Die fünfte Schweiz

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern. In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten

  1. 1d ago

    Hans und Doris Burri – Seit 51 Jahren in Südafrika

    Vor über 50 Jahren wanderte Hans Burri aus Liestal (BL) nach Südafrika aus. Heute lebt der 77-Jährige in der Nähe von Johannesburg und erfüllt sich zusammen mit seiner Familie einen Traum. Auf seiner privaten Wildtierfarm hilft er mit, bedrohte Lebensräume und seltene Antilopen zu erhalten. Als Hans Burri als gelernter Elektromechaniker in den 1970er-Jahren in Genf arbeitete und die grossen Jumbos am Himmel beobachtete, war für ihn klar: «Die Welt ist grösser als mein Heimatort das Baselbiet.» Zusammen mit seiner Frau Doris zog er nach Südafrika. Geplant waren nur drei Jahre. Während dieser Zeit bereisten sie das Land intensiv und verliebten sich in seine Vielfalt: «Uns fasziniert bis heute die Biodiversität. Wir haben das Meer, die Wüste, Berge, den Dschungel und eine unglaubliche Tierwelt.» Das Paar erlebte die Zeit der Apartheid hautnah, kehrte zwischenzeitlich in die Schweiz zurück. Doch die Faszination für Südafrika liess sie nicht mehr los. Aus dem Abenteuer wurde ein neues Zuhause. Vor 51 Jahren liessen sie sich endgültig in der Region Johannesburg nieder. Hans Burri arbeitete zunächst für eine Schweizer Firma und gründete später sein eigenes Unternehmen für Antriebstechnik. Heute lebt das Ehepaar in Kyalami zwischen Johannesburg und Pretoria. Hans arbeitet noch Teilzeit, seine grosse Leidenschaft gehört inzwischen aber der Natur. Wildtiere statt Monokultur Rund 300 Kilometer von Johannesburg entfernt betreibt Hans gemeinsam mit seiner Tochter Nicole eine Wildtierfarm. Wo früher vor allem Monokulturen die Landschaft prägten, sollen heute wieder einheimische Tiere und Pflanzen Lebensraum finden. Auf dem weitläufigen Gelände leben Giraffen, Zebras und Springböcke. Besonders stolz ist die Familie auf die Zucht der seltenen Eland-Antilope. «In den letzten 20 Jahren haben sich Flora und Fauna erstaunlich gut erholt», sagt Hans Burri.

  2. Sep 27

    Florence Wibring – Für die Liebe nach Schweden

    Der Liebe wegen zog Florence Wibring vor fünf Jahren von Derendingen (SO) nach Schweden. Heute lebt sie mit ihrem Mann Niklas abgeschieden in Småland, umgeben von Wäldern, Seen und zwölf Hunden aus dem Tierschutz. Doch das Heimweh nach der Schweiz ist geblieben. Eigentlich begann alles mit einer Trekkingtour auf Korsika. Dort lernte Florence Wibring ihren heutigen Mann Niklas kennen. Nach zwei Jahren Fernbeziehung wagte sie den Schritt nach Schweden. Heute lebt die 53-Jährige in der historischen Provinz Småland, unweit der Stadt Jönköping am bekannten Vätternsee. Das Paar hat sich mitten in der Natur ein Zuhause aufgebaut. Der nächste Nachbar wohnt einen Kilometer entfernt, ein kleiner See ist zu Fuss erreichbar, und rund um das typisch rote Schwedenhaus erstrecken sich Wälder und Wiesen. Niklas führt eine erfolgreiche Glaserei, während Florence sich mit Herzblut dem Tierschutz widmet: «Für mich war immer klar, dass Hunde zu meinem Leben gehören.» Doch trotz dieses kleinen Paradieses in Schweden, begleitet Florence das Heimweh nach ihrer Familie, ihren Freunden und der Schweiz bis heute. Der Wunsch, vielleicht eines Tages wieder in die Heimat zurückzukehren, ist geblieben. Ein Herz für Hunde, die niemand mehr wollte Florence Wibring engagiert sich seit Jahren mit grosser Leidenschaft für den Tierschutz. Aktuell leben zwölf Hunde bei ihr und ihrem Mann Niklas. Viele von ihnen hätten kaum eine Chance auf ein neues Zuhause: «Sie sind blind oder betagt!» Auf dem rund 2000 Quadratmeter grossen Grundstück finden die Hunde viel Platz, Ruhe und Geborgenheit für ihren Lebensabend. Die gelernte Tierpflegerin arbeitet eng mit Tierschutzorganisationen zusammen und gründet derzeit sogar einen eigenen Verein in der Schweiz: «Jeder Hund verdient Liebe, Fürsorge und ein würdiges Leben.»

