Forum

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Im «Forum» diskutieren Fachleute mit Hörerinnen und Hörern aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport. Das «Forum» ist live. Der Einbezug von Hörerinnen und Hörern ist das Markenzeichen der Sendung «Forum». Sie beteiligen sich per Telefon an der Live-Diskussion.

  1. 15h ago

    Die Schweiz und ihre Waffen: Braucht es neue Regeln?

    Nach der tragischen Amoktat in Aarau Ende August 2026, wird wieder vermehrt über das Schweizer Waffenrecht debattiert. Die einen fordern schärfere Waffengesetze und ein nationales Waffenregister. Die anderen wehren sich vehement und wollen in der Prävention ansetzen. Die Amoktat in der Nacht auf den 30. August 2026 bei einem Rave in Aarau, bei der eine 22-jährige Frau durch Schüsse aus einer ehemals legal erworbenen Kalaschnikow getötet und weitere Personen verletzt wurden, hat die politische Diskussion um das Waffengesetz neu entfacht. Die aktuelle Rechtslage in der Schweiz Das Schweizer Waffenrecht ist im europäischen Vergleich liberal, wurde jedoch 2019 durch die Übernahme der EU-Waffenrichtlinie verschärft. Seither sind halbautomatische Waffen mit grossen Magazinen (mehr als 10 Schuss bei Gewehren) verboten. Sie können nur mit einer kantonalen Ausnahmebewilligung erworben werden, etwa für Sportschützen oder Sammler. Für Waffen, die vor 2019 legal gekauft wurden, gilt die Besitzstandswahrung – sie mussten lediglich nachregistriert werden. Ein nationales Waffenregister existiert in der Schweiz bis heute nicht. Die Register werden kantonal geführt. Forderungen der Befürworter Linke Politikerinnen und Politiker fordern nach der Tat weitreichende Massnahmen. Dazu gehören ein generelles Verbot und der Einzug aller halbautomatischen Waffen in Privathaushalten sowie die Schaffung eines zentralen, nationalen Waffenregisters. Sie argumentieren, das Risiko für Amokläufe, Femizide und Suizide sinke nachweislich, wenn die Verfügbarkeit von Schusswaffen im Alltag reduziert wird. Argumente der Gegner Demgegenüber wehren sich bürgerliche Kreise gegen neue Verbote. Sie argumentieren, dass eine Verschärfung die grosse Mehrheit der verantwortungsvollen Sportschützen und Jäger unter Generalverdacht stelle und die Schweizer Schützentradition bedrohe. Das bestehende Gesetz reiche bei konsequentem Vollzug völlig aus. Ein Nationales Waffenregister wäre zudem mit einem massiven Bürokratieaufwand verbunden. Braucht die Schweiz neue Regeln für Waffen? Darüber diskutieren am Donnerstag, 17. September, von 10 bis 11 Uhr im «Forum» auf Radio und Fernsehen SRF 1 folgende Gäste: · Pia Engler, Kantonsrätin SP Luzern. · Fabian Schütz, Grossrat SVP Aargau

  2. Jun 25

    Hitzewellen: Tun die Behörden genug dagegen?

    Seit Tagen steigen die Temperaturen auf über 30 Grad. Das macht viele Städte zu Hitzeinseln. Asphaltierte Flächen und fehlende Bäume werden zum Problem. Müssten Städte mehr Massnahmen ergreifen, um die Hitze erträglicher zu machen? Der Bundesplatz in Bern, der Meret Oppenheim-Platz in Basel oder die Europaallee in Zürich: Auf vielen Plätzen und Strassen ist es momentan ohne Schatten nur schwer auszuhalten. Auffällig ist, dass auch Orte betroffen sind, die erst vor wenigen Jahren neu gebaut oder umgestaltet wurden. Städtische Hitzeinseln Besonders betroffen von der Hitze sind Städte und grosse Agglomerationsgemeinden – sie sind dichter bebaut und haben im Zentrum meist wenig Grünflächen. Gegen die Hitze wirken verschiedene Massnahmen. Ein Lösungsansatz ist die sogenannte Schwammstadt. Das Ziel dabei ist, dass möglichst viel Regenwasser im Boden versickern kann, anstatt dass es in der Kanalisation abgeführt wird. Dafür ist es nötig, asphaltierte Flächen zu entsiegeln. Debatte im «Forum» Tun die Behörden der Schweizer Städte genug für die Anpassung an die Hitze? Diese Frage diskutieren am Donnerstag, 25. Juni, von 10 bis 11 Uhr in der Sendung «Forum» die folgenden Gäste: • Bettina Walch, Projektleiterin «Asphaltknackerinnen». Das Programm unterstützt private Hausbesitzer beim Entsiegeln von Asphaltflächen. • Lena Frank, Präsidentin der energie- und klimapolitischen Kommission des Schweizerischen Städteverbands

