9 Folgen

In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich.


Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Diskothek Schweizer Radio und Fernsehen

    • Musik

In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich.


Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

    Georges Bizet: Arlesienne Suite Nr.2

    Georges Bizet: Arlesienne Suite Nr.2

    Georges Bizet hat seine «Arlésienne» ursprüngliche als Bühnenmusik zum gleichnamigen Schauspiel von Alphonse Daudet komponiert. Das Schauspiel war ein Misserfolg, die emotionale, farbige Musik von Bizet kam aber beim Publikum sofort gut an. Bizet wählte deshalb einige besonders charakteristische Stücke aus und stellte diese zu einer Orchestersuite zusammen, die bald unabhängig vom Bühnenstück aufgeführt wurde. Sein Freund, der Komponist Ernest Guiraud, arrangierte dann kurz nach Bizets Tod eine zweite viersätzige Suite. Während die originale Bühnenmusik für ein kleines Orchester konzipiert war, sind die Suiten für grosses Orchester angelegt. In der Diskothek stehen fünf Aufnahmen von Bizets Arlésienne-Suite Nr.2 zur Diskussion.
    Gäste von Eva Oertle sind die Flötistin Haika Lübcke und die Geigerin Isabelle Briner.

    • 2 Std
    Diskothek in Mundart: Beethovens Appassionata

    Diskothek in Mundart: Beethovens Appassionata

    Hochkultur in Mundart? Die Frage taucht bei SRF 2 Kultur immer wieder mal auf. Darauf gibt es viele vernünftige Antworten, aber bisher keinen Versuch, es mal zu wagen. Wieso also nicht eine Diskothek auf Schwyzertüütsch? Beethovens Appassionata in Dialekt. Hier ist die Probe aufs Exempel. Und wir sind sehr gespannt, ihre Meinung dazu zu erfahren. Wie denken Sie darüber? Lassen Sie es uns wissen - nach Herzenslust auf Hochdeutsch oder Mundart.

    • 1 Std. 47 Min.
    Jean Sibelius: Sinfonie «Kullervo» op.7

    Jean Sibelius: Sinfonie «Kullervo» op.7

    «Die Geburtsstunde der finnischen Musik!» jubelten Kritiker 1892 nach der Uraufführung von Jean Sibelius Sinfoniekantate «Kullervo». Gesangssolisten, Chor und Orchester erzählen darin die tragische Geschichte des jungen Mannes Kullervo, der zwischen verfeindeten Familien steht. Die Sage von «Kullervo» hat das Potential zum Krimi: Es geht Mord und Selbstmord, um Liebe und Inzest, und um zwei verfeindete Grossfamilien. Die Sage stammt aus dem finnischen Nationalepos «Kalevala»; und Jean Sibelius Vertonung dieser Geschichte hat ihm anfangs viel Lob eingebracht – bis die Meinung der Kritiker in Hohn umschwang und Sibelius die Aufführung zu seinen Lebzeiten untersagte.

    Heute wird das 80-minütige, hochromantische Werk, das zwischen Sinfonie und sinfonischer Dichtung schwangt, immer beliebter. Paavo Järvi hat es mit dem Tonhalle Orchester Zürich bei seinem Antrittskonzert 2019 aufgeführt, und es sind zahlreiche CD-Aufnahmen auf dem Markt. Fünf von ihnen vergleicht Jenny Berg gemeinsam mit der Geigerin Leila Schayegh und dem Musikjournalisten Christian Wildhagen.

    • 2 Std
    Mládi, Suite für Bläsersextett

    Mládi, Suite für Bläsersextett

    Der alte Mann aus Brünn feiert die Jugend – Leos Janáceks Suite «Mládi» In späten Jahren hat Leos Janácek eine Oper, komponiert in der es um das ewige Jungsein geht: «Die Sache Makropulos». In den gleichen Jahren enstand ein kleineres Werk, in dem der 70jährige Komponist zurückschaut auf seine Jugend: Die Suite für Blasinstrumente mit dem Titel «Mládi» (Tschechisch für «Jugend»). Dieses Werk scheint auf das erste Ohr leicht und heiter. Wenn man es genauer analysiert, merkt man, dass es da auch dunkle Seiten gibt, z.B. den Marsch im zweiten Satz, der auf seine Zeit im Kloster verweist, die er so beschreibt: «eine fremde Schule, ein hartes Lager, noch härter das Brot, keine Liebkosungen». Die sechs Bläser stehen vor einigen technischen Herausforderungen, vor allem was das Zusammenspiel betrifft. Das besondere an der Besetzung: neben dem Fagott spielt eine Bassklarinette, die dem Sextett eine satte Tiefe verleiht. In der Diskothek werden fünf neuere Aufnahmen verglichen.