  3. Sep 20

    Sandy Auf der Maur – Zwischen Trycheln und Gauchos

    Seit 23 Jahren lebt der Schwyzer Sandy Auf der Maur in Villa General Belgrano in Argentinien. In der alpinen Touristenstadt pflegt er mit seinen Söhnen den Schweizer Brauchtum, zieht als Trychler durchs Dorf und erlebt einen Alltag zwischen Gauchos, Oktoberfest und exotischen Tieren. Die Kleinstadt Villa General Belgrano in der Provinz Córdoba wirkt wie eine Mischung aus Zermatt, Europapark und Disneyland, nur echt. Die rund 14'000 Einwohner stammen aus 26 Nationen, viele mit europäischen Wurzeln. Mitten in dieser alpinen Enklave lebt der 54-jährige Schwyzer Sandy Auf der Maur: «Für uns ist es nach wie vor ein kleines, gemütliches Dorf mit Charme.» Der Auswanderer betreibt mit seiner Lebenspartnerin Paula einen kleinen Dorfladen und engagiert sich seit Jahren für die Schweizer Traditionen vor Ort. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Gabriel und Salvador zieht er als Trychler an Festen und Umzügen durchs Dorf. Der Schweizer Brauchtum begeistert jeweils Tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Skorpione statt Murmeltiere Auch der Alltag unterscheidet sich deutlich von jenem in der Schweiz. Rund um sein Haus auf einem 9'500 Quadratmeter grossen Grundstück begegnet Sandy immer wieder Skorpionen: «Schuhe muss man vor dem Anziehen ausschütteln und barfuss durchs Gestrüpp zu laufen kommt nicht infrage.» Neben Schlangen leben in der Region auch Pumas und Silberfüchse, auch wenn diese nur selten zu sehen sind. An die exotische Umgebung hat sich Sandy in Argentinien längst gewöhnt: «Hier fühle ich mich zu Hause. Besonders fasziniert mich die Vielfalt der Kulturen, die hier aufeinandertreffen.»

  4. Sep 13

    Josef Röösli in Brasilien – Aus einer Reise wird die neue Heimat

    Bei einer Reise nach Brasilien hat es Josef Röösli gepackt: «Ich wusste, das ist meine zweite Heimat.» Seit vier Jahren lebt er nun in der Küstenstadt Salvador da Bahia, geniesst den Blick auf den Atlantik und den Alltag im lebendigen Rhythmus der brasilianischen Küstenstadt. Seit vier Jahren lebt Josef Röösli in Salvador da Bahia, mit Blick auf den Atlantik und mitten in einem lebendigen Quartier. Kleine Läden, Cafés und Bars prägen den Alltag. «Die Nachbarschaft lebt auf der Strasse, man kennt sich, kommt ins Gespräch und nimmt am Leben der Gemeinschaft teil», erzählt er. Nach über zwanzig intensiven Berufsjahren ohne längere Auszeit reiste er Anfang 2020 nach Brasilien. Am Strand von Aracaju kam ihm ein Gedanke: «Warum nicht den Ruhestand hier verbringen?» Besonders die Offenheit der Menschen und das ganzjährig warme Klima überzeugten ihn. Aus der spontanen Idee wurde ein konkreter Plan. Nach sorgfältiger Vorbereitung wanderte er zwei Jahre später nach Salvador da Bahia aus. Die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Nordosten Brasiliens gilt als kulturelles Zentrum des Landes. Koloniale Altstadtgassen, afrobrasilianische Traditionen und das Leben am Meer prägen das Bild der Stadt bis heute. NZZ, Entlebucher Anzeiger und Krimis In seiner kleinen Wohnung in einem Hochhaus fühlt sich Josef Röösli rundum zuhause. «Die Wohnung hat mich gefunden», sagt er. Zum festen Morgenritual gehört ein Bad im Meer. Anschliessend geniesst er sein Frühstück mit Kaffee, Papaya und Mango. Eine Gewohnheit hat er aus der Schweiz mitgenommen: «Seit über vierzig Jahren gehören die NZZ, der Entlebucher Anzeiger und spannende Krimis zu meinem Alltag.»

