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Psycho-Vision

Fortbildungen für Psychotherapeuten - wir reden darüber! Jeden Donnerstag eine neue Folge mit News aus der Forschung und Psychotherapie.

  1. Die Kehrseite der Couch: Wenn Psychotherapie Nebenwirkungen hat

    5. FEB.

    Die Kehrseite der Couch: Wenn Psychotherapie Nebenwirkungen hat

    Jede wirksame Behandlung birgt Risiken – das gilt für die Chirurgie ebenso wie für die Psychotherapie. In dieser Folge beleuchten wir ein Thema, das in der Forschung lange Zeit vernachlässigt wurde: die unerwünschten Wirkungen der „Sprechtherapie“. Basierend auf aktuellen Analysen des Universitätsklinikums Jena diskutieren wir, warum das ethische Grundprinzip „nil nocere“ (nicht schaden) in der psychotherapeutischen Praxis eine zentrale Rolle spielen muss. Studien zeigen, dass bei mehr als jeder zehnten Therapie Nebenwirkungen auftreten. Wir untersuchen, was das für Patienten bedeutet und warum eine transparente Aufklärung über Risiken die Autonomie stärkt und die Abbruchraten senken kann. Themen dieser Folge: • Das Spektrum der Nebenwirkungen: Von der Verschlechterung sozialer Beziehungen und beruflichen Problemen bis hin zu neuen Symptomen oder schweren psychischen Krisen. • Die Frage der Ursache: Wie unterscheidet man zwischen notwendigen therapeutischen Belastungen, wie der Konfrontation mit Ängsten, und tatsächlichen Behandlungsfehlern? • Impulse für die Praxis: Warum Therapeuten bereits in der Ausbildung für negative Effekte sensibilisiert werden sollten und wie Berichtssysteme zur Qualitätssicherung beitragen können. Ein fundierter Einblick in die psychotherapeutische Forschung, der zeigt, dass Transparenz und eine offene Fehlerkultur die Basis für eine vertrauensvolle Behandlung bilden. Quelle: Rosendahl, J., Klatte, R., Frenzl, D. et al. Contextualizing the negative effects of psychotherapy. Nat Rev Psychol 4, 559–575 (2025).

    14 Min.
  2. Zwischen Rezept und Resonanz: Warum Medikamente mehr als nur Chemie sind

    22. JAN.

    Zwischen Rezept und Resonanz: Warum Medikamente mehr als nur Chemie sind

    In dieser Folge werfen wir einen tiefen Blick hinter die Kulissen der modernen Psychiatrie und beleuchten das oft unterschätzte Zusammenspiel von Psychotherapie und medikamentöser Behandlung. Wir gehen der Frage nach, warum eine Tablette weit mehr ist als die Summe ihrer chemischen Wirkstoffe und welche unbewussten Botschaften bei der Verschreibung mitschwingen. Erfahren Sie, warum die Gabe eines Medikaments als ein „Handlungsdialog“ zwischen Arzt und Patient verstanden werden kann. Wir besprechen spannende theoretische Konzepte wie die Resomatisierung und das Medikament als Übergangsobjekt, das – ähnlich wie ein Anker – Sicherheit in der therapeutischen Beziehung geben kann. Die Highlights der Folge: • Der unbewusste Dialog: Wie Erwartungen, Ängste und Hoffnungen die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. • Herausforderungen in der Kommunikation: Warum es bei Erkrankungen wie der Schizophrenie zu Missverständnissen zwischen Arzt und Patient kommen kann und wie Symbole dabei eine Rolle spielen. • Nähe und Distanz: Wie die Besprechung einer Dosierung zum Schauplatz für den inneren Konflikt zwischen Bindung und Autonomie wird. • Ganzheitliche Heilung: Warum eine erfolgreiche Therapie den Patienten in seiner gesamten Lebenswelt abholen muss, statt nur Symptome zu bekämpfen. Diese Episode ist eine Einladung an Fachleute und Interessierte, die medikamentöse Therapie nicht als bloße Routine, sondern als wertvolle Chance für Beziehungsarbeit und tieferes Verständnis zu begreifen.--------------------------------------------------------------------------------Ein hilfreiches Bild zum Abschluss: Man kann sich die medikamentöse Behandlung in der Psychotherapie wie ein Geländer an einer steilen Treppe vorstellen. Das Geländer (das Medikament) gibt den nötigen Halt und die Sicherheit, damit der Patient die Kraft findet, die Stufen der Selbsterkenntnis und Veränderung (die Psychotherapie) überhaupt erst aus eigener Kraft zu erklimmen. Das Ziel ist nicht das Festhalten am Geländer, sondern das sichere Erreichen der nächsten Etage.Quelle: Löffler-Stastka, H., Zigic, N., & Bauer, M. (2022). Psychotherapie und medikamentöse Behandlung. psychopraxis. neuropraxis. https://doi.org/10.1007/s00739-022-00873-x

    16 Min.
  3. Die digitale Couch: Wie wirksam ist Online-Therapie bei Depressionen?

    15. JAN.

    Die digitale Couch: Wie wirksam ist Online-Therapie bei Depressionen?

    Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit, doch die Realität ist ernüchternd: Nur ein Bruchteil der Betroffenen erhält tatsächlich eine angemessene Behandlung. Lange Wartezeiten, die Angst vor Stigmatisierung oder geografische Hürden verhindern oft den Weg in eine klassische Praxis. In dieser Folge untersuchen wir, wie internetbasierte psychologische Behandlungen diese Lücke schließen können. Wir beleuchten die verschiedenen Gesichter der digitalen Hilfe: von rein computergestützten Selbsthilfeprogrammen bis hin zur geleiteten Online-Therapie, bei der Therapeuten per E-Mail oder Chat zur Seite stehen. Dabei gehen wir der spannenden Frage nach, ob eine Behandlung aus der Ferne tatsächlich so wirksam sein kann wie das klassische Gespräch unter vier Augen. Die aktuelle Studienlage liefert hier überraschende Ergebnisse und zeigt, dass die digitale Form der Therapie insbesondere dann überzeugt, wenn sie eine menschliche Komponente behält. Zudem erfahren Sie, wie diese Programme nicht nur in der akuten Krise helfen, sondern auch erfolgreich in der Prävention und Rückfallprophylaxe eingesetzt werden. Wir diskutieren die Vorteile der zeitlichen Flexibilität und Anonymität, ohne dabei die Herausforderungen wie Datenschutz und Krisenmanagement aus den Augen zu verlieren. Eine unverzichtbare Folge für alle, die wissen wollen, wie die Digitalisierung die psychologische Versorgung von morgen prägt.--------------------------------------------------------------------Man kann sich internetbasierte Therapie wie ein modernes Navigationssystem vorstellen: Während ein einfaches Selbsthilfeprogramm wie eine statische Straßenkarte funktioniert, bei der man den Weg allein finden muss, wirkt die geleitete Online-Therapie wie ein interaktives GPS. Es gibt die Route vor, bietet aber durch den Therapeuten immer wieder wertvolle Hinweise und Kurskorrekturen in Echtzeit, damit man sicher ans Ziel gelangt.Quelle: Klein, J. P. & Berger, T. (2013). Internetbasierte psychologische Behandlung bei Depressionen. Verhaltenstherapie, 23, 149–159

    19 Min.
2,3
von 5
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Fortbildungen für Psychotherapeuten - wir reden darüber! Jeden Donnerstag eine neue Folge mit News aus der Forschung und Psychotherapie.

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