Perspektiven

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und sinnieren. Immer nah am Menschen und den grossen Fragen auf der Spur.

  1. VOR 5 TAGEN

    Sexualisierte Gewalt: Was tun Schweizer Männerorden dagegen?

    Im «Perspektiven»-Schwerpunkt beleuchten wir die besonderen Umstände von Ordensgemeinschaften, wenn es um Missbrauch geht und fragen, welche Massnahmen zur Prävention und Aufarbeitung getroffen werden. In dieser Folge liegt der Fokus auf Männergemeinschaften. Die Pilotstudie zu sexualisierter Gewalt und spirituellen Übergriffen im Kontext der römisch-katholischen Kirche hat die Schweizer Ordensgemeinschaften überrumpelt. Sie hatten nicht mit diesem Ausmass von Fällen gerechnet. Denn: Zum Thema gibt es kaum Forschung. Wenige Ausnahmen sind Ordensgemeinschaften, die auch Schule führen wie in Einsiedeln und bereits ab den 2010ern in die Schlagzeilen gerieten. Sie entwickelten erste Schutzkonzepte und Präventionsmassnahmen. Dank Betroffenen und durch medialen Druck wurden ab 2023, nach Veröffentlichung der Pilotstudie, neue Fälle sexualisierter Gewalt aufgedeckt. Vor allem das prestigeträchtige Kloster St. Maurice stand monatelang in den Schlagzeilen. Der Druck wurde so hoch, dass das Kloster eine eigene wissenschaftliche Studie in Auftrag gab. Die Ergebnisse: Erschütternd. Und sie zeigen auch, das bis in die jüngste Vergangenheit Täter gedeckt wurden. Mit Blick in Gegenwart und Zukunft fragt sich: Wie steht es um die Präventionsmassnahmen in Ordensgemeinschaften? Welche kirchenrechtlichen Möglichkeiten und Pflichten gibt es für Klöster, mit mutmasslichen oder verurteilten Tätern umzugehen? Eine Auslegeordnung in «Perspektiven», u.a. mit der Soziologin Lorraine Odier und der Kirchenrechtlerin Astrid Kaptijn, beide von der Universität Freiburg. Es ist die zweite Sendung des Schwerpunkts zur sexualisierten Gewalt in Schweizer Klöstern und Orden. Autorinnen: Léa Burger und Nicole Freudiger

    28 Min.
  2. 3. JAN.

    Und wir säkularisieren uns doch

    Kirchen verlieren Mitglieder, der Glaube an Gott nimmt ab und Religion wird immer seltener an die nächste Generation weitergegeben. Die Säkularisierung schreitet voran, trotz vieler spiritueller Angebote. Wohin uns das führt, erklärt Religionssoziologe Detlef Pollack im Interview. Sei es in der Schweiz oder in Polen. In den USA oder in Südkorea. Überall wächst die Gruppe der Konfessionslosen. Und überall sind die jüngeren Generationen weniger religiös als die älteren. Das zeigt die grosse Studie «Religion und Moderne» von Detlef Pollack. Auf über 600 Seiten beschreibt der Religionssoziologe, wie der Glaube an Gott schwindet, wie die religiöse Praxis abnimmt (etwa der Gottesdienstbesuch oder das Gebet) und wie spirituelle Angebote zwar rege genutzt werden, den Rückgang der Religion aber nicht kompensieren können. Auffällig ist dabei, dass in jedem einzelnen der untersuchten Länder die Gründe für den Rückgang der Religion anders sind. Der Trend bestätigt sich aber – selbst in so religiösen Ländern wie Italien oder den USA. Erfolg hat Religion nur in einer «verflüssigten» Version, wie Pollack die diversen spirituellen Angebote zusammenfasst, oder als dogmatischer Fundamentalismus. Was das für unsere Gesellschaft bedeutet – und ob die Krisen der heutigen Zeit zu einem Revival der Religion führen könnten, erklärt Detlef Pollack in «Perspektiven». Autorin: Nicole Freudiger Buchhinweis: Detlef Pollack und Gergely Rosta. Religion und Moderne. Ein internationaler Vergleich. Campus Verlag, 2025.

    29 Min.
  3. 24.12.2025

    Wovon Engel singen: Über die Theologie in Engelsmusik

    Mit feisten roten Wangen pusten sie in Posaunen und Trompeten oder singen im Chor: die Engel. Jenseits vom Weihnachtskitsch entdeckte der Luzerner Theologe Wolfgang W. Müller: «Wo von Engeln gesprochen wird, ist von Musik die Rede.» Musik ist also nicht nur eine horizontale Brücke zwischen Menschen, Kulturen und Religionen. Musik schlage auch eine vertikale Brücke hoch zum Himmel, zur Transzendenz. Wer, wenn nicht die Engel, könnten dies ganz wunderbar versinnbildlichen: diese Mittlerwesen zwischen Himmel und Erde. Ihre Botschaften zu verlautbaren, dazu eignen sich Posaunen und Trompeten vorzüglich. Oder haben Sie schon mal eine Barockkirche ohne musizierende Putti gesehen? Die theologische Tiefendimension von Musik beschäftigt den emeritierten Dogmatikprofessor und Dominikaner Wolfgang W. Müller schon sein langes Forscherleben lang: «Engelsmusik erlaubt einen niederschwelligen Zugang zu Fragen der Religion und des Glaubens und hat überdies eine interreligiöse Dimension.» Der anhaltende «Engelboom» sei ihm jedoch eher ein Anstoss. Denn Engel würden heute – etwa in der kommerziellen Werbung - allzu oft «in der Immanenz aufgelöst», bedauert er. Dabei komme im Engelskonzert doch beides zusammen: Musik und Religion. Und beide - Musik und Religion – vermögen es, über das Unaussprechliche zu sprechen. Autorin: Judith Wipfler Buchhinweis: Wolfgang W. Müller, Musik der Engel. Eine Kulturgeschichte, Schwabe Verlag, Basel 2024.

    29 Min.

Bewertungen und Rezensionen

4,6
von 5
8 Bewertungen

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