Musikmagazin

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Im Musikmagazin nehmen wir Sie mit zu den Musikerinnen und Musikern und bieten Gesprächsstoff für alle, die Musik lieben. Ihr Samstagmorgen mit Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik aus der Schweiz und der ganzen Welt. Team: Annelis Berger, Florian Hauser, Jodok Hess, Luca Koch, Annina Salis

  1. 1D AGO

    Joana Aderi: «Musik kann verschiedene Wahrheiten wiedergeben»

    Seit über 20 Jahren setzt sich die Zürcher Sängerin, Komponistin und Elektronikkünstlerin Joana Aderi mit dem Vertonen von psychischen Störungen auseinander. Nur in der Musik kann sie die Widersprüchlichkeiten ausdrücken, die sich hinter Schlagworten wie Trauma, Depression und Isolation verbergen. Ihre tiefe Faszination für seelische Abgründe hat Aderia dann auch zu ihrem zweiten beruflichen Standbein der Musiktherapeutin geführt. Mehr noch: die knapp 50jährige hat nun auch noch ein Psychologiestudium angefangen. Trotz ihres dichten Zeitplans hat Aderi die Zeit gefunden, als Kuratorin des diesjährigen «Taktlos» in Zürich drei Tage Musik zu programmieren. Warum sie diese Arbeit ganz besonders liebte, wie sie ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin zu Musik inspiriert und warum sie leidenschaftlich gerne klettert, davon erzählt Joana Aderi bei einem Spaziergang im Zürcher Stadtwald. 00:32 – Talk Ein vorwitziger Specht, Schonzeit im Frühlingswald und spontaner Blütenregen: mit Joana Aderi unterwegs im Stadtwald hoch über Zürich 27:01 – Neu in meiner Playlist Elina Duni bringt die albanischen Volkslieder ihrer Kindheit zusammen mit Chanson und Jazz. Ihr neues Album beginnt sie überraschend mit einem US-Klassiker: Im Duo mit dem Gitarristen Rob Luft gelingt ihr eine intime Weiterentwicklung von «Reaching for The Moon». 33:17 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 24.04., 12 Uhr) Hunderte Statuen von Mozart in Salzburg, eine Geigensolistin mit Nerven aus Stahl und 40'000 Vinylplatten zum Stöbern: ein Kloster im Unterwallis verkauft seine Sammlung an einem Flohmarkt. 45:03 – Musikfrage Beim Stimmen zu Beginn eines Konzerts: Warum gibt da ausgerechnet die Oboe den Ton an, Matthias Arter? 51:58 – Konzert-Tipp Ein wiederentdeckter Leuchtturm der Schweizer Romantik: ein Konzert zum 200. Jubiläum des Winterthurer Komponisten Johann Carl Eschmann.

    57 min
  2. APR 18

    Nina Hagen auf dem Highway Richtung Himmel

    15 Jahre ist es her seit ihrem letzten Album. Nun ist Nina Hagen zurück mit Gospelmusik. Ihr Album Highway to Heaven ist bunt und ein grosses Glaubensbekenntnis. 02:52 - Talk: Nina Hagen: zwischen Glauben und Punk. Sie ist eine schillernde Figur in der deutschen Musikgeschichte – laut, radikal, schräg und in den unterschiedlichsten Genres zuhause. Was viele nicht wissen: Nina Hagen ist bekennende Christin und das schon immer. Warum sie alle Stile mischt und wie sie zum Glauben, erzählt sie im Interview. 23:58 - Wochenrückblick: – Die Komponistin und Pianistin Erika Rademacher wird 90 Jahre alt – ein Blick auf ihr vielseitiges Schaffen zwischen Avantgarde und Tradition. – Studie: Spotify weltweit: Wie der Streamingdienst in verschiedenen Ländern wahrgenommen wird – und warum sich die Musikkultur dadurch verändert. – Ein Nachruf auf den britischen Jazzkomponisten Mike Westbrook, der mit seinen grossformatigen Werken die europäische Jazzszene geprägt hat. (Jodok Hess) 41:12 - Konzerttipp: Internationales Akkordeon-Festival am 25. April im Stadttheater Olten. Ein besonderes Highlight: die Uraufführung eines neuen Werks von Hackbrettspieler und Komponist Christoph Pfändler – geschrieben für Akkordeon-Orchester, Perkussion und Hackbrett. 48:38 - Musikfrage: Kann man Musik sehen? Hat Musik Farben? Wir haben bei der kanadischen Musikerin Dominique Fils-Aimé nachgefragt – und sie hat darauf eine ganz eigene, klare Antwort. (Stefan Franzen)

