Sie ist die Hüterin des wichtigsten Gedächtnisses deutscher Literatur. Gerade hat sie ein viel beachtetes Buch über den Dichter Rainer Maria Rilke geschrieben. Nun ist Sandra Richter, Leiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, zu Gast im unendlichen Podcast. Richter kennt das Leben von Rilke wie kaum eine andere: Ende 2021 bekam sie einen Anruf von einem Anwalt, der einen bedeutenden Nachlass Rilkes anzubieten hatte. Das Deutsche Literaturarchiv erwarb den Nachlass und hat daraus ein Buch gemacht: »Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben«. Im Podcast spricht Sandra Richter darüber, warum der Dichter schon zu Lebzeiten ein Popstar war, welche Frauen ihn geprägt haben und warum Stars wie Lady Gaga heute Rilke-Zeilen auf ihrem Körper tragen. Außerdem verrät sie ihren »Richter-Kanon«: zehn Bücher der deutschsprachigen Literatur, die man gelesen haben sollte. Im Gespräch geht es auch um die Herausforderung, deutsche Literatur zu definieren. Sandra Richter erklärt, warum sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach um eine weit gefasste Definition bemüht und warum sie glaubt, dass auch Computerspiele einer literarischen Archivierung würdig sein können. Außerdem spricht sie über Frauen in der Literatur und die Frage, warum in vielen Archiven mehr Werke von männlichen Autoren liegen. Richter beschreibt, wie sich erst im 20. Jahrhundert mit Autorinnen wie Else Lasker-Schüler oder Vicki Baum eine weibliche Hochliteratur etablierte, die sich aus der Sphäre des Häuslichen hinausbewegte. Sandra Richter wurde 1973 als Tochter eines Schreiners und einer Zigarrenmacherin in Kassel geboren. Sie erzählt, dass ihre Mutter, die eigentlich Lehrerin werden wollte, den Beruf hasste und ihn dennoch bis in die Siebziger ausübte, weil sich damit damals gutes Geld verdienen ließ. Sie spricht über ihre Kindheit auf dem Bauernhof des Onkels, wo sie mit Kühen spielte und bei der Kirschenernte half, und von ihren wöchentlichen Gängen zur nahe gelegenen Bibliothek, um mit einem Rucksack voller Bücher zurückzukehren. Nach 6 Stunden und 38 Minuten beendet Sandra Richter die Folge mit ihrem Schlusswort »Krapp’s Last Tape« – einem Text von Samuel Beckett. Produktion: Pool Artists Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an: allesgesagt@zeit.de Seit dem 15.01.2025 sind Teile des Archivs von Alles gesagt? nur noch exklusiv mit einem Digital- oder Podcastabo der ZEIT zu hören – auf zeit.de, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcastabo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcastarchiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.