Diskothek

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

  1. 7. Sept.

    Leonard Bernstein: West Side Story

    Liebe über alle Grenzen hinweg, ein Bandenkrieg mit tödlichem Ausgang und eine Musiksprache zwischen Klassik, Jazz und Latin. Mit der 1957 uraufgeführten West Side Story schuf Leonard Bernstein einen Meilenstein der Musicalgeschichte. Gemeinsam mit Jerome Robbins und Arthur Laurents sprengte Bernstein die Konventionen des Broadways. Mit der West Side Story wurde Musical zur Kunstform auf Augenhöhe mit Oper und Theater. Reales Zeitgeschehen bildet den Stoff. Rassendiskriminierung und Peer-Pressure bestimmen die Story um zwei verfeindete Jugendgangs im New York der Fünfziger Jahre. Die Jugendlichen aus weissem und lateinamerikanischem Milieu sind von Bernstein raffiniert durch unterschiedliche musikalische Stile charakterisiert. Operntechniken wie klassisch gebaute, komplexe Fugen stehen neben neusten Jazzströmungen, Bebop, lateinamerikanischen Rhythmen und aufwühlenden Songs. Die moderne Romeo-und-Julia-Story ist Aufruf zu Toleranz. Trotz tragischem Ende überwiegt zum Schluss die Hoffnung. Bernstein nannte sein Werk selbst «an out and out plea for racial tolerance». Die West Side Story bleibt thematisch brandaktuell und begeistert bis heute rund um den Globus: auf der Bühne im Film, im Konzert oder als Albumeinspielung. In dieser Diskothek vergleichen wir fünf Aufnahmen mit Musical-, Theater- und Operncasts. Gäste von Gabrielle Weber sind Stefan Wirth, Pianist und Komponist, und der Pianist James Alexander.

  2. 31. Aug.

    Antonio Salieri: Les Danaïdes. Tragédie lyrique en cinq actes

    Zwei verfeindete Zwillingsbrüder im alten Ägypten und Griechenland, eine Massenhochzeit, ein Massenmord und ein infernales Schlussbild mit Furienchor und Feuerregen. Salieri lieferte dem Pariser Publikum bei der Uraufführung am 26. April 1784 eine Dramatik und ein Spektakel, das man dort noch nicht auf der Bühne gesehen hatte. Antonio Salieri landete mit seinen Danaiden einen Riesenerfolg, der noch Jahrzehnte nachwirkte. Über diesen Fünfakter schwärmten später auch Hector Berlioz sowie Richard Wagner, und Ludwig van Beethoven, nur einer der vielen berühmten Schüler des Hofkomponisten von Joseph II., kopierte Stellen des Werks im Unterricht, um davon zu lernen. Wohl wegen des aufkommenden Nationalismus am Anfang des 19. Jahrhunderts fielen Antonio Salieri und sein grosses, teils geradezu avantgardistisches Œuvre mit fast 40 Opern zwischen Stuhl und Bank: Für die Italiener war der bereits als Teenager ausgewanderte Salieri ein Wiener, für die Wiener blieb er Italiener, und für die Franzosen war er ein Deutscher. Er wurde somit in keinem der Länder, in welchen er so erfolgreich wirkte, zur nationalen Identifikationsfigur oder zum Nationalkomponisten erkoren. 2025 jährten sich Salieris 200. Todestag. Aus diesem Anlass fand erstmals ein Werk dieses damals so beliebten und häufig gespielten Komponisten in die Diskothek. Gäste von Moritz Weber sind der Salieri-Biograf Timo Jouko Herrmann und der Bassbariton Robert Koller. Erstausstrahlung: 08.09.2025

4.5
von 5
149 Bewertungen

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In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

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