    57 min
  3. APR 11

    Jon Batiste: «Die grosse Kunst ist, sich selbst zu bleiben.»

    Als Kind in den 90er Jahren hat er liebend gerne am Computer gespielt – und dank der Musik dieser ersten grossen Videogames viel über Komposition gelernt. Aus dem kleinen Computernerd von damals ist der mehrfach Grammy-dekorierte Star Jon Batiste geworden. Im Musikmagazin erzählt er von seiner Faszination für Game-Musik, aber auch davon, wie wir Gefahr laufen uns in der Welt der Algorithmen selbst zu verlieren. 01:03 – Song of Storms & Talk Vor zwei Wochen hat Jon Batiste seine Interpretation einer Computerspiel-Melodie ins Netz gestellt – Song of Storms – und viel Aufmerksamkeit erregt damit. Im Talk erzählt er von seiner Faszination für die Game-Komponisten der 90er Jahre und davon, wie wichtig es ist, das innere Kind zu bewahren. 21:43 – Wochenrückblick Nachdem Markus Hinterhäuser gegangen ist, folgt Karin Bergmann als Interims-Intendantin der Salzburger Festspiele. Die deutsch-kolumbianische Dirigentin und Pianistin Anna Handler wird ab diesem Sommer Conductor in Residence bei den Los Angeles Philharmonic. Und wir gehen auf den Dancefloor: In der Ausstellung «No Time to Lose» des Nidwaldner Museums. 37:55 – Konzert-Tipp Das Zurich Jazz Orchestra lädt die Südkoreanische Sänger Song Yi Jeon ein – im Rahmen der «Female Composers Series» 40:38 – Neu auf meiner Playlist Die Komponistin Maria Schneider schreibt Musik, die uns allen wieder beibringen soll, zuzuhören. «American Crow» heisst ihr neuestes Werk: Anspruchsvolle aber auch heilsame Musik. 47:27 – Musikfrage Warum ist es so schwierig über Musik zu reden? Darüber hat sich der Autor Peter Kraut Gedanken gemacht. 52.08 – Mahler zum Schluss Das Basler Sinfonieorchester legt die erste Einspielung unter dem neuen Leiter Markus Porschner vor: Die 2.Sinfonie von Gustav Mahler.