  5. Sep 6

    Gabriel Dubler in Brisbane – Frühstück mit Kakadus

    Geboren in Engelberg, aufgewachsen in Lausanne, zu Hause in Brisbane: Gabriel Dubler kam mit 30 Jahren auf Weltreise nach Australien und blieb. Heute lebt der 74-Jährige seit über drei Jahrzehnten in der grünen Metropole, arbeitet an der Uni, jodelt im Schweizer Club und backt sein eigenes Brot. Als Service-Ingenieur kam Gabriel Dubler in 25 Ländern herum. Auf einer mehrjährigen Weltreise reiste der damals 30-Jährige mit dem Motorrad quer durch Australien. Das Land liess ihn nicht mehr los. Aus dem Abenteuer wurde ein neues Zuhause in Brisbane. Mit 74 Jahren arbeitet Gabriel Dubler weiterhin an der Queensland University of Technology, wo er Film- und Fernsehprojekte betreut: «Warum sollte ich aufhören, wenn es mir Spass macht!» Daneben backt er Zopf und Brot, tauscht diese auf lokalen Märkten gegen andere Produkte ein und näht zu Hause sogar seine eigenen Vorhänge. Ob Jodel-Chörli, Jass-Club oder 1. August-Feier: Seit Jahren engagiert sich Gabriel Dubler mit Herzblut auch im Schweizer Club und hilft bei der Swiss Community Care, wo sich Schweizerinnen und Schweizer gegenseitig unterstützen. Brisbane ist Australiens grüne Metropole Brisbane begeistert den Auslandschweizer bis heute: «Die Stadt gilt als jung, multikulturell und überraschend grün.» Flüsse, Parks und subtropische Vegetation prägen das Stadtbild. Direkt vor Gabriels Balkon sitzen jeden Morgen weisse Kakadus und schauen beim Frühstück vorbei.

  6. Aug 30

    Michelle Frei – Vom Entlebuch an den Broadway

    Die 26-jährige Michelle Frei aus Flühli-Sörenberg (LU) hat ihr gewohntes Leben hinter sich gelassen, um in New York Schauspielerin zu werden. Nun steht die Entlebucherin vor dem bisher grössten Meilenstein ihrer Karriere. Im Oktober feiert ihr erstes selbstgeschriebenes Theaterstück Premiere. Vor zwei Jahren wagte Michelle Frei den Sprung über den Atlantik. Die gelernte Wirtschaftspsychologin aus Flühli-Sörenberg (LU) zog nach New York, um ihren Traum von der Schauspielerei zu verfolgen. Am renommierten William Esper Studio absolvierte sie ihre Ausbildung und arbeitet aktuell daran, ein Künstlervisum zu erhalten, um langfristig in den USA bleiben und arbeiten zu können. Ein wichtiger Schritt folgt im Oktober. Dann bringt die 26-Jährige ihr erstes selbstgeschriebenes Theaterstück auf die Bühne und übernimmt gleich selbst die Hauptrolle: «Das Stück erzählt die Geschichte von drei Schauspielerinnen und Schauspielern auf dem Weg zu einem Casting. Es zeigt den enormen Druck der Branche und stellt die Frage: Wie weit ist man bereit zu gehen, um eine Rolle zu bekommen, und wo zieht man die eigenen Grenzen.» Regie führt Christian Sordelet, einer der renommiertesten Stage-Combat-Spezialisten der USA. Der Broadway-Veteran war an über 80 Produktionen beteiligt und arbeitete bereits mit Stars wie Bruce Willis, Sabrina Carpenter und Scarlett Johansson zusammen. Leben auf wenigen Quadratmetern So glamourös die New Yorker Theaterwelt von aussen wirkt, so bescheiden lebt Michelle im Alltag. Gemeinsam mit einer polnischen Schauspielkollegin wohnt sie in einer kleinen WG an der Upper West Side in Manhattan. Der Blick aus dem Fenster auf den Central Park ist spektakulär, die Wohnung dagegen winzig: «Für einen Küchentisch fehlt der Platz, gegessen wird am Boden!» In ihr eigenes Zimmer passt gerade einmal eine Matratze. Trotzdem möchte die Entlebucherin nirgendwo anders sein. «Wir sind glücklich hier und fühlen uns zuhause.»