  3. Jun 18

    Braucht es Massnahmen gegen die Babyflaute?

    In der Schweiz werden immer weniger Kinder geboren. Jetzt werden auf politischer Ebene bessere Rahmenbedingungen für Familien gefordert. Welche Massnahmen es braucht, und welche etwas nützen, ist umstritten. Obwohl die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung einen Kinderwunsch hat, ist die Geburtenrate auf einem historischen Tiefstand: Frauen bekommen im Schnitt nur noch 1,29 Kinder – deutlich weniger als die 2,1, die es - ohne Zuwanderung - für eine stabile Bevölkerung bräuchte. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Hohe Kosten für Wohnen, Kinderbetreuung und Lebenshaltung machen die Familienplanung oft zur finanziellen Herausforderung. Auch das durchschnittliche Alter bei der ersten Geburt steigt – heute liegt es bei über 31 Jahren. Wer später Kinder bekommt, hat insgesamt weniger Zeit für weitere. Gleichzeitig bleibt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwierig, trotz Fortschritten bei Teilzeit und Betreuung. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen. Immer mehr Menschen verschieben Kinder zugunsten von Ausbildung und Karriere. Der Anteil der Personen, die sich bewusst gegen Nachwuchs entscheiden, ist innert 10 Jahren von 6 auf 17 Prozent gestiegen. Muss der Staat reagieren? Ja, sagt der Berner EVP-Nationalrat Marc Jost. Er hat eine entsprechende Motion eingereicht. Mit dem nationalen Aktionsplan «Futura Sicura» sollen familien- und kinderfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Geburtenrate zu steigern. Diskutiert werden Massnahmen wie günstigere Kinderbetreuung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder finanzielle Anreize. Pro/Contra Für Massnahmen spricht, dass die Folgen einer tiefen Geburtenrate langfristig spürbar sind: Die Bevölkerung altert, und das Renten- und Sozialsystem gerät unter Druck. Die Strategie, dieses Defizit durch Zuwanderung auszugleichen, führt zu gesellschaftlichen und politischen Spannungen. Gegnerinnen und Gegner finden, dass sich der Staat nicht direkt in die Familienplanung einmischen soll. Gute Rahmenbedingungen für Familien seinen wichtig, aber dafür seien Kantone und Gemeinden verantwortlich. Massnahmen wie bezahlbare Kita-Plätze, Steuererleichterungen für Familien etc., würden die Staatskasse zu fest belasten. Zudem zeigen Studien und Erfahrungen aus dem Ausland, dass solche Instrumente meist nur einen begrenzten Effekt haben. Welche Massnahmen kommen in Frage um die Geburtenrate zu steigern und hätten sie die gewünschte Wirkung? Und soll sich der Staat überhaupt in die Familienplanung einmischen? Darüber diskutieren im Forum: · Ja zu staatlichen Massnahmen: Marc Jost, Nationalrat EVP/BE · Nein zu staatlichen Massnahmen: Sarah Fuchs, Kantonsrätin FDP/ZH · Hendrik Budliger, Demografie-Experte Die Sendung wird auch Live im Fernsehen auf SRF 1 übertragen.

  4. Jun 11

    WM 2026: Fussballfest oder Grund zum Abschalten?