    57 min
  4. APR 4

    Arianna Savall und Petter Udland Johansen – ein Leben in Musik

    Ein Künstlerpaar zwischen historischen Klängen, Improvisation und gemeinsamer Geschichte Arianna Savall und Petter Udland Johansen verbindet seit ihrer Begegnung in jungen Jahren nicht nur eine persönliche Partnerschaft, sondern auch eine gemeinsame musikalische Vision. Ihr Repertoire ist vielfältig: Es reicht von mittelalterlicher Musik über Barock bis hin zu Volksmusik und freier Improvisation. Diese stilistische Offenheit spiegelt sich besonders in ihrem Ensemble Hirundo Maris wider, mit dem sie internationale Bühnen bespielen. Gleichzeitig treten sie auch als Duo oder in Zusammenarbeit mit Barockensembles auf. Savall bringt dabei ihre besondere Klangwelt als Harfenistin und Sopranistin ein, während Johansen mit seiner vielseitigen Stimme und einer beeindruckenden Sammlung historischer und traditioneller Instrumente das Klangspektrum erweitert. Ihre Musik wirkt oft wie eine Reise durch Zeiten und Kulturen – fein, atmosphärisch und sehr persönlich. Auch ihr Lebensmittelpunkt passt zu dieser künstlerischen Haltung: Im ruhigen Fricktal, umgeben von Natur, finden sie Inspiration für ihre Arbeit. Dort verbinden sich Alltag und Musik ganz selbstverständlich – mit Instrumenten, Proben, Unterricht und neuen Projekten direkt im eigenen Zuhause. Das Musikmagazin mit einem Besuch vor Ort. 27:21 Rückblick auf die Woche: Die wichtigsten Musikthemen vor Ostern 35:24 Aktuell: Der Star-Dirigent im Porsche: Kaum einen andereren Dirigenten verbindet man in der öffentlichen Wahrnehmung mit derart viel Extravaganz wie Herbert von Karajan. Obwohl er bald vierzig Jahre tot ist, bietet Karajan weiterhin Gesprächsstoff. Insbesondere seine Vergangenheit mit dem Nazi-Regime wird in der Forschung rege diskutiert. Mitte Februar ist eine Studie in Buch-Form erschienen, unter dem Titel "Genie und Gewissen". Die Studie hat die Karajans Verbindung zum Nationalsozialismus untersucht und bürstet in vielen Belangen gegen den Strich. 45:52 Frage der Woche: Neoklassik - darf das Genre auch ansruchsvoll sein oder nur leicht verdaulich? Ursprünglich verbindet Neoklassik popmusikalische Strukturen mit klassischen Instrumenten. Aber wie viel künstlerischer Anspruch steckt eigentlich dahinter? Ist das Genre anspruchsvoll – oder vor allem leicht verdaulich? 47:31 Konzerttipp: Das Festival «Confluence» in Zürich. Das Festival bringt musikalische Welten zusammen, die sonst meistens getrennt bleiben: Hier begegnen sich Klassik und Volksmusik auf einer Bühne. Im Fokus dieses Jahr: Musik aus Litauen 51:48 Neu in meiner Playlist: Emahoy, the hunky tonk Non

    1h 6m
  5. MAR 28

    Schlagzeuger Ramón Oliveras: wie eine Meditation

    Seine Mutter hat er in einem vierjährigen Sterbeprozess begleitet. Und diese Erfahrung dann in einem hochenergetischen Drum-Solo verarbeitet: ein vierzigminütiger Tanz, eine Trance, eine Meditation des Abschied-Nehmens, in der sich alle Grenzen auflösen. 00:05 – Sommerzeit! Vor bald 20 Jahren gestorben – aber sowieso unsterblich: der Jazzpianist Oscar Peterson. Passend zum Datum (es ist wieder Sommerzeit!) mit der passenden Musik (Summertime!) 03:50 – Talk «A Certain Darkness Is Needed to See the Stars» heisst das grosse Drumsolo von Ramón Oliveras, das um Leben und Tod kreist, um das Auflösen von Grenzen und nicht zuletzt darum, dass einem beim Spielen fast die Arme abfallen. 23:33 – Wochenrückblick Erdbeben in Salzburg: Markus Hinterhäuser muss gehen. Farben beeinflussen das Musikhören. Und Jesus Christ Superstar ist in Bern unterwegs. 37:55 – Konzert-Tipp Chris Thomas King, der Mann, der den Hip Hop mit dem Blues verschmolzen hat. Er kommt nächste Woche zum Internationalen Jazzfestival Bern. 42:22 – Musikfrage Kann es eigentlich falsche Töne geben beim Improvisieren? Wir klären das mit der Musikerin und Komponistin Andrea Neumann. 47:42 – Neu in meiner Playlist Das Chiaroscuro Quartet spielt auf Darmsaiten und historischen Bögen die mittleren Streichquartette von Ludwig van Beethoven: rau klingt das, nicht glattgebügelt, Musik die daherkommt wie eine echte Sprache, mit all den geräuschhaften Untertönen… grossartig!