    Gäste von Annelis Berger sind die Klarinettistin Michal Lewkowicz und der Hornist Olivier Picon.

    Erstausstrahlung: 18.03.19

    • 2 Std
    Frédéric Chopin: Ballade Nr.4 f-Moll op. 52

    Frédéric Chopin: Ballade Nr.4 f-Moll op. 52

    Balladen werden erzählt oder gesungen, und – seit Frédéric Chopin – auch auf dem Klavier gespielt. Zwar hat Chopin selber berichtet, er sei durch Gedichte des Polen Adam Mickiewicz zu seinen insgesamt vier Klavier-Balladen angeregt worden; wir wissen dazu aber nichts Genaueres. Das ist auch nicht wirklich notwendig, denn die Musik ist erzählend genug. Nicht in einem literarisch-wörtlichen Sinn, sondern musikalisch. Der Gestus von Chopins Balladen ist dramatisch-mäandrierend, und typisch für die Romantik: damit verschleiert Chopin die Form dieser Stücke.

    In der Diskussion geht es um die letzte dieser vier Balladen, entstanden 1842, in der dunklen Tonart f-Moll. Es gilt herauszuschälen, wie viel es jeweils braucht für eine überzeugende Interpretation: von der Freiheit, die diese Musik so stark ausstrahlt und vom Übersichthalten über die Form, damit der grosse Bogen nicht verloren geht. Und vom Beachten der vielfältig vorhandenen pianistischen Details, die so wunderbar verführerisch klingen können, und dem kraftvoll-virtuosen Zugriff, der dann vor allem im Schlussteil des Stücks gefragt ist.

    • 2 Std
    Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur «Pastorale» op.68

    Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur «Pastorale» op.68

    Heitere Gefühle, Gewitter, Dank: Beethovens Pastorale. Vom «Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande» kündet gemäss Satzüberschrift Ludwig van Beethovens 6. Sinfonie, genannt Pastoral-Sinfonie. Wie spielt man solch angeblich naive Musik? Wieviel Kunst darf bei einer Interpretation hörbar sein? Und vor allem wohin führt die Reise? Denn Beethoven belässt es in seiner Sinfonie nicht bei Hirtenklängen und donnerndem Sommergewitter, sondern lässt die Musik in einen choralartigen Lobgesang auf das Landleben, ja auf die Natur insgesamt münden.

    Gäste von Benjamin Herzog sind die Musikpublizistin Corinne Holtz und der Musikjournalist Christian Wildhagen.

    • 2 Std

Kundenrezensionen

GKaMa68161 ,

Die beste Klassiksendung für Liebhaber

Immer wieder bin ich begeistert, wieviel ich aus der Diskussion verschiedener Interpretationen lernen kann. Jede Sendung verändert mein Hörverhalten und lässt mich das nächste Konzert tiefer genießen. Ein ungewöhnliches und herausragendes Konzept. Zu schade, dass man in der Schweiz sein muss, um den Podcast herunterzuladen.

tkamadeus ,

CD-Vergleich auf höchstem Niveau

Dies ist mit Abstand der beste Podcast, den ich zur klassischen Musik kenne. Das Konzept ist so simpel wie überzeugend: Zwei Musiker und ein Moderator vergleichen 5 - 6 verschiedene Aufnahmen eines Werkes. Der Clou ist, dass nur der Moderator weiß, welche Interpreten spielen - den beiden Gäste im Studio bleibt nichts anderes übrig, als völlig vorurteilsfrei musikalisch zu begründen, welche Aufnahme sie bevorzugen, und sie tun es auf höchstem Niveau! Das Ganze hat auch einen spielerischen Aspekt, da die Sendung in mehreren „Runden“ abläuft, nach denen jeweils Aufnahmen herausgeworfen werden dürfen. Gelegentlich ist dies sehr pikant, wenn berühmteste Interpreten frühzeitig den „Wettbewerb“ verlassen müssen und von unbekannten Musikern an die Wand gespielt werden. Nebenbei lernt man ungeheuer viel über die Kompositionen und bekommt auch noch einen exzellenten CD-Tipp! Bravo an die Redaktion im DRS.

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