Was muss ich liefern, damit es gut war? Von Rough Sex bis "Ass-to-mouth": Heute sei vieles normal beim Sex, was manch ältere Menschen für pervers halten, sagt Sonja Bröning. Und gleichzeitig gilt: "Sex ist oft nicht lustbetont, sondern skriptbetont", sagt Johanna Degen. Die beiden Therapeutinnen und Wissenschaftlerinnen sprechen darüber, wie Pornos, Memes und Dating-Apps verschieben, wie Sex zu sein hat – und warum Konsens in der Realität oft scheitert. Ein klares Nein sei oft der Beginn der Verhandlung, ob das Gegenüber nicht doch überzeugt werden kann, bestimmte Praktiken mitzumachen, erzählt Johanna den beiden Podcast-Hosts Melanie Büttner und Sven Stockrahm. "Mich hat berührt, wie stark auseinanderfallen kann, was Leute innerlich wahrnehmen und was sie letztlich tun", berichtet Sonja aus ihren Forschungsergebnissen. "Natürlich wissen schon Jugendliche, dass Pornos keine Dokus sind und Influencer keine echten Freunde", sagt Johanna. Das ändere aber nichts daran, dass Menschen emotional abhängig werden oder das Gehirn denke, so gehe Sex. Darin liegt am Ende aber auch eine Chance: Viele müssten sich trauen, stärker danach zu handeln, was sie bereits wissen, was ihnen gutttue. Mehr zu unseren Gästinnen und Links zu Studien - Sonja Bröning ist Professorin für Entwicklungspsychologie an der Medical School Hamburg und forscht zu Beziehungen und Sexualität. Zugleich arbeitet sie als systemische Paar- und Sexualtherapeutin in eigener Praxis. Mehr zu ihrer Arbeit erfahrt ihr auf ihrer Website und auf Instagram. - Johanna Degen ist Sozialpsychologin, Sexual- und Paartherapeutin und Wissenschaftlerin unter anderem an der Europa-Universität Flensburg. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Online-Dating, Parasozialität und Sexualität. Mehr zu ihr erfahrt ihr auch auf Instagram. - In dieser Folge sprechen wir neben teils unveröffentlichten Forschungsergebnissen von Johanna Degen und Sonja Bröning auch Ergebnisse der aktuellen Jugendsexualitätsstudie. - Einige ausgewählte wissenschaftliche Quellen zu Rough Sex und seiner Verbreitung: Perspectives on Sexual and Reproductive Health: Döring et al., 2024, Arch Sex Behav: Herbenick et al., 2021 und Journal of Sex Research: Gavey & Brewster, 2025. Zur Frage, welche Rolle Konsens beim Aushandeln von gewissen Praktiken spielt und wie diese erlebt werden: Sexuality Research and Social Policy: Herbenick et al., 2024. Und zur Frage der Bedeutung von Rough Sex über Geschlechter- und Identitätsgrenzen hinweg: Journal of Sex and Marital Therapy: Valdivia et al., 2022. Weitere Sexpodcastfolgen zum Thema - "Die Gefühle, die wir mit Influencern erleben, sind echt" - "Sexuell exklusiv zu sein, ist nicht, was unsere Beziehung ausmacht" Alle Folgen vom Sex- und Beziehungspodcast auch auf www.zeit.de/istdasnormal. Kennst du unser Buch? "Ist das normal? Sprechen wir über Sex, wie du ihn willst" Folge den Hosts, der Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner und dem ZEIT-Ressortleiter Wissen Online, Sven Stockrahm, auf Instagram unter @dr.melanie.buettner und @svensonst. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.