    57 min
  6. MAR 21

    Pianist Sullivan Fortner: «Es geht darum, Mensch zu sein.»

    Den ersten Grammy als Bandleader, für dieses Album? Den hat Sullivan Fortner nicht kommen sehen. Das Album entstand spontan, mit einer ad hoc Band. Sullivan Fortner, dieser brillante Pianist, scheint sich nicht allzu viel aus Preisen zu machen. Das sei das schöne an seiner Kunst, sagt er: Jeder Tag sei ein neues weisses Blatt. Der Grammy für das «Best Jazz Instrumental» Album dürfte ihn dennoch gefreut haben, auch wenn er bereits in der Vergangenheit liegt – und er sich selbst sowieso nicht als Jazzmusiker versteht. Es geht ihm um Musik, nicht um Genres. Und darum, Mensch zu sein. 00:20 – Talk Sullivan Fortner erzählt, wo er war, als er von seinem Grammy erfahren hat. Warum er sich selber nicht Jazzpianist nennt. Und er verrät, ob er mit der Sängerin Cécile McLorin Salvant wirklich zusammen ist. 23:38 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 20.03., 12 Uhr) Vom Grammy für Sullivan Fortner zum Oscar für Ludwig Göranssons Filmmusik zum Film «Sinners». Der schwedische Komponist ist ein Wahlamerikaner, der dank der Blues-Begeisterung seines Vaters zur Gitarre kam und dank der Gitarre schliesslich zur Zusammenarbeit mit dem Regisseur von «Sinners», Ryan Coder. 40:45 – Konzert-Tipp Eine Uraufführung der Schweizer Komponistin Cécile Marti in Basel verspricht ein Klangabenteuer. 45:15 – Musikfrage Mit der Musikwissenschaftlerin Cristina Urchueguía: Warum heisst der Ton H ausserhalb des deutschen Sprachraums überall B? 49:30 – Neu in meiner Playlist «In My Dreams», das neue Album von Bill Frisell – ein Gitarrist, der immer wieder zu überraschen vermag.

    57 min
  7. MAR 14

    Portugals Fadista Mariza: «Ohne Singen kann ich nicht leben.»

    Wie die Luft zum Atmen empfindet Mariza den Fado. Gesangsstunden hatte sie nie – Mariza hat das Singen auf der Strasse aufgeschnappt in ihrer Kindheit im traditionellen Quartier Moureria in der Nähe des Hafens in Lissabon. Heute ist die 52jährige Sängerin die wichtigste Fado-Stimme Portugals. Sie bleibt den Wurzeln des Fado treu, öffnet aber das Genre weit über Portugal hinaus, indem sie Elemente von Jazz, Flamenco, Bossa Nova und afrikanische Einflüsse in den Fado integriert. Mariza hat das traditionelle Genre erneuert und global relevant gemacht. 00:18 – Talk Mariza erzählt von ihrer unbändigen Liebe für den Fado und teilt ihre Kindheitserinnerungen in Mosambik und Lissabon. Sie verrät, dass sie sich immer stärker nach einem ruhigen Familienleben sehne. Und warum es dann dennoch nicht infrage kommt, aufzuhören. 26:47 – Musikfrage Mit der Sopranistin Sylvia Nopper: Wann und wo wird im Gesang heutzutage Vibrato als Gestaltungsmittel eingesetzt? 34.21 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 13.03., 12 Uhr) Wenn Timothée Chalamet über Ballett und Oper schnödet, dann schiessen die Opernhäuser kreativ zurück: Wie die unbeabsichtigte Beleidigung zum PR-Erfolg wurde. 45:36 – Neu in meiner Playlist Shabaka – Of the Earth: Der Londoner Jazzmusiker produziert sich sein eigenes spannendes Klanguniversum zwischen allen Genres. 45:16 – Konzert-Tipp Extraterrestrisch: Robert Laidlows Werk «Exoplanets» am Interfinity Festival verspricht moderne Orchestermusik der Spitzenklasse.

    57 min

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