    Wenn der Ball rollt, wollen viele nur Fussball. Doch diese WM kommt mit schwerem Gepäck. Einreiseverbote, ICE, Menschenrechtskritik und eine FIFA unter Druck. Kann man einfach einschalten oder schaut man über zu viel hinweg? Am Donnerstag startet die grösste Fussball-WM der Geschichte. 48 Teams spielen in den USA, Kanada und Mexiko um den Titel. Für viele ist das ein Fussballfest. Für andere beginnt mit dem ersten Anpfiff auch eine Debatte über Menschenrechte, Macht und Verantwortung. Im Zentrum steht vor allem die Lage in den USA unter Donald Trump. Diskutiert wird über Einreiseverbote, harte Migrationspolitik, ICE, die US-Einwanderungsbehörde, Protestfreiheit und die Sicherheit von Fans, Spielern, Delegationen und Medienschaffenden. Amnesty International Schweiz warnt vor gravierenden Menschenrechtsrisiken und kritisiert auch die FIFA. Der Weltverband verspreche ein Turnier für alle, blende aber zu viele politische und menschenrechtliche Fragen aus. Damit stellt sich auch die Frage, ob man diese WM boykottieren sollte. Für Walter De Gregorio ist das der falsche Weg. Der frühere FIFA-Kommunikationschef sagt, solange Politik und Wirtschaft weiter mit den Gastgeberländern verhandeln und Geschäfte machen, sei es doppelmoralisch, ausgerechnet vom Sport den Bruch zu verlangen. Kann man diese WM einfach geniessen? Oder wird Zuschauen, Einschalten und Mitfiebern diesmal selbst zu einer politischen Entscheidung? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern. - Walter De Gregorio, sportpolitischer Berater und ehemaliger FIFA-Kommunikationschef. - Lisa Salza, Verantwortliche für Sport und Menschenrechte bei Amnesty Schweiz.

  5. Jun 4

    Braucht es mehr Sonntagsverkäufe in der Schweiz?

    Sollen in der Schweiz neu zwölf statt nur vier Sonntagsverkäufe möglich sein? Hilft das der Wirtschaft? Oder ist das unnötig und belastet das Verkaufspersonal? In der Schweiz ist Sonntagsarbeit grundsätzlich verboten, mit Ausnahmen für Branchen wie Spitäler, Restaurants oder den ÖV. Im Detailhandel sind maximal vier Sonntagsverkäufe pro Jahr erlaubt. Der Bundesrat unterstützt eine Standesinitiative aus dem Kanton Zürich, welche die Zahl der möglichen Sonntagsverkäufe von vier auf zwölf pro Jahr erhöhen will. Nun diskutiert der Ständerat in der aktuellen Sommersession über eine mögliche Gesetzesänderung. Befürworter sehen darin die Chance, den Detailhandel gegenüber der Online-Konkurrenz zu stärken und den Einkaufstourismus im Ausland einzudämmen. Sie argumentieren, dies sei auch eine Anpassung an den heutigen Lebensstil, da viele Berufstätige unter der Woche wenig Zeit zum Einkaufen hätten. Zudem könnte Sonntagsarbeit für Studierende oder Eltern eine willkommene Möglichkeit sein, ihr Einkommen aufzubessern. Der Schweizer Detailhandelsverband Swiss Retail Federation betont, dass genügend Personal an Sonntags- und Abendarbeit interessiert sei. Zudem bleibe die Entscheidung über zusätzliche Sonntagsöffnungen auch künftig bei den Kantonen – und bei den jeweiligen Geschäften. Gewerkschaften, Frauenverbände und kirchliche Organisationen warnen vor den negativen Folgen einer Liberalisierung. Sie befürchten eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für das Verkaufspersonal. Sie zweifeln auch am positiven Effekt für die Wirtschaft, da der Konsum primär vom verfügbaren Einkommen und nicht von den Ladenöffnungszeiten abhänge. Kritiker warnen zudem vor der Erosion des Sonntags als gemeinsamen Ruhetag für Familie, Vereine und soziale Kontakte. Das Volk habe solche Vorhaben schon mehrmals an der Urne verworfen. Eine Ausweitung der Sonntagsverkäufe könnte auch den Fachkräftemangel im Detailhandel verschärfen. Braucht es mehr Sonntagsverkäufe in der Schweiz? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern: · Pro: Patrick Erny, Direktor Swiss Retail Federation, Dachverband des Detailhandels · Contra: Serge Gnos, Co-Geschäftsleiter Unia Zürich, Präsident Gewerkschaftsbund Kanton Zürich

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