgehens ein Muster, das stark an die militärische Drohnennutzung im Krieg in der Ukraine erinnere. „Etwas in diesem Umfang können wirklich nur wenige professionelle Akteure. Es das deutet alles in die Richtung Russland“, sagt er. Den neuerlichen Drohnenfund nimmt Lange zum Anlass für Kritik an den deutschen Sicherheitsbehörden. Dass diese „durch Rätsel raten und suchen“ jetzt klären müssten, wie viele Drohnen beteiligt waren und wo sie gestarteten oder gelandet seien, sei bedauerlich. „Im Jahr 2026 müsste man eigentlich längst dazu in der Lage sein.“ Der Podcast und das Gespräch mit Nico Lange geht auch der Frage nach, wie anfällig Deutschland für hybride Angriffe ist und wieso es der Politik mitunter schwerfällt, einen klaren Verdächtigen zu nennen. Stattdessen ist, so wie im Fall Leipzig, meist von „fremden Mächten“ die Rede. Lange erklärt, warum er diese Zurückhaltung für falsch hält. Außerdem geht es in dem Gespräch um die Frage, inwiefern Einflusskampagnen Teil von hybrider Kriegsführung sind – und gerade in Ostdeutschland wegen der besonderen historischen Verbindung der früheren DDR zu Russland möglicherweise mehr verfangen könnten. Lange warnt davor, von einem einheitlichen Russlandbild im Osten zu sprechen und berichtet von seinen Erlebnissen bei Veranstaltungen in Ostdeutschland. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sowas wie eine geschlossene Ostidentität gibt.“ Jede Region habe eigene Standpunkte. „Ich hatte den Eindruck, da haben Leute auch untereinander gestritten. Da waren Leute voneinander genervt, weil sie sehr unterschiedliche Auffassungen hatten.“ Gleichzeitig warnt Lange aber vor den Mitteln, die Russland einsetze bei Einflussoperationen und für Propaganda. Ein wichtiges Muster sei dabei die Täter-Opfer-Umkehr: Der Angriff auf die Ukraine werde als vermeintliche Verteidigung dargestellt, der Westen oder die Nato als eigentliche Verursacher des Konflikts. Russland profitiere davon, „dass da viele mitmachen und diese Narrative immer wiederholen“. Das Gespräch mit Nico Lange über den Drohnen-Vorfall in Leipzig, den Schutz kritischer Infrastruktur und zur Frage, warum technisches Aufrüsten im Kampf gegen hybride Bedrohungen allein nicht reicht, gibt es jetzt im Podcast „Thema in Sachsen“.

    Nach Fund von weiterer Drohne bei Leipzig/Halle: „Es deutet alles in Richtung Russland“

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Worüber wird gerade am meisten diskutiert? Zu welcher Entscheidung oder zu welchen Ereignissen haben die Menschen im Freistaat Fragen? Der Podcast über Themen, die Sachsen bewegen. Das ist "Thema in Sachsen". Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe. Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist. Über das jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.

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