  7. Aug 23

    Monika Radics – Heimat zwischen Eis, Ozean und Afrika

    Monika Radics pendelt zwischen der Schweiz, Südafrika und den Polarregionen. Die Zürcherin mit ungarischen Wurzeln lebte dreissig Jahr in Südafrika. Heute arbeitet sie als Managerin auf einer luxuriösen Expeditionsyacht für Touristen. Oft mit einem Büro mitten in der Antarktis. Der Lebensweg von Monika Radics ist so bunt wie ein Blumenstrauss. In Lugano und Zürich aufgewachsen, zog sie mit zwanzig über ein Austauschprojekt nach Südafrika und blieb dreissig Jahre. Sie arbeitete als Brandmanagerin für internationale Marken, im Reisebüro und als Make-up Artist. «Ich war schon immer eine Allrounderin und neugierig», sagt sie. Später verlagerte sich ihr Leben aufs Meer. Mit ihrer Erfahrung, ihrer offenen Art und sechs Sprachen fand sie auf Expeditionsschiffen genau den Ort, an dem alles zusammenpasst. Heute arbeitet Monika oft wochenlang auf hoher See, berät Gäste und gestaltet das Bordprogramm. Die Antarktis ist für sie nicht nur ein Reiseziel, sondern ein Arbeitsplatz: «Die Crew ist wie eine grosse Familie.» Ihre Geschichte verbindet Schweizer Wurzeln, ein ungewöhnliches Leben im Ausland und die Frage, was Heimat bedeutet, wenn das eigene Leben über mehrere Kontinente verteilt ist. Zu Hause die Seele baumeln lassen Nach langen Einsätzen zieht sie sich in Einsiedeln zurück, um aufzutanken. Heimat, sagt Monika Radics, sei für sie kein Ort, sondern ein Gefühl, das sich über Kontinente verteilt. Und wenn die Ruhe genug Kraft gegeben hat, zieht es sie wieder hinaus aufs Meer.

  8. Aug 16

    Monika Stauss-Joensen – Von den Bergen ans Meer

    Eine Reise auf die Färöer-Inseln veränderte ihr Leben. Dort traf Monika Stauss-Joensen ihre grosse Liebe und blieb. Seit über 40 Jahren lebt die Musikerin aus Zürich zwischen steilen Klippen, rauem Atlantikwind und einer Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt. Eine Studienfreundin brachte Monika Stauss-Joensen erstmals auf die Färöer-Inseln. Was als Besuch begann, wurde zur Lebensgeschichte: «Ich verliebte mich in ihren Bruder Ingvar und fand meine neue Heimat.» Heute lebt die gebürtige Seuzacherin mit ihrer Familie seit über 40 Jahren im kleinen Ort Leirvik. Ihr Mann Ingvar betreibt eine Fischfabrik. Die Färöer-Inseln wirken wie aus einer anderen Welt, sagt Monika Stauss-Joensen: «Grüne Bergspitzen ragen aus dem Meer, Nebelschwaden ziehen über die Hänge, und der Atlantik bestimmt das Leben der Menschen.» Als Geigerin hat sie das Musikleben der Inseln mitgeprägt, Generationen von Kindern unterrichtet und spielt bis heute im Kammerensemble des königlichen Sinfonieorchesters. In ihrem Buch «Von den Bergen ans Meer», erzählt sie von Heimweh und Heimatgefühl, vom Familienleben und der Inselwelt, die ihr Herz einst erobert hat. Zwischen Fjorden und Dorfklatsch Die Färöer sind stolz auf ihre Eigenständigkeit und ihre Kultur. Die Ortschaft Leirvik ist klein, familiär und überschaubar. Man kennt sich und Neuigkeiten sprechen sich schnell herum, sagt Monika Stauss-Joensen: «Manche Bewohner erinnern sich sogar noch daran, dass ich bei meiner Ankunft vor über 40 Jahren einen blauen Jupe getragen habe.» Ein Dorfleben, in dem jeder jeden kennt und Erinnerungen erstaunlich lange halten. Die kleinen Eigenheiten der Färöer nimmt Monika Stauss-Joensen längst mit Humor.

Ratings & Reviews

5
out of 5
2 Ratings

About

Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern. In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten

More From Schweizer Radio und Fernsehen

You Might Also Like